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Stealth

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AutorBeitrag

indy


27.8.03 15:09:26
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Der zweite Sonder-Thread zum Thema Kammler...
Radarabsorbierende Beschichtung bei U-Booten
1944 hattte Prof. Dr. Falkenhagen, Physiker an der TH Dresden, mit japanischen Wissenschaftlern an einem Absorbtionsmaterial gearbeitet, um die gegnerische Funkmeßaufklärung ggü. eigenen U-Booten zu erschweren.
Diese frühen Versuche einer Stealth-Beschichtung wurden unter dem Namen "Schwarzes U-Boot" bekannt.
Zwei japanische Wissenschaftler hatten für ihre Doktorarbeit unter Leitung von Dr. Barkhausen in Dresden sog. 'Ferrit-Werkstoffe' entdeckt.
Diese wiesen eine Verbindung von Eisenoid mit Oxiden von Nickel, Mangan u.a. auf, die Isoliereigenschaften aufwiesen.
Dr. Ing. Heinz Schlicke hatte entdeck, dass Ferrit-Werkstoffe eine magnetische Isolier-Eigenschaft besaßen, von der vorstellbar war, dass sie als ein Mittel zum absorbieren einer Funkmeß-Strahlung eingesetzt werden konnten, um die ortung eines aufgetauchten U-Boot auszuschließen.
Laut Schlicke wurde "ein beträchtliches Maß an Forschungsarbeit" auf dem Gebiet des 'Dielektrischen Sumpfes' (eine weitere Absorbtionsbeschichtung) geleistet.
Im wesentlichen versuchten dt. Wissenschaftler, die Ortungsreichweite all. Maßnahmen gg. U-Boote durch aufbringen einer Abwehrschicht auf dem Bootskörper zu beeinflussen, indem die einkommende Radarstrahlung im größtmöglichen Frequensbereich absorbieren sollten.
Das Problem bestand darin, eine geeignete Substanz zu finden, welche die richtige Durchlässigkeit sowie die nötigen Koeffienten aufwiese, um eine max. Absorbtion zu erreichen.
Das nächste Problem war, geeignete Werkstoffe auf das Boot aufzutragen. Bei einigen Werkstoffen mussten Luftbläschen als Absorbtionsmittel erzeugt werden, die dann beim Tauchen entweder in sich zusammenfielen oder sich mit Wasser füllten.
Um das zu verhindern wurde eine Imprägnierschicht aus Wachs übergezogen.
Dieses, unter dem Namen 'Schornsteinfeger' bekanntgewordene Material, stellte sich als zufriedenstellend heraus, als sie beim Schnorchelkopf der U-Boote erprobt wurde.
Tests ergaben, dass der beschichtete Schnorchelkopf erst bei ca. 5km vom Radar geortet werden konnte.
Ob man es bei Kriegsende noch geschafft hat die Ferrit-Stoffe in Form von einem farb-ähnlichen Überzug zu bringen (wie das bei heutigen Stealth-Flugzeugen üblich ist!) kann ich nicht genau sagen - es gibt zwar einige Autoren die dies behaupten, aber irgendwelche Beweise dafür kenn ich noch nicht.
Aber der Ansatz war vorhanden...


Zum Horten Nurflügel Ho IX (oder später Ho/Go 8-229)
Der oft erwähnte Vergleich( ala direkter nachbau usw.) mit dem heutigen US-Stealthbombers B-2 'Spirit' ist eigentlich schwachsinnig.
Die beiden Maschinen haben nur die ungefäre 'Form' (Nurflügel) und die eigenschaft ggü. Radar relativ unsichtbar zu sein gemeinsam.
Das liegt zum einen an der flachen Nurflügel-Bauform und zum anderen an der Werkstofftechnischen Bauform, (bei Spirit eher die radarabsorbierende Beschichtung, besonderer Triebwerkseinbau, usw.) bei der Horten v.a. die aus produktions-technischen Gründen sehr einfache Holz/Stahlrohrkonstruktion.
Allerdings hatte man damals auch schon einen anderen positiven Effekt der Bauweise entdeckt: im Gegensatz zu Metallbeplankung absorbiert eine Beplankung aus Holz ein auftreffendes Radarecho, sodass nur eine geringe Rückstarhlung auftritt. Ergebniss auf dem gegnerischen Radarschirm: das Flugzeug ist wesentlich schwerer zu orten(das traf aber auf die meisten Holzfluguege zu)!
Die Gebrüder Horten gingen sogar noch weiter: Die Flügelschale sollte, umgeben von 2 dünnen Sperrholzpaltten, aus einen Gemisch aus Holzkohle, Holzmehl und Spezialleim bestehen, die das Stahlrohrgerüst sowie die Triebwerke gegen Radarstrahlung abschotten sollten.
Lippisch arbeitete bei Kriegsende noch an Kunststoff-Nurflügel, die ebenfalls mit Radar-schwer zu erfassen gewesen wären.

