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Unternehmen Seelenstärke

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AutorBeitrag

Quintus


30.7.02 05:22:17
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"Operation Fortitude" - zu deutsch: Unternehmen Seelenstärke - nannten die Westalliierten im Frühjahr 1944 ihre Täuschungsmanöver, die die Deutschen glauben lassen sollten, dass die Eröffnung der Zweiten Front im Pas de Calais erfolgen würden.
Bei den Kämpfen nach "Overlord" sollen die Generäle der Invasionstruppen durch schlechte und stümperhafte Führung verhindert haben, dass der Krieg bereits 1944 beendet wurde! Ebenso wird der Führung angelastet, dass durch ihre schlechte Taktik Berlin, Prag und Wien den Russen überlassen wurden, denn diese Städte hätte man vor den Russen besetzen können.
Dies schrieb jedenfalls der Historiker Chester Wilmot 1952 in seinem Buch "The Struggle for Europe" nach gründlicher Analyse.
In einer Ausgabe des *Spiegel* vom 23. Juli 1952 (hier handelt es sich um eine antiquarische Ausgabe) fand ich einen interessanten Artikel über besagtes Buch.
Diesen interessanten alten Spiegel-Artikel habe mal dupliziert und auf meinem Server geladen:
Artikel zum Buch "The Struggle for Europe"
Lest Euch mal den Artikel durch und postet mal, was ihr dazu meint oder wisst.

OGLongbeach


30.7.02 10:09:11
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So, hab mir das mal zu Gemüte geführt. Sehr interessanter Artikel, allerdings kaum neue Info´s. Das sich die britischen und amerikanischen Befehlshaber nicht grün waren ist ja hinlänglich bekannt, auch die jeweils unterschiedlichen strategischen Auffassungen.
Man muß einfach klar sehen das ein an einem oder zwei Punkten konzentriert geführtem Angriff, mit entsprechend eingesetzten Kräften, schlechter zu begegnen ist, als einem eher "gemächlichen" Angriff auf ganzer Frontbreite.
Nur bin ich mir nicht sicher, ob die Versorgung bei Montys Absichten nicht auch mehr als schwierig gewesen wäre.
Bemerkenswert finde ich das Schlußzitat. Hätte es die Ostfront nicht gegeben wäre die Landung wahrscheinlich nicht geglückt, oder nur unter ungleich höheren Verlusten für die Alliierten möglich gewesen.
Aber da wären wir dann auch schon wieder beim Thema:
"Was wäre wenn ..."
MfG OG Longbeach

Quintus


30.7.02 13:59:40
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Gepostet von OGLongbeach
Man muß einfach klar sehen das ein an einem oder zwei Punkten konzentriert geführtem Angriff, mit entsprechend eingesetzten Kräften, schlechter zu begegnen ist, als einem eher "gemächlichen" Angriff auf ganzer Frontbreite.Bemerkenswert finde ich das Schlußzitat. Hätte es die Ostfront nicht gegeben wäre die Landung wahrscheinlich nicht geglückt..."

Naja, die Russen hatten mit dieser Taktik recht gute Erfolge, oder um es anders zu sagen: erst DADURCH, nämlich massiver Angriff auf gesamter Frontbreite (damit die deutschen Einheiten sich nicht gegenseitig zur Hilfe eilen konnten), und das zumeist auf 1.000 Kilometer (und mehr) Breite, gelang es ihnen, die Deutschen zurückzudrängen.
Was das 'Schlusszitat' anbetrifft, bin ich der Überzeugung, wäre die Wehrmacht im Osten erfolgreich gewesen, hätte es eine zweite Front niemals gegeben. Dieses Wagnis wären die Westalliierten niemals eingegangen, jedenfalls nicht zu diesem Zeitpunkt...

OGLongbeach


30.7.02 14:27:48
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Das mag schon sein. Allerdings sollte man bedenken das den Russen spätestens ab 1943 ungeheuerliche Mengen an Material zur Verfügung standen, von den eingesetzten Menschenmassen ganz zu schweigen !!
MfG OG Longbeach

waldi44


30.7.02 18:07:58
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Aber auch Deutschland hatte 1943/44 seinen militärischen Höhepunkt mit über 288 Divisionen und dazu noch ettlichen anderen Verbänden in teilweiser Divisionsstärke.
Man sollte auch nicht vergesssen, daß die Alliierten schon lange in Italien standen, wenn sie auch kaum vorwärts kamen, aber sie hatten ihren Fuß in der Hintertür Europas, das Mittelmeer gehörte ihnen, der Himmel über Europa sowieso!!

Quintus


31.7.02 04:51:02
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Gepostet von Quintus
Ob das Buch auch in Deutsch verlegt wurde, konnte ich noch nicht heraus finden, sprich: habe im Internet bisher nur die englische Version gefunden.

Hab' das Buch im Internet-Antiquariat gefunden und geordert: Chester Wilmot "Der Kampf um Europa". Die deutsche Original-Ausgabe ist 1954 im Alfred Metzner Verlag, Frankfurt und Berlin erschienen.

Praetorianer


31.7.02 22:44:32
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Gepostet von waldi44
Aber auch Deutschland hatte 1943/44 seinen militärischen Höhepunkt mit über 288 Divisionen ...b]

Bestanden diese 288 Divisionen nur aus Deutschen Soldaten oder mit denen der verbündeten?
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