Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Die Kriegsgefangenen

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AutorBeitrag

waldi44


4.4.02 19:52:27
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Hier mal einige Zahlen und Fakten:
Im 2. Weltkrieg gerieten 11.094.000 Wehrmachtsangehörige in
Kriegsgefangenschaft. Davon 3.340.000 im Osten, 7.745.000 im Westen.
Die Gewahrsamstaaten:
Sowjetunion: 3.153.000 (davon 25.000 an die Tschechoslowakei und 70.000 an Polen übergeben).
Jugoslawien: 194.000
USA: 3.800.000 (davon 667.000 an Frankreich, 135.000 an die Sowjetunion, 31.000 an Belgien und 5.000 an Luxemburg übergeben). 379.000 Gefangene lebten in den USA, die anderen in Europa.
Großbritannien: 3.700.000 (davon 25.000 an Frankreich, 33.000 an Belgien, 7.000 an die Niederlande übergeben).
385.000 lebten auf den Britischen Inseln, 103.000 im nahen Osten, 1.600 in Australien, 34.000 in Kanada, 46.000 in Nordafrika, die übrigen auf dem europäischen Kontinen).
Frankreich einschl. Nordafrika: 245.000 selber eingebrachte + 692.000 übernommene Gefangene =937.000 Mann.
Die deutschen Kriegsgefangenen haben insgesamt 5.053.194.000
Tage in Gefangenschaft verbracht. 43,7% im Osten und 56,3% im Westen. Von 1941 bis 1956 wurden 2 Milliarden Arbeitstage abgeleistet. 70% davon entfallen auf den Osten und 30% auf den Westen. Bei einem Arbeitstag von 8 Stunden (meistens waren es mehr) ergibt das ungefähr 16 Milliarden Arbeitsstunden.
Nach amtlichen Angaben gab es im Westen 178.000 Fluchtversuche, meist erfolglos. Aus dem Osten liegen keine Angaben vor!
Mindestens 1,2 Millionen deutsche Kriegsgefangene sind in der Kriegsgefangenschaft um's Leben gekommen. Die meisten davon im Osten.
Die letzten 10.000 Kriegsgefangenen kehrten erst 1956 aus der Sowjetunion zurück!!
Im 2. Weltkrieg sind unter den deutschen Kriegsgefangenen im Osten zwar absolut mehr, relativ aber weniger Todesfälle eingetreten als im 1. Weltkrieg. Und: In deutschen Lagern sind 1941 - 1945 absolut und relativ mehr Sowjetgefangene ums Leben gekommen als deutsche Kriegsgefangene in sowjetischem Gewahrsam!!
Wie sehr die Gefangenenmasse (nach großen Kesselschlachten bzw bei der Kapitulation) die Überlebenschance mindern konnte, erhellt die Tatsache, daß in den östlichen Sammellagern, wo häufig Zehntausende zusammengepfercht waren, insgesamt etwa 250.000 Gefangene(12,4%)vor ihrem Abtransport in die Sowjetunion verstorben sind, in Rumänien(heißer Sommer, Seuchen) allein 55.000 von 115.000 Mann (47,8%).
In Jugoslawien waren 80.000 tote Gefangene zu beklagen, in Frankreich nach amtlichen Unterlagen 25.000.
Dagegen ist das Massensterben in den berüchtigten "Rheinwiesenlagern" ausgeblieben, obwohl auch
dort Zehntausende monatelang in völlig improvisierten Camps hausen mußten. "Nur" 4500 Legertote (etwa 1%) sind nachweisbar!!

waldi44


5.6.02 11:36:19
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Soldaten hinter Stacheldraht!
Morgen am 05.06.02 21.05 Uhr im WDR!

Quintus


6.6.02 06:20:08
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Gepostet von waldi44
.
Dagegen ist das Massensterben in den berüchtigten "Rheinwiesenlagern" ausgeblieben, obwohl auch
dort Zehntausende monatelang in völlig improvisierten Camps hausen mußten. "Nur" 4500 Legertote (etwa 1%) sind nachweisbar!!

