Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Bildformung Veteranen 60 Jahre Battle of the Bulge

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AutorBeitrag

Dracula


19.12.04 11:13:59
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Aussagen einiger Veteranen, 60 Jahre nach Battle of the Bulge (ein Brite und ein Ami), im belgischen und niederländischen Fernsehen (BRT und NOS):

<< Die deutsche Truppen rückten so schnell vor, daß die keine Zeit hatten Kriegsgefangene wegzuschaffen. Die wurden einfach erschoßen. >>

<< Die Deutschen warfen Granaten und Brandkörper in den Kellern der Häuser, in den sich die Zivilbevölkerung , zum Schutz, aufhielt. >>

War Schröder auch präsent bei dieser Feier, damit er sich für diese Taten entschuldigen konnte?

Ich dachte, daß sich so einiges geklärt hatte in den vergangenen 60 Jahren m.B. auf diese “Taten"? Oder sind da noch immer Fragezeichen?

Hoover


19.12.04 11:18:02
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Klar ist so etwas auch vorgekommen. Aber das waren Einzelfälle und nicht befohlen. die Amis haben übrigens auch gerne Gefangene dort erschossen, z.B. bei Wanne, wo mal eben 15 SSler umgelegt wurden.

Hoth


19.12.04 14:56:56
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Dazu paßte dann ja auch die vor ein paar Tagen auf ARTE gesendete franz. Doku. Vom Titel her zwar der Schlacht gewidmet, aber das ging dann nur über ein paar wenige Minuten mit teils unglaublichen Fehlern zu Verlustzahlen etc., der große Rest war dann in übelsten aufreißerischen Stil angeblichen KV gewidmet.

Eine der schlimmsten "Betroffenheitsdokus" die ich je gesehen habe. Da ist ja mittlerweile sogar Knopp weiter.

Ich finde es jedenfalls schon etwas skandalös, wenn solche franz. Hetzsendungen offenbar ungeprüft oder recherchiert in Deutschland laufen können.

[ Editiert von Hoth am 19.12.04 15:01 ]

~Rainer


21.12.04 00:45:13
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Hallo,
ich habe mir die Sendungen sowohl auf RTL als auch auf RTBF im Fernsehen zu "Wacht am Rhein" angesehen.
Dabei wurden zahlreiche Zeitzeugen, alliierte und deutsche Veteranen befragt, alle hatten den Wunsch nie wieder Krieg.
Was allerdings etwas hervorgehoben wurde, war das sinnlose Töten von Zivilisten durch Angehörige der Waffen-SS, es wurde die Zahl 123, darunter 23 Kinder genannt. Ein Kenner(erlebte die Zeit als Kind) dieser Kämpfe der OTLa.D.d.R.(BE), der mehrere Bücher zu dieser Schlacht geschrieben hat, hat gesagt, dass Kriegsverbrechen in den Ardennen quasi nur von der Waffen-SS begangen wurden, während das Heer sich normal verhielt.
Gruss
Rainer

Hoover


21.12.04 10:24:06
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Klar, war immer nur die Waffen-SS. Wie gut, dass man als Kind schon den totalen Überblick hat!

Solche absoluten Aussagen beweisen, dass der "Kenner" keine Ahnung hat! Kein Historiker würde sagen. Es war immer so! Damit qalifiziert er sich selber. War aber sicher ein RTL- oder Knopp-Zeuge. Die finden immer solche "Experten".

Ich beschäftige mich seit Jahren mit der Ardennenoffensive und war selber etwa 20 Mal dort, habe mit Augenzeugen gsprochen. Und mein Großvater war selber dort (15.PzGrenDiv). Ich habe von vielen Gerüchten gehört, die aber nie jemand selber gesehen hat. Kriegsverbechen wurden von den Deutschen wie auch den Amis sehr oft begangen.

Und viele Vorfälle wurden später den Deutschen in die Schuhe geschoben, wie die toten Zivilisten von Stevelot, die noch heute teilweise der SS in die Schuhe geschoben werden, tatsächlich aber Opfer amerkanischer Luftangriffe waren.

Was kommt als nächstes, die "lächelnden SS-Offiziere", die die US-Gefangenen bei Baugnez erschossen?

Hoth


21.12.04 11:41:48
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Richtig Hoover, der ARTE-Beitrag berichtete mit "Augenzeugen" über ein angebliches KV von Waffen-SS-Leuten in Stevelot. Allein bei dem wie und was diese Leute erzählten blieben zwar für jeden auch völlig unparteiischen Zuschauer normalerweise soviele Fragen und Ungereimtheiten offen, aber das spielte überhaupt keine Rolle.

Unterlegt mit Bildern von der Beerdigung der Opfer war da natürlich nicht von US-Luftangriffen die Rede usw.

[ Editiert von Hoth am 21.12.04 11:43 ]

~Rainer


21.12.04 20:15:02
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Hallo,
ich habe von den bekannten Zivilistenerschiessungen gesprochen. Von den amerikanischen Bombardierungen sind viele der Älteren auch heute noch nicht begeistert. Eine Bewohnerin von Houffalize hat auf die Frage nach den US-Bombardierungen geantwortet, "verzeihen vielleicht, vergessen nie".
Den OTL a. D. d. R. als "Augenzeugen" ist etwas toll. Erst einmal seine fundierten Bücher zu den damaligen Ereignissen lesen, und dann lästern. Ein Offizier, der sich qusi sein ganzes Leben mit dieser Zeit beschäftigt hat, der in den Ardennen stationiert war, glaube ich persönlich auch mehr als Soap-Dokus von Knoop. Auf der HP der Gemeinde St. Vith gibt es eine schöne Abhandlung zu diversen Ereignissen der Ardennenschlacht.
Gruss
Rainer

~Rainer


24.12.04 00:39:03
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Hallo,
und gestern Abend gab es eine Doku auf RTBF 2, da wurden auch die sinnlosen Zivilistenerschiessungen durch Waffen-SS Leute von Betroffenen, die durch Zufälle überlebten, vor der Kamera erzählt.
Was dortige Bewohner aber noch heute erschreckt, war die Leichtigkeit mit der die Amerikaner alles bombten, wo Widerstand zu erwarten war. Die Zivilverluste durch US-Bombardierungen in den Ardennen waren bedeutend höher als die Zivilverluste durch deutsche Aktionen.
Gruss
Rainer

Max Hansen


4.1.05 08:06:29
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Ich weiß nicht genau was dran ist aber ich denke es ist nicht unbekannt, daß Kanadier oder Teile ihrer Kräfte eine Zeit lang überhaupt keine Gefangenen machten und die einfach erschossen wurden. Gerade in Frankreich verhielt sich Wehrmacht und Waffen SS eher ordentlich. Darum hört man eigentlich auch nicht viel von Krieg und Wiederstand bis die Resistance erwachte und dies war nach der Landung 1944. Diese gingen dann zum Teil deftig gegen alles Deutsche vor, was letztlich die Ursache der Übergriffe bildete.

Hoover


4.1.05 11:12:07
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Gerade in Frankreich verhielt sich Wehrmacht und Waffen SS eher ordentlich


Darüber lässt sich sicher streiten.
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