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Verbotene Waffen

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AutorBeitrag

waldi44


12.2.02 18:28:40
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Hier mal zwei Varianten des Dumdum - Geschosses, wie sie im 1.WK verwendet wurden, mit Original Text!
Ich dachte immer, da gäbe es nur die Form der platten Spitze!

60.000 Dumdum- Geschosse die in der Festung Maubeuge vorgefunden wurden. Die Geschosse wurden von Hauptmann a.D. Alfred Mannesmann in Gegenwart des amerik.Konsuls Thomsen in Aachen, dreier amerik. Jurnalisten und des Bürgermeisters von Maubeuge untersucht.
Rechts und Links besonders gefährliche Dumdum- Geschosse, die von den Engländern gegen deutsche Truppen benutzt wurden.

Dumdum- Geschosse und deren Kriegsverpackung, die in Laon aufgestapelt waren. Bisher(1915 von mir) wurden bei mehr als 30.000 Gefangenen Dumdum Geschosse gefunden.

"Beim Eindringen in den Körper zersplittern diese Kugeln in kleine Metallteile, die innen alles zerreißen. Ein gewöhnliches Geschoß verläßt den Körper wieder, ein Dum-Dum-Geschoß nicht. Darum hat die Genfer Konvention diese Geschoße verboten. "
Wohl noch eine andere Art von Dumdum?

JSP - Jacketed Soft Point
"Dum Dum" Ende des 18. Jahrhunderts wurde im indischen Armee-Arsenal Dum Dum bei Calcutta eine Variante des FMJ-Geschosses entwickelt, bei der die Nase des Projektils nicht vom Mantel umschlossen wird. Man erreichte damit eine stärkere Expansion im Körper. Meist zerfällt das Projektil im Ziel auch noch in mehrere Teile und macht damit eine effektive Wundversorgung fast unmöglich. Der verbleibende Mantel schützt das Rohr der Waffe vor dem weichen Blei. Diese Art von Geschoß wird international geächtet und darf nicht für militärische Zwecke eingesetzt werden. Die USA behält sich vor es gegen Kriminelle und Terroristen einzusetzen um die gewaltige Mannstop-Wirkung auszunutzen.
Munitionsarten
Hohlspitzgeschosse (hollow - point)
Hohlspitzgeschosse haben im Kopf der Kugel eine Eindellung. Diese bewirkt eine Aufpilzung des Geschosses im Ziel, so daß eine völlige Energieabgabe erfolgt. Die Mannstoppfähigkeit ist hoch, das Geschoss bleibt aber im Körper stecken. Es ist wie das gleich wirkende Dum-Dum- Geschoss von der Haager Landkriegskonvention verboten worden, ist aber für den Privatmensch ohne Schwierigkeit erhältlich, zum Beispiel als Jagdmunition.

waldi44


12.2.02 21:24:47
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DAS allerdings ist nicht verboten!?
5,56mm (NATO)
Das 5,56mm Geschoss ist das neue Standard-Geschoss der NATO. Verwendet wurde es zum ersten Mal in Vietnam. Es hat eine sehr hohe Mündungsgeschwindigkeit (990 m/s statt 750 m/s bei 7,62). Außerdem ist die Kugel nicht "richtig ausgewuchtet".
AK 47 (7,62 kurz) Traurige Berühmtheit bei Terroristen und Bürgerkriegen.

Diese beiden Faktoren bewirken, dass die Kugel selbst von kleineren Ästen abgelenkt wird, aber beim Auftreffen auf Körper ihre Energie in eine Rotationsbewegung umwandelt. Praktisch heißt das, dass wenn eine Kugel z. B. in der Hüfte eindringt, sie sich durch die Rotation bis zu den Rippen hocharbeiten kann, mit dem entsprechenden
Wundkanal. Manche Autoren berichten dabei auch von einem möglichen neurogenen Schock.
Ein ähnliches Kaliber haben auch die russischen Kalaschnikow-Werke für das AK-74 hergestellt, welches im Afghanistan-Krieg eingesetzt wurde. Die belgische Fabrique Nationale hat außerdem eine neue Munition (5,7mm) mit der dazu gehörigen Waffe (P90) auf dem Markt gebracht. Diese Waffe verbindet die Wirkung der 5,56-Munition mit den Ausmaßen einer kleinen Maschinenpistole.

