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F42 - sturmgewehr

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AutorBeitrag

Tobias


3.3.04 22:10:13
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Das f42 war das erste sturmgewehr der welt. Konstruiert wurde es speziell für die deutschen fallschirmjäger. Die kalaschnikow hat dieses model weit gehen übernommen und natürlich noch verbessert. Nur ist dieses, eigentlich praktische, gewehr nicht in großer stückzahl im laufe des krieges herausgekommen. Warum nicht ? Und:Kann mir jemand die technischen daten zum f42 geben? Aber bitte so, daß sich auch ein laie wie ich damit auskennt. Ich hab mich schon beim stg77 schwer getan! :D
Smiley mit Danke-Schild

Sniper


4.3.04 03:31:43
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Angaben zum FG 42 findest du >>> hier <<< >>> hier <<< >>> und hier <<<.

Die Kalaschnikow dürfte wohl aber eher dem Stgw 44 nachempfunden sein.

Axel43


4.3.04 17:00:54
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Dieh wahffe was teuer unt umstentlich tsu produhzieren unt kahm noch nichtt gans durchentwikkelt-ausgereift in den Dienst. Ain problehm wahr auch dass kaliber. Nachdehm mann dann die KurzPatrone entwikkelt hatte, konnte man eine bessere waffe um sieh herumm entwikkeln.

AK 74 ZF


5.3.04 14:44:53
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Hallo Leute,

daß FG 42 war eine ziemlich gute Waffe. Leider aber zu teuer in der Herstellung.
Sind ja gute Links angegebeb worden.

Aber bitte hört endlich mal mit dem Blödsinn auf die Kalschnikow wäre ein Nachbau der StuG 44.

Abbonniert die Visier, oder sonst eine ordentliche Waffenzeitung, da sind öfters gute Beiträge drin.
Schaut mal hier die Teile an http://www.waffeninfo.net/wbild_stgw44.php)und hier den Beitrag( http://www.clan8472.de/waffenhq/AK/stgw44.htm).
Hier die AK (http://www.military-page.de/waffen/kala/ak47/ak47_03.htm). Gibt noch viel mehr Seiten dazu. Einfach mal mit Google suchen, wen es interessiert. Aber die "Visier" oder das "DWJ" sind, neben Originalvorschriften, eigentlich so ziemlich die besten Quellen zu Schützenwaffen.

Ich hab die AK, aber auch das StuG 44 auseinander- und zusammengesetzt. Sie besitzen trotz der äußeren Ähnlichkeit hinsichtlich Verschluß etc. keine Verwandschaft !
AK ist ein Gasdrucklader mit Drehverschluß und das StuG ein Gasdrucklader mit Kippverschluß.

Lest einfach den Visierbeitrag zur Geschichte beider Waffen, dann dürftet ihr schlauer sein.

Das Michail Kalaschnikow das StuG 44 zumindest in einigen Details, aber sich hauptsächlich hinsichtlich der takt. Verwendungsmöglichkeiten -> Kurzpatrone statt Gewehrpatrone -> einiges vom StuG 44 abschaute bestreitet er doch nicht einmal selber.

Weshalb diese geniale Verwendung einer dreiviertellangen Kurzpatrone bei H&K dann wieder verworfen wurde-> und somit das spätere G 3 für das Schießen gezielter Feuerstöße oberhalb des Sturmabwehrschießens nicht taugte -> wird mir ewig ein Rätsel bleiben.

Denn das StuG 44 enstand ja eigentlich aus der Erkenntnis das die Gewehrpatrone für die realen Kampfentfernungen im 2. WK überdimensioniert war.
Das Stug 44 war hinsichtlich seiner takt. Konzeption -> und die hat Kalaschnikow konsequent weiterferfolgt und daraus das bei Waffenexperten in Ost und West anerkannt beste Surmgewehr der damaligen Zeit geschaffen -> revolutionär.
Der einzige Nachteil war, daß die Kurzpatrone an der Front teilweise sehr schlecht zu erhalten war (Nachschub- und Versorgungsproblem). Das StuG 44 und das FG 42 waren meiner Meinung nach, neben der für den Nahkampf exzellenten russ. PPSch 41 (unverwüstlich und zuverlässig)und dem Garand M1(http://www.waffenschumacher.com/pdf/Garand_web.pdf) der Amis die besten automatischen Schützen des II.WK.

Das StuG 44 wurde übrigens noch bis weit in die 60er Jahre in den Kampfgruppen der DDR verwendet. War sehr beliebt.

