Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Warum konnte Hitler mit einem Sieg rechnen?

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AutorBeitrag

DerPunier


12.5.05 12:55:16
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über den Kriegsverlauf, wissen die meisten Bescheid, aber warum konnte Deutschland überhaupt mit einem Sieg rechnen?

Ich denke, Hitler war gestört, aber dumm war er sicherlich nicht. er muss ja eine realistische chance gesehen haben den Krieg zu gewinnen. Aber worauf gründete das?


MFG

waldi44


12.5.05 13:31:23
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Ich denke unter anderem darauf, dass er die westlichen Demokratien in ihrem Willen nach dem Gemetzel des 1.WK wieder in den Krieg zu ziehen, als sehr gering einschätzte.

Frankreich (Regierung) war eher bereit mit Deutschland auf Konfrontationskurs zu gehen als Enland, von dem es ständig "zurückgepfiffen" wurde und sich allein nicht traute.
Die Bevölkerung selbst war kaum Kriegsbereit und auch der Angstgegner USA hatte sich aus der europäischen Politik zurück gezogen und mit den Russen verbanden einem "freundschaftliche Bande".

Der Hauptgrund aber denke ich, lag in der Hoffnung einen Zweifrontenkrieg vermeiden zu können und die Gegner zwar nacheinander, aber doch ziemlich gelichzeitig schlagen zu können.
Ehe also überhaupt soetwas wie eine grosse antideutschland Koalition enstehen konnte (die kleine Polen, England, Frankreich gab es ja schon), wäre, so hoffte man (Hitler), der Krieg beendet.
Beendet wäre er wohl schon nach wenigen Tagen für Deutschland, wenn den Kriegserklärungen des Westens auch kriegerische Taten gefolgt wären!
Das aber geschah wohl aus innenpolitischen Gründen (Kein Blut für den polnischen Korridor), als auch eventuell aus dem Kalkühl heraus, Hitler werde sich nach Polen sofort gegen die Russen wenden.
Die westlichen Demokratien waren schlichtweg schwach(nicht an militärischem Material) und uneins. Uneins unter sich, gegenüber Deutschland und gegenüber der Sowjetunion.
Hitler e5rkannte das, mehr als seine Militärs und nutzte dies Schwäche(n) rücksichtslos aus!
Die neuen militärischen Konzepte und Waffen waren nur Mittel zum Zweck und hätten wohl allein kaum zu den Siegen der ersten Jahre geführt.

tiger88


12.5.05 16:28:51
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hi,

vielleicht hat er nur "gepokert" oder er wollte nicht gewinnen, so ähnlich hatte es auch der historiker fest gesagt.
er meinte, hitler war ja begeisteter opernfan von wagner gewesen und da viele stücke da tragisch enden, wäre ihm ein "abgang mit einem großen heroischen (verloren) kampf" viel lieber gewesen, als ein sieg.

das könnte z. T. erklären warum hitler den krieg begann.

gruß

andré

The Real Blaze


12.5.05 21:24:17
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Wenn man sieht welche Pläne Hitler mit Speer auspaldoverte, die nur verwirklicht werden konnten,wenn der krieg gewonnen worden wäre. weiß man ganz genau,daß er nur siegen wollte und sein möglichstes dafür tat.

Da wurde schon die Weltausstellung 1950 in Germania geplant, dem dann ehemaligen Berlin. Mit seinen Musikgeschmack hat das nichts zu tun.

Hitler mit Wagner

The Real Blaze
http://www.nexusboard.net/index.php?siteid=6365

steffen04


13.5.05 08:26:07
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Ergänzend zu Waldis Ausführungen und oft vergessen:

Das Kaiserreich hatte im ersten Weltkrieg große Teile Russlands besetzt und als "Ober Ost" verwaltet. Es gab dort eigenes Geld, Briefmarken, deutsche Schulen für die Russen etc. und es wurden große Mengen an Material nach Deutschland geliefert. Die Grenze lief von Estland (kurz vor Leningrad) bis Novotscherkask (kurz vor Stalingrad).

