Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Logistik der Benzinverteilung

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AutorBeitrag

oliverkulmbach


13.2.05 23:28:05
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Hallo!

Ich lese jetzt schon seit vielen Monaten interessiert mit habe aber zu diesem Thema noch keine Antworten gefunden.

Wie sah es damals mit der Logistik für die Verteilung von Brennstoffen für die Truppe aus? Wenn ich eine Tigereinheit mit vorstelle die für einen Tag 2000-3000 Liter benötigt (normal-Marsch oder doch noch mehr?) wie kommt das auf einer so großen Front zustande? Mit all den ganzen Fahrzeugen von Krad bis Panther, LKW, Flugzeug usw. will ja alles versorgt sein und das nicht zu wenig.

Wie kann dieser ungeheure Verbrauch koordiniert werden. Meines Wissens waren die großen Förderstätten in Rumänien bzw. Rußland. Von dort bis nach Nordfrankreich sind es 3.000 Kilometer. Gab es hier Tank-Waggons oder Tank-Züge? In welchen Intervallen sind diese dann gefahren?

Gab es überhaupt auch Tanker (Schiffe?)

Wie ist die Infrastruktur gewesen in Bezug auf Produktion? Ingolstadt? Leuna? und von da zentral dann wieder verteilt auf die besetzten Gebiete? Wurde Norwegen und Finnland mit Flugzeugen versorgt?

Sorry für die vielen Fragen über diesen speziellen Bereich aber ich kann mir das gar nicht so vorstellen wenn ich mir die heutige Infrastruktur ansehe und dann die Möglichkeiten von 60 Jahren.

BTW: Gibt es irgend eine Relation wieviel Tiger hätten betankt werden können wenn V1 bzw. V2 nicht durchgeführt worden wäre?

PPS: Gibt es Anhaltspunkte die für eine mögliche Irak-Bezugsquelle sprechen? Ich denke da an diese Flieger-Einheit die sicher nicht auf Urlaub unten war.


Thx im voraus

Olli

Kübelfan


14.2.05 12:05:08
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soweit ich weiß, wurden die V2 mit Alkohol betankt.

Guderian


14.2.05 18:33:08
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Das mit der Benzinverteilung war sicherlich nicht einfach.
Ich gehe einfach mal davon aus das ein Großteil per Zug zur Front befördert und dann an einem Umschlagsplatz auf die LKW verteilt wurde.

Aber Spezialist bin ich in diesem Thema absolut nicht.

Markus Becker


14.2.05 19:06:12
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Gepostet von oliverkulmbach

Wie kann dieser ungeheure Verbrauch koordiniert werden. Meines Wissens waren die großen Förderstätten in Rumänien bzw. Rußland. Von dort bis nach Nordfrankreich sind es 3.000 Kilometer. Gab es hier Tank-Waggons oder Tank-Züge? In welchen Intervallen sind diese dann gefahren?

Gab es überhaupt auch Tanker (Schiffe?)


Öl aus Rumänien wurde fast ausschließlich per Schiff über die Donau transportiert. Die Verminung des Flusses durch die RAF zw. April und September 1944 hat die Ölimporte praktisch halbiert und zu einer Überlastung des Eisenbahnnetzes geführt. Mitte Mai stecken ca. 10.000t Munition für die Front im Süden der UdSSR fest.



Wie ist die Infrastruktur gewesen in Bezug auf Produktion? Ingolstadt? Leuna? und von da zentral dann wieder verteilt auf die besetzten Gebiete? Wurde Norwegen und Finnland mit Flugzeugen versorgt?



Das wirds nicht viel anders gewesen sein. Soweit wie möglich mit dem Schiff und dann per Zug. Transporte per Flugzeug halte ich für extrem unwahrscheinlich, zu wenig Kapazität und zu hoher Eigenverbrauch.




PPS: Gibt es Anhaltspunkte die für eine mögliche Irak-Bezugsquelle sprechen? Ich denke da an diese Flieger-Einheit die sicher nicht auf Urlaub unten war.



Gefördert wurde Öl im Irak seit den 30´er Jahren, ob die da eine Raffinerie hatte, ist mir nicht bekannt.


Gruß Markus

Spetz Instruktor


14.2.05 21:28:14
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Stichwort V1

die Flog mit einem nur anhydriertem ( relativ schwehrem und Schwefelreichem ) Kraftstoff
Für den KS der Luftwaffe und der neuesten Panzer ( damals ) war eine höhere qualität ..... und damit in Leuna mehrere weitere Verarbeitungsschritte nötig

( laut Milch " die Tragödie der Luftwaffe " )
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