Also wenn ich mich mal in die Situation eines Landsers hineinversetze (oder zumindest es versuche), hätte ich auch alles dafür getan, nicht in russischer Kriegsgefangenschaft zu landen...
Der Bruder meines Großvaters wurde bei Kriegsende ewig von den Russen gesucht, - warum er gesucht wurde, ist mir leider entfallen...
Erinnere mich nur noch an die interessanten Unterhaltungen und Erzählungen meines Großvaters (er war bei der Flak um Berlin) und ehemaligen Kameraden (die Fotos existieren noch).
Nun: die Familie hat den Bruder meines Großvaters jahrelang auf dem Dachboden ihres eigenen Hauses versteckt, damit er nicht in russischem Gewahrsam genommen werden kann.

Siegmar Henne


6.6.02 19:17:04
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Das in de Rheinwiesenlagern nur 4500 Soldaten umgekommen sind, wage ich zu bezweifeln.#
Die tatsächlichjen Zahlen dürften eher bei einigen zehntausend liegen, wenn nicht sogar mehr!

Quintus


8.6.02 04:22:22
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@ waldi44:
Wäre Dir für eine verbindliche Quellenangabe dankbar! Denn in Deiner Liste finden sich Angaben, die mir bis dato unbekannt waren: z.B. "Im 2. Weltkrieg sind unter den deutschen Kriegsgefangenen im Osten zwar absolut mehr, relativ aber weniger Todesfälle eingetreten als im 1. Weltkrieg."
Gibt es da eigendlich vergleichbare Zahlen vergangener Kriege, sagen wir mal angefangen beim amerikanischen Bürgerkrieg, oder meinetwegen beim Krieg Frankreich - Preußen 1870?
Erster weltkrieg?
Boxer-Aufstand in China,
oder vergleichbares?
Interessant wären auch Angaben zu "modernen" Kriegen: Juguslavien, Irak, Falkland Inseln, etc.

waldi44


13.6.02 21:55:47
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Die Quelle ist eine Heftserie aus den 70er Jahren. Bin im Augenblich, eben jetzt, zu faul zu suchen. wird aber nachgeholt ;)!
Was nun die Rheinwiesen anbelangt, so muß ich sagen: Heute kam im WDR eine Doku über Kriegsgefangene und dort wurden die Zahlen bestätigt, aber angesichts der Bilder meine auch ich, unter Vorbehalt!
Aber, mit Sicherheit keine zehntausende!!
Aber was anderes: Einer der Überlebenden sagte: Die Russen konnten nicht anders (selber nichts zu fressen) aber die Amis wollten nicht anders!
Auch bemerkenswert, auch wenn ich es schon wußte: Einen Tag nach der Kapitulation wurden alle Vergünstigungen, die deutsche Gefangene in den USA genossen, gestrichen! Angeblich, wegen der Funde in den befreiten Gebieten (KZ's), tatsächlich aber, weil alle ihre eigenen Gefangenen befreit waren und man keine Repressalien gegen sie befürchten mußte!
Weiterhin sehr Interessant und schockierend: Deutsche Kriegsgefangene wurden von den Franzosen (!) zum Minenräumen mißbraucht und... ich kann es noch immer nicht glauben, zwischen 4.000 und 15.000 Mann sollen dabei um's Leben gekommen sein!!

