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G 11

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AutorBeitrag

Heat


10.7.04 09:13:38
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Kann mir jemannd Informationen besorgen...angeblich wegen seiner unmenschlichen Tötungskrfat nicht eingeführt eigentlich weil zu teuer...ein paar links wären echt klasseSmiley mit Danke-Schild

AK 74 ZF


10.7.04 10:17:13
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Hallo Heat,

das G 11 war an sich ein ziemlich interessantes und revolutionäres Konzept eines Sturmgewehres.
Es fiel an sich eigentlich der "Deutschen Wiedervereinigung" zum Opfer, da die BuWe zu dieser Zeit einige zigtausend des damals besten Sturmgewehres der Welt, nämlich AK-74, von der NVA erbte.
Da war die Einführung einer neuen Schützenwaffe, wie es das G 11 darstellte, aus Kostengründen nur sehr schwer vermittelbar. Trotz aller Lobbyarbeit von Heckler und Koch um die AK 74 "abzuservieren" -> gab da dann plötzlich die tollsten Aussagen warum die AK 74 nicht für "deutsche" Soldaten geeignet wäre. (Ich sagt damals scherzhaft immer "Der westdeutsche Soldat ist zu blöde mit einer Waffe klarzukommen welche sogar 10jährige Negerkinder oder kleine Palästinensermädchen bedienen können !) Gab da die abstrusesten Aussagen hinsichtlich z.Bsp. Sicherheit nicht gewährleistet, da nicht im gesicherten Zustand durchladbar u.ä. Seltsamerweise sind die Soldaten der NVA über 30 Jahre mit diesem Waffensystem klargekommen. Und Tote bei der Schießausbildung hielten sich auch im normalen Rahmen.

Eigentliche Ursache für die Nichteinführung des G 11 war aber sicher die Tatsache, daß das G 11, trotz aller angeblich hervorragenden Truppenversuche, nicht hundertprozentig Truppenreif war. So gab es meines Wissens nach immer noch Probleme mit der Selbstentzündung der hülsenlosen Munition, Zuverlässigkeit bei Verschmutzung etc.
Auch die Schwieigkeit der Einführung einer neuen Patrone entgegen dem damals angestrebten NATO-Standard dürfte eine Rolle gespielt haben.

An sich halte ich das Projekt G-11 trotzdem für eine der interssantesten Waffenentwicklungen der letzten dreißig Jahre. Eigentlich schade daß es nicht die endgültige Chance zur Truppenreife und Einführung erhielt.

Gruß AK 74 ZF - der mal mit einem der Tester des Truppenversuches gesprochen hat -

P.S. In älteren Visier oder anderen Waffenzeitungen müßten Infos zur Waffe zu finden sein. Zur Not mal ins Forum der Visier schauen. Da tummeln sich ab und an richtige Spezies, welche man Fragen kann.

Parabellum


10.7.04 10:41:04
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waldi44


10.7.04 10:44:18
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Sehr futuristisch das Aussehen! Cpt.Kirk und Mr.Spock hätten ihre Freude dran ;)!



G11

Gleichzeitig:D! Naja, doppelt hält besser;)!

[ Editiert von Administrator waldi44 am 10.07.2004 10:45 ]

Heat


10.7.04 12:58:39
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so nun haben wir (und ich auch) das g36 was ist daran soviel besser als vorher...höhere kandenz sowie Munition und mehr Vo 920 zu 800 vom G3.
Dass es dem g3 überlegen ist, denke ich mir allein wegen dem Visir, Leuchtpunkt ist echt Klasse, aber reine Schussleistung ???
Also G3 G36 und G11 ...so dann fangt mal an

G3 hat höhere Reichweite, mit Zielfernohr und ist einfach robuster...

[ Editiert von Heat am: 10.07.2004 13:08 ]

Nightwish


10.7.04 13:39:20
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Das G11 wurde '88 offiziell vorgestellt. Es hatte, aufgrund eines revolutionären Verschlußsystems eine sehr hohe Trefferwahrscheinlichkeit - bei diesem System wurden 3er Feuerstöße ausgelöst aber der Rückstoß effektiv erst mit dem dritten Schuß über die Schulterstütze an den Schützen weitergeleitet. Allerdings machte dieses System, sovie die nicht NATO-konforme, hülsenlose Munition die Waffe extrem Teuer. Allerdings konnte durch die relativ leichte Munition ein großer Vorrat mitgeführt werden, und die Optik der Waffe war ebenfalls brauchbar. Die Selbstentzündung der Mun. in der Kammer, die anfangs ein Problem darstellte, konnte beseitigt werden. Gerüchte über den sogenannten 'Nervenschock' wegen der angeblichen Hochgeschwindigkeitsmun. gehören aber ins Reich der Legenden.

Wieso die Waffe letztenendes nicht eingeführt wurde, weiß ich nicht! Es hängt aber vermutlich mit der nicht NATO-Mun., dem hohen Stückpreis und der Nichteinführung durch die Amerikaner zusammen.

