Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Eine unglaubliche Geschichte eines Panzers

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AutorBeitrag

The Real Blaze


22.6.03 23:31:24
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Jedesmal wenn Ergebirge und Wehrmacht in Zusammenhang gebracht werden,fällt mir diese Story ein die in Stützengrün/Erzgebirge kursierte.Folgendes soll dort während der Existenz der DDR passiert sein.
Während der Bewirtschaftung auf einen Bauernhof/LPG soll in den 60 ern ein Traktor in einer Tenne eingebrochen sein.Man zog ihn heraus sah in ein großes Loch hinab,wo irgendetwas drin stand.Nach näherer Untersuchung stellte sich dieses Loch als ehemalige Kellergarage einer Scheune dar.Im Licht von Taschen und Grubenlampen fand man einen Panzer III ,voll funktionstüchtig!
Sofort tummelte sich in diesem Gebiet Volkspolizei, Stasi und Militär aus dem Stützpunkt Wolfgangsmasen.Derjenige,ein alter ortsansässiger Bauer,der diesen Panzer versteckt hatte, wurde relativ schnell ermittelt und zum Panzer geführt.Im Verhör sagte er aus, diesen Panzer den ganzen Krieg hindurch gefahren zu haben und er hat ihn mehreremale das Leben gerettet.Angeblich durfte er diesen Panzer III noch aus dem Tenneversteck herausfahren,wo er danach auf einen Militärtransporter verladen wurde,der ihn nach Dresden ins Militärmuseum transportiert haben soll.Er soll noch heute dort stehen!Weiß jemand mehr darüber ob das stimmt?Eventuell Dresdner die ermitteln ob es tatsächlich einen P III in diesem Museum gibt?
Hintergrund
Zumindest gibt es Hinweise,daß tatsächlich sehr viel Militärgerät in den Wäldern des Ergebirges nach Kriegsende herum stand.Nach dem Rückzug der HG Mitte aus dem Prager Raum nach dem 9.5 45 löste sie sich in den Wäldern des Erzgebirges auf.Viele Soldaten verkrümmelten sich im bis Juni unbesetzten Kreis Schwarzenberg,warfen zum Beispiel in der gleichnammigen Stadt die Waffen in den Fluss und verdrückten sich in Zivil auf die Dörfer.
Noch viele Wochen später standen viele Waldwege mit Fahrzeugkolonnen voll,die von ortsansässigen Autowerkstätten als Ersatzteillager genutzt wurden.Von einer Firma weiß ich,daß sie das Zeug an die später eingerückten Russen verscheuerten(Reifen für LKW usw)Die Russen fanden erst im Verlaufe des Herbstes die Herkunft dieses Materials,aber eben nicht sofort alles.Das soll sich schon noch sehr lange hingezogen haben.Wahrscheinlich fiel ein versteckter Panzer gar nicht in diesem Rückzugschaos auf.
mfg The Real Blaze

waldi44


23.6.03 02:05:26
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Als ich seinerzeit die "Ehere" hatte im Zuchthaus Brandenburg, sozusagen als "Staatsgast" zu verweilen, kam mir ein Gerücht zu Ohren, dass einer der "Aufständischen" (1953)eine 8,8 cm Kanone aus seiner Scheune holte und in Richtung Görlitz oder Brandenburg gefahren sein soll!
Auch so ein Überbleibsel...

The Real Blaze


23.6.03 16:25:49
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Ja solche Storys sollte man auf den Grund gehen,was wahr dran ist und was dazu gedichtet wurde.Mir hat man auch mal erzählt(ein ehemaliger Falschirmjäger der NVA),daß die eiserne Reserve der NVA Wehrmachtsmaterial war, was in Kasernen hauptsächlich in Thüringen gebunkert wurde.Ob das Zeug irgendwo noch versteckt rumliegt?:D
Der Falmschirmjäger arbeitet bei der Kripo und hat mir auch erzählt,daß seine Einheit mit die Studentenunruhen in Jena(keine Ahnung wann das war)niedergeschlagen hat.
Wäre schon erstaunlich,wenn es diesen P III mit dieser Hintergrundstory wirklich gibt.Muß mich wohl mal nach Dresden aufmachen...Smiley mit verdrehten Augen
Wer hat solche ähnlichen Storys noch auf Lager?

mfg The Real Blaze

Toni64


27.6.03 12:49:57
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erste Bilder vom Freigelände:
http://www.milhistmuseum.de/freigelaende.htm
das andere mit der Geschichte dazu und ob wirklich PIII zuammenpassen, versuch ich mal zu eruieren

Axel43


27.6.03 18:55:41
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Kann man wirklich einen Panzer nach, sagen wir mal, 50 Jahren, so einfach aus seinem Versteck "herausfahren" ?
Sogar bei deutscher Wertarbeit dürfte doch das mit einigen Problemen verbunden sein...

