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Warum eigentlich...

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AutorBeitrag

PD


20.4.05 10:12:04
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haben die Briten und Franzosen nur Deutschland, nach dem Überfall auf Polen den Krieg erklärt und nicht auch den Russen? Sind diese doch auch weit auf polnisches Territorium (bis zum Bug) vorgedrungen.

Gruß PD 47

Hoover


20.4.05 10:39:12
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Gute Frage. Ich denke, zum Einen war Deutschland in den Augen der Franzen und Tommies die weit größere Gefahr für deren Staaten, außerdem griff Rußland erst an, als Polen schon fast am Boden lag und als Begründung den Schutz der russ. Minderheiten etc angab.

waldi44


20.4.05 10:39:43
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Oje PDSmiley mit verdrehten Augen! Diese Frage haben wir auch schon ettliche male hin und her gewälzt und gerade hat AK74 mit seinem Interview von Fallin einen interessanten Beitrag dazu gepostet!

Gründe könnte es mehrere geben und das hängt wohl vom Standpunkt des Betrachters ab.
Ein Grund und das kam auch in dem Interview zum Ausdruck und wurde uns in der DDR so gelehrt, war(für manche WAR es so!)dass man im Westen, vor allem in England glaubte(hoffte)dass sich die beiden Aggressoeren über ihre Beute in die Haare kommen und bekriegen würden.
Man selbst wäre der lachende Dritte und hätte noch alle Optionen offen!
Ein anderer Grund wird angeführt, dass es sich bei den polnischen Ostgebieten um von den Polen geraubtes Land handle und dass die Russen lediglich die völkerrechtlich nach dem 1.WK festgelegte Curzonline erreichten bzw errichteten!
Ein weiterer Grund ist die "Festlanddegentheorie". Man sah in den Russen den potentiellen Verbündeten im Kampf gegen Deutschland und Polen war das Bauernopfer!

AK 74 ZF


20.4.05 10:51:11
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Eine der Fragen welche mich schon ewig bewegen.weinender Smiley
Zumindest war man aber kurz davor. Englische Bomber standen schon an der "Vorstartlinie" um russ. Erdölförderanlagen zu bombardieren. Aber man hat die Aktion im letzten Moment gestoppt.

Das seltsame an der ganzen Geschichte ist, daß rund anderthalb Jahre später Stalin es geschafft hat Mitglied der "Anti-Hitler-Koalition zu sein, und somit "Verbündeter" von England und Amerika. Diplomatische Glanzleistung J. Stalins !!! Immerhin waren beide Länder, sowohl die USA als auch GB der Sowjetunion vorher ja nicht gerade freundlich gesonnen.

Zumindest das Zusammenwirken Deutschlands und der UdSSR bei der Eroberung Polens war damals beileibe kein Geheimnis. Fotos Deutsch-Russischer Siegesparaden bei der Übergabe irrtümlich jenseits der vereinbarten Demarkationslinie von dt. Truppen eroberter Städte/Dörfer fanden sich z.Bsp. im "Jahrbuch der dt. Wehrmacht 1940" mit entsprechenden Bildunterschriften hinsichtlich der "Russischen Waffenbrüder" ganz offen. 1989 erklärten uns in Moskau und Leningrad russ. Historiker ebenfalls ganz offen daß die Angelegenheit so abgelaufen wäre und die Geheimen Zusatzprotokolle des Hitler-Stalin-Paktes sehr wohl echt wären. Da ist es eher lustig daß dies heute von einigen Filzbrillenträgern immer noch oder schon wieder nach dem Motto : "Kann ja nicht sein, weil es nicht wahr sein darf !" -> bestritten wird.

Ob Stalin von Anfang an eine bestimmte Linie langfristig verfolgte, oder aber hinsichtlich Deutschland auch teilweise nur "Reagierte" kann ich nicht beantworten.Stalin war ein sehr abgebrühter, aber auch ziemlich Schlitzohriger Staatsmann. Zumindest kann man ihm eine gewisse "Genialität" nicht aberkennen ! Bei seinem Tod war die UdSSR eine Weltmacht mit "soz. Lager" von Deutschland (DDR) bis zu dem japanischen Inseln (Kurilen)!

