Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Sturm- und Kampfpistole

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AutorBeitrag

Panzermayer


22.5.02 01:53:14
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Hi,
denke dass das den ein oder anderen interressieren könnte:

Eine Leuchtpistole ist im eigentlichen Sinne keine Waffe, sondern ein Signalmittel. Als man jedoch die 1928 eingeführte, 1,3 kg schwere Leuchtpistole der Firma Walther durch die 0,78 kg wiegende Leichtmetallausführung ersetzte, griff man den Gedanken auf, außer den Patronen für Signalzwecke auch andere Sondermunition zu verschießen. Die Kleinserie, die einen gezogenen Lauf von 26,7-mm-Kaliber besaß, zeigte gute Ergebnisse. Um aber die bereits vorhandenen Pistolen zu verwenden, die einen glatten Lauf besaßen, wurde nun ein gezogener Einstecklauf von 23-mm-Kaliber entwickelt. Die Waffe, nun Kampfpistole genannt, war 245 mm lang; aus dem 155 mm langen Lauf wurde die 125 mm lange Spgr.LP verschossen. Die Wirkung des 30 g Sprengstoffs war aber zu schwach, deshalb nahm man den Kopf der Stielhandgranate und schraubte einen neuen, zum Lauf passenden Stiel ein. Das war nun der Wurfkörper »358 LP«. Er war aber zu schwer, die Reichweite zu gering. Man nahm nun die Eierhandgranate, setzte einen Stiel daran und nannte diese Munition Wurfkörper 361 LP.
Schwierigkeiten mit der Stabilisierung zwangen nun nochmals zu einer Umkonstruktion. Bei der neuen Lösung fiel der dicke Holzstiel nach dem Verschuß ab, ein dünnes Stahlrohr stabilisierte nun den Wurfkörper recht gut. Bei einer Anfangsgeschwindigkeit von 40 m/s erreichte der 0,325 schwere Körper eine Weite von 85 m. Mit einem leichteren Plastikstiel konnte die Gesamtlänge von 224 auf 218 mm gekürzt werden. Mit einer verstärkten Ladung wurde nun eine Weite von fast 100 m erreicht.

Eine weitere Munition war die 0,115 kg schwere Wurfgranatpatrone 326 LP. Es war eine aufwendige Konstruktion, die im Flug durch ein 4-Flächen-Leitwerk stabilisiert wurde. Bei einer Vo von 72 m/s wurde zwar eine Schußweite von 400 m erreicht, die Wirkung der 12 g Sprengstoff war aber viel zu gering. Aus diesem Körper wurde nunmehr die 326 HL/LP abgeleitet, eine 0,18 g schwere Patrone, die mit einer Vo von 60 rais bis zu 300 m weit verschossen werden konnte. Die 22 g Hexogensprengstoff, als HohUadung ausgebildet, durchschlugen 50-mm-Panzerung. Bei der großen Schußweite litt aber die Treffgenauigkeit erheblich, und man entschloß sich nun zur Entwicklung einer Munition, die auf kürzere Entfernungen größere Durchschlagsleistungen bringen sollte.
Die erste Entwicklung war die Wurfgranate H 62 LP, ähnlich der Gewehrgranate 61, an die man einen Stiel mit einem großen Ringleitwerk angesetzt hatte. Das Geschoß war nicht nur zu schwer, es war durch das weit nach hinten ragende Leitwerk auch sehr unhandlich. Der nächste Entwurf war der Panzerwurfkörper 42 LP, eine Hohlladung von 0,6 kg, mit der 80-mm- Panzerung durchschlagen wurden. Um jedoch die geforderten 75 m Schußweite zu erreichen, benötigte man eine stärkere Ladung; das resultierte nun wiederum in einem stärkeren Rückstoß, der aufgefangen werden mußte. Die Lösung war eine zusammenklappbare Schulterstütze, und damit war die Sturmpistole geboren. Es gab sie später auch mit einem 180-mm-Lauf; sie war dann ausgeklappt 585 man lang und wog 2,45 kg.
Der PZ.WK 42, wie die letzte Munition genannt wurde, ist wie bereits der Körper 326 aus dem gezogenen Lauf verschossen worden.
Es gab dann noch etliche weitere "Sondermunitionen" nach ähnlichem Prinzip, so z.B. die Nah-Brennzünder-Granate (sollte zur Nahverteidigung für Panzerbesatzungen sein), oder die Sturmbüchse; die SS entwickelte auch noch in Eigenregie die Kampfpistole Gerloff.
Aber dies würde hier den Rahmen sprengen...es sei denn es interressiert jemand zwingend... ;)
Hier noch 'ne kleine Tabelle zur Produktion der beiden häufigsten Wurfkörper:
-----------------------1940-------1941-------1942------1943
WK 326 LP______________-_______106789______295804______-__
WK 361 LP______________-________202591______59197______-__
Wieviel von dieser Munition letztenendes verschossen wurde bleibt unklar, da es zum Ende des Krieges hin hierüber keine Zahlen mehr gibt vom Bestand... :(
Noja,
Gruß Panzer ;)

Panzermayer


22.5.02 01:56:04
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Ach, Waldi, vielleicht auch hier bitte die Bilder, wenn's klappt...THX :)

Balsi


22.5.02 07:57:14
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hui dazu hab ich noch ne Menge gefunden in meinem "Archiv".. werd wohl wioede rmal ne Seite fertig machen dazu.. nur etwas Geduld .. denke heute Abend isse fertig.. mit Bildern und alles drum und dran...
PS: In der Waffenrevue Nr. 2 ist ein Artikel darüber...

Balsi


22.5.02 08:55:52
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so hab mich mal gleich rangesetzt .. hier ein kleiner Vorgeschmackt zum Thema
Kampfpistole
kleiner Nachtrag zu späterer Zeit:
Es ist fertig und vollständig bebildert...

waldi44


22.5.02 16:28:06
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Von Panzermayer! Auch was pistolenartiges zum Kämpfen ;)!



Balsi


22.5.02 16:33:23
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ja die hab ich auch, muss ich ncoh einarbeiten irgendiwe, den Soldaten hab ich schon.. kann also wieder raus...(hab da noch 2 weitere Bilder von)

panzerjaeger


22.5.02 18:41:43
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Mhhh endlich ein Bild von einem feldwebel der Division GD.....:D :D
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