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Landsertricks

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AutorBeitrag

Petronelli


19.5.05 10:57:41
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Hai Leute,
Ich habe immer Interesse an aus der Praxis geborenen Strategien und Taktiken.
So habe ich letztens gelesen, dass die erfahrenen Tigerkommandanten ihre Panzer immer schräg zum Gegner aufgestellt haben, damit die geraden Wannenplatten mehr Schutzwirkung entfalteten:
Aufgemerkt: 45° schräggestellt, wirkt wie doppelte Platte!
Ich denke das haben auch die PIV-Leute gemacht.

Habt Ihr noch andere Tricks auf Lager, die Ihr von Soldaten gehört habt? Egal aus welcher Waffengattung....
Bin ja mal gespannt, ich glaube da kommt so einiges Zusammen...

Hoover


19.5.05 11:06:36
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Ich weiß nicht, ob es unter "Landsertricks" fällt, aber mein Opa erzählte mir, dass sie meistens ihre 98er mit 6 Schuss luden, halt 1 in der Kammer und 5 im Magazin.

waldi44


19.5.05 12:57:39
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Petronelli, das war in dem Sinne kein Trick, sondern stand so in der "Tigerfibel". Damit versuchte man den Nachteil der senkrechten Panzerplatten auszugleichen, nicht nur indem man sie so "dicker" machte, sondern auch den Aufprallwinkel der Geschosse änderte und so zum Abprallen brachte!

Als einen "Trick" im weitesten Sinn würde ich es nennen, dass manche ihren Feldspaten so steckten, dass er als "Bauchpanzerung" diente!

Hoover


19.5.05 13:12:02
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Ich habe in Büchern einige Fotos gesehen, wo Landser ihren Feldspaten (nicht den Klappspaten) am Stiel gekürzt haben. Vielleicht, damit er bequemer zu tragen war?

Petronelli


19.5.05 13:27:49
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Ja, weiter so....genau den ganzen Kram meine ich!
Mit dem Spaten könnte stimmen, denn den nannten die glaub ich auch Kniekehlenheinrich, weil er beim Laufen immer hinten reindotzte.
Hier gehört vielleicht auch die Schmierung der MG-Verschlüsse im Winter mit Glycerin oder Benzin, da es leichtgängiger war.
Die Wahl der Stiefel ne Nummer größer (damit mehr Socken übereinander tragbar waren)
Oder auch das Auftauen von Motoren mittels kleinem Feuerchen..
Muss ja auch nicht alles von der Wehrmacht sein, NVA, Alliierte, Bundeswehr, alles her....

Soweit ich weiß fuhren die Amis in Vietnam lieber AUF dem M113 als IN ihm, und das Innere war mit Sandsäcken belegt, wegen der Minen.
Ich glaub es gab auch Shermans die mit Sandsäcken außenrum eine Zusatzpanzerung erhiehlten.
Dazu zählt auch das Anbringen von Kettensegmenten an Turm und Wannenbug bei der Wehrmacht.

Markus Becker


19.5.05 15:44:42
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Gepostet von Petronelli
Ich glaub es gab auch Shermans die mit Sandsäcken außenrum eine Zusatzpanzerung erhiehlten.


Das hat sich als wirkungsvoller Schutz gegen Hohlladungen aller Art herausgestellt, da die Geschosse so frühzeitig zur Explosion gebracht wurden und wirkungslos verpufften.

M10 mit Sandsäcken:


M4 mit Sandsäcken:






Und weil´s so schön ist noch ein Bild, das zeigt wie klein der Hetzer war:





Gruß Markus

[ Editiert von Markus Becker am 20.05.05 3:47 ]

Michael 60


19.5.05 22:20:31
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Hallo,

nicht nur Kettensegmente wurden angebracht.Es wurde bei Kursk an den Tigern z.T. Stacheldraht mit Trägern an Tigern angeschweisst, zur Abwehr von Nahkämpfern.
Weiterhin gibt es Bilder von Baumstämmen an den Seiten von Sturmgeschützen.

