Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Italienisches Schnellboot vor der Krim

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AutorBeitrag

The Real Blaze


13.7.03 18:59:09
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Während der Operationen der 11.Armee auf der Krim 1942 wurde als einziges! maritimes Kampfmittel ein italienisches Schnellboot erwähnt.Manstein fuhr selbst einmal darin mit,unglücklicherweise genau da wo die Luftwaffe einen "Frendlyfire Angriff" flog(mehrere Tote).Obwohl in Brannt geschoßen,wurde es danach wieder eingesetzt und fing unteranderem den zweiten Oberbefehlshaber der Sewastopoler Küstenarmee ab,als sich dieser übers Meer verdrücken wollte.
Meine Frage:Wie hieß dieses Schnellboot und was noch wichtiger ist wie gelangte dieses Schnellboot ins Schwarze Meer?Die Donau wurde für die deutschen Schnellboote später als Weg benutzt.Also ein italienisches Boot zerlegt erst durch Kroatien zu tranportiert und dann auf der Donau oder geheim durch die Dardanellen und Bosporus?Wer weiß mehr?
mfg The Real Blaze

230 a


31.10.03 14:52:53
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Einen schönen guten tag aus dem Süden !
Kann es sein, dass ich der erste mittelmeerische Mitglied bin ? (so würde es aussehen ...)
nur stichwortig:
Italiens Beitrag dem Russlandfeldzug bestand nicht nur aus Bodentruppen (sog. CSIR, später ARMIR) und Flugzeuge sondern aus Torpedoboote (MAS) und Klein-Uboote (CB).
Auf dem schwarzen Meer waren sowohl MAS als auch CB tätig, auf dem Ladogesee nur MAS.
Sie wurden tatsächlich per Strasse von Italien über Österreich (und die Berge !) bis an der Donau befördert.
Bestand und Tätigkeiten kann ich, falls erwünscht, nachsuchen.
Bis dann

waldi44


31.10.03 15:55:25
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Oh, ein Italiener!? Ja, schreib mal was über die Italiener in Russland!

The Real Blaze


31.10.03 15:57:41
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Oh das ist sehr interessant,ich dachte schon neimand weiß was darüber.Da sieht man auch mal,daß Italien doch ernsthaft gewillt war seinen Beitrag zu leisten.Und schon die Logistik,dort alles mit LKW zur Donau zu transportieren war sicher schwierig.(Schon wegen dem mißerablen Strassen)Torpedoboote wurden auch so transportiert?*alles wissen will*:D
mfg The Real Blaze

waldi44


31.10.03 16:26:42
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Soll 230 a mal über die Italiener schreiben, ich schreibe Dir mal, wie die deutschen Boote ins Schwarze Meer kamen!
Die 1. Schnellbootflotille wurde im Winter 1941- 42 aus dem Finnischen Meerbusen nach Kiel überführt. Dort wurden die Boote weitestgehend auseinander genommen und mit der Bahn nach Linz, an die Donau, gebracht.
Die Bootskörper liessen sich natürlich nicht zerlegen und waren für Bahntransporte zu gross! Sie schwammen als Elbkähne getarnt bis Dresden. Dort hievte man sie auf Tieflader und brachte sie an die Donau bei Ingolstadt. Dazu bedurfte es sowohl in Dresden, als auch in Ingolstadt einer "Slipanlage"- oder war es dieselbe? Diese Landreise dauerte übrigens 36 Stunden!
Von Ingolstadt ging es über manchmal nur 5cm "tiefem" Wasser nach Regensburg und von dort nach Linz, wo man sie wieder zusammen baute.
Zur Schonung der eigenen Dieselmaschinen wurden die Boote paarweise, eines links, das andere rechts, an Flusschleppern festgemacht und so bis Sukina an der Donaumündung geschleppt, wo man sie dann Seeklar machte!
Bis 1944 wurde so 16 Schnellboote ins Schwarze Meer gebracht!
Dieser Miniflotte stand die "Schwarzmeerflotte" gegenüber, bestehend aus:
1. Schlachtschiff, 6 Kreuzern, 21 Zerstörern und Torpedobooten, 30 U- Boote und 50 Schnell- und Kanonenboote gegenüber!
Natürlich sollten die deutschen Boote sich keinen Kamof mit dieser Flotte liefern. Vielmehr bestand ihre Aufgabe 1, In der Sicherung der besetzten Küsten, 2. Versorgung der Heeresgruppe auf der Krim, am Kuban und Mius.
3. Wo aber möglich, auch die Bekämpfung der "Schwarzmeerflotte"- was im Zusammenspiel mit der Luftwaffe und Küstenbatterien durchaus möglich war!

The Real Blaze


31.10.03 16:44:50
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ja das ist mir bekannt-g- Aber wir hatten ja auch U-Boote im Schwarzen Meer,hatte man den da wenigstens mal einen anderen Weg genommen als über die Donau? So viel ich weiß,war die Donau der einzige Weg ins Schwarze Meer.Aber U-Boote hätten doch die Dardanellen durchtauchen können.Wieso war das nicht möglich? 1944 versenkten sich deutsche U-Boote vor der türkischen Küste selbst und die Mannschaften gingen in die Internierung.Gab es etwa Unterwassersperren am Bosporus und Dardanellen?
Von den Italienern hab sehr wenig gelesen,man traut ihnen das auch irgendwie nicht zu solch einen technischen Aufwand zu betreiben,um über kroatische Strassen Marinekampfmittel bis zur Donau zu transportieren und dort wieder zusammen zu bauen.Respekt-Smiley
Bin mal gespannt was ich jetzt erfahre,was ,wieviel und wann.
mfg The Real Blaze

waldi44


31.10.03 17:00:53
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Vielleich hilft Dir das weiter, zumindest was die U- Boote anging ;)!

Deutsche U-Boote zum Schwarzen Meer

Axel43


31.10.03 17:02:11
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Gerade auf dem Gebiet der Kleinkampfschiffe waren die Italiener durchaus erfinderisch und mutig.
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