Nightwish


13.6.02 23:57:11
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Kennt hier jemand das Buch 'Der geplante Tod' von James Baques(?)?
Es ist ein sehr interressanter, wenn auch zugegebenermaßen sehr umstrittener, Bericht über die deutschen Kriegsgefangenen in Lagern des 'Westens'. Der Author spricht hier von rund 500.000 Toten deutschen Soldaten in, hauptsächlich den Rheinwiesenlagern und anderen amerikanischen und französischen Lagern.
Ich halte das Buch nicht für Anti-amerikanische Nazi Propaganda! Und ich will hier auch keine solche einbringen. Aber die Vorwürfe und Erklärungen sind recht plausibel! Allerdings kann man vieles eben nicht nachweisen, aber auch nicht wiederlegen! Aber 4800 Tote in den Rheinwiesenlagern halte ich, mit Verlaub, für lächerlich!
Nightwish

Nightwish


14.6.02 00:04:31
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@ Waldi
Auch bemerkenswert, auch wenn ich es schon wußte: Einen Tag nach der Kapitulation wurden alle Vergünstigungen, die deutsche Gefangene in den USA genossen, gestrichen! Angeblich, wegen der Funde in den befreiten Gebieten (KZ's), tatsächlich aber, weil alle ihre eigenen Gefangenen befreit waren und man keine Repressalien gegen sie befürchten mußte!
Welche 'Vergünstigungen'?
Ich weiß nur, dass viele in Europa den Status POW verloren und zu 'Displaced Persons' wurden. Damit vielen sie nicht mehr unter die Genfer Konvention oder die Haager Landkriegsordnung, und waren somit 'rechtlos'!
Außerdem verweigerten die Amerikaner Deutschland eine Schutzmacht! Also einen neutralen Staat, der die
Einhaltung von Völker und Kriegsrechtlichen Verträgen überwacht und Hilfsmaßnahmen für Bevölkerung und Soldaten einleitet. Angebote der Schweiz wurden abgelehnt!

Quintus


14.6.02 02:44:03
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Gepostet von waldi44
Weiterhin sehr Interessant und schockierend: Deutsche Kriegsgefangene wurden von den Franzosen (!) zum Minenräumen mißbraucht und... ich kann es noch immer nicht glauben, zwischen 4.000 und 15.000 Mann sollen dabei um's Leben gekommen sein!!

Naja, die Franzosen! Da kamen wohl alte Hassgedanken zum vorschein. Die Franzosen spielen - zumindest für mich - am Ende des Krieges sowieso eine äusserst dubiose Rolle: Erst wollten sie nichts gegen Hitlers Großmachtswahn unternehmen - in den dreißiger Jahren als sie noch Möglichkeiten hatten (!), dann kooperierten sie mit Hitlerdeutschland (sprich: Kollaboration), um letztendlich ihre Hass-Minderwertigkeits-Komplexe - geboren aus verflossener Weltmachtsarroganz - freien Lauf zu lassen (dass sie keine Weltmacht mehr sind, damit haben sie ja heute noch ihre Probleme). Jedenfalls waren sie - neben den Russen - die Konsequentesten der sogen. Siegermächte.
Wobei mir ehrlich gesagt unklar und auch unlogisch erscheint, wieso Frankreich Besatzungsmacht wurde (?). Ebenso hätte dann mindestens auch Polen und Tschechien Besatzungsmacht werden müssen (die beide wesendlich mehr Beitrag zur Vernichtung Hitlerdeutschlands während des gesamten Krieges {sprich: als Soldaten in britischer Armee} leisteten, als französische Staatsbürger).

Nightwish


14.6.02 09:01:58
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Es waren durchaus selbstständige Französische Einheiten an der Berfreiung Frankreichs und der Besetzung Deutschlands beteiligt! Ausgestattet mit US-Gerät, aufgestellt in GB! Es waren auch Franzosen in der britischen Luftwaffe eingesetzt. Frankreich hat also durchaus einen Beitrag zum Krieg geliefert! Außerdem hat sich durch dieses Engagement De Gaulle seinen Ruf erworben! Man sollte das in den Geschichtlichen Betrachtungen nicht vergessen.