Toni64


27.6.03 21:26:41
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Gepostet von Axel43
Kann man wirklich einen Panzer nach, sagen wir mal, 50 Jahren, so einfach aus seinem Versteck "herausfahren" ?
Sogar bei deutscher Wertarbeit dürfte doch das mit einigen Problemen verbunden sein...

na gut 50 Jahre war das mit dem Panzer ja nicht her, aber allgemein, wer ab und an Oldtimer restauriert, erlebt wirklich oft eine positive Überraschung > Bsp. ein NSU-Motorrad ist wirklich nach Betankung, nach 28 Jahren ohne weitere Handstände angesprungen, eine RT125 kam auch nach 16 Jahren noch zu "motorischen" Ehren .......
PS: Öl sollte natürlich geprüft werden und vorhanden sein, dass das durch die Dichtungen mit der Zeit diffundiert, dürfte normal sein.
Insofern, ist das ganze nicht unbedingt abwegig.

Toni64


30.6.03 03:43:31
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welcher von denen
http://www.dergrenadier.de/struktur/archiv/panzerarchiv/p3.htm#A
es gewesen sein soll, ist nicht zufällig überliefert?

Toni64


30.6.03 14:05:55
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Update:
es ist definitiv kein kompletter PIII in Dresden zu bestaunen!
Diverse Einzelteile sind wohl vorhanden, aber ein komplettes Gerät besitzt man nicht.
Ich denke damit dürfte die Gerüchteblase geplatzt sein.
Es sei denn die Saga hat sich im Gerät vertan.

The Real Blaze


30.6.03 18:06:04
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Nun gut ich werde,wenn ich das nächste mal in das Erzgebirge fahre einfach nach Stützengrün fahren und im Bürgermeisteramt nach dieser Story fragen.Auch wenn es wohl jetzt leute dort gibt die keinen blasen Schimmer was in den 60 ern passierte,muß es wohl Wissende geben,die die ganze Wahrheit wissen.Vielleicht ist nur der Panzertyp falsch und der Rest stimmt... ich werde dem auf dem Grund gehen.(vielleicht hilft auch das I net-g-)
mfg The Real Blaze

Toni64


30.6.03 20:55:57
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nun es kann ja auch sein, dass das Gefährt woanders hingekommen ist. Das MHM-DD ist zu soz. Zeiten erst wieder als Nachfolger des Museum's Potsdam "wiedererstanden" (1971). Kann schon sein, dass der Panzer irgendwo anders steht.
In Dresden steht er jedenfalls nicht (hab mich heut kundig gemacht).

The Real Blaze


30.6.03 21:14:29
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Danke Toni 64:D
64 er jahrgang?
natürlich kann er auch woanders stehen,aber zuerst will ich erfahren ob die Story wirklich so stimmt und wenn ja was für ein Panzer das war.Stimmt die Story dann findet sich womöglich auch der Panzer ein...dumm wäre wenn man ihn den Russen geschenkt hätteSmiley mit verdrehten Augen
mfg The Real Blaze

Toni64


30.6.03 22:14:45
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der Jahrgang stimmt :P, (hat man sich so angewöhnt in diversen Foren)
Ansonsten wünsch Dir viel Erfolg bei der Suche.

The Real Blaze


30.6.03 23:12:44
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Danke bin auch 64 er -g-
mfg The Real Blaze

Axel43


30.6.03 23:13:29
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Mit der Zeit wird nicht nur das Öl schlecht, und das war Ende des Krieges bei der Wehrmacht sowieso geringer Qualität, sondern auch diverse Dichtungen usw werden brüchig, Schmierfette verharzen, etc etc., schon garnicht zu reden von Anlasser, Batterie, elektrischen Systemen, usw. Akso ist schon aus rein technischen Gründen etwas an der Sache faul.

