Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Der spanische Bürgerkrieg und seine....

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AutorBeitrag

waldi44


1.5.05 20:03:28
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...Bedeutung für den Verlauf des 2. Weltkrieges!

Habe ein interessantes Resumee am Schluss eines nicht minder interessanten Taschenbuches("Legion Condor" von Peter Elstob)gefunden.
Was meint ihr dazu?
Was wäre gewesen, wenn es die "Legion Condor" niemals gegeben hätte? Der spanische Bürgerkrieg hätte ohne deutsche
Mitwirkung vielleicht viel länger gedauert.......
Der Zweite Weltkrieg aber ohne die von den Deutschen in Spanien gewonnenen Erfahrungen vielleicht kürzer gedauert als jene beinahe sieben mörderischen Jahre von 1939 bis 1945!


Viel kürzer? Naja, die Russen haben aber auch ihre Erfahrungen im Spanienkrieg gesammelt. Allerdings muss man sagen, das ettliche Spanienveteranen in den Lagern oder schon tod waren, als der Krieg 1941 gegen die Sowjetunion begann, wären die deutschen Veteranen zT hohe Führungsposten innehatten!

Verlorene Siege


1.5.05 23:18:50
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Viel kürzer? Naja, die Russen haben aber auch ihre Erfahrungen im Spanienkrieg gesammelt.


Aber vorallem haben sie in Finnland gelernt.

Mfg

steffen04


3.5.05 10:21:24
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Gepostet von waldi44
Naja, die Russen haben aber auch ihre Erfahrungen im Spanienkrieg gesammelt.


Die Russen haben aber aus ihren Erfahrungen die falschen Schlüsse gezogen. Tuchatschewskis Gedanken zum Einsatz großer selbständiger Panzereinheiten wurden wieder aufgegeben, die Panzer auf die Infanterieeinheiten verteilt. In Finnland viel man damit auf die Schnauze, hat aber meines Wissens noch nicht umgedacht. Erst nach dem Beginn von Barbarossa wurde die alte, aber modernere Organisation wieder aufgenommen. Vor allem unter Schukow, der im Fernen Osten mit Panzerrudeln arbeitete.

Die deutschen Erfahrungen sollte man realistísch einschätzen. Sicher ist Praxis durch nichts zu ersetzen, und die kam der Wehrmacht in Polen sicher zu gute, besonders natürlich der Luftwaffe. Wahrscheinlich wurden auch Schwächen in der Technik aufgedeckt und beseitigt.

Den Kern des Blitzkriegs machte aber das Gefecht mit verbundenen Waffen aus, und das konnte im Spanienkrieg nicht im großen Rahmen durchexerziert werden. Polen hätte man auch ohne Spanien geschlagen, und dort wurden die Erfahrungen für die Feldzüge gg. die starken Gegner gesammelt.

Spanien hat den Krieg m.E. nicht verlängert.

waldi44


3.5.05 12:45:36
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Ich sehe in der Behauptung auch nicht, dass der Krieg unbedingt verlängert wurde. Er wäre aber vielleicht kürzer gewesen, also früher gescheitert!
Fehleinschätzungen gab es aber auch auf deutscher Seite. Schliesslich war der Spanienkrieg ein lokal begrenzter Konflikt auf einem überschaubaren, wenn auch vielgestaltigen, Terrain.
Die Nachschubwege waren sicher und kurz, ebenso die Anmarsch- bzw Anflugwege. Alles Fakten, die sich im 2. WK dann oftmals ganz anders darstellten und wo man eben auf keine Erfahrungen zurückgreifen konnte.
Das Fehle einer "richtigen" Bomberflotte mag seine Ursachen auch in den Erfahrungen des spanischen Bürgerkrieges haben!

Hoth


3.5.05 17:49:21
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Hier stimme ich Steffen zu. In Spanien erprobte man zuallerst die neuen Flugzeugtypen der Luftwaffe und die Bodenorganisationen und Bodennachrichteneinheiten der LW. Das verbundene Gefecht wurde ja kaum exerziert, zumal auch sehr wenige infanteristisch eingesetzte dt. Soldaten und kaum reguläre dt. Pzformationen o.ä. eingesetzt wurden.

Daher hat auch vor allem die LW von diesen Erfahrungen profitiert. Natürlich zahlt sich so etwas immer aus, aber der Prüfstein einer neuartigen Art Krieg zu führen, und dies mit allen Waffengattungen, war nicht Spanien sondern Polen.

[ Editiert von Hoth am 03.05.05 20:40 ]

waldi44


3.5.05 20:39:10
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Stimmt! Ich schrieb ja oben auch, dass allein die Anzahl der vorhandenen 8,8, nämlich nur 20 Stück, zeigt, wo die Schwerpunkte lagen.
Es gab aber zB auch einige Pz.I, von denen man sehr schnell erkannte, dass man mit ihnen keinen "Blumentopf", geschweige denn einen Krieg, gewinnen würde!

Interessant in diesem Zusammenhang auch das private Engagemant von US Unternehmen, die immerhin 12.000 Lastwagen lieferten und die Firma "Texaco" räumte noch gleich für Franco unbegrenzte Krediete ein, um Treibstoff für diese Autos zu kaufen.
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