Gruß Michael

waldi44


19.5.05 23:09:07
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Bei Panzern mag das mit den Sandsäcken und der Hohlladung stimmen. Wie aber verhielt es sich mit der "Sandsackpanzerung" auf Flugzeugträgern. Ich tippe auf Splitterschutz, weiss es aber auch nicht genau!

Ein angeblicher Landsertrick gegen Wundlaufen (Wolf), lautete: Hosenschlitz auf und Schwanz raus!

Dazu: Das habe ich schon als Jugendlicher irgendwo aufgeschnappt, aber wieder vergessen, bis ich bei der NVA erleben musste, dass offensichtlich auch anderer Väter Kinder davon gehört hatten!
Da liefen doch tatsächlich einige mit "wehendem Schwanz" rum, allerdings nur solange, bis es der erste Vorgesetzte gewahr wurde. Der war aber nicht weiter erstaunt, sondern reagierte nur wirsch:"Stecken Sie das wieder weg!"

Übrigens: Nicht alles was so an einem Panzer rumhängt dient unbedingt zur Verstärkung der Panzerung. Irgendwo muss das Ersatzgelump ja hängen.

AK 74 ZF


20.5.05 01:47:09
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Waldi -> es hieß "Hosenschlitz auf" -> zwecks Belüftung und trocknen des Schweißes und nicht "Schwanz raus !"

Also nee !

Na gut -> komischerweise lehrte man in der NVA viele alte kriegserprobte Landsertricks aus dem II.Wk.

Von Opa ->

- Wenn Stiefel drücken und neu sind -> reinpissen.
- "Meld Dich nie Freiwillig !" (Einer der wenigen die ich nicht befolgt hab.)
- Immer ein gutes feststehendes Messer griffbereit oder im Stiefel !
- Im Winter -> Zeitung zwischen Unterwäsche und Uniform - das isoliert und wärmt.
- Nähfaden oder Bindfäden über ne Kerze ziehen -> halten besser und verrotten nicht so schnell.
- Keine mit Eisennägel beschlagenen Siefel - klackern (Geräuschtarnung) und leiten Kälte ! (Opa war Schuhmacher und nagelte Stiefel grundsätzlich mit Holznägeln/Teaksen -> ich saß als kleiner Junge immer in der Werkstatt und halbierte abgebrannte Streichhölzer und spitzte sie an.)
- Birkenbast brennt immer (auch wenn er naß ist) - genügend von dem Zeug und Birkenrinde und Späne -> so kriegst Du immer ein Feuer an. Zur Not Inhalt einer Patrone (Pulver) dazu.
- Auf Wunden -> wenn nichts anderes zum Desinfizieren da ist -> draufpissen.
- Blasen von Märschen -> Nadel mit Wollfaden durchziehen
- Konservendose mit Deckel - unten mit Luftlöchern versehen und ner Stumpenkerze ist ein gutes Zeltöfchen oder Heizquelle. Zur Not Fett oder Öl mit Stoffstreifen - brennt ewig.
- Stein oder Kirschkern lutschen - gut gegen Durst
- Feldspaten -> immer scharf halten wie ein Messer (gräbt sich besser), eine Seite mit anschärfen zwecks Verwendung als Axt. Und man kann ihn als Paddel benutzen sowie Spiegeleier drauf braten. Und nicht vergessen ! Kopf runter, Arsch runter, Hacken runter und buddeln, buddeln, buddeln, buddeln ........ buddeln - und immer de Rübe runter !

und vieles mehr.

[ Editiert von AK 74 ZF am 20.05.05 1:52 ]

Westwall


20.5.05 08:03:42
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Ich hatte vor Jahren mal gehört oder gelesen dass alte Landser sich auf dem ihrem Stahlhelm eine deutsche Stielhandgranate gestellt und gezündet haben.
Der Kopf wurde vorher in die Schultern gezogen damit der Druck dem Soldaten nicht das Genick gebrochen hat.
Ob das jetzt Landserlatein war weiss ich nicht, auf jeden Fall wäre es theoretisch machbar, der Detonationsdruck würde nach oben gehen und der Stahl könnte es somit ausgehalten haben?

