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Frontverkürzung

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AutorBeitrag

waldi44


19.6.02 22:22:19
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Das "Zauberwort" der letzten Kriegsjahre;)! Alle, Profi- und Hobbyhistoriker reden ständig davon, wie sinnvoll es doch gewesen währe, so ab mitte 44, die Fronten zu verkürzen (die deutschen Fronten!)um so Truppen frei zu bekommen, als Reserve oder eben die Abwehrfront selbst zu stärken.
Sieht man aber, mit welcher Überlegenheit die Alliierten (alle), angriffen, so stellt sich unweigerlich die Gegenfrage-/-behauptung: Dadurch kämen doch wesentlich mehr Feinddivisionen auf jeden Angriffskilometer, eine viel höhere Panzerdichte und wie ich meine besonders wichtig, eine geradezu "erschlagende" Artillerie- und Fliegerdichte!!

Nightwish


19.6.02 22:28:47
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Da aber auch die Alliierten die Schwerpunktbildung bei offensiven Operationen bevorzugten, wäre die Angriffsstärke fast gleich geblieben. Sie hätten so oder so einen Schwerpunkt gebildet! Während die deutsche Front zum einen dichter besetzt, und zum anderen größere Reserven hinter der Front gehabt hätte! Außerdem hätten sich auch die Nachschubwege verkürzt!

waldi44


19.6.02 22:56:43
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Nachschubwege will ich gelten lassen!!

Nightwish


19.6.02 23:38:02
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Danke! Damit sind aber meine ander Argumente nicht wiederlegt!:D
Man sollte aber berücksichtigen, dass in einem Frontabschnitt nicht unendlich viele Truppen zu einem Angriff bereitgestellt werden können! Also hätte die Frontverkürzung den Allies nicht zwingend einen offensiv-operativen Vorteil verschafft! Außerdem haben sie ohnehin, wie ja das Wort 'Schwerpunktbildung' sagt, massiert Truppen zusammengezogen!

Nightwish


19.6.02 23:44:53
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Für die Fliegerdichte gilt dasselbe wie für die Bodentruppen. Auch hier wurden die Luftstreitkräfte zusammengezogen, beziehungsweise die Langstreckenbomber auf das Angriffsgebiet konzentriert. Bei der Luftüberlegenheit hätte sich da kaum ein Unterschied bemerkbar gemacht. Allerdings auf deutscher Seite! Kürzere Front - mehr Flugzeuge pro Kilometer, mehr Flak pro Kilometer!
Ich denke in der Defensive ist eine Frontverkürzung durchaus angebracht! Man ist einem Angriff mit Schwerpunktbildung besser gewachsen!
Dem Angreifer bringt sie, aufgrund meiner Argumente, wenig Vorteile!

Balsi


20.6.02 09:01:27
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ich meine in Rissland war die Schaffung von operativen Reserven meiner Meinung nach mehr von Vorteil. Denn die Wehrmachtsverbände waren den russischen Einheiten qualitativ mehr als überlegen. Bei einem Schwerpunktangriff musste der Russe erstmal durch die dt. Linien und sich dann mit der Reserve herumärgern. Bestenfalls konte er aufgehalzten werden (eher selten) aber die Abnutzung machte sich dann doch sehr bemerkbar....

SW


20.6.02 14:12:26
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Ich glaube, das ne Frontverkürzung sehr sinvoll gewesen wäre. Wenn der Russe irgendwo durchgebrochen ist, dann kann man Reserven mobilisieren, die Veruschen die Lücke zu schließen. Wie uns die Geschichte gezeigt hat brachte die lange Front nur Nachteile. Sowie ein Verband durchgebrochen war mussten sich die Deutschen gleich zurückziehen, um der Gefahr zu entgehen eingeschlossen zu werden.
Auch das mit den Nachschubwegen finde ich einen ganz wichtigen Punkt. Allgemein: Mobilität!!!
Aber den Krieg hätten wir damit auch nicht gewonnen:P

