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Strumgewehr 44 im Scharfschützeneinsatz

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AutorBeitrag

Kübelfan


22.9.04 12:17:08
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ich interssiere mich speziell für die dt. Scharfschützen. In dem Buch "Im Auge des Jägers" wird kurz erwähnt das die Deutschen das Sturmgewehr 44 im Scharfschützeneinsatz hatten. In einem engl. Werk über die Invasion habe ich nun auch ein Bild von diesem Gewehr gesehen. Hat jemand Einsatzfotos hierzu?

Martin 222


23.9.04 17:55:58
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Hallo

..du meinst im "Auge des Jägers" über dieses Franz Karner(Synonym)?
Wie hat es dir gefallen?

Desweiteren,ich habe noch nie ein Foto davon gesehen mit aufgesetzter Montage.Man weiß ja auch nicht,die Schußleistung der Munition war sicher unter der des 98 K oder G 43.
Ist aber interessant zu erfahren ob es das gab,vielleicht in der Erprobung..

Gruß Martin

Hoover


23.9.04 21:31:58
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Fotos kenne cih schon, aber ich bezweifle, ob das StG 44 eine gute Scharfschützenwaffe war. Auf nahe Entfernungen vielleicht, aber ab 200 Meter wurde es wohl sinnlos.

Kübelfan


24.9.04 12:33:21
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@ Martin222: Ja, ich meine das Buch "Im Auge des Jägers", allerdings wird das nur beiläufig erwähnt. Nebenbeibemerkt ist das Buch jedoch eines der Besten die ich kenne.

In einem englischen Buch über die Invasion habe ich eine Komplettübersicht gesehen über die dt. Scharfschützenwaffen. War sehr, sehr, sehr interessant. Unteranderem war auch dieses Gewehr der Fallies mit einem Scharfschützenaufsatz dabei.

@ Hoover: Kannst Du evtl. ein Bild (oder mehr) posten?

Smiley mit Danke-Schild

Hoth


24.9.04 13:17:29
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Bei der Waffen-Variantensucht der Wehrmacht wird es sicher möglich sein, daß es für das Stg44 auch einen ZF-Aufsatz gab, obwohl man sich natürlich zu recht streiten kann, ob dies ausgerechnet bei einem Stg notwendig ist. Denn immerhin war dies zwar eine Waffe mit hoher Duchschlagskraft und Zielgenauigkeit im Einzelfeuer auch auf größere Distanz, aber eben keine spezielle Präzisionswaffe und von Gewicht und Handling keine Waffe für einen Scharfschützen.

Dennoch gab es auch für verschiedene Varianten der Kalaschnikow, die ja auch als Stg konzipiert ist, ZF-Aufsätze zur Verwendung als Scharfschützenwaffe, die mit der entsprechenden Optik durchaus erfolgreich auf mittlere Entfernung waren.

steffen04


17.10.04 02:12:16
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Gepostet von Hoover
Fotos kenne cih schon, aber ich bezweifle, ob das StG 44 eine gute Scharfschützenwaffe war. Auf nahe Entfernungen vielleicht, aber ab 200 Meter wurde es wohl sinnlos.


Dem kann man zustimmen. Die Kurzpatrone 8*33 war dem 8*57 des 98k leistungsmässig wohl unterlegen, wichtiger aber ist der um 20cm kürzere Lauf des StG44: geringere V0 und damit weniger Energie im Ziel und gewölbtere Flugbahn. Die Leistung reicht wohl noch auf 500m, die Flugbahn macht aber ein Zielen ohne präzisse Entfernungsangabe sehr schwierig. Nichtsdestotrotz erleichtert ein Zielfernrohr das Treffen auch auf realistische Einzelschussentfernungen bis zu 300m enorm, insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen

Hoover


17.10.04 10:30:32
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Kleine Anmerkung, wo es nützlich wäre:

Die Amis setzen im Irak auch ihre M4A1 als Scharfschützenwaffe ein. Mit Scope und Zweibein nutzen sie es im Häuserkampf aus geringere Entfernungen, um die Gegner aus den Fenstern zu schießen.

steffen04


17.10.04 12:22:21
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Gepostet von Hoover
Kleine Anmerkung, wo es nützlich wäre:

Die Amis setzen im Irak auch ihre M4A1 als Scharfschützenwaffe ein. Mit Scope und Zweibein nutzen sie es im Häuserkampf aus geringere Entfernungen, um die Gegner aus den Fenstern zu schießen.


Macht Sinn. Nicht zu vergessen: die WKII-Zielfernrohre hatten alle nur schwache Vergrößerungen (1,5 - 2,5-fach), lagen also im Bereich der heutigen Drückjagdgläser, die i.d.R. auf Entfernungen bis 30m eingesetzt werden. StG44 und Zielfernrohr passt m.E. gut zusammen.

Nightwish


16.11.04 15:27:21
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Mal ein Bild zum Thema!



