Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Der Weltkrieg und die Umwelt

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AutorBeitrag

HerrMeier


6.3.05 23:21:00
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Vielleicht klingt das ja etwas krank, aber ich habe mir mal ein paar Gedanken zur Umweltbelastung während des Krieges gemacht. Insbesondere die vielen versenkten Schiffe, darunter auch viele Tanker. (Wenn ich dran denke, was für ein Aufschrei passierte als vor einigen Jahren ein Holzfrachter (war es die Pallas?) in der Nordsee sank!)
Es mussten doch damals sämtliche Strände verdreckt gewesen sein. Sind eigentlich irgendwelche Tierarten aufgrund des Krieges gestorben? Ich weiss... hört sich schon verrückt an:)

Bis dann

waldi44


7.3.05 10:41:02
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Da wird schon einiges "zum Teufel" gegangen sein! Aber nach und schon garnicht während des Krieges kümmerte sich da jemand drum!
Umweltbewustsein gab es damals wohl kaum und wenn, dann musste es sicher den Notwendigkeiten des Krieges weichen!

Wenn man so sieht, wie Dynamitfischer "Fischen" und sich dann so eine (bei einer blieb es ja nicht) Wasserbombenexplosion vorstellt....
Richtig ist aber, dass da noch jede Menge "Zeitbomben" ticken! Vor allem aus versenkten Kriegsschiffen (Tanker wohl eher weniger) sickert noch immer Öl aus oder wird erwartet!
In der Nordsee liegen noch tausende Tonnen deutscher Giftgasgranaten, von denen man auch nicht genau weiss, wie sie sich in den nächsten Jahrzehnten verhalten werden.
Die Schlachtfelder des 1. WK sind zT. heute noch unbrauchbar, wegen Blindgänger, zu hohem Metallanteil und Giftgasrückstände!

Übrigens: Die Selbstreinigungskraft der Meere sollte man nicht unterschätzen-siehe Golfregion!

steffen04


7.3.05 11:39:49
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Auszug aus Keegan, Die Kultur des Krieges

Grob gesagt liegen etwa sieben Zehntel der gut 150 Mio qkm festen Landes für militärische Operationen zu hoch, oder es ist zu kalt, oder es gibt dort zuwenig Wasser. Tatsächlich haben sich militärische Aktivitäten aber auf einen Bruchteil der restlichen drei Zehntel konzentriert. Die Europäer schlagen sich z.B. schon seit Jahrhunderten im kleinen Belgien: da kommen alle schnell hin und es ist schön flach. Der deutsche Vormarsch in Frankreich orientierte sich an den Nationalstrassen, die wiederum den Römerstrassen folgten – die Landser schlugen sich an den gleichen Plätzen wie die Legionäre 2000 Jahre zuvor. Selbst im unstrukturierten Russland konzentrierten sich die Kämpfe entlang der Eisenbahnen und Rollbahnen. Gegenbeispiele: die hunderttausend qkm Pripjetsümpfe wurden auf deutschen Stabskarten als „Wehrmachts-Loch“ bezeichnet, weil es dort keine größeren Verbände gab. Und hier auf der Schwäbischen Alb gab es trotz seiner wehrhaften Bevölkerung seit den Bauernkriegen keine nennenswerten Kampfhandlungen mehr.

Für die Meere gilt das analog.

Die Viecher hatten also genug Platz zum drumherumwuseln. Nicht zu vergessen 55 Mio Body Count, die lebend Lebensraum beansprucht hätten.

Allerdings haben Franzosen und Amerikaner den Reh- und Schwarzwildbestand in den ersten Jahren nach dem Krieg durch Wilderei merklich reduziert, die Jahresstrecken haben sich in Ba-Wü erst um 1960 wieder den Vorkriegsstrecken angenähert – Saubande!

Petronelli


7.3.05 11:43:58
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Die Umweltbelastungen sind sicher enorm!
Die meisten Schiffe wurden aber denke ich auf hoher See vernichtet. Ich weiß auch nicht wie groß die Tanker damals waren, oder ob viel Treibstoffe in Fässern mitgeführt wurden!
Auf den Gebieten der Schlachten des ersten Weltkrieges sind die Bodensolen noch mit Nitraten und anderem Dreck der Explosionsrückstände und gammelnder Munition verseucht!
Sicher nicht gesund!
Und denken wir heute nur an die Uran-Munition (Wobei sich da zwar die Geister scheiden, aber halte das Zeug eher für eine mit nichts zu rechtfertigende Sünde)
Gruß
Peter

waldi44


7.3.05 13:13:38
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Hinzu kommt ja heute, dass es ausser der Uranmunition bzw uranaangereicherten Munition, echte Atomraketen gibt, die irgendwo auf der Welt verloren wurden!