Nightwish


20.6.02 14:27:38
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Gepostet von Balsi
ich meine in Russland war die Schaffung von operativen Reserven meiner Meinung nach mehr von Vorteil. Bei einem Schwerpunktangriff musste der Russe erstmal durch die dt. Linien und sich dann mit der Reserve herumärgern.
An der Westfront doch auch!? Wenn man das während Operation 'Market-Garden' bei Arnheim stehende II.SS Pz.Korps mal als Reserve betrachtet(ich weiss, die standen da zur 'Auffrischung'!), wäre Frontverkürzung und Bildung von Reserven sehr wohl sinnvoll gewesen! Denn letztenendes hat das II. Korps das Gelingen der Operation verhindert. Auch hat dessen Flak dazu beigetragen, Lastensegler und Transporter zu minimieren!

Balsi


20.6.02 14:31:25
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ja sicher, aber in Russland kämpfte man ohne Rücksicht auf Verluste Reserven hätten einbrechende russ. Eionheiten eher vernichten können als an der Westfront, da dort das Material im Vordergrund stand. Kam man nicht durch kam ein Luftbombardemnet oder Artillerieschlag und weiter gings, in Russland rannte man eben so lange an bis entweder die Deutschen Tod waren oder die eigenen.

Nightwish


20.6.02 14:48:22
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Hm, das sehe ich jetzt ein wenig anders! Die Westmächte hatten nicht soviel Menschenmaterial wie die Sowjets. Das heißt, das ihre durchgebrochenen Verbände viel leichter hätten aufgerieben werden können! Sie mussten sich bei starker Gegenwehr eben oft zurückziehen um die Verluste nicht zu hoch werden zu lassen! Dann haben sie die Luftwaffe geschickt!
An der Ostfront haben die Sowjets soviele Truppen in den Durchbruch gepumpt, bis auch der letzte Widerstand gebrochen war!
Das ist jetzt zwar stark simplifiziert, aber ich hoffe es wird klar was ich meine!?

Nightwish


20.6.02 14:53:37
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Meinst du jetzt eigentlich mit 'ohne Rücksicht auf Verluste' die Wehrmacht, die Sowjets oder beide?
Für die Sowjts stimme ich dir da zu! Wie oben geschrieben! Aber die Wehrmacht hat so nicht gekämpft! Auch wenn der Führer das oft propagiert hat! Dazu waren die Achsenmächte auch viel zu schwach! Man war gezwungen eine beweglich Kriegsführung zu betreiben und versuchte mobile Reserven aufzustellen!
Zugegeben es gab oft sehr sinnfreie Operationen und Haltebefehle, aber Truppen derartig verheizt wie die Sowjets hat kaum ein Offizier!

Balsi


20.6.02 14:57:05
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is schon klar, der Russe hatte durch ein dt. MG 300 Mann Verluste und an der Westfront fielen ihm 20 zum Opfer. Habe ich also an der Ostfront mehr MG´s liegen erhöht sich ja auch die Zahl der Opfer. Durch Reserven ist die Abnutzung des Gegners also schneller zu erreichen als ohne. Er muss erst durch die Linien und dann mit den Reserven kämpfen. Also doppelt Verluste einbeziehen. (Beispiel)
An der Westfront wurde erst bombardiert und dann wurden Panzer geschickt, alles um so wenig Verluste an Menschen zu erleiden wie möglich . Der Russe schickt seine Leute immer ins Feuer bis der Deutsche seine Munition verschossen hatte.
Habe das natürlich auf die Russen bezogen. Die Deutschen konnten sich sowas spätestens nach Stalingrad nicht mehr leisten (dies ist auch das gravierende Beipsiel AUF DEUTSCHER Seite für diese Kriegsführung der Abnutzung, wie im 1. WK)
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Balsi
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Deutsche Geschichte

Nightwish


20.6.02 15:04:22
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Alles klar! Dann verstehen wir uns da wohl richtig und sind einer Meinung!?

Balsi


20.6.02 15:21:54
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hehe.. ich denke ja....:D
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