Soviel wollt ich wieder mal gar nicht schreiben. :Schulter:

Gruß AK 74 ZF - der mit dem StuG 44 sogar hätte schießen dürfen, so nur Munition dafür vorhanden gewesen wäre -Kopf-an-die-Wand-hau-Smiley

Blanker Hans


5.3.04 16:38:53
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@ AK 74 ZF:

Zu dem Thema kannst Du gar nicht genug schreiben, meine ich!!!

Wie jetzt, das StuG 44 wurde bis in die 60er Jahre in der DDR verwendet? Dann müßte es davon doch eine Menge Fotos geben, bzw. auch noch größere Bestände an Waffen.
Das ist mir vollkommen neu... Weißt Du darüber noch mehr?

Gruß,
Matthias

Axel43


5.3.04 16:41:44
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Wer hier was erfunden hat kann man natürlich immer diskutieren und kommt dann schnell ins uferlose, wenn es auch in der Geschichte der Waffenentwicklung immer wieder einzelne Personen gibt, die ältere Gedanken in neue Richtungen gelenkt haben - also z B Colt, Mauser, Browning,Kalaschnikow, etc etc.
Amerikaner (Garand), Schweden (Ljungman/Ag42) und Russen (SVT38/40, letzte bei den Deutschen als Beutewaffe sehr beliebt) wie auch FN (die spätere FN 49) waren alle auf der richtigen Spur, noch ehe die Deutschen wirklich in Gang kamen, hatten aber alle das Problem des für ein Sturmgewehr viel zu kräftigen und großen Patrone. Erst mit der deutschen Kurzpatrone konnte man das (halb)automatische Gewehr in eine wirklich funktionelle Waffe für jeden Soldaten entwickeln, und genau da waren dann die Deutschen voraus, auch wenn es an der Produktionskapazität mangelte.

Blanker Hans


5.3.04 16:42:49
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Äh, noch was...

Hatte das FG 42 nicht ein klappbares kleines Zweibein? Das scheint mir doch eine praktische Sache gewesen zu sein, wenn ich meine Erfahrungen mit dem G3 überdenke - man hat doch im Gefecht schließlich nicht immer einen Sandsack vor der Nase...

Warum wurde diese Neuerung nicht bei späteren Waffen übernommen? Weiß dazu jemand eine einleuchtende Erklärung?

Axel43


5.3.04 17:01:44
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Gewichtsersparnis. Au-erdem ist ja gerade diese Art der Waffe nicht stationär sondern hochbeweglich gedacht, vgl MP.

Blanker Hans


5.3.04 18:28:55
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Zu meiner Zweibein-Frage:

Bringt ein Zweibein denn wirklich zwingend soviel Gewicht mit?
Und die Erklärung, die Waffe solle hochbeweglich sein und nicht stationär eingesetzt werden, befriedigt mich auch nicht ganz, ehrlich gesagt: Denn es besteht ja nun bekanntermaßen ein Unterschied zwischen Maschinenpistole und Sturmgewehr (bzw. Schnellfeuerkarabiner). Das Sturmgewehr ist eben eine Art Kompromiß und soll auch auf mittlere Entfernungen zum Einsatz kommen (im Vergleich Beispielsweise zum 98k der Wehrmacht, daß für den Schuß auf große Entfernungen ausgelegt war). Die Maschinenpistole bewährt sich dann eher auf kürzeste Entfernungen wie im Ortskampf, beim Einbruch in Stellungen, Sturmabwehr etc.

Sniper


6.3.04 06:51:19
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Gepostet von AK 74 ZF
Aber bitte hört endlich mal mit dem Blödsinn auf die Kalschnikow wäre ein Nachbau der StuG 44.


Jepp, darum sagte ich ja auch nachempfunden nicht nachgebaut. :kiffkuff:

AK 74 ZF


6.3.04 17:35:11
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Hi Sniper,

zumindest bei einigen Details hast Du da sicher Recht.
Ich sollte doch manchmal wieder auf Zwischentöne reagieren.
Bist mit der Formulierung "nachempfunden" bei mir rehabilitiert.klatschender Smiley
Manchmal schreib ich eben auch mal gleich los wie ein Irrer.:tzzzz:

Zu der anderen Frage. Ich habe sogar noch Ausbildungsunterlagen der Kampfgruppe aus den 60ern wo neben den russ. Waffen auch noch alles zum K98, StuG 44, der Pistole 08 und glaub auch zur P 38 drin ist.
Gibt auch noch viele Bilder von der Kampfgruppen mit diesen Waffen.Abgelöst wurden die dt. WK II Waffen dann kurzfristig von russ. WK II Waffen (nehme an wegen der Munition) oder aber gleich von AK 47 und Makarows.
Über den Verbleib der Waffen weiß ich nichts. Ist aber möglich daß ein Teil eingemottet oder verkauft bzw. an junge Nationalstaaten "gespendet" wurde.