waldi44


14.6.02 23:53:00
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Die deutschen Kriegsgefangenen in den USA genossen alle nur für Kriegsgefangenen erdenklichen "Vorteile", wobei es sich eigentlich um die ihnen zustehenden Rechte als Kriegsgefangene handelte.
Rechte, welche die deutschen den meisten ihrer Kriegsgefangenen nicht zugestanden, außer den Amerikanern und Briten und den meisten höheren Offizieren der anderen westlichen (!) Armeen!
Diese "Vergünstigungen" gingen soweit, daß selbst Verstorbene mit militärischen Ehren, Reichskriegsflagge und Trompetensolo beigesetzt wurden. Nicht zu vergessen: Der Ehrensalut!
Was die Rheinwiesen anbelang, sind das eben die offiziellen Zahlen. Wieviel sind denn zB offiziell beim Bombenangriff auf Dresden ums Leben gekommen und von wievielen spricht man inoffiziell?
Was die Status 'Displaced Persons' anbelang, hast Du wohl was falsch verstanden. Nicht die Kriegsgefangenen oder ehemaligen Kriegsgefangenen erhielten diesen Status, sondern alle ehemaligen Gefangenen des 3. Reiches, die ja aus aller herren Länder stammten und somit dispaziert waren!

Quintus


15.6.02 06:09:02
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Gut, akzeptiert! Stimmt, dass de Gaulle sich bei der Befreiung Frankreichs seine Sporen verdiente (wo war er eigendlich in der übrigen Zeit des Krieges?).
Aber das entscheidende an der französischen Befreiung leisteten meines Wissen die Kämpfer der Résistance.
Selbständige Einheiten der POLEN gab es innerhalb der britischen Armee gleich zu Beginn des Krieges, - explizit schon als Piloten (in kompletten polnischen Einheiten!) der Royal Air Force während der Luftschlacht um England, als auch als Bomberbesatzungen (!) über Deutschland. Denn die 224.585 Mann des britischen Expeditionsheeres, die sich Anfang Juni 1940 aus Dünkirchen nach England zu retten begann, brachte ca. 100.000 Verbündete mit, Franzosen, Belgier, Holländer und vorallem Polen (allerdings sämtlich völlig ohne Waffen) mit. Wieviele Polen als Besatzungsmitglieder der Bomber während des gesamten Krieges umkamen, steht in meinen alten Aufzeichnungen auch noch, nur find' ich das momentan (nach nunmehr eine Stunde des Suchens) nicht mehr.
Auch waren es zwei POLEN, denen es gelang - was bis heute von der britischen Regierung geheim gehalten wird -, eine deutsche Chiffrier-Maschine "Enigma" breits 1938 für den britischen Geheimdienst in der deutschen Fabrik zu stehlen! Dem britischen Mathematiker Knox gelang es dann, das Geheimnis der angeblich sichersten Verschlüsselung zu lüften.
Nach der deutschen Invasion in Norwegen, gelang es den Briten aus einem abgeschossen deutschen Flugzeug eine weitere "Enigma"-Chiffriermaschine mit allen Codes zu erbeuten.
Im Frankreichfeldzug gelang es aus einen zu weit vorgestoßenen deutschen Panzer-Nachrichten-Wagen weiteres wertvolles Material zu erbeuten. Und am 8. Mai 1941 zwangen Briten mit Wasserbomben U-110, das einen Konvoi südlich Grönlands angegriffen hatte, unbeschädigt zum Auftauchen, und holten eine völlig intakte, unbeschädigte Schlüsselmaschine mit allen dazugehörigen Unterlagen und vielen anderen Geheimdokumenten heraus - was bis 1958 geheimgehalten wurde.
Übrigens war der Kommandant von U-110 kein Geringerer als Kplt. Fritz-Julius Lemp, der bereits am 3. September 1939 nahe der Rockhall-Bank den englischen Passagierdampfer "Athenia" versenkte.
Witere Infos zu "Enigma" folgen demnächst...

Gepostet von waldi44
Wieviel sind denn zB offiziell beim Bombenangriff auf Dresden ums Leben gekommen und von wievielen spricht man inoffiziell?