Schusswunde durch 5,56 Geschoss. Links Einschuss, rechts Austritt. Die Rotationsbewegung der Kugel bewirkt große Fleischwunden. Die Bundeswehr führt zur Zeit dieses Kaliber ein.
Schußverletzungen

xmen


13.2.02 08:08:42
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Das ist ja der Hammer dann kann die BW ja gleich mit Dumdum schiessen!:(

ralph


13.2.02 13:25:37
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...so dann will ich euch mal berichten was mein opa mir erzählt hat, bei schweren russischen sturmangriffen, wenn die deutsche front drohte einzubrechen, rückte die waffen-ss vor und begann mit folgender waffe die bodenbefeuerung, ich denke das ist wesentlich heftiger als ein dummdumm geschoss !

ralph


13.2.02 13:27:57
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hmm, da der link natürlich so nicht funzt schaut es euch einfach hier an :
Link

waldi44


13.2.02 16:55:21
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Hm, da kann ich deine Gedanken nicht GANZ (in etwa schon) nachvollziehen. Flak heißt doch nicht, daß man damit nicht auf andere Ziele schießen darf, also auch auf Menschen!
Darüber sagt auch die Genfer Konvention nichts aus!
Beispiel: Wärend des Falklandkrieges berichteten Reporter über die 2Unhegeuerlichkeit", daß britische Soldaten mit Bazookas in voll besetzte Schützengräben feuerten und dabei die Argentinier zum Teil böse entstellt (natürlich auch getöt wurden)! Was soll denn da?
Anders dagegen die Dumdum Geschosse, Sägebajonette oder auch gekerbte Patronen. Aus humanitären Gründen beschloß man damals ihre Ächtung (Sägebajonet weiß ich nicht genau und die gekerbten Patronen gab es eh nicht offiziell!) und wenn es schon solche Reglungen gibt, sollte (muß) man sich auch daran halten!
Außerdem: Die Dumdum - Problematik war meines Wissens auf den 1.Wk beschränkt und ich glaub, daß nicht nur die SS Flak zum Erdkampf eingesetzt hat!

Balsi


13.2.02 17:11:05
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also due Vierlings-Flak wurde allgemeinhin "gerne" im Erdkampf eingesetzt ...denn deren Wirkung kann man sich ja leicht erklären... ob dieser Einsatz nun fraglich ist oder nciht... auch der Einsatz eines Panzers gegen einen Soldaten wäre dann ja unmenschlich

ralph


13.2.02 17:28:25
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nun, entsetzlich entstellt waren die soldaten nach dem flak-beschuß sicherlich auch, zumindest berichtete mein opa mir das. allerdings erzählte er mir von vierlingsflaks die auf gepanzerten fahrzeugen montiert waren, bisher sah ich diese nur am boden montiert.

waldi44


13.2.02 17:42:01
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Flakpanzer IV WIRBELWIND

ralph


13.2.02 18:05:29
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gabs die 1942 schon ? gabs die auch auf halbkettenfahrzeugen ?

Balsi


13.2.02 18:53:35
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jupp die gabs auch als Halbkettenfahrzeuge
2-cm-Flakvierling 38 auf 5 t ZgKw.. Bild gewünscht???

xmen


14.2.02 08:26:19
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Jede Waffe ist pervers aber man muß es ja nicht immer auf die Spitze treiben!
Aber das gerade in der heutigen Zeit es wieder Rückwärts geht bei solchen Dingen ist schon traurig

panzerjaeger


14.3.02 12:24:54
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Stimmt schon ...Aber auch eine heftige waffe ist auch der Flammenwerfer...
der war auch ganz schön heftig...