[ Editiert von Westwall am 20.05.05 8:40 ]

Hoover


20.5.05 09:06:12
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Nun, auch wenn die dt. Stiehhandgranaten schwächer in der Sprengkraft und Splitterwirkung waren als z.B. die amerikanischen, so halte ich das doch eher für Landserparolen. Ähnlich den Erzählungen, dass sich Soldaten auf eine Panzermine gestellt hätten um zu zeigen, dass der Zünder ab 90 kg anspringt und darunter harmlos ist.

Ich denke, das Risiko wird keiner eingegangen sein.

AK 74 ZF


20.5.05 09:34:58
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Hoover -> es gab selbst bei uns Blödis welche diesen ollen Schwachfug propagierten und bereit waren auszuprobieren.
Wobei ich im Ungang mit allem möglichen Schieß- und Sprenggelumpe auch sehr verspielt war.klatschender Smiley
Bei meinen Landsern hab ich aber hochnotpeinlichst auf die Einhaltung der Sihts-Bestimmungen geachtet !!!
"Gewöhnungssprengen" und verbotene Spielchen haben wir Vorgesetzten auch nur gespielt wenn keine anderen (außer uns) gefährdet waren und keiner zuschaute.Smiley mit Erleuchtung
Hätte einer unserer verantwortlichen Vorgesetzten mitbekommen was wir so getrieben haben - die hätten uns den Arsch aufgerissen bis zur Halskrause uns gewendet, dann aufgeblasen und fliegen lassen.Kopf-an-die-Wand-hau-SmileySmiley mit Hammer auf dem Kopf
Heute denk ich auch etwas anders drüber - im übrigen möcht ich nicht unbedingt drüber schreiben - nicht daß sich Nachahmer finden. Wobei die wenigsten zwar dazu Gelegenheit hätten -> wer darf schon unbeobachtet mit ner Kiste HG spielen, welche "weg müssen", oder 5 kg "Restesprengen" durchführen um das Gelump nicht "rückrechnen" zu müssen -> aber alte didaktische Militärweisheit : "Mache nie etwas aus Darstellungsgründen falsch vor ! - Es findet sich garantiert ein Blödmann welcher dies genau so nachmacht !"

AK 74 ZF - der den Blödsinn mit der HG auf dem Helm auch kennt -> gab wohl in der dt. Militärgeschichte einige "Selbstmörder" -

Hoover


20.5.05 09:43:33
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Ja, AK47ZF, bei den Pionieren haben wir auch "erprobt", aber nur, wenn die Wehrpflichtigen nicht da waren.

Und eines stimmt: Egal wie blödsinnig etwas ist, es gibt immer Dussels, die den Scheiß nachmachen.

waldi44


20.5.05 10:07:42
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Gepostet von AK 74 ZF
Waldi -> es hieß "Hosenschlitz auf" -> zwecks Belüftung und trocknen des Schweißes und nicht "Schwanz raus !"

Also nee !

Na gut -> komischerweise lehrte man in der NVA viele alte kriegserprobte Landsertricks aus dem II.Wk.


[ Editiert von AK 74 ZF am 20.05.05 1:52 ]


Ich hab's doch gewusst, dass die etwas falsch verstanden haben.....
Das war übrigens kein Befehl, das habe die von sich aus gemacht - vom Opa gehört und falsch verstanden :D!

Fallschirmjäger oder Luftlandtruppen haben sich bei feindlichen Flakfeuer angeblich auf ihre Stahlhelme gesetzt um ihre Männlichkeit zu schützenSmiley mit verdrehten Augen!
Bei Märschen oä. das "Flatterventil" an der Schutzmaske entfernen oder den Luftschlauch am Filter lockern. Erleichterte das Atmen ungemein und wenn man am Wochenende sowieso nichts vorhatte....Smiley mit verdrehten Augen!

Hoover


20.5.05 10:45:20
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Bei Märschen oä. das "Flatterventil" an der Schutzmaske entfernen oder den Luftschlauch am Filter lockern.