Könnte ein ZF43 oder ZF43/1 sein wie es auch auf dem G43/ K43 verwendet wurde. Vierfach vergrößernde Optik verstellbar in 50 m Schritten von 100 bis 800 m. Als echte Scharfschützenwaffe ist das StGw sicher ungeeignet. Aber man sieht ja heute den Trend zu Optiken auf Sturmgewehren. G36, C7, M4 SOPMOD, XM8... Auf jedenfall wird die Ersttrefferwahrscheinlichkeit erhöht!

[ Editiert von Nightwish am 16.11.04 15:31 ]

AK 74 ZF


16.11.04 22:54:01
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Das machte schon Sinn. Es gibt teilweise über den Einsatz von Scharfschützen auch einige Illusionen und "Traumvorstellungen".

Allgemeine Illusion bzw. Vorstellung ist der Schuß aus der Lauerstellung auf möglichst große Entfernung.

Die Wahrheit sah im II.WK anders aus. Schüsse auf weite Entfernungen (oberhalb 600 Meter) waren sogar die Ausnahme!

Ohne jetzt Romane schreiben zu wollen, es gibt mehrere Arten und Taktiken des SSchtzeneinsatzes.
Eine davon ist die direkte Kampfunterstützung der eigenen Einheit. Dabei müssen Scharfschützen (die Gefechte in der Endphase des Krieges waren ja teilweise durch hohe Beweglichkeit und Manöver gekennzeichnet)auch in der Lage sein schnell auftauchende und sich bewegende Ziele im Kampfbereich möglichst schnell zu bekämpfen. Für diese Kämpfe in der Verzögerung, Ortskampf oder direkten Abwehr gegnerischer Sturmangriffe war das StuG 44 mit ZF gut geeignet. Bis ca. 400 Meter durchaus ausreichende Schußgenauigkeit und schnelle Schußfolge. Für den Einsatz auf weitere Entfernung zwar nicht geeignet, aber die größte Anzahl von Abschüssen wurde selbst mit den K98 auf die Entfernung bis 400 Metern erzielt. Der erfolreichste SSchtze der Wehrmacht erziele bis 65 % seiner Abschüsse in dieser Distanz, der zweitbeste SSchtze sogar bis zu 80%.
Vom Einsatztaktischen Gesichtspunkt machte die Variante StuG 44 mit ZF also durchaus Sinn.
Für ausgesuchte SSchtz, welche die freie Jagd praktizierten, war er aber nicht ausreichend.Da war der K98 oder das Mosin Nagant besser geeignet.

Das StuG 44 schoß sich ähnlich wie die 7,62 AK 47. Mit offener Visierung ziemlich gut bis 300 Metern. Mit ZF waren da 100 Meter mehr locker drin. Ich hab leider nur 3 Schuß damit schießen dürfen -> gab dafür kaum noch Muni -> aber fand es gut. Mit den Loch-in-Loch Hightech-Gewehren von heute sicher nicht vergleichbar, aber war ja auch kein Sportgerät.

Ist wie mit anderen Handwerksgeräten. Viele kleine Nägel -> Schusterhammer und los. Normale Nägel -> ordentlicher Schlosserhammer/Zimmermannshammer. Und für große Sachen der Bello (Vorschlaghammer).
AK 74 ZF - Dragunow - 12,7 mm SSG
G-36 mit ZF - G22 - Barrett .....

Ein 12,7 mm (.50) hat auch Nachteile ! -> Schwer zu Schleppen und in Stellung zu bringen, enormer Mündungsknall und Staubentwicklung/Aufwirbelung beim Abschuß.
Dazu kommt, daß auf über 1000 Metern selbst mit guten Gläsern die Wertigkeit/Gefährlichkeit des Ziels, auch nicht mehr gut zu beurteilen ist. Auf die Entfernung unterscheidet keiner mehr die Effekten und Schulterstücke !

AK 74 ZF

[ Editiert von AK 74 ZF am 16.11.04 22:54 ]

Petronelli


17.11.04 07:20:43
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Wer vor ca. 10-20Jahren bei der Bundeswehr war und Grenadier war, kennt auch den Einsatz des G3 mit ZF als "Scharfschützenwaffe" es ist ein gutes Gewehr für die übliche Kampfentfernung und im Einsatz mit ZF oder Restlichtverstärker, Taktik eben ähnlich dem StGW!
Im WK 2 waren es auch nur ausgesucht gute K98, die wirklich als Scharfschützenwaffe zum Einsatz kamen!
Es gab sogar dienstliche Anweisungen, dass ein Scharfschütze sein Gewehr nicht in andere Hände geben darf, auch nicht auf Befehl!
Der rein infanteristische Einsatz im Krieg als quasi schnell und genau feuernder Schütze im Gefecht zählte aber nicht als Scharfschützeneinsatz im eigentlichen Sinn und man bekam dafür nicht das Abzeichen mit dem Adlerkopf!

Ja es gab wenige Fallschirmgewehre die mit ZF ausgestattet waren, da ist die Taktik die gleiche, wie mit StGw und ZF:
Viel Munition, kein Repetieren nötig!
Im Soldat Ryan sieht man schön wie man durch das Repetieren in Bedrängnis kommen kann, als es dem biblischen Scharfschützen den Heiligenschein auspustet!
Gruß
Peter

[ Editiert von Petronelli am 17.11.04 7:38 ]

Nightwish


17.11.04 11:36:02
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Ja, das stimmt. Das FG42 (Falschirmjäger-Gewehr42) gab es zum Beispiel auch mit Optik.