Quintus


28.8.03 05:37:59
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Zum Thema "Stealth-Technologie" gib's auf meiner Grenzwissenschaftshomepage ein Artikel von Uli Thieme: Stammt die Stealthtechnologie von Ausserirdischen ab?

The Real Blaze


28.8.03 19:46:53
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Kann ich dann davon ausgehen,daß die B2 eine Holzbeblankung hat?Als über Belgrad ein Nighthawk abstürzte(auch Stealth)trampelte der serbische Mob auf dem Wrack herum und deutlich war auch zersplittertes Holz zu sehen.Auch der Tagesschausprecher erwähnte,daß man hier die geheime"Holzgemischtbauweise" sah.Als ich nach Jahren in einer Diskusion das erwähnte,wollte man mir das nicht glauben.Was stimmt den jetzt nun?
mfg The Real Blaze

indy


29.8.03 21:23:26
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...normalerweise nich, oder doch :eek::Schulter:
Ist hier irgendjemand aussem WHQ-Forum der das grad beantworten kann?
Hätte da eher Verbundmaterial vermutet...kann mir das eigentlich nich vorstellen, dass Lockheed auch ne Geheim-Schreinerei hatdenkender Smiley

apocalypse dude


29.8.03 22:01:50
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...die Maschine könnte natürlich auch einfach nur in einem Waldgebiet runtergekommen sein.

indy


29.8.03 22:17:18
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Gepostet von apocalypse dude
...die Maschine könnte natürlich auch einfach nur in einem Waldgebiet runtergekommen sein.

Die werden ja wohl zwischen einer bearbeiteten Holztragfläche und ein paar Ästen unterscheiden können...bei N-24 wär ich mir nicht sicher, aber die ARD wird das hinbekommen:D

apocalypse dude


30.8.03 15:25:21
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Ich red ja nicht von Ästen sondern von gesplitterten Baumstämmen ;)
Wär natürlich ein Ding wenn die Kiste aus Holz besteht...
Wie leicht man das sabotieren kann, einfach mit einem Hobel...:totlach:

The Real Blaze


30.8.03 21:29:27
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Nein die Löcher des Wracks waren hellfasrig eben wie zersplittertes Holz ausgefranzt.Das Bild davon geistert sogar noch im Internet rum(auf einer serbischen Seite wahrscheinlichSmiley mit verdrehten Augen )
Muß noch mal suchen ob ich einen Link finde.
mfg The Real Blaze

The Real Blaze


30.8.03 21:53:33
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http://home.snafu.de/veith/Texte/Stealth.htm
das ist erst mal kein foto sondern der hergang wie es dazu kam.Und siehe da: Eine veraltete Mig 21 hat ihn mit Raketen getroffen,den Rest besorgte eine Fla Rakete!Der Stealth Schutz versagte hier gründlich,egal ob da die Russen mit mischten.Also das Amenmärchen der Amis,daß es technische Probleme waren gehört in die Tonne:D
Und dumm waren die Serben auch nicht.
Die Serben hatten Agenten zur NATO-Luftbasis Aviano in Italien geschickt. Diese Agenten fielen nicht weiter auf, da sich am
Zaun dieser Basis viele normale Zuschauer aufhalten. Die Agenten meldeten nun jeden Start einer F-117A mit genauer Uhrzeit,
Wetterbedingungen, geschätzter Kurs usw. vermutlich per Handy an die serbische Flugabwehr.
Im übrigen ist dieser Bomber kurz sichtbar,wenn der Bombenschacht öffnet und die Bombe fällt.Was die Flugabwehr zu nutzen wußte.
mfg The Real Blaze