Zunächst hieß es, dass in Dresden eine viertel Million Menschen umgebracht worden sein sollen, wie aus dem Tagesbefehl Nr. 47 des Obersten der Schutzpolizei, Grosse, vom 22. März 1945 hervorzugehen scheint. Diese Angaben werden allerdings als eine Fälschung betrachtet; immerhin aber hat die Witwe dieses "Chef des Stabes beim Befehlshaber der Ordnungspolizei", Frau Eva Grosse, gegenüber dem Briten David Irving noch am 10. Juni 1965 in München auf die Echtheit dieser Bilanz ihres Mannes bestanden. Für immer wird ungeklärt bleiben, wie viele Menschen tatsächlich in Dresden umkamen. Ein ehemaliger Bürgermeister der Nachkriegszeit, Weidauer, sprach von "nur" 35.000 Toten, so auch 1977 ein Chronist der Tragödie, Göt Bergander, der zur Tatzeit dort als Schuljunge Flakhelfer war.

waldi44


15.6.02 12:38:28
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*LoL*! Die Frage war auch nur rethorisch gemeint! Ich wollte damit nur verdeutlichen, daß es sich mit den Toten auf den Rheinwiesen wohl so ähnlich verhält, wie mit den Toten bei besagtem Bombenangriff!
Meistens liegt sie gut verborgen irgendwo in der Mitte! Meistens, nicht immer...

Nightwish


17.6.02 19:04:42
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Gepostet von waldi44
Die deutschen Kriegsgefangenen in den USA genossen alle nur für Kriegsgefangenen erdenklichen "Vorteile", wobei es sich eigentlich um die ihnen zustehenden Rechte als Kriegsgefangene handelte.
-Man sollte dann aber nicht von 'Vergünstigungen' sprechen!
Rechte, welche die deutschen den meisten ihrer Kriegsgefangenen nicht zugestanden, außer den Amerikanern und Briten und den meisten höheren Offizieren der anderen westlichen (!) Armeen!
-Man sollte eher das deutsche Verhalten als 'Benachteiligung' beschreiben!

Diese "Vergünstigungen" gingen soweit, daß selbst Verstorbene mit militärischen Ehren, Reichskriegsflagge und Trompetensolo beigesetzt wurden. Nicht zu vergessen: Der Ehrensalut!
-Ja, stimmt. Die waren schon nett! Aber die westlichen Kriegsgefangenen in dt. wurden auch 'ehrenvoll behandelt!

Was die Status 'Displaced Persons' anbelang, hast Du wohl was falsch verstanden. Nicht die Kriegsgefangenen oder ehemaligen Kriegsgefangenen erhielten diesen Status, sondern alle ehemaligen Gefangenen des 3. Reiches, die ja aus aller herren Länder stammten und somit dispaziert waren!
-Nee, ich glaube nicht dass ich das falsch verstanden habe! Ich weiß auch was 'normale' displaced persons sind! Aber, wie geschrieben, die Amis haben die deutschen Soldaten da 'benachteiligt! Aber ich schaue nochmal ins Buch!

Nightwish


17.6.02 19:14:23
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Stimmt, dass de Gaulle sich bei der Befreiung Frankreichs seine Sporen verdiente (wo war er eigendlich in der übrigen Zeit des Krieges?).
-In England! Er hat dort die frz. Truppen aufgebaut und sich um die Resistance 'gekümmert'!

Aber das entscheidende an der französischen Befreiung leisteten meines Wissen die Kämpfer der Résistance.
Entscheidend? Wie meinst du das? Ich bin der Meinung, entscheidend waren die Amerikaner! Aber dazu weiß ich zu wenig über die Resistance!
Grundsätzlich haben alle ihren Beitrag zur Befreiung ihres Landes, Europas und Deutschlands geleistet! Ich denke die Diskussion,"Die haben aber...! Nein, aber die haben mehr...!", ist müßig!
Ich will dich damit nicht herabwürdigen, ich denke nur, man kann das Thema kann man so nicht ausdiskutieren! Es ist allerdings interressant, wie die Angehörigen besiegter Staaten gegen Deutschland vorgegangen sind! Keine Frage!
Nightwish