Dass die Kalaschnikov nicht übernommen wurde liegt mit Sicherheit daran, dass sie ebenfalls keine NATO-Munition verwendet, und zum andere, dass die Bw. eine moderene Waffe als Nachfolger des G3 benötigte. So hat das G36 das NATO-Standard Kaliber,die Mun. ist leichter als die 7,62 des G3 - somit kann mehr mitgeführt werden, eine integrierte Optik und ist relativ leicht mit 'Anbaugeräten' zu versehen. Zumindest ab der A2 Version.

Das G3 hat aufgrund seiner 7,62mm Mun. sicher einen ballistischen Vorteil gegenüber der 5,56mm NATO-Mun., weshalb auch überlegt wird wieder auf eine größere Patrone zu wechseln, doch steht dem deutschen (und dem spanischen) Soldaten mit dem G36 eine - im Vergleich zum G11 - zwar eher konservative, aber doch moderne und erweiterungsfähige Waffe zur Verfügung!

Nightwish

[ Editiert von Nightwish am: 10.07.2004 13:40 ]

[ Editiert von Nightwish am: 10.07.2004 13:42 ]

Hoover


10.7.04 19:33:00
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Ich denke, die Welt war für das G11 noch nicht reif.
Ich habe in Hammelburg mit einem Hptm gsprochen, der bei der Erptobung dabei war (dort hängen auch noch 2 Teststücke herum). Zum Einen gab es immer Probleme mit der Selbstentzündung, wenn das Patronenlager heiß war (er sagte, wenn man das halbe Magazin in schneller Schußfolge abgefeuert hat zündeten sich Patronen selber und das restliche Magazin verschoss sich selber!), zum Anderen war niemand wirklich beeindruckt von der Handlichkeit und vom Aussehen (und das hat sicher mit zur negativen Beurteilung geholfen). Und richtig reinigen konnte es auch keiner, da das G11 nicht komplett zerlegt werden konnte.

steffen04


14.7.04 15:41:45
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Gepostet von Heat
so nun haben wir (und ich auch) das g36 was ist daran soviel besser als vorher...höhere kandenz sowie Munition und mehr Vo 920 zu 800 vom G3.
Dass es dem g3 überlegen ist, denke ich mir allein wegen dem Visir, Leuchtpunkt ist echt Klasse, aber reine Schussleistung ???
Also G3 G36 und G11 ...so dann fangt mal an

G3 hat höhere Reichweite, mit Zielfernohr und ist einfach robuster...

[ Editiert von Heat am: 10.07.2004 13:08 ]

steffen04


14.7.04 16:46:03
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Die Frage G3 (i love it) oder G36 ist im Kern eine Kaliberfrage. Mit dem Ersatz der .308 7,64*51 durch die kleine NATO-Patrone .223 5,56*45mm folgt die Bw einem langfristigen Trend.

Um 1900 führten die großen Armeen Patronen und passende Mehrladegewehre mit ca. Kal. 8mm ein: 8*57Mauser im 98er, 30.06Springfield in der Springfield, .303british im Lee-Enfield, 7,62*54 Mosin im Mosin-Nagant. Diese Patronen und Gewehre wurden auch noch im WK II. standardmässig geführt, die Gewehre meist als leistungsschwächere Karabiner.

Es kamen nun zwei Dinge zusammen:

In Sturmgewehren (Automaten/Halbautomaten) „flutschen“ kürzere Patronen besser, d.h. Zuführung und Auswurf funktionieren mit kurzen Hülsen störungsfreier .

Außerdem zeigte es sich bereits im WK I., noch stärker aber im WK II., dass ein Soldat im Gefecht kaum Muße hat, die Leistungsvorteile der schweren Patrone in Reichweite und Durchschlagskraft umzusetzen.

Die Vorteile der kleineren Patronen für den Soldaten liegen auf der Hand:

- die .223 wiegt 11,2 g, die .308 24g, die Wehrmachts-8*57 27g. Meine damaligen 100Schuß G3-Mun wogen also 2,4kg, das entspricht 214Schuß 223.

- wegen kürzerer Verschlüsse bauen auch die Gewehre kürzer und werden leichter und handlicher. AK74 und M16 sind bis auf Mpi-Länge „karabinisierbar“, mit dem G3 klappt das sicher nicht.

- der schwächere Rückstoß macht es dem Schützen leichter, die Präzision bei längeren Schusswechseln hoch zu halten.


Aber auch die dicken Pillen haben ihre Vorzüge: die Energieabgabe(hier beispielhaft nach 100m E100) im Ziel ist um Vielfaches höher, die Präzision über große Distanzen höher.

-8*57 2800-3200Joule
-.308 2400-3000Joule
-.223 1000-1300Joule

Bei Scharfschützenwaffen geht der Trend daher in die andere Richtung : 300Win, .338WinMag bis hin zu .50BMP. Ein Scharfschütze muß eben nicht 100erte Schuß schleppen und braucht auch keine grabenkampftaugliche Waffe. Er braucht vielmehr die maximale Wirkung bei dem einen, hart erarbeiteten Treffer.

