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DAK : ehrenvolles Gemetzel in der Wüste

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AutorBeitrag

Gast


10.7.02 20:54:20
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hi,
man liest ja so allerlei bücher über den ww2 und in so ziemlich jedem steht in bezug auf das dak und die kämpfe in nordafrika, daß diese ehrenvoll, ohne hass und "fair" ausgetragen wurden.
so gern ich dieses glauben möchte, so ganz glauben kann ich es doch nicht.
darum dieser thread: war es wirklich ein fairer krieg in der wüste oder hat jemand beweise oder indizien die eher auf das gegenteil schliessen lassen?
MfG, Dude

Guenther


11.7.02 01:16:58
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nein, aber etwas zur anderen Seite,
zb., der jüdische Historiker Ronald Lewin schreibt:
" Der Mann ( Rommel ) der seine Truppe während zweier blutiger Kriege in den Bergen Italiens, auf den Ebenen Frankreichs und in der afrikanischen Wüste zum Siege geführt hat, hat seine Ehre bis zum Schluss bewahrt.
Seine Gegner haben sein Andenken, so weit ihr Urteil über die Wechselfälle seines Lebens auch auseinandergehen mag, stets in Ehren gehalten. "
zb. Carver, britischer Militärhistoriker und Soldat in der britischen 8. Armee, schreibt in seinem Werk von der Ritterlichkeit und Fairneß der deutschen Afrikakämpfer.
zb.Sir Charles Bennett, Kommandeur neuseeländisches Bataillon 28:
" Wir blicken auf Rommel und das Afrikakorps mit tiefen Respekt.Wir kämpften dort aus den gleichen Motiven wie sie, wir erfüllten unsere Pflicht "

Lord Michael Carver, britischer Feldmarschall berichtet über Nordafrika " Es ist kein Zweifel, daß die Deutschen aller Dienstgrade erheblich besser im Kriegshandwerk waren als die Briten.Die Deutschen waren zähe,geschickte,entschlußkräftige und wohldisziplinierte Soldaten "
das von mir zum DAK, und für alle anderen Wehrmachtsteile gibts ähnliche Aussagen, inkl. der Waffen SS, aber heute werden ja nur die Sachen herausgestellt, die schlecht waren. Wie sagte Captain Russell Grenfell stellvertretend für viele Einlassungen der ehemaligen Feinde ?
" Ich kämpfe nicht für die deutschen Soldaten, sondern mit den deutschen Soldaten und Seeleuten gegen das Unrecht, das den Männern angetan wird, die im Kampf für ihr Heimatland-sei es, welches es sei-ihre Pflicht getan haben.Es ist die Höhe des Unrechts, Männer wegen Gehorsams gegenüber Befehlen zu bestrafen, wenn sie im gleichen Fall wegen Ungehorsams bestraft werden können. Schimpflich ist es darüber hinaus, deutsche Männer für die im Dienste des Staates durchgeführten Maßnahmen zu bestrafen, die von den Streitkräften der Sieger ebenfalls getroffen worden sind. Und es ist entehrend für mein eigenes Land, an dieser Heuchelei teilgenommen zu haben. "
Aber wir Deutschen sind ja die Besten darin uns selber immer wieder zu geißeln. Wie war das 1991, als dieses zwanghafte Bewältigungsgetue sogar einem Kommandeur einer Einheit der Israelis, die bei der Bundeswehr am Spürpanzer Fuchs ausgebildet wurde, die Kriecherei zu bunt wurde ?
Deutsche die israelischer als Israelis argumentieren und Israelis, die deutscher argumentieren als Deutsche, schon verrückt.
Mir wird über die deutsche Armee insgesamt, etwas zuviel geschwindelt, aber die Tropfentaktik funktioniert ja offensichtlich.
Guenther
PS: Man sollte immer beide Seiten hören, und dann die Mitte wählen, da liegt man halbwegs richtig. ( Meine Meinung ) Dreck haben alle am Stecken.