waldi44


18.6.02 15:01:40
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@Nightwish : Natürlich kann man das auch so sehen und von Benachteiligung sprechen, wobei dieser Begriff für alle Kriegsgefangenen östlicher Armeen, oder Farbiger westlicher Armeen wohl mit Sicherheit falsch ist!!
Desweiteren darf man natürlich die wirtschaftliche Lage Deutschlands vor allem gegen Kriegsende nicht vergessen und deswegen lag den Alliierten ja soviel daran, daß sie ihre Leute per Rot Kreuzpäckchen einigermaßen selbst verpflegen konnten/durften und dazu bedurfte es eben deutschen Wohlwollens, daß sie sich eben durch eine exellente Behandlung deutscher Kriegsgefangener "erkauften".
Nach der Befreiung ihrer Gefangenen war damit Schluß und die Entdeckung der deutschen Gräultaten in den Lagern dürfte da nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben!

waldi44


18.6.02 15:08:11
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Die dubiostet Rolle in diesem Krieg aber spielten wohl die Franzosen! Erst ermöglichte sie und Englang, Hitlers Aufstieg und dessen Machtentfaltung, dann verrieten sie ihren ersten Verbündeten, Polen um dann wenig später von den Engländern selbst "Verraten" zu werden!
Im Laufe des Krieges richteten sich die meisten Franzosen in den besetzten Gebieten gut und auf Dauer mit den deutschen Besatzern ein und Vichy lieferte Spanienkämpfer, Kommunisten, Resistancekämpfer und Juden an Deutschland aus, zum Teil in vorauseilendem Gehorsam!
Unterdessen tobte ein regelrechter Krieg zwischen England und Frankreich, wobei auf englischer Seite die sogenannten "Freien Franzosen" unter Degaulle teilnahmen.
In Dacca und Oran wurde wehrlose französische Kriegsschiffe zusammengeschossen, Madagaskar mußte militärisch erobert werden, Vichybomber bombardierten Gibraltar, in Syrien gab es kämpfe mit den Briten und auch bei der Landung der Amerikaner in Nordafrika gab es vereinzelten starken Widerstand und während der ganzen Zeit saßen französische Kolonialtruppen in Indochina in den Straßenkaffees Vietmans und sahen zu, wie britische Soldaten in Gefangenschaft geführt wurden!
Nach dem Krieg starben bei Vergeltungsaktionen mehr Franzosen durch französische Hand, als durch den Krieg und die deutsche Besatzung!

Nightwish


18.6.02 15:49:02
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Gepostet von waldi44
Natürlich kann man das auch so sehen und von Benachteiligung sprechen, wobei dieser Begriff für alle Kriegsgefangenen östlicher Armeen, oder Farbiger westlicher Armeen wohl mit Sicherheit falsch ist!!
- Ja, ich würde es noch krasser formulieren! Aber es passte vom Wort so 'schön' zu 'Vorteile'!
Desweiteren darf man natürlich die wirtschaftliche Lage Deutschlands vor allem gegen Kriegsende nicht vergessen und deswegen lag den Alliierten ja soviel daran, daß sie ihre Leute per Rot Kreuzpäckchen einigermaßen selbst verpflegen konnten/durften und dazu bedurfte es eben deutschen Wohlwollens, daß sie sich eben durch eine exellente Behandlung deutscher Kriegsgefangener "erkauften".
- Da stimme ich zu!
Nach der Befreiung ihrer Gefangenen war damit Schluß und die Entdeckung der deutschen Gräultaten in den Lagern dürfte da nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben!
- Naja, da müsste man nochmal genauer betrachten was die zeitliche Abfolge angeht!
Nightwish