Steffen04 hat schon Recht mit seinen Zahlenangaben, auch wenn sie vielleicht in den letzten beiden Weltkriegen sich etwas verschoben haben!
Die Schwerpunkte waren aber schon dort wo er sie beschrieben hat!
Dennoch! Damals gingen Holzschiffe unter, dessen Antrieb aus Segeln oder Ruderern bestand. Die Munition die im Meer versank waren Metall- oder Steinkukeln und auf den Schlachtfeldern blieb auch kaum was zurück, weil die Waffen meist wieder eingesammelt wurden und wenn nicht, so war es auch nicht weiter schlimm.
Erst neulich kam im Fernsehen, dass das Wrack der "Blücher" Öl verliehrt!

Aber es ist dennoch erstaunlich, dass kaum darüber berichtet wird!

Petronelli


8.3.05 10:16:03
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Ich denke das sich die Umweltschutzdebatte vor allem aus den "Sünden" der Industrie nach dem Krieg entwickelt hat, also vom zivilen her kommt!
Es ist ja auch schwierig an die Wracks ranzukommen und dort was zu untersuchen. Alleine die ganzen U-Boote die in den Ozeanen verteilt liegen und zerbrachen.
Aber!!!! Die Umwelt kommt mit solchen Ölrückständen relativ gut klar, logisch dass bei einder akuten Vergiftung die unmittelbare Umgebung betroffen wird und einzelne Tiere und Pflanzen sterben oder geschädigt werden, aber Öl kann und wird prinzipiell abgebaut! Ganze Arten sterben deswegen in keinster Weise aus.
Besonders schlimm wirds halt in Küstennähe, dann sieht man es eben deutlich. Die Öl-Mengen, die heute transportiert werden sind unvergleichlich höher.
Was will man auch gegen die Altlasten der Vergangenheit machen, der Kostenaufwand steht im Missverhältnis zum Nutzen! Ich habe die Zahlen leider vergessen aber es ist horrend, was die Sanierung einiger Quadratmeter Bodens kostet!
Widerlicher finde ich da schon den ganzen radioaktiven Müll, der heute entsteht und eben unkontrollierbar in die Umwelt geballert werden kann! Dagegen sind auch fast keine Spezies immun!
Aber ich habe auch schon die schizophrene Diskussion erlebt, dass Umweltschützer den Jägern oder Sportschützen vorwerfen, die Welt mit Blei zu vergiften!
Blei bildet einen dünnen weißen Oxidmantel und liegt dann wie ein toter Hund in der Erde! Sonst fände man keine Kugeln mehr aus den Zeiten der Vorderladerkriege!
Sprengstoffrückstände, aus durchgerosteten Granaten usw., und deren Ausschwämmungen ins Erdreich sind da schon ein anderes Problem! Aber wieviel ist das schon bezogen auf die Landmenge?
Gruß
Peter

The Real Blaze


8.3.05 22:51:37
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Erst neulich kam im Fernsehen, dass das Wrack der "Blücher" Öl verliehrt!
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Das prangere ich schon seit jahren an....soll endlich gehoben werden, restauriert und wieder in Dienst gestellt werdenSmiley mit dafür-Schild

The Real Blaze

waldi44


9.3.05 10:15:03
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Heben wird man es vielleicht, aber restaurieren? Wer soll denn das bezahlen?
Wird wohl eher verschrottet werden. Das eine oder anderen Erinnerungsstück wird wohl in ein Museeum wandern.
Da müsste man einen Vörderverein oder so gründen und wie bei der Frauenkirche sammeln! Ob es aber genug Spender geben wird wage ich zu bezweifeln!

Hoover


9.3.05 11:59:49
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Die Blücher ist vom Rost stark beschädigt, da wäre ein Neubau fällig.

Kürzlich gab es Bilder im TV, da sah man die Trümmer. Da ist die Prinz Eugen besser erhalten. Nur strtahlt sie vielleicht etwas :D
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