Gruß AK 74 ZF

Axel43


6.3.04 17:52:07
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Ich sehe nicht ein, in welcher Hinsicht ein Zweibein auf mittlere Entfernung in einer einigermaßen beweglichen Situation von großem Nutzen sein sollte, verglichen mit Abstützung durch den linken Arm/Ellenbogen. Wer Zeit hat und ruhig auf ein Ziel mehr als 200 m ab schießen will, der kann es gewiß gebrauchen, aber sonst ?

AK 74 ZF


6.3.04 22:52:40
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Hallo Axel,

die Frage des Kameraden bezog sich auf das Zweibein am FG 42. Das FG 42 war eine sehr fortschrittliche Waffe. Eigentlich sogar ein ziemlicher Meilenstein in der Geschichte der Schützenwaffen. Leider aber aus bestimmten Gründen -> Kosten, Material und vor allem da Sonderweg für eine Sondertruppe welche als es in die Truppe kam größtenteils als Eliteinfanterie verheizt wurde.

Das FG 42 verschoß die 7,92 Gewehrpatrone -> also sehr leistungsstark -> und war sowohl als Sturmgewehr, Scharfschützenversion als auch als lMG konzipiert.
Egentlich fast eine "Eierlegende Wollmilchsau".
Und sowohl für die Verwendung als Scharfschützenwaffe, als auch als lMG war das Zweibein ein Vorteil bzw. Notwendig.

War schon ein ziemlich gute und (nach anfänglichen Schwierigkeiten, was ja bei Neuentwicklungen normal ist) sehr fortschrittliche Entwicklung.

Die Gewehrpatrone war eine Forderung der Luftwaffe um den Einsatz sowohl im Nah- als auch im Distanzbereich zu gewährleisten. Das FG 42 war eigentlich eher ein Universalgewehr als ein Sturmgewehr und sollte Mpi, Karabiner und teilweise auch ein MG ersetzen, bzw. als solches verwendet werden können.

Wie gesagt, die Gründe daß dieses FG 42 so lange in Vergessenheit geriet bzw. wenigen in Erinnerung geblieben war, lag nicht an der Waffe. Das Konzept sowie die Waffe waren der damaligen Entwicklung anderer Nationen weit voraus. (Teile der Konstruktion wurden später beim MG 60 der USA weiterverfolgt/weiterentwickelt.)

Das Zweibein hatte also bei einer Waffe welche auch als lMG verwendet werden konnte einen Sinn.

Das FG 42 scheiterte wie gesagt am hohen Fertigungsaufwand/Preis sowie an seiner Nischenfunktion und den Querelen zwischen Heer und Luftwaffe.
Die Fallschirmjäger kämpften und starben ja als Jäger, sprich Infanterist, gehörten aber, da sie zumindest in das Gefecht flogen, zur Luftwaffe.
Und der Chef der Luftwaffe war schon manchmal etwas eigenartig, hinsichtlich Abstecken seines Revieres und der Kompetenzen.

Gruß AK 74 ZF - dessen Großvater als Fallschirmjäger anfänglich den K 98 und danach die MP 38/40, eine P 08, einen Kampfdolch und sein Kappmesser als Bewaffnung führte.

Axel43


7.3.04 22:18:28
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Nja, die Frage bezog sich nicht auf das Fg42 sondern auf die Nachfolger, die ja kein Zweibein hatten, aus Gründen, die ich versucht habe, anzugeben. Ich schiesse selber regelmäßig SVT 40, Ag42B, Vzor 52 (das interessante tschechische Sturmgewehr), FN 49 (im Kaliber 7,9 mm!), MAS 49 und den SKS und kann mit bestem Willen nicht behaupten, daß ein Zweibein hier von Nutzen wäre.

[76]Chavez


8.3.04 19:00:24
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Zu der Frage warum nach dem 2.WK wieder eine starke Patrone eingeführt wurde:
Die Amis hatten noch Unmengen davon rumliegen bzw Fertigsanlagen und haben es einfach mal zum Nato - Kaliber gemacht. Der Vorläufer des G3s, das CETME Mod. 58 war ja am Anfang auch auf Kurzpatrone ausgelegt und wurde dann umgerüstet eben wg. dem Nato - Kaliber.