Ja, den Trick hatten unsere Rekruten schnell raus. Gummimembran raus, schon atmete man durch das Ausatementil ein, ohne den Widerstand des Filters.
Auch haben manche Schlauköpfe sich einen Ersatzfilter besorgt, diesen aufgeschnitten und leergemacht und dann wieder zusammengespachtelt. Hat lange gedauert, bis wir da bemerkt hatten. Respekt-Smiley

Oder mit dem Stahlhelm. Für die Ungedienten: Bis Mitte der 90er nutzte die Bw einen Stahlhelm, der eine Weiterentwicklung des US-M1-Helmes war. Der Bw-Helm war aus einer Stahllegierung und recht schwer und unbequem.
Der US-M1-Helm bestand aus zwei Teilen, einem Innenhelm (Liner) und einer Stahlkalotte. Nun mussten wr natürlich den Stahlhelm tragen, teilweise tagelang auf Übungen.
Nun haben wir uns dann einen Liner besorgt und mit einen Helmbezug "getarnt" und einen Kinnriemen vom Stahlhelm versehen. War sehr bequem, wenn auch böse verboten.

Kleine Anekdote:
Im Sommer 1992 oder 1993 machte sich meine Gruppe fertig, um während einer Übung zu verlegen. Meine Landser saßen schon im PiGrpFz auf, der MG-Schütze baute sein MG 3 in die Lafette. Ein jung-dynamischer StUffz (nennen wir ihn mal Hoover) wollte gerade seinen Sitzplatz einnehmen, als der dusselige MG-Schütze mit dem Knie herumwedelte und dem StUffz den Helm vom Kopf haute. Der Plasteinnenhelm fiel auf die Straße und sprange klappernd über die Straße...dem jung-dynamischen Kommandeur vor die Füße. Mein Fahrer und mein MG-Schütze schmunzelten, ich schlich zum OTL und holte meinen Helm. Und wurde geföhnt. Fazit: Plastehelm im Lkw lassen und draußen den Stahlhelm tragen... Kopf-an-die-Wand-hau-Smiley

AK 74 ZF


20.5.05 11:31:44
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Hi Hoover !

