Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.
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waldi448.5.05 19:37:01 Direktverweis | Wahrscheinlich Ende 1936 hatten Hitler und Himmler einen Plan zur Lähmung der Roten Armee ausgeheckt. Im Auftrage Heydrichs war vom SS-Sicherheitsdienst im März 1937 eine 32 Seiten umfassende Akte hergestellt worden, die eine fingierte Korrespondenz zwischen Offizieren des deutschen Heeres und dem sowjetischen Marschall, Stabschef und stellvertretenden Kriegsmimster (1931-1937) Michael Tu-chatschewski enthielt, wobei die Unterschriften der deutschen Militärs von Bankschecks und Tuchatschewskis Unterschrift von Schreiben aus der Zeit der Zusammenarbeit der Reichswehr mit der Roten Armee kopiert worden waren. Ein gefälschter Tuchatschewski-Brief erweckte den Eindruck, daß Tuchatschewski für Deutschland spioniere. Hitler ließ das Material dem NKWD zuspielen, der es mitte Mai Stalin zur Verfügung stellte und ihm eine Handhabe lieferte, die ihm unliebsamen Generale der Roten Armee unter Anklage zu stellen und liquidieren zu lassen. Schon im Mai 1937 begannen die Verhaftungen und Erschießungen Vgl. dazu Con-quest, Robert, in "Der Spitzel", Nr. 7 vom 8.2.1971. Nach sowjetischen Berechnungen fielen der »Säuberung« zum Opfer: 3 von den 5 Marschällen. 14 von den 16 Armee-Befehlshabern l und II Ranges, 8 von den 8 Admiralen l und II Ranges. 60 von den 67 Kommandierenden Generalen. 136 von den 199 Divisionskommandeuren und 221 von den 397 Brigadekommandeuren. Alle 11 stellvertretenden Verteidigungskommissare und 75 der 80 Mitglieder des Obersten Kriegsrates wurden entfernt. Darüber hinaus wurden rund 35000 Offiziere unterer Range, ungefähr die Hälfte des gesamten Offizierskorps, erschossen oder inhaftiert. |
Niwre8.5.05 19:56:10 Direktverweis | Natuerlich haben "wir" 1936(!) schon alles geplant, selbst den Zusammenbruch 1991. Somit haben "wir" doch gewonnen, nur keiner ahnt es... |
waldi448.5.05 20:11:23 Direktverweis | Das ist übrigens eine Anmerkung aus Maser's "Adolf Hitler". Eigentlich doch ein recht seriöser Autor. Ausserdem ist das doch ein schöner Beweiss, dass auch "wir" sehr verschwörerisch gegen unsere Gegner vorgingen und nicht nur diese gegen "uns"! |
Quintus9.5.05 05:49:34 Direktverweis | Nichts Neues: Das Thema hatte ich schon hier angesprochen: Russische Geschichte > Säuberung in der Roten Armee |
waldi449.5.05 10:20:44 Direktverweis | Stimmt, ging aber irgendwie "Unter" ;)! "Nichts Neues" mag stimmen, aber kaum bekannt! Das ist dann schon der zweite grosse Eingriff Deutschlands in die russische Geschichte. Der erste war die Reiseerlaubnis für Lenin und die zweite eben, die initialisierung der "Enthauptung" der Roten Armee mit den dann bekannten Folgen. |
logo11.7.05 09:42:17 Direktverweis | Mag alles stimmen, nur die stalinistischen Säuberungen liefen schon an mit dem Hauptvorwurf der Spionagen für den Klassenfeind,da war an die Armee überhaupt noch nicht zu denken. Sie liefen auch nach dem selben Muster ab. logo |
Hauptmann Fuchs18.8.05 18:03:58 Direktverweis | Es gab eine Zusammenarbeit mit russischen und deutschen Offizieren nach Ende des I. WK bis kurz nach Machtergriefung durch A.H. Die geschichte, dass Deutschland die russischen Offiziere und Generale ausgeliefert haben soll, halte ich für eine Geschichtsfälschung. Wem nutzte es? Es nutzte nur Stalin. Er entledigte sich einiger Konkurrenten um die Macht und ersetzte sie durch ihm absolut treue Elemente. Es waren ja nicht nur Generale und Offiziere, die sterben oder in die Lager mussten. Es waren ganze Jahrgänge von Komsomolzen. Es waren zweimal fast die Kompletten Abgeordneten der KPsSU Parteitage, das halbe Politbüro und letztendlich kurz vor Stalins Tod noch viele jüdische Ärzte. Ich denke, dass diese Dossiers Fälschungen waren und Stalin dienten. |