Balsi


11.7.02 10:20:06
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nun also ich meine, man dort ja nciht anders gekämpft als in Russland oder Frankreich, auch wurden die Truppenteile an die kriegsschauplätze versetzt auch einzelne Soldaten die vorher in russland waren kamen nach Afrika usw.. Das würde dann ja eigentlich bedeuten, das sie in Russland die Greuel vollzogen hatten und in Afrika "normal" wurden. Von daher kann man wohl sagen, das es keine grundsätzlichen Unterschiede zu anderen Schauplätzen gab. Vielleicht liegt diese Überbewertung tatsächlich an der Person Rommels, der britischerseits sehr geschätzt wurde, das man somit auch seine Kriegsführung bewunderte und "unnormale" Kampfhandlungen eben nicht verallgemeinisiert und überbewertet wurden.
Ich kann mich erinnern, an die Serie "Hitlers Krieger" - Rommel... wurde erwähnt, das Rommel hätte er in Afrika gewonnen der Grundstein bzw. Ermöglicher der Judenverfolgung in Palästina gewesen wäre. Somit wäre er einer der Hauptkriegsverbrecher geworden.... Für ihn persönlich also ein glücksfall das er verloren hat. (Hat Rommel eigentlich in den bergen Italiens gekämpft?.. Ich meine nicht)

Guenther


11.7.02 11:24:23
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in den Bergen, bezieht sich m.E. auf den ersten Weltkrieg.
Gruß Guenther

Guenther


11.7.02 13:07:30
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und... richtig Balsi, es gab keine grundsätzlichen Unterschiede auf den Kampfschauplätzen.
Auch darüber gibt genügend Stimmen der ehemaligen Feinde.
Der Unterschied bestand in den KZ, den Einsatzgruppen, des SD usw. nur wird es nur zu gerne auf die kämpfende Truppe verallgemeinert.
Und dieses System des Terrors, wird uns, und das nicht zu unrecht, ewig anhängen. Meiner Meinung nach, wäre es nur an der Zeit, Geschichte wahr werden zu lassen und nicht nur einseitige Berichte zu veröffentlichen. Bezeichnender Weise wird einiges an Literatur gar nicht erst ins Deutsche übersetzt. Wovor haben die eigentlich Angst ? Das die Wehrmacht nicht in dem dargestellten Maße in Kriegsverbrechen verwickelt war, ist heute unter seriösen Forschern wohl unbestritten.
Und genauso unbestritten sind unter ebend normal denkenden Menschen die oben angeführten Verbrechen der bezeichneten Organisationen. Nur Objektivität sollte man bewahren.
Gruß Guenther

Balsi


11.7.02 13:14:25
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mir ist was aufgefallen.. die USA liefern jetzt einen 81 jährigen an Rumänien aus, weil dieser Aufseher der Totenkopfverbände der Waffen-SS in Sachsenhausen war.. war das dann aber nicht Allgemeine SS?

jeannen


11.7.02 13:56:21
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Gepostet von Balsi
Für ihn persönlich also ein glücksfall das er verloren hat.

Und was hatte er davon? Die, die als Kriegsverbrecher angeklagt wurden, hatten irgendwie mindestens 2 Jahre mehr zu leben.
Schließe mich Balsi an, ich denke, es war nicht wesentlich fairer als anderswo. Nur sein guter Ruf bei den Briten hat dieses Image aufgebaut, glaube ich.
Was die Berge von Italien betrifft: Das war wohl Kesselring, wenn ich nicht irre? Und im 1. WK hat Rommel doch in Frankreich gekämpft oder?

Guenther


11.7.02 14:02:32
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klar war Rommel u.a. in Italien hier sein Weg
Biographie Rommel
Gruß Guenther

waldi44


11.7.02 18:18:23
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Tja, was war nun "besser": Vor Moskau elendig zu verfriehren oder irgendwo in der Wüste zu verdursten.
Kennt jemand den Film "Mit Eichenlaub und Schwerter"? Ein Wüstenkriegsfilm mit Joachim Fuchsberger.
Italiener und Deutscher verteigen gegen die Briten eine Brunnen in der Wüste! Am Schluß blieben nur 2 Mann übrig, ein Brite und der Blacky und die sammelten die Toten ein und verscharrten sie im heißen Wüstensand.
Der Brunnen übrigens, wurde bei den Kämpfen völlig zerstört und Angreifer sowie Verteidiger hatten umsonst gekämpft!
Fair? Wie tötet man Fair? Noch nicht mal die Duelle im "Wilden Westen" waren Fair, dennoch hatte der Wüstenkrieg eine andere Qualität als der in Europa und dort speziell der gegen die Sowjetunion! Nordafrika, weites Land mit relativ wenigen Menschen und die waren auch noch überwiegend deutschfreundlich! Kein Vernichtungskrieg wie in Russland, kein Kampf ums "Überleben", eben nur ein Nebenkriegsschauplatz, den man eben auch gerne gewonnen hätte und deren wahren Wert man in Berlin erst erkannte, als es zu spät war!