Das mit dem Filter abschrauben oder Rückschlagventil ausbauen hab ich meinen Landsern ganz fix abgewöhnt. Da es schon immer die Regel war daß während des Marsches nicht gesprochen wurde gab es in der NVA drei Varianten -> Marschgesang, Laufschritt oder Kommando "Gaaaaas !" (Original mit fünf A). Meine Landser "liebten" mich eine Zeitlang Abgöttisch und nannten mich liebevoll "Gasmann". Als ich mitbekam daß einige der Jungs tricksten habe ich mir angewöhnt beim Marsch Reizgaskörper zu werfen. Half aber auch nur eine Weile. Die normalen Reizgaskörper brauchten ja eine Weile um das Gas im Freien über größere Flächen zu verteilen.Und die reichte auch um den Filter wieder anzuschrauben. Nachdem mich einige meiner sturen Mucker (waren schon harte Jungs meine Landser !klatschender Smiley) trotzdem weiter austricksen wollte hab ich mir von einem Freund ,welcher beim MfS diente, ein paar Tränengashandgranaten (tolles Mittel zur Anti-Terrorbekämpfung) besorgt. Wieder mal auf dem Marsch brüllte ich "Gaaaaas", zog die Dinger ab und warf sie rechts und links der Marschordnung und setze meine TSM (Truppenschutzmaske) auf. Tja -> trotz der vor wenigen Tagen erfolgreichen Dichteprüfung gab es doch einige Ausfälle. Gerötete tränende Augen, gereizte Atemwege und etwas schlechtes Allgemeinbefinden. Gab danach ein paar Beschwerden und ich durfte bei meinem Batailloner antanzen. Dem hab ich dann aber erklärt daß die Dichteprobe vor ein paar Tagen erfolgreich war,die Ausfälle aber durch Manipulationen der Landser an ihrer Gefechtsausrüstung bedingt waren (Dies war übrigens Tatbestand der Gefährdung der Gefechtsbereitschaft und in der NVA echt ein böses Sakrileg!). Da das Werfen von Reizgaskörpern normal und üblich war -> gehörte als Einlage eh zur standardmäßigen Gefechtsausbildung -> erhielt ich die Auflage die Einsatzbereitschaft der persönlichen Schutzausrüstung meiner Soldaten noch besser und schärfer zu kontrollieren um solch ungewohnt hohen Ausfälle zu vermeiden.klatschender Smiley
Das die zwei HG keine standardmäßigen Reizgaskörper der NVA waren hab ich ihm natürlich nicht auf die Nase gebunden.
Die TSM meiner Mucker waren danach lange Zeit nicht mehr manipuliert.klatschender Smiley
Wobei die Jungs durchaus weitergetrickst haben. Waren schon harte und taffe Jungs meine Landser. Wo sie konnten haben sie mich schon verarscht oder mit Trick 17 gearbeitet. Aber das gehörte irgendwie auch zum Spiel. Ich erinnere mich bis heute gern an viele dieser echt guten Landser - und an die wenigen "Schmutzfüße" unter ihnen teilweise inzwischen auch. Die hatten es nicht leicht ! Weder mit mir noch mit der NVA. Aber der größte Teil der Jungs hat gut und Ehrenvoll den harten Dienst hinter sich gebracht und kann Stolz auf sich und seine Leistungen sein !Respekt-Smiley
Daß sie mich, die NVA und ihren Wehrdienst teilweise gehaßt haben weiß ich !Kopf-an-die-Wand-hau-Smileyklatschender Smiley Dafür haben die Jungs heute aber echt was zum erzählen am Stammtisch und sind "Helden".
Das größte Lob hat mir mal einer meiner Männer am Tag der Entlassung gemacht ! "Der Oltn. S war hart bis brutal aber immer Fair. Und man konnte jederzeit zu ihm kommen - er kümmerte sich um unsere Probleme so gut er konnte und war immer für uns da." Der Gefreite R. war einer meiner schwierigsten aber auch besten Soldaten. Sein Lob hat mir mehr bedeutet wie viele Belobigungen durch meine Vorgesetzten !

AK 74 ZF - Der Stolz auf seine Landser ist und ihnen alles Gute im Leben wünscht !Respekt-Smiley

P.S. Tricks hatten meine Landser übrigens ne ganze Menge drauf ! Die waren nicht schlechter als ihre "Großväter".

[ Editiert von AK 74 ZF am 20.05.05 11:34 ]

oberfeldmaus


20.5.05 17:08:32
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also ich denke mal ich hätte mir da auch was einfallen lassen um das risiko mir eine kugel einzufangen möglichst klein zu halten also ein spatenblatt umschnallen u.s.w. vielleicht noch die taschen voller zigarettenetuis (schreibt man das so) stecken...mich würde mal interessieren ob das mal jemand gemacht hat und wie die erfahrungen dabei waren also´n abpraller und so. kann da jemand was zu sagen?

Gina2


20.5.05 22:34:11
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Ein Landsertrick war wohl, ein Laib Brot zwischen K 98 und dem Körperteil welches zwecks Selbtsverstümmelung drann glauben mußte...

Sollte helfen gegen die Schmauchspuren

FritzR


21.5.05 09:51:38
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Nie mit frischen oder gar ganz neuen Socken einen längeren Marsch antreten! (Hab ich gelernt: NVA und Knobelbecher)

Wir hatten zu diesem Zweck immer ein paar getragene Socken im Schrank liegen, die bei Gefechtsalarm - wenn nicht wußte was und wie lange etwas in der Luft liegt - angezogen wurden.

@AK 74 ZF: Resteverwertung:D - habt ihr auch mal probiert, wie hoch ein Stahlhelm fliegt, wenn ein Artillerieschlag darunter hochgeht? Kommt guuut....