Petronelli


12.8.04 14:34:55
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Was wollt ihr denn?
Ist doch alles Vollmantel!!!
Keine Bleispitze!seilspringender Smiley

AK 74 ZF


12.8.04 21:48:17
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Hallo Ralph,

Flak im Erdkampf einzusetzen war allgemein üblich.
Hab ja schon mal geschrieben, daß mein Großvater am Ende des Krieges in einer Fallschirmjägereinheit z.b.V. diente, welche die Aufgabe hatte russ. Einbrüche abzuriegeln/aufzufangen. Die Einheit war ausgerüstet mit Flak 8,8 cm (gegen Panzer im Erdkampf), Flak 2 cm (um die Infanterie auf größere Entfernung schon von den T-34 runter zu schießen) und Handwaffen (für den Nahkampf).
Ziel war es aber Eindeutig den Nahkampf zu vermeiden!(da Blutig und Verlustreich-> die russ. Sturmsoldaten waren harte Burschen! Nix mit blöde gegen MG´s anrennen oder gar Feige!Frag mal alte Landser nach den "Sibirischen Schützen" bzw. russ. Garde-Sturm-Truppen.) Und da war das Zwischenhalten mit der 2 cm Flak weder Ehrenrührig noch galt es als "Unsportlich".

Auch der Russe setzte seine 4 Fach-Flak 23 mm(FlaSFL "Schilka")bei den Kämpfen an der Russisch-Chinesischen Grenze im Erdkampf gegen Infanterie ein.Soweit mir bekannt ist hat da eine Fla-SFL-Batterie innerhalb weniger Minuten ein angreifendes chin. Regiment regelrecht ausgelöscht.Die "Schilka" hieß seit dem im Militärjargon "Chinesensense". Auch bei der NVA wurde der Erdkampf mit der Schilka trainiert. (War aber normalerweise ein "Notfall", da sie eigentlich zur Luftabwehr diente.) Und auch beim Bund ist man sich bewußt, daß der Flakpanzer "Gepard" mit seinem 35 mm Zwilling, in Ausnahmesituationen, auch im Erdkampf einsetzbar ist.

AK 74 ZF - der nie nich als Feind im Ziel und Feuerbereich solcher Geräte liegen möchte -> ich als Infanterist find es doch ein bissel "unsportlich"-> im umgekehrten Fall würd ich aber auch voll draufhalten !Laola-Smileys

waldi44


13.8.04 00:05:48
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Das mit Abstand "lustigste" habe ich mal zu Zeiten des Falklandkrieges gelesen! Da haben sich doch tatsächlich Reporter darüber aufgeregt, dass die Briten mit Panzerbüchsen (Panzerfäuste) in die voll besetzten Schützengräben der Argentienier hielten.
"Unfair" finde ich lediglich ungeeignete oder manipulierte Waffen und Geräte, da sie oft unnötiges Leid bei den Opfern schaffen- Dum Dum oder Sägebajonette!

Mal eine Frage: Die Russen hatten doch Dreikantbajonette. Hab da mal gelesen, dass sie durch das Fehlen einer Blutrinne, dazu führten, dass die Opfer innerlich verbluteten. Also verbinden brachte nichts!
Wer weiss was dazu?!

Popski


13.8.04 05:31:31
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Waldi44 schrieb:

Das mit Abstand "lustigste" habe ich mal zu Zeiten des Falklandkrieges gelesen! Da haben sich doch tatsächlich Reporter darüber aufgeregt, dass die Briten mit Panzerbüchsen (Panzerfäuste) in die voll besetzten Schützengräben der Argentienier hielten.

Kannst Du Dich erinnern welcher Nationalität die "Reporter" waren? Nicht etwa Briten, oder? Was mich auf der einen Seite nicht wundern würde. Die Story habe ich nicht gehört, oder inzwischen vergessen.