Gast


18.6.02 15:52:39
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Gepostet von waldi44
Die dubiostet Rolle in diesem Krieg aber spielten wohl die Franzosen! Erst ermöglichte sie und Englang, Hitlers Aufstieg und dessen Machtentfaltung, dann verrieten sie ihren ersten Verbündeten, Polen um dann wenig später von den Engländern selbst "Verraten" zu werden!
Im Laufe des Krieges richteten sich die meisten Franzosen in den besetzten Gebieten gut und auf Dauer mit den deutschen Besatzern ein und Vichy lieferte Spanienkämpfer, Kommunisten, Resistancekämpfer und Juden an Deutschland aus, zum Teil in vorauseilendem Gehorsam!
- Ja, und da sag' nochmal einer, die deutschen seien ein unterwürfiges 'Führervolk'!
Unterdessen tobte ein regelrechter Krieg zwischen England und Frankreich, Vichybomber bombardierten Gibraltar, in
- Das mit Gibralter wusste ich noch gar nicht! Hast du da noch mehr Informationen?

Nightwish


18.6.02 15:54:19
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Das da oben war ich!

waldi44


18.6.02 19:33:53
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22.9.1940
allgemeine Lage
Japanische Truppen besetzen auf Grund eines Abkommens mit der Vichy-Regierung Stützpunkte in Nord-Indochina.
23.9.—25.9.1940
Mittelatlantik
Operation »Menace«: Brit. Seestreitkräfte greifen Dakar an, um eine Landung gaullistischer Truppen vorzubereiten. Der brit. Verband (VAdm. J.H.D. Cunningham) besteht aus den Schlachtschiffen Barham und Resolution, dem Flugzeugträger Ark Royal, den Schweren Kreuzern Australia (RAN), Cumberland und Devonshire, dem Leichten Kreuzer Delhi und den Zerstörern Faulknor, Foresight, Forester, Fortune, Fury und Greyhound (Force H) und Inglefield, Eclipse, Echo und Escapade sowie den Sloops Bridgewater und Milford; außerdem die frei-franz. Avisos Savorgnan de Brazza, Commandant Duboc, Commandant Dominé. Auf den Truppenschiffen Pennland (16381 BRT) und Westernland (16479 BRT) sowie 4 Frachtern sind 3670 frei-franz. Soldaten eingeschifft; 4270 brit. Soldaten auf weiteren 4 Transportern und 1 Frachter sollen nur im Notfall zur Unterstützung an Land gesetzt werden. Ein Tanker und ein bewaffneter frei-franz. Schlepper begleiten den Verband. In Dakar sind folgende vichy-franz. Einheiten stationiert: das unfertige Schlachtschiff Richelieu, die Kreuzer Georges Leygues und Montcalm, die großen Zerstörer Le Fantasque, L´Audacieux und Le Malin, der Zerstörer Le Hardi, die Avisos D`Entrecasteaux, D´Iberville, Calais, Commandant Rivière, Le Surprise und Gazelle, fünf Hilfskreuzer und die U-Boote Bévéziers, Persée und Ajax. Versuche de Gaulles, die in Dakar stationierten franz. Seestreitkräfte (KAdm. Landriau) durch einen Parlamentär und Rundfunkbotschaften zum Übertritt zu bewegen, werden vom Gouverneur Boisson zurückgewiesen, worauf die franz. Küstenbatterien das Feuer auf die Landungsflotte eröffnen. Dabei werden der Kreuzer Cumberland und die Zerstörer Foresight und Inglefield getroffen.
Das franz. U-Boot Persée (C C Lapierre) wird bei einem Überwasserangriff auf den Kreuzer Dragon durch die Zerstörer Inglefield und Foresight versenkt, der Torpedokreuzer L'Audacieux erhält schwere Treffer durch den Kreuzer Australia und wird brennend auf Strand gesetzt (80 Tote). Ein Landungsversuch der Truppen de Gaulles in der Rufisque-Bucht wird abgeschlagen.
Am 24.9. wird das franz. U-Boot Ajax (C C Guimont) bei einem Angriffsversuch durch den Zerstörer Fortune vernichtet. Danach beschießen Barham, Resolution, Australia und Devonshire Küstenbatterien und im Hafen liegende franz. Schiffe. Die franz. Abwehr erzielt 4 Treffer auf Resolution, Angriffe der Trägerflugzeuge von Ark Royal bleiben bei 6 Verlusten ergebnislos.
Am 25.9. erneute Beschießung des Hafens durch die brit. Schlachtschiffe. Richelieu erzielt einen 38-cm-Treffer auf Barham und das U-Boot Béveziers (Kptlt. Lancelot) torpediert die Resolution, worauf Churchill den Abbruch des Unternehmens befiehlt. Die franz. Streitkräfte zählen 100 Tote und 182 Verwundete, unter der Zivilbevölkerung gibt es 84 Tote und 197 Verletzte.