Und zumindest da auch wieder Feind Englands und Amerikas.

Geschichte scheint nicht immer geradlinig zu verlaufen !
Aber das haben wir ja mal gelernt !

AK 74 ZF

[ Editiert von AK 74 ZF am 20.04.05 10:53 ]

[ Editiert von AK 74 ZF am 20.04.05 10:55 ]

Dracula


20.4.05 10:52:21
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Zitat Waldi:
"Man sah in den Russen den potentiellen Verbündeten im Kampf gegen Deutschland und Polen war das Bauernopfer!"



Smiley mit verdrehten Augen??? Gab es da nicht schon am 23. August 1939 der Hitler-Stalin Pakt?
Und am 28. September ein weiterer zwischen Deutschland und Rußland, der Grenz- und Freundschaftsvertrag?

Die Kriegserklärung der Briten war nicht wirklich konsistent.

waldi44


20.4.05 11:12:23
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Polen als Bauernopfer aus britischer Sicht! Für Polen wollte man sich nicht mit Hitler schlagen, trotz gegenteiliger Behauptungen und Beteuerungen.
Nach dem Krieg sind die Geschehnisse um Polen von beiden Seiten in den Mantel der Verschwiegenheit gehüllt worden.
Fen Russen war ihre Waffenbrüderschaft mit Hitler vielleicht im Nachhinein peinlich und auch die Briten hatte wohl keine für die Weltöffentlichkeit bestimmte Meinung zum Thema Polen.
Naja und die Deutschen wurden nicht gefragt....
Ich habe auch ein, zwei Bücher von 1940, in denen es zwei, drei Bilder einer gemeinsamen Parade deutscher und russischer Truppen und entsprechende Textpasagen gibt!

Übrigens stand in der Note, die man den Polen anlässlich des russischen Einmarsches überreichte: "Der polnische Staat hat aufgehört zu existieren..."! Man griff also nicht Polen an, sondern bediente sich aus der Konkursmasse.

Balsi


20.4.05 11:51:34
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hab dazu letztens gelesen.. das der Nichtangriffspakt Frk. Gbr mit Polen nur gegen Deutschland als Agressor ging. Doch Frk und Gbr waren über das Zusatzprotokoll (Dtl-Sowjetunion) unterrichtet und haben Polen ins Messer laufen lassen. Stalin griff erst ein, nachdem er feststellte das Frk und Gbr nicht aktiv eingreifen.

Petronelli


20.4.05 12:52:14
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Tja, Waldi,
den lachenden Dritten hat es ja auch tatsächlich gegeben, aber er war eher der lachende vierte.....
Gruß
Peter

Yanus


20.4.05 12:59:34
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Gepostet von Balsi
hab dazu letztens gelesen.. das der Nichtangriffspakt Frk. Gbr mit Polen nur gegen Deutschland als Agressor ging.


Das habe ich auch gelesen irgendwo gelesen, aber ich wollte noch hinzufuegen, dass auch die Polen nicht die SU mit Deutschland gleichsetzten, die Anfuehrer haben zuerst den Befehl gegeben, nicht auf sovjetische Truppen zu schiessen, nuer im Falle eines Angriffs koenne man zurueckschiessen. Die meisten Kommandeure ergaben sich den Sovjets, aber einige kaempften... Man sieht also, dass auch in Polen die Regierung ueber den Einmarsch der SU ueberascht war und anfangs die SU als moeglichen Verbuendeten sah. Spaeter wuerden die wirklichen Bewegruende von Stalin klar, da war es aber zu spaet...

The Real Blaze


20.4.05 22:38:06
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Nun ich habe wieder irgendwo gelesen....daß Amerika schon lange vor dem krieg Russland mit stragischen Gütern belieferte und ziemlich gut dran verdiente.Das ganze lief streng geheim ab, man konnte ja nicht das ganze in die Welt hinausposaunen, man war ja antibolschewistisch. Bei diesen Lieferungen bekam Stalin auch ein Panzermodell ,worauf die BT Typen entwickelt wurden.