Jedoch haben die Briten bei den Sturmangriffen auf die Argentinier (auf Falkland selbst) die Milan eingesetzt (Para, Gurkhas und Waliser Garde). Der einzige Einsatz der 84mm Panzerabwehrwaffe war beim Abwehrkampf der 22 Marine Commandos auf South Georgia. Die Jungs hatten zuerst eine argentinische Alouette III und Puma abgeschossen und haben dann anschließend mit obiger 84er das arg. Schiff "Granville" erheblich beschädigt. Wann hatte Lt. Keith Mills schonmal eine solche Gelegenheit ...

Wenn es brit. Reporter waren, dann war es wohl nur eine Retourkutsche, um das "schlechte Gewissen" zu beruhigen oder abzulenken. Denn einer der Idioten hatte am Morgen des Sturmangriffs auf Goose Green den kurz bevorstehenden Angriff im Radio melden lassen. Es war mehr wie Horror für die teilnehmenden Paras im Radio vom eigenen Angriff zu hören, die Argtentinier waren also vorbereitet. So gewann zumindest ein Reporter einen Haufen "Freunde fürs Leben". Das wurde in der britischen Presse heftig diskutiert, jedoch nicht ernstlich kontrovers, da selbst die restlich Presse sich einig war, daß die Meldung zu jenem Zeitpunkt mehr wie "unpassend" war. Und überhaupt nicht "lustig".

Grüße

PS: Wobei die Argentinier mehr Glück wie Verstand hatten. Sie haben zum richtigen Zeitpunkt die Waffen gestreckt. Besser gesagt, ihre Offiziere haben ihre Soldaten bei den letzten Angriffen feige im Stich gelassen. Sind Richtung Port Stanley stiftengegangen. Ein Teil der zurückgelassenen Truppen waren Kadetten die bei den letzten Sturmangriffen die "lustigsten" Reaktionen zeigten, etliche rollten sich im Schützenloch bzw. Graben wie ein Embryo zusammen, oder "versteckten" sich im Schlafsack, einige schliefen tatsächlich (psy. Flucht- und Verdrängungsversuch). Hätten sie es nicht getan, dann hätten sie in der nächsten Nacht Besuch von den Gurkhas bekommen. Das wäre "lustig" geworden ...

waldi44


13.8.04 09:40:30
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Tja, wer damals mehr Glück hatte, müsste man erst noch klären! Die relativ bescheidenen Verluste der Briten wären um ein vielfaches höher gewesen, wenn die Argentinier mit ihren Waffen hätten besser umgehen können.
Ettliche Raketen und Bomben trafen zwar die englischen Schiffe, wegen ihrer Leichtbauweise (Schiffe), durchschlugen sie diese Glatt und richteten kaum Schaden an!

Tja, welcher Nationalität die Reporter waren weiss ich auch nicht, kam aber in der Tagesschau- so richtig "eingebettet" schienen die aber nicht gewesen zu sein ;)!

Hoover


13.8.04 11:59:59
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Naja, ich finde die Argentinier waren doch recht erfolgreich.

Anbei eine Liste der britischen Schiffsverluste und Schäden:

Samstag, 1. Mai 1982: HMS Alacrity von Bomben leicht beschädigt; HMS Arrow von Bordkanonenfeuer leicht beschädigt; HMS Glamorgan von Bombennahtreffer beschädigt

Dienstag, 5. Mai: HMS Sheffield durch eine Super Etendard mit Exocet getroffen und brennt aus. Sie sinkt am 10. Mai.

Mittwoch, 12. Mai: HMS Glasgow durch Volltreffer einer Fliegerbomber (durch Skyhawk A-4B) beschädigt und kehrt nach England zurück. Blindgänger!

Freitag, 21. Mai: HMS Antrim schwer beschädigt durch Blindgänger; HMS Broadsword und HMS Brilliant durch Bordwaffenbeschuss eines arg. Jagdbombers beschädigt; HMS Argonaut durch Kanonenfeuer leicht beschädigt; HMS Ardent schwer durch Bombentreffer beschädigt und sinkt am folgenden Abend.

