Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.
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henry8.4.02 21:20:19 Direktverweis | Habe da ein Paar Fragen zur A9 , bin aber zu faul alles doppelt und dreifach zu schreiben : So geht es aber;)! Gruß Henry |
waldi449.4.02 17:43:18 Direktverweis | Diese mit Flügeln versehene Version des A4 wurde zunächst als "Gleiter A4" und "Flügelgeschoß" bezeichnet, bevor sie 1940 die Bezeichnung A9 erhielt. Berechnungen nach sollte sie eine Reichweite von 500km haben, mit dem AIO kombiniert, sollte sie als Zweistufenrakete sogar über 5 000 km entfernt liegende Ziele erreichen können. Zwischen Oktober 1942 und Juni 1944 wurden die Forschungsarbeiten für das A9 unterbrochen, und im Oktober 1944 benannte man das Projekt in "A4b" um, um von der hohen Dringlichkeitseinstufung des A4-Programms profitieren zu können. Im Januar 1945 fanden zwei Versuchsstarts statt, die jedoch fehlschlugen. A9 - JonastalA9 Durch die Kriegsentwicklung wurden jedoch die unterirdischen Anlagen, in denen auch die Entwicklung der A9/A10, der sogenannten „Amerikarakete„ erfolgen sollte, einer ersten Rakete mit interkontinentaler Reichweite, in Weiterführung der Peenemünder Aggregat 4, nicht fertiggestellt, worauf die Entwicklungsabteilungen aus Peenemünde in den sogenannten „Mittelraum„, ab Frühjahr 1945 konzentriert in die thüringische Stadt Bleicherode am Südharz verlagert wurden. Die Einzelteilfertigung und -entwicklung sollte in Ebensee ursprünglich in der Stollenanlage „B„ stattfinden, die Vertikalmontage der A9/10 in der teilweise über 20 Meter hohen Stollenanlage „A„. Ein weiterer unterirdischer Komplex, unweit der Firma Solvay hätte womöglich eine unterirdische Sauerstoff-Verflüssigungsanlage aufgenommen, wie dies an anderen Orten praktiziert wurde (z.B. am A4-Triebwerks-prüffeld im Oertelsbruch bei Lehesten/Thüringen, Deckname „Rotbutt„ und KL „Laura„) Bauvorhaben "Zement" 1945 Erst nachdem die Abschusseinheiten der V-2 durch den Rückzug der Wehrmacht so weit zurückgedrängt worden waren, daß selbst die auf 370 km erhöhte Reichweite nicht mehr ausreichte, wurden die Angriffe auf London im März eingestellt. Später wurden noch etwa 2100 V-2 gegen Antwerpen, Lüttich und Brüssel eingesetzt, wo ebenfalls verheerende Schäden angerichtet und viele Menschen getötet wurden. Das schnelle Zurückdrängen der V-2-Abschußeinheiten erforderte immer höhere Schussweiten und die Engpässe in der Lieferung von Flüssigsauerstoff und Alkohol wurden durch die alliierten Luftangriffe immer größer. Es mußten Lösungen für höhere Reichweiten und alternative Treibstoffe gefunden werden. Þ In Peenemünde wurden die Projekte A6 bis A8 in Angriff genommen, um die Möglichkeiten des zugänglicheren nicht-kryogenen Treibstoffs Salpetersäure/Benzol-Benzin (Visol) zu erproben. Im Projekt A9 wurde die enorme kinetische Energie der A4 beim Brennschluss zur Erhöhung der Reichweite bis auf 570 km genutzt, indem die A4 mit kurzen Flügeln ausgerüstet und bereits in einer Höhe 28 km umgelenkt wurde. Gleichzeitig wurde eine zweistufige Interkontinentalrakete projektiert welche die USA in rund 35 Minuten erreichen sollte. Die Grundstufe A10... Länge: 20 m max.