Es gab also einen Präzedenzfall für eine erfolgreiche Eroberung Russlands. In Anbetracht der freundlichen Aufnahme der Wehrmacht in den Westteilen der SU in der Anfangsphase von Barbarossa hätte es die Wehrmacht vielleicht ein zweites Mal geschafft, aber die Besatzungspolitik hat es dann vermasselt - aber das ist einen andere Geschichte.

[ Editiert von steffen04 am 13.05.05 8:26 ]

tiger88


13.5.05 09:13:23
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hi,
Wenn man sieht welche Pläne Hitler mit Speer auspaldoverte, die nur verwirklicht werden konnten,wenn der krieg gewonnen worden wäre. weiß man ganz genau,daß er nur siegen wollte und sein möglichstes dafür tat.

Da wurde schon die Weltausstellung 1950 in Germania geplant, dem dann ehemaligen Berlin. Mit seinen Musikgeschmack hat das nichts zu tun.



die beziehung zu speer war eine andere als zu seinen übrigen paladinen, daher denke ich dass sich beide zu noch größeren fantasien anstachelten. speer, der in hitler einen mächtigen gönner fand und hitler, der in speer genau den fand, der s e i n e pläne verwirklichen konnte. und planen kann man viel, entweder weil man wirklich daran glaubt oder weil man die anderen glauben lassen will, dass der krieg zu gewinnen ist oder man kann planen und abwarten wie sich das entwickelt. denke schon, dass hitlers lieblingsopern schon einen gewissen einfluß hatten, vielleicht mehr am nahenden kriegsende. vielleicht haben sie sein denken und handeln aber nicht zu 100% bestimmt.

gruß

andré

waldi44


13.5.05 13:48:11
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Mal eine Frage zu den "Paladinen".
Generale hat Hitler ja genug geopfert bzw fallen gelassen, aber keinen seiner Paladine, trotz erwiesener Unfähigkeit.
Ein Göring zB. wurschtelte bis zum Schluss die Luftwaffe zugrunde(incl. von ihm angeheuerter Vasallen (Udet)) und durch falsche Versprechungen und Fehleinschätzungen wohl auch grosse Teile des Heeres und durch seinen Machtsanspruch auf alles was flog, auch die Marine.
Wieso trennte Hitler sich nicht zB. von Göring und wartete damit bis zu dessen Verrat?

Illuminatus


13.5.05 13:55:43
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Vielleich aus "sentimentalen" Gründen. Göring war ja ein früher Weggefährte Hitlers. Erst durch den Verrat war er unten durch beim Herrn Schicklgruber.

waldi44


13.5.05 14:22:15
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@Illuminatus:
Hitler hiess NIE Schicklgruber. Hitler war ein geborener Hitler! Sein Vater, ein unehelisches Kind, hiess bis zu seinem 14 Lebensjahr wie seine Mutter, Schickelgruber, nicht aber Adolf Hitler.
Der hiess von Geburt an:Adolf Hitler!

Illuminatus


13.5.05 16:28:34
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Ich hätte vielleicht den "Achtung Ironie"-Button verwenden sollen um bei dem Namen Schicklgruber deutlich zu machen, dass es sich nicht um eine ernstgemeinte Bemerkung handelt und mir die Tatsachen bekannt sind.

Der Name Hitler wurde aber erst 1876 für den damaligen Alois Schicklgruber legitimiert.

NilsB


17.5.05 16:14:57
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Deutschland hatte ein ausgezeichnetes, schlagkräftiges Heer. Vielleicht dachte Hitler, dass man mit diesem Heer, die Fehlgeschlagenen Versuche anderer Feldherren erfolgreich umsetzen konnte. Wenn man an den Schliefenplan oder an den Russlandfeldzug Napoleons denkt, könnte das eine plausible Erklärung sein.

MFG

[ Editiert von NilsB am 17.05.05 16:15 ]

waldi44


17.5.05 17:52:23
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Ein schlagkräftiges Heer und einen guten Plan hatte man 1914 auch! Aber damals war der Gegner auch innenpolitisch gefestigt und auf den Krieg vorbereitet, auch und vor allem mental!
Da starb man nicht für den "Polnischen Korridor", sondern für sein Land und vor allem, man ahnte nicht, was auf einen zu kam!
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