Sonntag, 23. Mai: HMS Antelope durch Blindgänger beschädigt. Bei der Entschärfung detoniert die Bombe, das Schiff sinkt.

Montag, 24. Mai: RFA (TrspSchiff) Sir Galahad durch FliBo (Fliegerbombe beschädigt; RFA Sir Lancelot durch FliBo schwer beschädigt und fällt für 3 Wochen aus; RFA Sir Bedivere durch FliBo beschädigt.

Dienstag, 25, Mai: HMS Broadsword schwer durch FliBo beschädigt; HMS Coventry beim selben Angriff versenkt; Atlantic Conveyor durch Exocet getroffen und sinkt.

Dienstag, 8. Juni: HMS Plymouth durch FliBo beschädigt; RFA Sir Galahad erneut getroffen und brennt aus. Sie wird aufs Meer geschleppt und mit ca. 100 Toten als Seegrab versenkt. RFA Sir Tristram im selben Angriff beschädigt und kehrt nach England zurück; Landungsboot LCU F4 ( von HMS Fearless) von A-4B Skyhawk versenkt.

Samstag, 12. Juni: HMS Glamorgan bei Port Stanley erneut von Exocet getroffen.

AK 74 ZF


13.8.04 18:36:16
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Hallo Waldi,

mal kurz zu den russ. Nadelbajonetten. Zum einen gab es auch bei anderen Nationen solche Bajonette. Das engl. "Spike" z.Bsp.welches aber sehr kurz ist, aber auch lange franz. Nadelbajonette sind mir bekannt.
Der Vorteil solcher Bajonette ist, daß sie erstens extrem billig in der Herstellung sind und zweitens meist recht lang waren. Da sind wir dann auch bei der sogenannten "Blutrinne". Dieser volkstümliche Begriff ist eigentlich Quatsch. Normalerweise erhöhen solche Hohlkehlen die Stabilität und sind teilweise auch eine Art Gewichtseinsparung. Gerade die Nadelbajonette waren meist, aus Stabilitätsgründen, gekehlt bzw. wurden in Dreikantform gehalten. Die russ. Bajonette aus ordentlicher Fertigung (bei Notproduktion sparte man sogar an solchen Fertigungsschritten) waren meist Vierkant (mit 4 Hohlkehlen) oder in Dreikantform hergestellt.
Der Nachteil dieser Nadelbajonette war, daß sie eigentlich nur zum Stechen (als Bajonett) oder als Bratspieß zu gebrauchen waren. Deshalb ging man auch in der russ. Armee zum vielfältiger einsetzbaren Messerbajonett über.

Die Nadelbajonette sind so verrufen, da es meist nur eine relativ kleine Wundöffnung gibt, welche sich sogar meist sehr schnell zuzieht, der Stichkanal aber meist sehr tief ist. Dadurch verblutet der Mensch innerlich. Im Moment bin ich mir aber sogar nicht einmal sicher ob diese Bajonette wirklich Völkerrechtlich verboten sind. Die Genfer Konvention und auch Haager Landkriegsordnung sind da etwas "schwammig". Da ist i.d. Regel vom Verbot von Waffen die Rede welche unnötige Verletzungen oder Leid zufügen.
Man muß aber davon ausgehen das Militärwaffen, und dazu gehören Seitengewehre/Bajonette nun mal, normalerweise dazu konstruiert sind Menschen zu töten.
Mag ja sein daß dies manchem heute unmenschlich oder verwerflich klingt, aber es ist nun mal so.

Im Krieg ist es die Aufgabe von Soldaten so viele Gegner wie möglich, effizient und schnell (bei möglichst geringen eigenen Verlusten)"auszuschalten". Und ob man da nun den Begriff Töten, Eliminieren, Ausschalten, Vernichten etc. pp. verwendet, das Ergebnis ist eigentlich das Selbe.