Quintus


31.8.03 05:55:06
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@ The Real Blaze:
Auf der von Dir angegebenen Seite über den Absturz wird als Quelle 'Flieger-Revue, Heft 12/1999, S. 47' angegeben.
Laut der Homepage der Flieger-Revue (online) (ruf dort Ausgabe 12/99 auf und schaue im Inhaltsverzeichnis) war da kein entsprechender Artikel ;( ???
Hab' ne E-Mail-Anfrage an Flieger-Revue gestellt...

Erich


31.8.03 13:44:03
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Es gibt auch Google. Hier einige Seiten:
http://www.fas.org/man/dod-101/sys/ac/f-117.htm
http://www.serbia-info.com/g3/images/stelt270399b-v.jpg
http://www.serbia-info.com/g3/images/stelt270399a-v.jpg
Das sieht aber nicht nach Holz aus, eher Glasfaser oder Kohlefaser.

The Real Blaze


31.8.03 14:55:25
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Natürlich gibs Google -g-
Kohlefaser und andere High Tech Werkstoffe sind da auf jeden Fall dabei!Holz kann man da als Beblankung der Zelle aber nicht ausschließen,schließlich ist die Zelle größtenteils verbrannt(weil Holz besser brennt als andere Materialien?)Vielleicht ist es auch willkommene Absicht,daß man ein Wrack so konstruiert,daß nicht viel übrig bleibt,falls es irgendwelchen gründen dort abstürtzt wo meinen keinen Zugiff mehr hatte.
Das nachhauseholen des US Piloten war eine respektabele Leistung!Und das in der Nähe von Belgrad!
mfg The Real Blaze

The Real Blaze


8.7.04 16:36:09
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Nach der tschechischen Entwicklung des Passivradars Vera-E,steht die Welt dort Schlange um einkaufen zu können.Besonders die Chinesen.Mit dem Passivradar dieses Gerätes, was in einem PKW Kofferraum paßt,werden sämtliche Stealthflugzeuge der USA entzaubert und sichtbar.Wie jetzt herausgekommen ist,war bereits der Prototyp in Belgrad im Einsatz und maßgeblich dafür verantwortlich,diesen US Stealthbomber abzuschießen..Er wurde eben so klar erkannt und nicht mehr zufällig.Das Fazit ist jetzt wohl,daß die diese Stealth-Technologie praktisch zum Milliardengrab geworden ist.Die bisherige Luftkriegsführung der USA hat so auf jeden Fall eine schwere Schlappe einstecken müßen.

The Real Blaze

Nightwish


9.7.04 20:50:28
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In den Stealth Flugzeugen wird kein Holz verwendet. Wohl aber moderne Kohlefaser-Verbund-Werkstoffe. Bei einem Bruch dieses Materials kommt es zum splittern und zerfasern des Materials. Deshalb wahrscheinlich die Ähnlichkeit zu Holz.

Wurde die F-117 nicht abgeschossen, weil mehrere Radargeräte zusammengeschaltet waren und die Interferrenz ermittelt wurde?

Nightwish


9.7.04 21:22:10
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Habe einen Link gefunden (zum Abschuß, nicht zum Holz):

http://home.snafu.de/veith/Texte/Stealth.htm

The Real Blaze


9.7.04 22:08:00
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Ja das bestätigt eben,daß die Mig 21 von einem Passivgerät herangeführt wurde.

The Real Blaze

Nightwish


9.7.04 22:42:55
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Nein, das tut es nicht. Der Artikel sagt aus, dass die Maschine von einer Phalanx aus mehreren Geräten erfasst wurde. Wovon eines AKTIV gewesen sein muss. Die anderen waren passiv und haben das Echo des aktiven Strahlers empfangen. Aus der Differenz der Werte wurde dann das Ziel berechnet.

