Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Deutsche Soldaten in Schweden als Kriegsgefangene

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AutorBeitrag

Richtschuetze


25.2.05 14:16:53
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@ all

wer kann mir helfen!von einem Freund der Vater(121 Infantriedivision glauben wir)ist aus dem Kurlandkessel nach Schweden geflüchtet.
Nach dem 8.5.1945 haben die Schweden dann diese deutschen Soldaten den Russen(entgegen dem Völkerrechts) ausgeliefert!

Hat da einer etwas mehr?

Gruss

P.S ich habe nur was bei Paul Carell"Die Gefangenen"gefunden!

Dracula


25.2.05 15:11:07
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Hallo Richtschütze,

Hier kannst Du in aller Ruhe mal nachlesen was unsere neutralen schwedischen Freunde angestellt haben:

http://www.deutsche-zeitung.com/Vorhof/Redaktion_1/ARCHIV/Schwedische_Nachkriegsverbrech/body_schwedische_nachkriegsverbrech.html

Gruß.

@edit:
Ach, die Geschichte kennst du ja schon. Ist von Paul Carell.
Habe es zu spät gesehen.

[ Editiert von Dracula am 25.02.05 15:18 ]

Richtschuetze


25.2.05 16:10:02
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@Darcula wenn Du noch was hast oder findes immer her damit!

Ersmal schonmal Smiley mit Danke-Schild

Gruss

Dracula


25.2.05 16:25:37
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Habe noch einen Artikel über die Transporte von Schweden nach Sibirien.
Schicke es per e-mail oder n-mail!

Kann auch noch melden daß von den verschleppten kriegsgefangene Esten, Letten und Litauer (total um die 30.000) keine in Sibirien angekommen sind. Die wurden von den Russen sofort liquidiert (nicht in Schweden natürlich!).

[ Editiert von Dracula am 25.02.05 16:26 ]

AndyW


25.2.05 17:49:02
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Interessante Geschichte, völkerrechtlich gesehen.

Schweden war nicht Kriegspartei, deshalb waren die Deutsche Soldaten, genauso wie z.B. amerikanische Flieger usw., keine schwedischen Kriegsgefangenen, sondern Internierte.

Die Internierung dauert i.d.R. bis zum Ende der Feindseligkeiten an, dannach werden die Internierten in ihre Heimatländer entlassen.

Prinzipiell "gehört" ein Kriegsgefangener in die Gewahrsamsmacht der Kriegspartei, der er sich ergibt. Da völkerrechtlich mit der Kapitulation alle Wehrmachtsangehörigen die Waffen gestreckt haben und quasi per Federstrich zu potentiellen oder tatsächlichen Kriegsgefangenen wurden (ausser man ergatterte einen der gegen Ende so heissbegehrten Entlassungsscheine), kann man nachvollziehen, das jene, die sich der Kriegsgefangenschaft durch Flucht entzogen haben, der entsprechenden Gewahrsamsmacht rücküberstellt werden.

Grob gesagt: Es nutzt nix, sich der Gefangennahme der einen Kriegspartei zu entziehen, indem man in ein neutrales Land abhaut das einen dann interniert - es gibt kein Asyl vor Kriegsgefangenschaft. Man hätte sich schon zumindest einer anderen Kriegspartei als Kriegsgefangener "anvertrauen" müssen.


Diffizil m.M. nach die Übergabe von Internierten (nicht: Kriegsgefangenen!) an eine die Besatzungsmacht. Formal hätte man nach Kriegsende die für die Dauer des Krieges Internierten in ihre Heimatorte entlassen müssen. Da wäre es dann eher eine Frage der Herkunft gewesen in welche Kriegsgefangenschaft man geraten wäre. Die spannende Frage ist: Hätte der Internierte auch ein anrecht vom internierenden Land an den Heimatort seiner Wahl zu kommen oder reicht es aus wenn das Internierungsland seine Internierten an einen beliebigen Ort ihrer Heimat entlässt?

Cheers,

[ Editiert von AndyW am 25.02.05 17:51 ]

Tobias


5.3.05 16:21:33
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Gepostet von AndyW
Interessante Geschichte, völkerrechtlich gesehen.

Schweden war nicht Kriegspartei, deshalb waren die Deutsche Soldaten, genauso wie z.B. amerikanische Flieger usw., keine schwedischen Kriegsgefangenen, sondern Internierte.

Die Internierung dauert i.d.R. bis zum Ende der Feindseligkeiten an, dannach werden die Internierten in ihre Heimatländer entlassen.

Prinzipiell "gehört" ein Kriegsgefangener in die Gewahrsamsmacht der Kriegspartei, der er sich ergibt. Da völkerrechtlich mit der Kapitulation alle Wehrmachtsangehörigen die Waffen gestreckt haben und quasi per Federstrich zu potentiellen oder tatsächlichen Kriegsgefangenen wurden (ausser man ergatterte einen der gegen Ende so heissbegehrten Entlassungsscheine), kann man nachvollziehen, das jene, die sich der Kriegsgefangenschaft durch Flucht entzogen haben, der entsprechenden Gewahrsamsmacht rücküberstellt werden.

Grob gesagt: Es nutzt nix, sich der Gefangennahme der einen Kriegspartei zu entziehen, indem man in ein neutrales Land abhaut das einen dann interniert - es gibt kein Asyl vor Kriegsgefangenschaft. Man hätte sich schon zumindest einer anderen Kriegspartei als Kriegsgefangener "anvertrauen" müssen.


Diffizil m.M. nach die Übergabe von Internierten (nicht: Kriegsgefangenen!) an eine die Besatzungsmacht. Formal hätte man nach Kriegsende die für die Dauer des Krieges Internierten in ihre Heimatorte entlassen müssen. Da wäre es dann eher eine Frage der Herkunft gewesen in welche Kriegsgefangenschaft man geraten wäre. Die spannende Frage ist: Hätte der Internierte auch ein anrecht vom internierenden Land an den Heimatort seiner Wahl zu kommen oder reicht es aus wenn das Internierungsland seine Internierten an einen beliebigen Ort ihrer Heimat entlässt?

Cheers,

[ Editiert von AndyW am 25.02.05 17:51 ]


Der Krieg war vorbei. Rechtens gesehen, hätte die Schweden keinen ausliefern müssen. Wenn kein Krieg mehr, dann auch keine Kriegsgefangenen an eine Kriegspartei ausliefern?

Kann man das so verallgemeinernd sagen ?

AndyW


6.3.05 01:44:47
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T´'schuldigug, es gab keine schwedischen "Kriegsgefangenen". Schweden war mit niemanden im Krieg.

Es gab Internierte.

Is'n riesen Unterschied, rechtlich gesehen.

Cheers,

Tobias


10.3.05 16:49:28
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Und warum interniert ? Haben sie Straftaten auf Schwedischem Gebiet durchgeführt ?
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