Toni64


1.7.03 00:09:39
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Gepostet von Axel43
Mit der Zeit wird nicht nur das Öl schlecht, und das war Ende des Krieges bei der Wehrmacht sowieso geringer Qualität, sondern auch diverse Dichtungen usw werden brüchig, Schmierfette verharzen, etc etc., schon garnicht zu reden von Anlasser, Batterie, elektrischen Systemen, usw. Akso ist schon aus rein technischen Gründen etwas an der Sache faul.

bitte lies dazu auch die vorherigen Post's zum Thema.
Das was Du erzählst, kann stimmen, muss es aber nicht!

Petronelli


12.8.04 14:12:15
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Hi,
Es gibt sicher noch so einiges auf den ehem. Schlachtfeldern und am Rande der Rückzugsstraßen!
So fand man in Kitzingen (Bayern) vor ein paar Jahren in Mainnähe einen eingegrabenen Wehrmachts-LKW! Ich glaube die Ladefläche war auch nicht gerade leer!
Es kam oft vor, dass Bauern stehengelassene Fahrzeuge einfach auf ihrem Acker eingruben, weil das Zeug erstens störte und zweitens keiner Gerät hatte die Dinger zu Alliierten Sammelstellen zu karren!
Bei mir zu Hause, soll ein Bauer ewig lang mit einem Sdkfz 250 rumgefahren sein, quasi ein Traktorersatz!
Ich kenne auch einen alten Bauern, der eine Ofenplatte daheim hat, die sich aufgrund meiner Modellbaukenntnisse als Motorklappe eines Pantherfahrgestells rausstellte! Wo der Rest liegt, wollte er leider nicht verraten!
(denke eingebuddelt aufm Acker!!!)
Als in den 90igern der Jugoslavien-Krieg ausbrach sah ich in einem der ersten Berichte ein Stug III rumfahren! Ich traute meinen Augen kaum! Weiß einer mehr dazu?
Möchte nicht wissen, was da noch so rumliegt, gerade da wos richtig gezofft hat!

Machi


13.8.04 06:48:14
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Hi

Zu diesem Thema kann ich euch das Buch "Spurensuche (Band 6) - Panzer und anderes militärisches Großgerät" von Wolfgang Fleischer, erschienen im Podzun-Pallas- Verlag, empfehlen !
Hier findet man mehrer Berichte in denen Panzer (oder zumindest das, was von ihnen übrig geblieben ist, geborgen wurden !
Die Titel für diese Berichte lauten zb. "Das Sturmgeschütz aus der Alten Oder", "Die Panzerplatte vom Bauernhof" oder "Panzerwracks als Hochwasserschutz". Jeder Bericht ist ausreichend bebildert. Teilweise gibt es längere Abschnitte um komplette Panzer-Wracks, manchmal auch jedoch nur um Kurzberichte eines Turms eines PZ IV/Königstiger oder einer Panzerplatte. Meiner Meinung nach ist das Buch seine 12,69 € aufjedenfall wert :afuerd

Hoover


13.8.04 08:51:41
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Ich bin von den "Spuensuche"-Bänden überhaupt nicht begeistert, sind recht oberflächlich. Ganz schlimm sind die Bücher über Kämpfe, immer nur an der Oberfläche kratzen. Aber okay, dafür kosten sie nur knapp 13 €.

Ich bin selber Sondengänger und habe auch schon merkwürdige Geschichten gehört. Aber eine (nichtmilitärische) habe ich selber erlebt. Als wir unseren Bauernhof gekauft haben stand in der Scheune in der letztn Ecke ein alter Opel Kadett C Coupe. Der stand da seit 1989. Ich habe ihn befreit von dem ganzen Gerümpel, der drum herumlag und wir wollten die Karre über Ebay verkaufen. Das geschah auch mit gutem Geld :D und als der Käufer kam wollten wir das Teil hinausschieben. Meiner Frau war das zu anstrengend :P und sagte, sie fährt das Teil raus. Also, Benzin rauf, Öl geprüft und die Batterie von ihrem Passat rein. EIn paar Mal orgeln und die Karre lief. UNd das verrücksteste: Der Käufer ist damit auf Achse und roter Nummer 25km nach Hause gefahren, mit schlechten Bremsen und einer schönen Rauchfahne.

Also, ich kann mir schon vorstellen, dass ein Teil nach 15 Jahren noch fährt.
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