24.— 25.9.1940
Mittelmeer
Als Vergeltung für den brit. Angriff auf Dakar greifen am 24.9. 60 vichy-franz. Flugzeuge aus Marokko Gibraltar an und werfen 45 t Bomben ab. Am 25.9. erfolgt ein zweiter Angriff mit 81 Flugzeugen die 60 t Bomben abwerfen. Das Vorpostenboot Stella Sirius wird versenkt, zwei Flugzeuge gehen verloren. Die franz. Zerstörer Epée, Fleuret, Fougueux und Frondeur stoßen während der Nacht vom 24.- 25.9. aus Casablanca kommend vor Gibraltar, dort eröffnet Epée das Feuer auf den Wachzerstörer, bevor sie weiter nach Oran läuft.



Seekrieg

Nightwish


18.6.02 19:54:32
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Danke für die Infos!:)

Quintus


20.6.02 04:49:41
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Gepostet von waldi44
Nach dem Krieg starben bei Vergeltungsaktionen mehr Franzosen durch französische Hand, als durch den Krieg und die deutsche Besatzung!

In Frankreich wurden wegen wirklicher und angeblicher Kollaboration mit den Deutschen laut Francois Mitterand, dem Minister der ehemaligen Frontkämpfer, der das am 16. Juni 1946 bekannt gab, 133.000 Franzosen von Franzosen nach der Befreiung getötet, die weitaus meisten von ihnen massakriert ohne Gerichtsverfahren, wie schon aus der Formulierung dieser Kriegsopfer-Statistik hervorgeht: "Zivile Opfer [verschiedene Ursachen] und Zivile Opfer [Akten noch anzulegen]". "NUR" 92.233 Franzosen kamen 1939 - 1940 als Frontkämpfer um.
Der "Figaro" vom 1.1.1946 schätzt die Zahl der damals Verhafteten auf ungefähr eine Million.
Der Befreiungsrausch war zum Blutrausch geworden.
*Zitiert nach Paul Serant: "Die politischen Säuberungen in Westeuropa"*

Quintus


26.6.02 06:41:52
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Hier mal ein Foto eines alliierten Gefangenen Lagers, es ist das Lager bei Sinzig (auch Frauen waren unter den Gefangenen):

Nightwish


26.6.02 23:58:43
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Hübsch! Wie beim Biwak oder Zeltlager!
Das ist doch nicht etwa ein geschöntes Propagandafoto der Siegermächte?

Edie


27.9.02 17:47:34
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Das sehe ich aber auch so und Toten und hingerichteten Deutschen von Landsberg/Lech durch Rachejustiz??????

Eddie


27.9.02 17:48:49
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leider ja wie so oft

Gast


11.11.02 22:02:43
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Mein Großvater hat mir über seine gefangenzeit bei den Russen erzählt das es natürlich Mangel gab und was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist(haben beide Opas berichtet) das ihnen durch Mangelerscheinungen die Hoden fast auf den boden gehangen haben.Fand ich als Kind immer verwunderlich!Aber wenn man Handwerklich etwas begabt war konnte man sich später auch mal einen Kanten Brot verdienen konnte.Und der einfache Russe hat ihm auch manchmal was zugesteckt.Muß aber trotzdem sehr hart gewesen sein!!!!!!!!!!!!!!
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