Roosevelts bester Kumpel, war ja der Churchill, Winston u.a.
England hat still gehalten(und weil England auch Frankreich),weil Amerika auf die wirtschaftlichen Verflechtungen mit der SU hinwieß, die dann den Bach herunter gegangen wären...Roosevelt hat schon 1932 von sich gegeben:"Ich werde Deutschland zermalmen." Danach hat er eben auch so gehandelt.


The Real Blaze
http://www.nexusboard.net/index.php?siteid=6365

[ Editiert von The Real Blaze am 20.04.05 22:39 ]

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22.4.05 09:06:43
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Interessant ist für mich nur ein Tatbestand, das entweder die Westmächte keine Garantiemacht Polens waren, dann wäre im Umkehrschluß die Kriegserklärungen ein Angriff auf Deutschland! Oder sie waren Garantiemächte, dann haben sie bewußt Verträge gebrochen und für dieses brechen der Verträge wurde Polen dann auf Kosten Deutschlands fürstlich entlohnt.
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waldi44


22.4.05 09:53:52
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"Gebrochen" wurde da nichts! Frankreich und England haben gemäss ihrer Verpflichtung Deutschland sofort den Krieg erklärt und militärische Handlungen eingeleitet.
Es gab sogar soetwas wie einen Angriff, der zwar eher nur ein Scheinangriff war, aber immerhin! Die Art, wie man "Krieg führt", bleibt, soweit man sich im Rahmen der Rechte und Gesetze bewegt, jedem selbst überlassen und wenn es im "sitzen" ist ;)!

Mit der "fürstlichen" Entschädigung, konnten die Polen wohl weniger anfangen, als mit den von den russen okkupierten, vorwiegend landwirtschaftlichen Gebieten, obwohl sie selbst diese ja auch erst kurz vorher erobert hatten.

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22.4.05 11:47:37
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Ach ,gebrochen wurde nichts ?
Wenn ich meine Kriegserklärung an Deutschland , einschließlich des Ultimatums auf die Garantie der poln. Grenzen beziehe und 18 Tage später nichts mehr davon weiß ist das kein Vertragsbruch? Komische Auslegungen von Verträgen muß ich schon sagen.
Polen ist mit den deutschen Ostgebieten mehr als fürstlich entlohnt worden! Mögen die großen Städte zerstört worden sein, es gab genug kleine und mittlere Städte und Dörfer , da war nicht eine Fensterscheibe kaputt und die Vertreiber gestatteten den Vertriebenen zwei Koffer mitzunehmen.Von den Bodenschätzen, Häfen und landwirtschaftl besser genutzten Flächen mal ganz abgesehen.
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waldi44


22.4.05 11:52:06
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@Logo Zitat:
Ach ,gebrochen wurde nichts ?
Wenn ich meine Kriegserklärung an Deutschland , einschließlich des Ultimatums auf die Garantie der poln. Grenzen beziehe und 18 Tage später nichts mehr davon weiß ist das kein Vertragsbruch?


DAS musst Du mir näher erklären. WER wusste nach 18 Tagen wovon nichts mehr? Haben die Alliierten mit Deutschland wieder Frieden geschlossen- nach 18 Tagen?

Ich meinte, die eher agrarorientierten Polen hätten mit der landwirtschaft im ehemaligen Ostpolen mehr anfangen können, als mit der schlesischen Industrie, die auch noch teilweise von den Russen demontiert wurde.
Die Ostseehäfen waren tatsächlich eine Bereicherung, aber so richtig nutzen konnten die Polen sie auch nicht.

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22.4.05 12:10:16
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@ waldi, das bezieht sich auf die UdSSR und ihren Einmarsch!
Wenn ich Grenzen garantiere dann schließlich alle! Sollten nicht alle Grenzen garantiert worden sein,dann wäre das ja schon allein ein noch größerer Affront gegen Deutschland!
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