panzerjaeger


11.7.02 18:31:41
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Halloooooooooo Balsi....
Na die SS ist etwas verwirrend wenn er Aufseher im Lager war dann SS-Totenkopf...wenn er am Turm wache gehalten hat dann W-SS.....Allgemeine SS war z.B. Reiterverbände, Musiker die nicht unter dem Komando der Totenkopfverbandes(Eicke)standen..........[ Editiert am: 11-07-2002 18:47 ]

waldi44


11.7.02 18:43:36
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Tja, wenn schon die Experten mit der "SS" nicht klar kommen, wie sollen es da unbedarfte Normalbürger!?
Für die war/ist die SS eben die Truppe, welche die Juden vergaste, die KZ's bewachte und blutrünstige Grausamkeiten an der Front begangen hat.
Der eine saß auf dem Turm und achtete darauf, dass dem anderen die Gefangenen nicht abhauten. Der eine war bei der Waffen SS, also ein guter SS- Mann und der andere bei den Totenkopfverbänden, also ein böser SS- Mann und wenn der vom Turm ins Lager versetzt wurde, wurde er zum bösen SS- Mann und der aus dem Lager, saß nun als guter SS- Mann auf dem Turm!
Hm, kam wohl drauf an, wo man zur Gefangennahme gerade saß, ob man gleich erschossen wurde oder erst nach Sibirien kam
und je höher man in der Hirarchie stand, desto größer die Chancsen auf einen baldigen Neubeginn nach dem Kriege. Natürlich nicht ganz oben ;)!
Ach übrigens: Ging es hier nicht um den Wüstenkrieg Smiley mit verdrehten Augen , bin wohl etwas abgeschwiffen:P !

Nightwish


12.7.02 08:52:40
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Moin!
Ich habe jetzt zwar nicht alles gelesen, aber der Hauptgrund für dieses 'ehrenhafte' Gemetzel liegt darin, dass der Krieg gegen Großbritannien ideologisch völlig anders gestellt war als der gegen die SU und aber auch gegen Frankreich, den Erzfeind Deutschlands!
GB wurde dem 'Deutschen' als sehr ähnlich betrachtet und deshalb war der Umgang auch 'human'. Allerdings haben die deutschen Truppen oft die Besatzungen der abgeschossenen Panzer erschossen wenn sie ausboteten. Das deshalb weil die Panzertruppen sehr gut ausgebildet und deshalb schwer zu ersetzten waren. Die Brits haben es dann auch so gemacht!
Nightwish

ralph


24.7.02 04:41:25
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hier kann ich das buch Die Wüstenfüchse empfehlen, da ist alles wunderbar beschrieben, man hat zwar, wenn es darauf ankam hart gekämpft, aber massaker, etc, blieben aus, und zur ideologie muss ich sagen, auch viele inder, südafrikaner und neuseeländer haben in afrika gegen deutschland gekämpft und wurden genauso behandelt wie die tommys.
wenn man es mal so sagen will, dann war in meinen augen der afrikakrieg der fairste und vor allem raffinierteste.

Quintus


24.7.02 07:53:10
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Gepostet von waldi44
Tja, was war nun "besser": Vor Moskau elendig zu verfriehren oder irgendwo in der Wüste zu verdursten.
Kennt jemand den Film "Mit Eichenlaub und Schwerter"? Ein Wüstenkriegsfilm mit Joachim Fuchsberger.
Italiener und Deutscher verteigen gegen die Briten eine Brunnen in der Wüste! Am Schluß blieben nur 2 Mann übrig...