Übrigens waren die Russen für ihre Bajonettfechtkünste mal richtig berühmt. Gibt im Buch "Das Auge des Jägers" eine Episode wo geschildert wird wie ein russ. Bajonettkämpfer im Nahkampf mehrere dt. Gebirgsjäger tötet ohne das er ausgeschaltet werden konnte, weil der Scharfschütze Angst hatte im Gewimmel seine eigenen Kameraden zu treffen.

Auch in der NVA wurde der Nahkampf mit aufgepflanztem Seitengewehr noch trainiert. Stiche mit dem aufgepflanzten Seitengewehr, Paraden und Blöcke mit den Waffen gegen gegnerische Bajonettangriffe, Kolbenschläge und Kolbenstöße gehörten zur Ausbildung.Dabei waren aber nicht die altertümlichen Bajonettangriffe a la Leuthen, wo der Gegner mit blanken Bajonetten geworfen wurde, Ziel der Ausbildung.
Das Seitengewehr diente in Gefechtsituationen wo es zu Nahkämpfen kommen konnte (Grabenkampf, Orts-und Häuserkampf, Sturmangriff) als Ergänzung falls man sich verschossen hat (Magazin leer) oder überrascht wird. Zusätzlich war grundsätzlich in solchen Situationen auch der Feldspaten freizumachen.
So umfaßte zum Bsp. das Kommando "Fertigmachen zum Sturmangriff" folgende Tätigkeiten : Einsetzen eines neuen Magazins in die Waffe + durchladen und sichern, aufsetzen des Seitengewehres, Fertigmachen der Handgranaten, sowie das Freimachen des Feldspatens und Einstecken des Feldspatens vorn hinter dem Koppelschloß. Dafür gab es richtige Normzeiten und dies wurde auch geübt bis zum Erbrechen. Diesen Tätigkeiten lagen Kriegserfahrungen zu Grunde. Sicher hatte das Primat der Feuerkampf mit der Schußwaffe und den Handgranaten -> auch im Nahkampf. Aber wenn es zum Kampf Mann gegen Mann kommt (in der NVA wurde der Begriff Nahkampf meist für den Kampf Mann gegen Mann verwendet) zählte jede Waffe oder Möglichkeit um zu überleben. Und dies wurde auch so ausgebildet.
Eine Sonderform waren sogenannte Kommandotechniken und Postenüberfälle. Auch die gehörten zum Programm der Ausbildung. Wobei es natürlich auch Einheiten gab welche auf solche Art des Kampfes spezialisiert waren.

In der BuWe wird Bajonettkampf so gut wie gar nicht trainiert. Die Seitengewehre der AK 74 müßten zumindest auf die G 36 passen. Soweit mir bekannt ist, wird aber der Bajonettkampf müde belächelt und nicht ausgebildet. Man dachte vor kurzem, nach den Unruhen im Kosovo wo man nicht auf die Demonstranten schießen konnte/wollte, aber mal kurz darüber nach.War aber nur ein kurzer "Geistesblitz". Auch der Anteil der Nahkampfausbildung (Mann gegen Mann) ist äußerst gering und erfolgt nur in wenigen Einheiten. (Häufig hört man bei der BuWe den blöden Spruch "Wenn es soweit kommt, haben wir eh etwas verkehrt gemacht !":Schulter:) Der Nahkampf im Sinne Feuerkampf/Handgranatenwurf etc. gehört zumindest bei Jägern, Fallschirmjägern und Panzergrenadieren auf jedem Fall zur Ausbildung. (Ich hoffe zumindest daß dies auch heute noch der Fall ist.)Nicht das man bei 9 Monaten Ausbildungszeit aus Zeitmangel mal noch die Schießausbildung einspart !seilspringender Smiley