Æ: 3 m Gewicht: 7 t Schub: 180 t Kraft Motor: sechsfach gebündelter Raketenmotor auf der Basis Salpetersäure/Visol mit einem Standardschub von 30 t Kraft. ...sollte als Oberstufe die 16 t schwere A9 tragen, die als ‚Nutzlast’ 1000 kg Sprengstoff über eine Distanz von ca. 5000 km tragen sollte. (Zwar zeigte sich nach 1945, daß das Projekt A10/A9 als Interkontinentalrakete zu optimistisch konzipiert war. Doch hätte man damit immerhin schon wesentlich früher als 1957 einen kleinen Satelliten in eine erdnahe Umlaufbahn schießen können.) In Peenemünde blieb keine Zeit mehr, die Projekte A9 und A10 zu verwirklichen. Am 3. April erhielt General Dornberger von SS-Gruppenführer Hans Kammler den Befehl, seinen Stab mit 450 Führungskräften in die Voralpen nach Oberammergau zurückzuziehen. In Oberjoch bei Hindelang wurde die „Gruppe Dornberger“ von amerikanischen Truppen gefangengenommen und in einem Gefangenenlager in Garmisch-Partenkirchen festgehalten. Fast alle Erfindungen der Deutschen auf dem Gebiet Raketen, Raketenflugzeuge und Strahltriebwerke wurden von den Alliierten zunächst kopiert und anschließend weiterentwickelt. Dornberger und die Meisten Wissenschaftler und Techniker um Wernher von Braun wurden im Rahmen der Operationen „Overcast“ und „Paperclip“ in die USA gebracht. Der führende Peenemünder Techniker Helmut Gröttrup wurde mit einer großen Gruppe von Fachleuten aus dem „Mittelwerk“ Nordhausen und aus Peenemünde im Rahmen der Operation „Ossavakim“ in die UdSSR gebracht. Der führende Peenemünder Wissenschaftler Walter Riedel kam mit rund 30 Peenemündern nach GB. Die Geschichte der deutschen Raumfahrt |
henry10.4.02 06:49:23 Direktverweis | Hallo Waldi44 Ist nett gemeind , aber geht ein bischen an meiner Frage vorbei ! Dies angaben sind allgemein geschichtlicher Natur und besagen nur das man an einer Rakete mit höherer Reichweite gearbeited hat ! Letztlich höchst unbefridigend und nichts sagend ! Mich intressieren die Technischen unterschiede zur A4 , daraus ergiebt sich zwansläufig das die A9 und die A4b gänzlich unterschiedliche Raketen waren ! Das beide die gleichen Größe in etwa hatten und Flügel mit 45° Pfeilung hat fürs erste nichts zu sagen ! Gruß Henry |
Balsi10.4.02 07:08:57 Direktverweis | hi Henry, ich denke Waldi hat das für die Allgemeinheit geschrieben.. damit auch der Leser der keine richtige Ahnung hat.. etwas erfährt.. ok.. was hälst Du von diesem Schema? v.l. n.r. A5 (ab 1937), A3 (um 1937) A4 (ab 1942) |
henry10.4.02 19:47:12 Direktverweis | Hallo Balsi Auch gut gemeint und leider auch am Thema vorbei , was mich interessiert ist die A9 In der Grundkonstruktion entspricht sie wahrscheinlich der A4 . Bei folgenden bekanten Eckdaten : Gewicht : 16 t Nutzlast : 1000 kg Fläche der Tragflächen : 13,5 qm Peilungswinkel der Flügel : 45° Reichweite : 550 bis 600 km Leistung des Triebwerks : 30 t Wird deutlich das es doch gravierende Unterschiede gib und das sind nicht nur die Flügel ! Um zu vermeiden das nun Technische Daten der A4 aufgezählt werden muss ich der färnishalber zugeben das ich mir eine nicht ganz billige Kopie der Originalen Technische Beschreibung der A4 Baureihe B besorgt habe . Neben dieser Beschreibung stapeln sich bei mir noch unzählige Bilder und sonstige Dokumente um die A4 , so das ich denke das ich das Thema A4 größten teils ausgereizt habe . Bei den fielen Material fallen einem dann mit der Zeit unterscheide in den Technischen Details auf , wie z.B. jener Ofen und die doch weitverbreitete Darstellung der A4 mit diesem Ofen ! Während der Fertigung der A4 wurden Rund 60000 Änderungen vorgenommen , aber keine die so gravierend wie jener Ofen gewesen wäre ! Was ich damit sagen möchte ist , das ich aus dem ganzen Material das herausfiltern möchte , was ein Endwicklungsmuster der A9 Technik sein könnte ! Das es solche Teile gegeben hat ist sicher , nun ist nur noch die Frage ob es letztlich alle Teile für einen Prototyp gegeben hat !? Daher suche ich veröffentlichtes Material zur A9 um eine Vergleichsmöglichkeit zu meinem Recherchen zu haben ! Gruß Henry |