Ich würde als Fazit sagen: das G36 ist die bessere Schützenwaffe als das G3, das G11 wäre mit noch leichterer hülsenloser Munition noch besser gewesen (so es denn funktionierte).
Es gibt übrigens eine Sport- und Jagdwaffe mit hülsenloser Munition von Voere, es funktioniert also. http://www.voere.de/modell_vec91.htm

Steffen

Nightwish


17.7.04 14:25:18
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Sicher ist es auch eine Kaliberfrage. Aber das G3 war einfach nicht mehr 'aufwuchsfähig'.

Der Wechsel zur Kurzpatrone ist eigentlich darauf zurückzuführen, dass ungeübte Schützen die Waffe mit einer kleineren Ladung nicht so stark verreißen. Die Erfahrung hat man mit dem Maschinenkarabiner 42 gemacht, der im Winter 1942/43 in einer kleinen Serie an deutschen Truppen an der Ostfront ausgegeben wurde. Er verfeuerte aber eine für den reinen Infanteriekampf viel zu starke 8x57 mm Patrone, deren Rückstoß einen ungeübten Schützen leicht die Waffe verreißen ließ. Man entschloß sich daher auf die 7,92x33 mm Patrone umzurüsten. Die so entstandene Waffe war der Maschinenkarabiner (Mkb) 42(H), (H für Haenel) Vorläufer des Sturmgewehrs 44 (Stgw44).

Stimmt, die ´Bw hat sich dem NATO Trend angepasst. Auch für die MP7 PDW, die Nachfolgerin der Uzi, wird eine kleinere Patrone 4,6 x 30 mm haben.

Allerdings werden, auch wenn die USA wohl das XM8, welches auf Basis des G36 steht, mit der 5,56 Patrone einführen, Überlegungen angestellt, wieder auf eine größere Patrone mit stärkerer Ladung zu gehen.

Im übrigen 'flutschen' auch große Patronen gut!

Ein G3A3 oder noch kürzer, ein G3A4 ist mit eingeschobener Schulterstütze im übrigen nicht viel länger als ein CAR 15 oder M4 mit eineschobener Schulterstütze. Beim dem amerikanischen System geht die Feder noch bis in den Schaft, beim HK nicht. Oder meinst du aufgrund des Laufes? Mit kürzerem Lauf sinkt aber auch die Schußleistung.

Nightwish

steffen04


20.7.04 11:31:10
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Gepostet von Nightwish
Sicher ist es auch eine Kaliberfrage. Aber das G3 war einfach nicht mehr 'aufwuchsfähig'.

Im übrigen 'flutschen' auch große Patronen gut!

Ein G3A3 oder noch kürzer, ein G3A4 ist mit eingeschobener Schulterstütze im übrigen nicht viel länger als ein CAR 15 oder M4 mit eineschobener Schulterstütze. Beim dem amerikanischen System geht die Feder noch bis in den Schaft, beim HK nicht. Oder meinst du aufgrund des Laufes? Mit kürzerem Lauf sinkt aber auch die Schußleistung.

Nightwish



Gesamtlänge aus/eingeklappte Schulterstütze:

-G3A4: 1020/840
-CAR15: 787/719
- AKS74U: 675/420(!!)

Das Edelweiss-G3 hat tatsächlich 20cm mehr Lauf, viel mehr Wums, viel mehr Reichweite, viel mehr Rückstoß - eine Waffe für Männer.

Eins ist aber klar: wennn du die .308 mit 25cm Lauflänge schiesst, wirst du nicht froh: Rückstoß, Klettern im Feuerstoß, Mündungsfeuer. Mit der .223 und der 5,6 Kalaschnikow klappt das schon besser.

Das sind grundsätzliche Probleme großer Kaliber, zusammen mit dem Gewichtsvorteil der Munition und des Systems ergibt das so viele Vorteile kleiner Patronen, daß eine Rückkehr zu dicken Pillen sehr unwahrscheinlich ist.

Auch die jetzigen Einsatzanforderungen an Infanteristen verlangen leichte Waffensysteme: Einsatz in urbanen Zentren, meist weg von großen Logistikzentren, Versorgung über globale Entfernungen, Einsatz gegen nicht oder kaum gepanzerte Gegner, Wolf statt Marder, Luftverladefähigkeit für alle Truppen etc.

Nee, das G3 ist weg weil es die falsche Patrone verschiesst, und die dicken werden nicht mehr kommen


Steffen

Hoover


20.7.04 13:21:35
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und die dicken werden nicht mehr kommen


Falsch!

Das USMC führt wieder eine abgeänderte Form des M14 ein, weil im Wüstenkrieg mit den weiteren Entfernungen das M4 und Ableger nicht befriedigt haben. Also, 7,62mm kommt wieder.

steffen04


20.7.04 14:07:18
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Gepostet von Hoover
und die dicken werden nicht mehr kommen


Also, 7,62mm kommt wieder.


Meinen Segen haben sie!
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