Gruß AK 74 ZF -der den Kampf mit aufgepflanzten Seitengewehr, Feldspaten, Messer, Würgeschlinge bis hin zum Kampf ohne Waffen (mit den Extremitäten des menschlichen Körpers) mal sehr gründlich und bösartig erlernt hat-> da gab es weder Skrupel noch Regeln ! Außer dem alten Naturgesetz "Töte oder du wirst getötet !"

waldi44


13.8.04 20:21:07
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Smiley mit Danke-Schildund wieder ein altes lieb gewordenes Gerücht zerschlagen:totlach:Respekt-Smiley!
Übrigens, wir als Panzersoldaten hatte da wohl nur zwei oder vier Stunden Ausbildung im "Nahkrampf":totlach:! So ein Spaten vorne im Koppel ist aber auch ein guter Schutz gegen Bauchschuss oder Bajonettstich!

Heat


14.8.04 11:59:40
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hey auch AP macht scheiß Wunden. Da das Geschoss das Körpergewebe derart schnell wegdrückt, so dass es wieder zu so einer Art Miniexplosion kommt...das Gewebe dehnt sich weiter aus als es nötig wäre, viel weiter und verdrängt weiteres Gewebe...bis zum 30 fachen des Kaliberdurchmessers kann der Wundkanal betragen. Niemand überlebt einen Gewehrschuss aus kurzer Entfernung in den Torso...zumindest bleibt niemand kampffähig...wohlgermerkt bei kurzer Entfernung(bis 200 Meter)

Markus Becker


14.8.04 13:22:56
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Gepostet von waldi44
Ettliche Raketen und Bomben trafen zwar die englischen Schiffe, wegen ihrer Leichtbauweise (Schiffe), durchschlugen sie diese Glatt und richteten kaum Schaden an!



Soweit mir bekannt ist, war das nicht der Grund für die massenhaften Blindgänger. Die argentinischen Bomben sollen recht alt gewesen sein. Angeblich wurden sie beschafft, als noch Propellerflugzeuge eingesetzt wurden. Sie ließen sich zwar auch von Jets zielgenau abwerfen, aber die Verwendung schnellerer Flugzeuge führte logischerweise zu einer höheren Geschwindigkeit beim Aufprall – mit dem Ergebnis, dass die Zünder der Bomben i.d.R. zerbrachen, bevor sie den Sprengstoff zur Explosion bringen konnten. Lediglich bei schlechten Treffern(=spitzer Winkel) explodierten die Bomben.


Gruß Markus

Popski


15.8.04 07:24:03
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An Waldi44 und Markus Becker die schrieben:

... Die relativ bescheidenen Verluste der Briten wären um ein vielfaches höher gewesen, wenn die Argentinier mit ihren Waffen hätten besser umgehen können. Ettliche Raketen und Bomben trafen zwar die englischen Schiffe, wegen ihrer Leichtbauweise (Schiffe), durchschlugen sie diese Glatt und richteten kaum Schaden an!

bzw.:

Soweit mir bekannt ist, war das nicht der Grund für die massenhaften Blindgänger. Die argentinischen Bomben sollen recht alt gewesen sein. Angeblich wurden sie beschafft, als noch Propellerflugzeuge eingesetzt wurden. Sie ließen sich zwar auch von Jets zielgenau abwerfen, aber die Verwendung schnellerer Flugzeuge führte logischerweise zu einer höheren Geschwindigkeit beim Aufprall – mit dem Ergebnis, dass die Zünder der Bomben i.d.R. zerbrachen, bevor sie den Sprengstoff zur Explosion bringen konnten. Lediglich bei schlechten Treffern(=spitzer Winkel) explodierten die Bomben.