FG42

Und ein 'echter' Scharfschütze würde 'seine' Waffe ohnehin nicht aus der Hand geben.

[ Editiert von Nightwish am 17.11.04 11:44 ]

Blanker Hans


17.11.04 17:47:22
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Moin!

@ Nightwish
Darf man mal fragen, wo Deine Fotos aufgenommen wurden? So viele FG42 gibt es ja nun nicht mehr in irgendwelchen Museen zu bestaunen...

Viele Grüße,

Matthias

Petronelli


18.11.04 07:25:20
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Die hängen bei mir im Dachboden!!!anbetender Smiley(schön wärs....)

Das obere ist übrigens Variante 1 und das untere die später Nr. 2! Gibt es auch für einen Haufen Geld zu kaufen, als Deko-Metallreplik, glaube die Dinger kommen aus China zur Zeit!
Ein echtes kann man nicht bezahlen! Das kost ein halbes Auto!
Gruß
Peter

[ Editiert von Petronelli am 23.11.04 14:57 ]

[ Editiert von Petronelli am 23.11.04 14:58 ]

Nightwish


23.11.04 14:41:52
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@ Blanker Hans

Die Fotos stammen von einer Firma, welche Ersatzteile für WK II Waffen fertigt.

Also nicht aus einem Museum.

Nightwish

Nightwish


15.1.05 19:53:06
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Im aktuellen 'VISIER' 1/2005 steht ein Artikel über die deutschen Schafschützenwaffen.

Demnach hatte der Maschinenkarabiner 42 (Haenel) eine serienmäßige (!) Montageschiene für das Zielfernrohr 40 (ZF 40), welches aber mit Einführung des G/K43, der MPi43/dem Stgw44 vom ZF4 abgelöst wurde. Allerdings erfüllten, laut VISIER, weder K43 noch das Stgw44 ihre Rolle als Scharfschützenwaffe entsprechend den Erwartungen.

Allerdings wurden auf einer leicht modifizierten Montage ca. 310 Nachtsicht/Nachtzielgeräte ZG 1229 'Vampir' auf dem Sturmgewehr montiert.

Nightwish

SIG Fan


30.1.05 17:29:30
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Gepostet von Nightwish
Mal ein Bild zum Thema!



Könnte ein ZF43 oder ZF43/1 sein wie es auch auf dem G43/ K43 verwendet wurde. Vierfach vergrößernde Optik verstellbar in 50 m Schritten von 100 bis 800 m. Als echte Scharfschützenwaffe ist das StGw sicher ungeeignet. Aber man sieht ja heute den Trend zu Optiken auf Sturmgewehren. G36, C7, M4 SOPMOD, XM8... Auf jedenfall wird die Ersttrefferwahrscheinlichkeit erhöht!

[ Editiert von Nightwish am 16.11.04 15:31 ]


ist ein ZF 4 ( siehe Deutsche Sturmgewehre peter Senich S.284 )

Die Firma Haenel (fxo) soll sogar IR-Sichtgeräte (ZG 1229) auf dem StG44 montiert haben.
Auch interessant zu dem Thema:
"Scharfschützen in der Waffen-SS" von Bernhard Jocher
ISBN 3-9807215-9-0

Gruß

Nightwish


30.1.05 19:08:31
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Jau! Siehe einen weiter oben! ;)

SIG Fan


30.1.05 20:18:38
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hab deinen "Vampir" leider übersehen
hiess das Ding wirklich so

Nightwish


30.1.05 20:39:20
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Naja, die Quellen über die ich verfüge, bezeichnen es so. Denke der Name stimmt.

Nightwish


30.1.05 20:44:27
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Wobei der mit Nachtsichtgeräten ausgestattete Kampfpanzer Panther auch Vampir bezeichnet wurde.

Ronny22


1.2.05 09:04:00
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Gepostet von steffen04
Macht Sinn. Nicht zu vergessen: die WKII-Zielfernrohre hatten alle nur schwache Vergrößerungen (1,5 - 2,5-fach)...


Also das stimmt so nicht...es gab auch ZFs mit 4-facher und sogar 6-facher Vergrößerung.
Aber diese wurden nur auf die Karabiner 98k montiert.

Beispiel für 6-fache Vergrößerung:


K 98k, Hersteller bcd 43, mit Carl- Zeiss- Diavari- DA 4,5- 6x ZF

Das ZF 43 (oder ZF 4 genannt) hatte eine 4-fache Vergrößerung.

Nightwish


1.2.05 13:20:34
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Hatten wir das nicht schon besprochen...

Aber schönes Bild.

Ronny22


8.2.05 09:30:18
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Gepostet von Nightwish
Hatten wir das nicht schon besprochen...

Aber schönes Bild.


Echt??? Sorry, hab ich überlesen.
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