AK 74 ZF


21.5.05 11:33:29
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Hallo FritzR,

Logo -> übrigens sogar als "Vorführung" vor den Soldaten um ihnen die Gefährlichkeit dieser Imitations-Handgranaten zu demonstrieren. Die Imi-HG reagierten ja teilweise sehr Unterschiedlich -> gab welche da blieb der Plastkörper ganz, häufig zerlegte es den aber auch in ziemlich viele Einzelteile.

Nur kurz zum Verständnis -> die Imi-Mittel (ob Knaller diverser Typen von "D" mit und ohne Pfeifton bis hin zu "Gustav" in Marmeladeneimergröße oder auch Leuchtraketen etc.) der NVA waren um ein vielfaches besser und höher laboriert als das BuWe-Spielzeug. Teile davon waren vor Silvester hochbegehrte "Schmuggelartikel".
Meine West-Uffze nach der Wende waren total begeistert von unserem "Gelumpe". Wurde aber nach einiger Zeit (war wohl einigen Westoberen wie alle Waffen der NVA zu gefährlich) außer Verkehr gezogen und durch Westgelumpe ersetzt.

Leuchtraketen/Leuchtsterne flogen plötzlich nur noch maximal halb so hoch wie früher und leuchteten nur Sekunden, an Imi-HG kann ich mich nicht erinnern,und auch anderes Spielzeug war nicht so schön "Rums" wie gewohnt.
Ich zumindest hab die schöne NVA-Wehrmachts-Leuchtpistole sehr ungern gegen das verkleinerte westdeutsche Spielzeugmodell eingetauscht.

AK 74 ZF

P.S. Zwecks Gesundheitsfürsorge für unsere jungen BuWis muß ich allerdings zugeben -> ungefährlich war das NVA-Zeug nicht !

[ Editiert von AK 74 ZF am 21.05.05 11:34 ]

Petronelli


23.5.05 10:26:51
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Mein Onkel erzählte immer, dass sie irgendwann die Gasmasken weggeworfen hatten und in der Büchse dann Mampfereien horteten.

Hoover


23.5.05 10:44:26
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Ja, mein Opa (Bild siehe Signatur) hatte im Winter 1944/45 in den ardennen in seiner Büchse eine Flasche "gefundenen" US-Whiskey. Und ob man es glaubt oder nicht, irgendwann wurden glatt in einer Ruhepause die Ausrüstungen appellmäßig geprüft. Mein Opa hatte dann seinen Ärger weg.

Irre, nach einem Gefecht lag man irgendwo im Wald und versuchte, wieder fit zu werden, dann kommt ein Offizier und prüft, ob die Landser nicht nur ihr Leben, sondern aich die Gasmaske gerettet haben...

sentry


20.6.05 16:35:17
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Hier 'mal ein paar (teilweise zweckentfremdete) Nutzungen der Ausrüstung bei den Grenztruppen der DDR (nicht alles auf die Goldwaage legen, aber inhaltlich stimmt alles ;) )

Warum hatten die meisten Grenzer eigentlich eine AK-47 KMS (mit klappbarer Schulterstütze)?
Und warum hatten Grenzer überhaupt eine Waffe dabei?

Grund 1: Wenn der Posten auf den B-Turm kletterte, musste er eine Leiter hochsteigen. Viel wichtiger war, dass er die Postenverpflegung da hoch bringen musste. Die "modernen" B-Türme waren zu diesem Zweck mit einem Bergsteigerseil ausgerüstet, so dass man das Picknick hochziehen und das Leergut abseilen konnte.
Aber, wie wir ja alle wissen, waren Seile knapp im Osten...musste man drauf zu kommen. Deswegen wurde der Grenzer mit der KMS ausgestattet. So konnte er die Teiltasche in die eingeklappte Schulterstütze einhängen und sie an der mit Lauf nach oben getragenen Waffe baumelnd nach oben hucken.

Grund 2: Das Seitengewehr (ein serienmäßiges Zubehörteil) hatte exakt die Länge der Schießscharten in den runden B-Türmen. So konnte man die kleine vertikale Schiebetür arretieren, wenn man mal runterpinkeln musste. Es verhinderte, dass während des Jobs die Klappe a la Guillotine herunterfiel. Die dafür vorgesehenen Haken zum Arretieren fehlten meist schon.