Nicht ganz. Die Leichtbauweise bei einigen (!) britischen Schiffen hatte schon ihre Bedeutung insb. im Zusammenspiel mit den franz. Exocetraketen, nicht den normalen Fliegerbomben. Diese waren die wirkliche Bedrohung , wie man unschwer an ihren Erfolg an der HMS Sheffield (Leichtbau) ersehen konnte. Die arg. Piloten hatten beim Anflug auf die in den Buchten liegenden Schiffen nur zwei Möglichkeiten, die beide den Briten im Detail bekannt war. Dies bei der entsprechenden, lange vorher geplanten, simulierten und dann vor Ort ausgeführten jeweiligen Aufstellung vor Falkland der Briten: a) entweder tief einfliegen, um den jeweiligen Radar zu unterfliegen und (!) ein, dem brit. Abwehrfeuer (von See und Land), schlechteres Ziel zu bieten, oder b) höher einzufliegen um die volle Wirkung (besser, überhaupt eine) Wirkung der Bomben zu sichern, jedoch gleichzeitig ein "besseres" Ziele (aus brit. Sicht) zu bieten. Heißt, bei a) war die Überlebenschance auf argt. Seite erheblich größer, auf b) entsprechend geringer.

Von wenigen Ausnahmen kamen die Arg., tief eingeflogen in die Buchten, das was die Briten erhofft hatten und demtentsprechend ihre Abwehr aufgestellt hatten. Wissend, dass der normale Soldat bzw. Pilot grundsätzlich ein oberstes Motiv hat: zu überleben. Die Briten wußten im Detail um die Wirkung der arg. Bomben. Es war bekannt, daß die Bomben erst aus einer bestimmten Höhe des Abwurfes detonieren würden. Dies lag daran, daß diese am Ende kleine "Ruder", "Flügel" hatten, die bei Abwurf aktiviert wurden, Diese drehten sich dann und brachten die Bomber zielgenau ins Ziel und aktivierten den Zünder. Dies benötigte eine bestimmte Zeit bzw. dementsprechende Flüghöhe. Für die Briten war dies kein Geheimnis, da die betreffenden Bomben in Britannien (!) hergestellte, ehemals an die Arg, verkaufte und gelieferte Mk.17 1.000 Pfund Bomben waren! Die Leichtbauweise hatte hierauf keinen ernsthaften Einfluß. Dieser hatte eher verhehrenden Einfluß auf ausbrechende Feuer (sofern denn überhaupt eine explodierender (!) Treffer gesetzt wurde.

Die Briten zollten den argt. Piloten ob ihrer Leistung Anerkennung und Respekt (im Gegensatz zu den Landtruppen). Da sie nicht höher anflogen war nachvollziehbar.

An Hoover der schrieb:

Naja, ich finde die Argentinier waren doch recht erfolgreich. Anbei eine Liste der britischen Schiffsverluste und Schäden ...


Von rein militärischen Standpunkt ausgesehen, waren die Landungsoperationen (die gesamte OP eh) ein voller Erfolg. Ziel war es, die Infanterie zu landen, soll heißen, die Landungsfahrzeuge und Truppentransporter hatten oberste Priorität. Die Verluste waren teilweise weit unter den erwarteten Vorhersagen. Dies kam insb. durch die oben beschriebenen Faktoren zustande, aber auch durch die Tatsache, daß die arg. Piloten sich hauptsächlich auf die brit. Zerstörer konzentrierten (was die Briten auch erwartet hatten). Diese konnten auch ohne Probleme ersetzt werden. Trotz aller Schrecken war z.B. die professionelle Sicht des brit. Kapitans zur See, Kit Layman (der getroffenen und außer Gefecht gesetzten HMS Argonaut) so, wie auch anderer vor Ort und im Stab in England, daß er "begeistert" war, deshalb, weil die Angriffe der arg. Piloten "beeindruckend" wären (aus Sicht eines Aviatikers), jedoch die Landungstruppen und Fahrzeuge unberührt geblieben waren! Das war das Ziel der OP.

Und man behalte dabei stets im Hinterkopf, daß das Ganze sich 16.000 KM vom Mutterland entfernt abspielte, quasi vor "der Haustür" der Argentinier.

Grüße


[ Editiert von Popski am: 15.08.2004 11:57 ]
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