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Stadtkampf

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AutorBeitrag

Gast


14.11.03 16:21:46
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Guten tag hätt ma gern gewusst wie man Städte eroberte,da
dort die verteidiger gewisssen vorteile haben
-bekanntes gelände
-gute versteckmöglichkeiten der pak,mg
-Soldatenpotenzial einer stadtbevölkerung
...
um nur einige zu nennen
also wie hat man das gemacht und dazu einen vergleich deutch /russische herangehensweise besonders gegen ende des kriegesSmiley mit Danke-Schildesvoll ein wissbegieriger

Axel43


15.11.03 21:43:20
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Man folgt dem klassischen Rezept: Verbindungen abschneiden, Versorgung unterbinden, Widerstandsswillen durch ständiges Bombardement brechen, dann Viertel nach Viertel durchkämmen.
Abgesehen von den nukleären Waffen hat sich da durch die letzten paar Jahrtausende im Prinzip nichts geändert.

waldi44


15.11.03 22:29:00
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Ah, so wie in LeningradSmiley mit verdrehten Augen oder wie in Stalingrad;) oder doch eher Berlin:D?
Der Möglichkeiten gibt es einige: Im Sturm, Belagern, als offene Stadt.....was noch?

Balsi


16.11.03 09:30:37
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Häuerkampf lässt sich nur mit Infanterie, Artilleri (Pak- und Inf-Geschütze) bestreiten.. Panzer sind für Strassenkämpfe ungeeignet.. da sehr anfällig für Nahkämpfer... erste Aufgabe dürfte es sein.. den Stadtrand zu erreichen und jedes haus einzeln zu besetzen.. Schnelligkeit und gute Beobachtung ist von Nöten... bspw. Stalingrad.. dort musste jedes haus erobert werden.. meistens sassen in der 1. Etage die Deutschen dann in der 2. die Russen und in der 3. wieder die Deutschen..

waldi44


16.11.03 10:50:14
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Tja und wenn zB die Einschliessung als solch nicht klappt, der Nachschub also nicht vollständug unterbrochen werden kann und die Verteidiger einen eisernen Widerstandswillen bzw eine eiserne militärische Führung haben, dann hat's sich mit dem Erobern, so wie bei Leningrad!

Balsi


16.11.03 10:53:59
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da muss ich jetzt mal gestehen das ichs nich weiss... sollte Leningrad nich einfach ausgehungert werrden? Sprich deutscherseits hatte man nicht versucht die Stadt kämpfend zu erobern?

waldi44


16.11.03 11:10:38
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Ja, nachdem man es nicht gechafft hatte die Stadt zu erobern.
Stellt sich aber die Frage, ob man nicht doch alles an die Eroberung, statt die Belagerung setzen sollen! Eine Belagerung bindet immer haufenweise eigene Truppen und wertvolles Material, das unter Umständen woanders fehlt!!
Vielleicht aber hätte Stalingrad dann Leningrad geheissen?

Verlorene Siege


16.11.03 13:49:27
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Hi
Man hatte nicht versucht Leningrad zu erobern.Angst vor zu großen an Menschen und Material.Einziges Problem war,man konnte den"Seetransport" nicht unterbinden.Deswegen hat Leningrad nicht kapituliert.Das es ein strategischer Fehler war Leningrad nicht gleich zu besetzten ist eine andere Geschichte.
MFg
VLsG

Westwall


16.11.03 14:44:40
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Auch in der Divisionsgeschichte der 5.Gebirgsdivision „Hurra die Gams“ schreibt der Autor und ehemalige Divisionskommandeur Julius Ringel nur von einer geplanten Belagerung der Stadt ( zumindest noch 1941 ).
Jedoch hatte sich im Frühjahr 1942 die Strategie der deutschen Führung nach erfolgloser Belagerung zur Eroberung der Stadt gewand, nur leider zu spät.
Die 5.Gebirgs-Division wurde deshalb 1942 im Rahmen dieser Angriffskämpfe zur Heeresgruppe Nord im Raum Ssinjawino am Wolchow verlegt, um bei einem späteren Durchbruch zur Finnlandfront im hohen Norden weiter zu operieren.
Fast 2 Jahre lag deshalb diese Division am Wochow bis sie endlich nach Italien wieder ins Gebirge verlegt wurde, die Gebirgsjäger wurden in dieser Zeit zu Sumpfjäger.

waldi44


16.11.03 23:12:03
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Gut, dann eben umgekehrt:P! "Seetransporte"? Du meinst die über den Ladogasee?
Hunderttausende deutsche Soldaten standen dort jahrelang nutzlos rum und die deutsche Marine hatte rund um die Uhr damit zu tun die Blockade von See her dicht zu halten und so viele Sowjettruppen wurden da wohl auch nicht gebunden, als dass man DAS als Nutzen der Belagerung ansehen könnte!

Leutnant


17.11.03 10:52:02
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Wenn man eine Stadt besetzen will bombardiert man sie nicht, dass ist das Prinzip, welches die Deutschen in Stalingrad gelernt haben. Des weiteren gilt das Motto: Häuserkampf ist Panzertod. Die Folgerung daraus ist der verstärkte Einsatz von gut ausgebildeter Infanterie, wie z.B. Jäger (BW). Zum Thema Orts und Häuserkampf gibt es sogar ein eigenes Kapitel in der ZdV 3/11.

Balsi


17.11.03 15:19:46
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in Leningrad wurden 3 sowjet. Armeen gebunden...weiterhin durch die Kümfe am Wolchow, Tichwin, Waldai die Kämpfe dort galten lediglich der Rettung bzw. der Eroberung Leningrads..
Bombardieren einer Stadt, da hat Leutnant recht.. erwiess sich als falsch.. denn so schuf man lediglich Unübersichtlichkeit, was dem Verteidiger mehr Möglichkeiten gab.. das Panzer in einer solchen Umgebung, wo hinter jeden Steinhaufen eine Mine oder ein Einzelkämpfer liegen konnte, nicht wirklich hilfreich waren dürfte klar sein. Meistens verwendet man Spezialisten.. im besonderen Pionierstosstrupps

FritzR


17.11.03 17:09:34
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In einem Buch von Spielberger ist zu lesen, dass die Entwicklung von stark gepanzerten Fahrzeugen, die Geschosse mit Minenwirkung verschießen konnten (um Häuser einzureißen) aus den Erfahrungen der ersten Kämpfe um Stalingrad hervorging. Dort wurden angeblich solche Fahrzeuge gefordert.
Es enstand darauf hin das "Sturm-Infanteriegeschütz 33", im Prinzip der direkte Vorgänger vom "Brummbär".
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