Zum Zwobein:
Ein festes Zwobein für ein Sturmgewehr macht wenig Sinn und es erhöht nur das Gewicht.
Wenn ich in der Stellung liege hab eine Unterlage, brauche das Zwobein also nicht. Auf freier Wildbahn hab ich wenn plötzlich in Stellung gehen muß meist nicht eh nicht genug Zeit das Zwobein vernünftig einzusetzen. Mit dem linken Ellbogen kann man die Waffe auch ruhig halten.

Horrido
Chavez

Blanker Hans


12.3.04 18:09:13
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Hallo,

sorry, daß ich hier erst Fragen stelle, und mich dann lange nicht auf die Antworten melde...
Ich bin durch die Argumente hinsichtlich des Sinns und Unsinns einer Verwendung des Zweibeins am Sturmgewehr nun überzeugt! Danke für die Ausführungen.

Aber ich hab leider schon wieder die nächste Frage an die Fachleute hier:
Warum wurde denn trotz der bekannten Mängel das G 3 eingeführt? Mit Mängeln meine ich die hier irgendwo auch angesprochene Schwäche der Waffe beim Feuerstoß und die (im Vergleich zum Ak 47 / AK 74) doch wohl nicht unerhebliche Anfälligkeit gegenüber Schmutz.

Gruß,
Matthias

[76]Chavez


12.3.04 18:50:48
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Horrido!
1. Die "Schwäche" im Feuerstoß ist munitionsbedingt. 7.62x51mm hat halt mehr "Dampf" als 7.62x39mm. Eigenständige Munition war aber nicht möglich wegen NATO - Standard. Außerdem braucht ein Sturmgewehr eigentlich keine Dauerfeuerfunktion. Gezieltes Einzelfeuer ist viel sinnvoller (vor allem wenn man in der Stellung liegt und auf den "bösen Sovjet" wartet).
2. Die Verschmutzresistenz des G3 wird meist unterbewertet und die des AK überbewertet. Reinigen sollte man jede Waffe.

3. Das G3 war von einem lokalen Hersteller und es war den Alternativen überlegen oder ebenbürtig (zB FN-FAL hat die gleiche Charakterisika).

Gruß
Chavez

Hoover


12.3.04 20:28:10
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Kurz was aus meiner Literatur:

Die Amis haben 1955 in der NATO das Kaliber 7,62mmx51 als "Einheitskaliber" durchgeboxt. Nachdem also die meisten NATO-Staaten dieses Kaliber angenommen haben, entwickelten die AMis schon ihr Armalite im Kaliber 5,56mm.

Die junge Bundeswehr erprobte einen ganzen HAufen Waffen für ihre Bundeswehr, denn Garand, Carbine und BAR waren nur Übergangslösungen. Das G1 (FN-FAL) wurde eingeführt, weil es sofort und in ausreichenden Massen verfüfbar war (Ich hasse dieses Teil und habe einige Male bei den Holländern mit der Angelrute geschossen). Das G2 war das schweizerische Sig (glaube ich), das G3 war das das spanische CETME (was später von HK gebaut wurde). Auch das M14 und das AR10 wurden getestet, aber wieder verworfen.
Das G3 konnte nicht geliefert werden, da es Lizenzrechtliche Probleme mit CETME gab (die Entwickler waren deutsche "Flüchtlinge). Die genaue Geschichte steht in einem Visier, lest es mal durch.

Zum FG42: Es wurden nur 7500 bis 12000 gebaut (je nach Quelle), und es wird eigentlich selten erwähnt, dass sich die Waffe nicht sonderlich bewährt hat. In der Regimentsgeschichte des FschRegt 3 und 6 ist aufgeführt, dass die Waffe sehr empfindlich war und Feuerstoß fast nicht zu schießen war, weil das Rohr dafür zu kurz war und die Kanone einen höllischen Rückstoß hatte. Trotzdem war die Konstruktion bahnbrechend.

Axel43


13.3.04 20:37:38
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...es ist eben die nimmer endende Diskussion über Weitreiche und Durchschlagskraft einer "besten" Patrone.
Versuche mit kleinen Kalibern wurden ja schon vor dem 1. WK gemacht, und die Schweden u Oesterreicher hatten ja mit der 6,5 mm schon eine relativ kleine. Die 8 mm und .30-06 sind an sich glänzende Patronen, aber eben recht groß. .308 NATO wurde dann als Komnpromiß entwickelt, sie ist ja einfach eine gekürzte .30-06, mit beinahe der selben Leistung.
Die Tschechen entwickelten die Deutsche Kurzpatrone zur 7,62x45 mm, mußten sich dann aber an die x39 des Warschaupaktes angleichen. Und so ganz überglücklich war man wohl mit der x39 auch nicht, vor allem nicht auf Abstand.
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