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Lipizzaner Hengste

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AutorBeitrag

Petronelli


6.7.05 09:56:51
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Als Pattons Vorhuten (Gespenster Vorhut) bis in die Tschechoslowakei vorgedrungen waren, kam es zu diesem Kuriosum.
Oberst Charles. H. Reed, hörte von dem berühmten Lipizaner Gestüt und angelbich auch, dass es sich die Russen unter den Nagel reißen wollten.
Er schaffte es auch die Hengste hinter die eigenen Linien zu bringen. Eine heute noch nicht vergessene Tat.
Aber auch die Divison Reich der Waffen-SS hatte einen solchen Rettungserfolg zu verbuchen.
General a. D Wessely, aus Wien trug den Verantwortlichen Stellen dieser Einheit vor dass er 10 Hengste in einer Kaserne untergebracht habe und diese wertvollen Tiere nicht in russische Hände fallen dürften.
Der Divisionsnachschub unter einem gewissen Herren Six, stellte daraufhin LKW zu Verfügung. Am Abend des 8.4.45 wurden die Tiere in die Gegend von Krems verladen.
Diese wurden bei St. Pölten später an die Amerikaner übergeben.
Einige andere waren ausgemergelt und von der Reichdivision im Schloss Laxenburg wieder aufgepeppelt worden. Diese wurden jedoch den Russen überlassen.
Soweit zu dieser Geschichte.
Ich glaube es gibt auch einen Film darüber? Hoover??? weißt Du vielleicht mehr?
Dazu ist noch zu sagen, dass die Lipizaner die Rasse sind, die für die Spanische Hofreitschule gedrillt werden.
Es soll ähnliches auch um die ostpreußischen Trakener geschehen sein, hatte aber da noch keine Zeit nachzuforschen.
Gruß
Peter

steffen04


6.7.05 15:28:23
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Die Trakehner bekamen leider keine westalliierte Unterstützung, deutsche sowieso nicht. Pferde wurden von Ostpreussens Gauleiter Koch leider wie Menschen, nicht wie Beutegut behandelt: sie hatten gefälligst in Ostpreussen zu bleiben, jede planmässige Evakuierung wurde unterbunden, die aus dem ersten Weltkrieg vorhandenen Pläne von den Nazis vernichtet. Der einzige geschlossene Verband, 290 Zuchtstuten, der es bis Mecklenburg geschafft hat, wurde von den abziehenden Briten den Sowjets übergeben. Der pferdeliebende Albion enttäuschte die Vierbeiner ebenso wie das Reitervolk der Kosaken. Möglicherweise haben die besten Kavalleriepferde der Welt damit aber das bessere Los gezogen, die Sowjets wussten Kavallerie und harte Pferde noch zu schätzen.

Im Treck schafften es etwa 1500 (von 36.000 1939) Trakehner in die Westzonen, davon starb noch etwa die Hälfte in den nächsten zwei Jahren. Prominenteste Treck-Reiterin war wohl Gräfin Dönhoff, die von Ostpreussen bis nach Westfalen ritt - sie ist danach nie wieder auf ein Pferd gestiegen.

Nachtrag: die von den Russen erbeuteten Tiere kamen nach Kirow am Don und wurden und werden dort rein weitergezüchtet (Quelle Stand 1995). In den 1990ern waren die russischen Ostpreussen sportlich erfolgreicher als die deutschen.

Noch ein Nachtrag: die Russen haben ihre Budjonnij-Zucht vor der Wehrmacht hinter den Ural gerettet.

[ Editiert von steffen04 am 06.07.05 15:41 ]
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