Grund 3: Die Klinge des Seitengewehrs passte exakt, ohne groß zu wackeln in die Maschen des Streckmetalls, aus dem die Grenzsignalzäune waren. So hatte man immer eine kleine Übersteighilfe am Mann...man konnte ja nie wissen.

Grund 4: Die Hülsen der 7,62er Munition waren ein paar Milimeter länger als die Knöpfe der panels mit denen man zB Kfz-Sperren schließen konnte. So konnte man diese über die Knöpfe hängen und so verhindern, dass jemand aus Versehen die Sperren schloss, indem er beim Einschlafen mit dem Kopf gegen die Knöpfe stieß.

Grund 5: Für die meisten Modelle der AK-47 gab es Mündungsschoner. Das waren kleine schwarze Gummihütchen, die man auf die Laufmündung setzen konnte, um das spätere Waffenwarten zu erleichtern.
Damit man die Dinger nicht verlor, wurden sie auf verschiedenste Art am Reinigungsstab festgekettet. Sehr beliebt waren die kleine Plasteketten für Waschbeckenstöpsel, die folgerichtig an den Waschbecken immer fehlten.
Besser jedoch waren die Schnüre, die an Signalgeräten (zB SP-1) verwendet wurden. Man bildete eine zweilagige Schlaufe, die so lang war, dass man sie gerade hinter dem letzten Halter für den Reinigungsstab einfädelen konnten und der Schoner noch eben auf die Mündung passte.
Dann hatte die Schlaufe exakt die Länge, dass man damit die Schalter umfassen konnte, mit denen üblicherweise Türen und Gassen im Abschnitt gesichert waren. Sie sollten auf der Führungsstelle(oder wo auch immer) einen Alarm auslösen, wenn die Tür unbefugt geöffnet wurde. Wenn man nun aber die Schlaufe um den quaudratischen Schalter legte und den Mündungsschoner vorsichtig zwischen Tür und den kleinen (eigentlich) rausschnippenden Schalter klemmte, löste das Ding beim Öffnen der Tür nicht aus, und man konnte zB unbemerkt den B-Turm verlassen bzw. zB einer ermüdeten, durchgefrorenen Kontrollstreife Asyl gewähren.

Wie man sieht...so eine Kalaschnikow war ein echtes Multifunktionsinstrument und aus dem täglichen Leben nicht wegzudenken.

Beim Pinkeln wurde unter das Knie die Regenrolle gelegt...sollte ja bequem sein. Das war ein zusammengerollter Regenumhang, der noch weitere wichtige Funktionen hatte:
Wir hatten überall solche handgeschweissten Barhocker mit Fußablage auf den Türmen. Da wurden die abgeschraubten Bahnheizkörper eingeschoben, wenn es richtig saukalt war, und damit es auch richtig Effekt hat, hat der Posten sich mit angelegtem Regenumhang darübergesetzt. Das System hat dann wie eine Art Saunazelt gewirkt.

Petronelli


7.7.05 07:28:13
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Und nochewas:
Bereits im ersten Weltkrieg kam der Landser auf den Trichter die Töpfe der Handgranate als Campingofen zu missbrauchen.
Den Topf kann man ja bekanntlich vom Stiel schrauben.
Wenn man den Zünder entfernt (bzw. wurden sie ja ohne angeliefert) dann kann man den Sprengstoff einfach anzünden und der Topf brennt mit sauheißer Flamme einfach aus.
Völlig ungefährlich (evtl den Topf etwas eingraben?? wegen Raketenantrieb? keine Ahnung)
Darüber hängte man dann das Kochgeschirr, aber Vorsicht,
die Flamme konnte Alu schmelzen!
Man geht davon aus, dass die Explosion im Fort Doaumont bei der Verdunschlacht, als es zig deutsche Soldaten in einem Stollen dort erwischte, aus diesem Grund geschah.
Im Stollen war wohl Sprengstoff gelagert und die hungrigen Landser kochten dort unbedarft ihren Kaffee auf obige Weise.
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