Passive Systeme detektieren eigentlich nur Signale die von einem potentiellen Ziel ausgesand werden. Oder in diesem Fall, reflektiert werden.

The Real Blaze


12.7.04 17:19:53
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Also bei den Anmerkungen steht das:

Bereits in den 80er Jahren verfügten Staaten des Warschauer Vertrages über Radarstationen, welche die "Unsichtbaren" sichtbar machten. Hergestellt wurden diese in der damaligen Tschechoslowakei,

Vera-E kommt aus der Tschechei,für mich ist das also mehr wie ein Hinweis.

The Real Blaze

Petronelli


4.8.04 10:28:38
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Hallo,
das Passivradar VERA-E verwendet die Hintergrundstrahlung von Sendestationen (Radio Fernsehen,Funktelefone), diese Hintergrundstrahlung erzeugt quasi einen "hellen" Vorhang vor dem ein "davor" befindlicher Stealth-Bomber entdeckt werden kann!
Es passt angeblich wirklich in einen Kofferraum und arbeitet nicht mit Radarstrahlen-Emmission, also Radar-Suchkopfrakenten haben keine Chance es zu finden!
Allerdings ist die Auswertung mit einer gewissen Erfahrung verbunden, also noch nicht so leicht!
Aber das wird weitergehen! Dann könnte die Stealth- Technologie ausgedient haben!
Die Stealth Bauweise wird in der Tat über Kohlefaser (geharzte miteinander verklebte Faserbündel) erreicht!
(ganz genau so wie bei den Carbon-Holmen in Fahrradbau und Formel 1)
Das Material ist nicht so entscheidend! Kohle ist nur stabiler und leichter als Glasfasern! Es ist wohl so, dass man versucht möglichst eine Wabenstruktur aufzubauen!Ist saustabil und in den wabenförmigen Röhren laufen sich Radarstrahlen tot! Der Stealth hat angeblich den Radarreflex einer fliegenden Ente! Also ist er nicht komplett unsichtbar! Aber halt schwer zu erkennen!

Deutsche XXI-U-Boote hatten glaub ich außen auch eine Gummi-Beschichtung zur ASDIC-Reflex-Minderung!
Gruß
Peter

Petronelli


4.8.04 10:33:36
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Ich nochmal!
Zu den Kohlefasern könnten, zusätzlich auch, die hellgelben Kevlar-Fasern zum Einsatz kommen! Wenigstens partiell! Also schon möglich, dass man an Bruchstellen helle ausgefranste Bereiche sehen kann!
Gruß
Peter

Petronelli


4.8.04 11:09:03
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Hallo und nocheinmal!
Weiter habe ich gelesen, dass man bei diesen Flugzeugen Winkel über 60° vermeidet, deswegen die komischen Formen!
das bewirkt eine Streuung der Radarstrahlen vom Empfänger weg! (wie ein schräger Spiegel!)
Bombenklappen usw sind sichtar, wenn offen das stimmt!
Es soll auch wirklich Radarabsorbierende Beschichtungen geben! Glaubte ich erst nicht!
Sog RAS und RAM Beschichtungen! Die erste sorgt dafür dass auftreffende Radarstrahlung in Wärme umgewandelt wird (ähnlich Mikrowelle und Wasser) die zweite kann die Strahlen totreflektieren! (Iron-Balls)
Allerdings sollen Infrarot-Suchköpfe (Stinger) dem Stealth gefährlich werden können! denn Abgashitze ist immer da!
Gruß
Peter

Petronelli


4.8.04 11:44:34
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Und nocheiner!
www.peters-ada.de
Tolle Seite (leider nicht von mir) über Radar und auch Stealth!
Es gibt dort auch einen Link über den Abschußhergang und weitere Möglichkeiten Stealth Flugzeuge sichtbar zu machen!
Ist wohl nicht so neu!
So, dass wars jetze echt!
Vorsichtige Fräge:
Was haltet Ihr eigentlich von der Theorie der Außerirdischen Technik wie in Link des einen Kurfürst angegeben wurde??Laola-Smileys
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