Naja, Joachim Fuchsberger... Das mit den übriggebliebenen ZWEI Mann kommt mir irgendwie bekannt vor: nämlich - weil wir hier über Geschichte diskutieren, und meine Ambitionen darin nicht NUR den Zweiten Weltkrieg betreffen: von den Meuterer der "Bounty" (kennt Jeder aus dem Fernsehen) blieben am Ende auch nur ZWEI Mann übrig.
Zunächst setzten die Meuterer unter Anführung des Steuermannmaat Fletcher Christian Kapitän Bligh mit 18 Mann Gefolge in ein Breiboot aus; das war im Jahre 1789.
Fünf Monate lang hatte die Mannschaft vor dem auf Tahiti verbracht, und niemals zuvor erlebten die britischen Matrosen eine schönere Zeit: Palmen und Sonne, freundliche Männer, wunderschöne Frauen...
Bald schon schliefen viele der Seeleute nicht mehr auf der "Bounty", sondern in den Hütten an Land, - mit ihren Frauen...
Aber es sollte zurück nach England gehen. Disziplinversessen, ungerecht und streitsüchtig, kürzte Bligh seinen Männern Essen und Rum...
Zunächst segelten die Meuterer zurück nach Tahiti, nahmen Proviant und einige Männer auf, und segelten weiter...
Im Januar 1790 erreichte die "Bounty" die Insel Pitcairn, an Bord neun Meuterer, sechs polynesische Männer und zwölf Frauen...
Christian setzte die "Bounty" auf einen Fels und teilte das Land auf. Die neun weißen erhielten je eine Parzelle, die Tahitianer nichts. Jeder Meuterer nahm eine Frau, die drei übrigen wurden den sechs Tahitianischen Männern überlassen.
Dann (nach drei Jahren) brach Streit aus. Die Männer begannen, einander umzubringen. Eines der ersten Opfer war Fletcher Christian...
Erst der vorletzte Meuterer starb auf natürlichem Wege, an einem Asthmaanfall; zehn Jahre nach der Meuterei.
Zu dieser Zeit lebten auf Pitcairn 9 Frauen, 20 Kinder sowie der Matrose John Adams - und der war die meiste Zeit sturzbetrunken. Die "Bounty"-Leute hatten herausgefunden, wie sich aus der Wurzel des Drachenbaumes ein furchtbarer Schnapse brennen ließ. Eines Tages erschien Adams im Delirium der Erzengel Gabriel: Der Matrose versprach, sich zu bessern.
Als im Jahr 1808 ein amerikanischer Wahlfänger das Versteck der Meuterer entdeckte, traf er auf eine kleine, gottesfürchtige Gemeinde, mit John Adams als Patriarchen.
Etwa 1850 wurde Pitcairn zu klein für die inzwischen rund 200 Einwohner. Queen Victoria, die an dem exotisch-frommen Inselvölkchen Gefallen gefunden hatte und sich einmal im Jahr Bericht erstatten ließ, bot den Pitcairnern an, nach Norfolk zu ziehen, rund 4.800 Kilometer nach Westen.
Norfolk war größer, grüner und fruchtbarer. Ein paar Heimweh-Kranke kehrten zwar zurück nach Pitcairn, die meisten aber blieben. Sie fühlten sich endlich angekommen im Paradies.
Und tatsächlich ist Norfolk heute noch eine Trauminsel, deren Bevölkerung von etwa 1850 Einwohnern fast zur Hälfte miteinander verwandt ist. Ein Besuch dieser Paradies-Insel gehört zu den berauschensten Erlebnissen meiner Wenigkeit...
Soweit meine Ausschweifungen in diesem Forum zu einem völlig anderem und dennoch faszinierendem Thema. Ich hoffe, dass ich euer Interesse geweckt habe...

waldi44


24.7.02 12:42:12
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Na Quintus, da biste wohl etwas sehr weit abgeschweift ;)!
@Ralph: Rommels Wüstenkriegen waren auch Hitlers Soldaten und da sie die ersten waren, die in alliierte Gefangenschaft gerieten, blieb bei den meisten von ihnen das Gift des Nationalsozialismus bis zum Ende ihrer Gefangenschaft wirksam.
Das bekamen dann die nachfolgenden Gefangenen zT. am eigenen Leib zu spühren. Ein Großteil der Fememorde gingen auf das Konto der Gefangenen aus dem DAK. Die Fairnis war wohl in der Wüste geblieben!!
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