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Verfehlte Rüstungsstrategie?

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AutorBeitrag

Indy


22.1.03 21:27:06
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Hi, wär es für Dt. nicht sinnvoller gewesen nach 1943/1944 eine 'devensive' Rüstugsproduktion anzustreben, d.h. statt Kampfpanzer (IV,V,VI,VI-B) StuG, Panzervernichtungsmittel und StG`s zu produzieren .
Für einen Tiger II hätten 5000 StGs prodoziert werden können- Ausrüstung für eine komplette Inf.Div.
Oder 4 Hetzer.
Brig.Führer Schwab (Chef SS-Waffenamt) legt im Spätsommer 1944 auf einer Pz.kommision nahe, die gesamte industrielle Produktion auf Panzervernichtungsmittel auszulegen, und das innerhalb von 8Wochen!
Größere Offensiven mit KPz. waren ohnehin ab Sommer1944 durch die all. Luftwaffen nicht mehr möglich, siehe Normandie.


Gruß Phillip

Balsi


22.1.03 21:46:20
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5000 StG.??? Nicht etwas hoch die Zahl...?
Also ich ahbe in den letzten Wochen einige Divisionsgeschichten gelesen.. und irgendwie hat sich mein bild von der modernen dt. Armee teilweise geändert.
Der riesige Fuhrpark, und nach jedem gewonnen feldzug wurde die Beute auf die Divisionen verteilt... Man liess sogar dt. fahrzeuge stehen und nahm sich englische ... Maeger beschreibt die Situation in seinem buch ähnlich. Es ist einfach unmöglich Fahrzeuge zu bauen, die in der Ebene hervorragende Eigenschaften aufweisen, in den Gebirgen geländegängig sind und im Schlamm ohne Probleme vorwärtskommen.
Die Entwicklung später, grosse starke Panzer zu bauen kam , wenn sie halbwegs zweckmässig waren, eh zu spät. Aber sie war von oben bestimmt, wenn ich die Gedanken Hitlers erwähnen darf 1500t Panzer zu bauen. Es war wohl das Streben einen Panzer zu bauen, der unkaputtbar war. Man hört ja manchmal die reden der Königstiger war der stärkste überhaupt und man konnte ihm nichts anhaben.. dennoch wurden sie fast alle abgeschossen.
DDie 3,7-cm-Pak bspw. war schon veraltet als man sie einführte, dennoch traf man sie selbst 1944 noch.
Das problem an einer anderen Rüstungsstrategie war einfach das problem des personals, man hatte keine zeit die Besatzungen auszubilden, vielleicht hat es ja einen Hintergrund, wenn ich unerfahrene besatzungen in Panzer stecke, die schwer zu vernicten sind, auch von unerfahrenen besatzungen gefahren.. als wenn ich viele Panzer habe, die keiner fahren kann bzw. die sofort draufgehen. Hinzukommt die Benzinknappheit.. obwohl dafür der königstiger ja eigentlich kein "positives" Beispiel ist.

Micha77


22.1.03 22:17:18
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Ob die Deutsche Rüstungsproduktion nun 5000 Sturmgeschütze
mehr produziert hätte oder nicht;das hätte den Verlauf des 2.Weltkriegs vielleicht soweit beeinflusst das der Russe länger hätte aufgehalten werden können und die Westalliierten vermutlich doch bis Berlin marschiert wären.
Vielleicht wären Ostdeutschland dann 40 Jahre Knechtschaft erspart geblieben.Aber "hätte","wäre" usw. interessiert heute niemand mehr.Man kann nur hoffen das alle Völker der Welt aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben.
Micha

waldi44


23.1.03 00:41:48
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Tja Balsi, das Bild der modernen starken Wehrmacht hat wohl nie so richtig gestimmt und immer klaffte zwischen Wunsch und Wirklichkeit eine riesige Lücke.
Zu wenig von allem und was da war, war oft mangelhaft und nicht selten gab man den Beutewaffen der Gegner den Vorzug.
Man hatte sich in der Rüstung total verzettelt. Viel zuviele Modelle, Serien und Ausführungen. Kaum etwas das miteinander kombatiebel war und immer wieder Hitler mit seinen Anordnungen und Extrawünschen!

wolchow


23.1.03 01:51:43
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was halltet ihr davon?

DER Alte


23.1.03 15:26:41
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joo is bisschen klein...:D

Indy


23.1.03 15:44:35
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Die Königstiger wurden aber hauptsächlich von JaBos usw. zerstört...klar bei so einem großen Ziel kein Problem, bei einem kleinen Hetzer hinter einem Busch schon recht schwierig...ausserdem war dieser wesentlich zuverlässiger-d.h. weniger Ersatzteile,kleinere Trosse,geringer Treibstoffverbrauch, geringere Anforderungen an d. Besatzung...
Die '5000 StGs' hab ich einfach aus dem Rohstoffverbrauch des Tiger B errechnet (110t Tiger/20kg(!!) Stg), die werte würden warscheinlich noch höher liegen.
Seit Sommer 1944 waren große dt. Offensiven ohnehin net mehr möglich...die PL-Div. mit 750 SPW, 250 Pz und StuG die kampfstärkste Div. des dt. Heeres, das I. und II. SS-Pz.K und die 21.PD konnten eine Alliierte Landung nicht zurückschlagen...bei der feindlichen Luftüberlegenheit zumindest nicht.

Gruß Phillip

xmen


23.1.03 18:08:16
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Hätte der Krieg länger gedauert wären wir Atomtestgelände gewesen so gesehen gut das nicht mehr da war, von wegen was wäre wenn dann kam der WK II wohl einfach nen bisschen zu früh, aber technisch gesehen waren die Deutschen schon spitze da gibts nichts, nur bei der Verteilung auf der Fläche war es halt für son kleines Land gar nicht möglich überall zu sein und dann noch voll ausgerüstet (viele Hunde sind des hasens Tod)!

Indy


23.1.03 20:15:56
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Beklagt wurde ja andauernd der Mangel an Gefechtsfahrzeugen für die Infanterie...is zwar toll wenn 5Mann einen 'unbesiegbaren' 70t Panzer fahren durfen, man stattdessen aber ein komplettes Inf.Rgt. bestens ausrüsten kann.
Ab 1944 fing man wieder mit Panungen von Kleinpanzern an, u.a. als MG-Träger, Panzerjäger uvm. .
Unteranderem enstanden der Panzerkleinzerstörer 'Rutscher' mit 8cm PAW600 und ein sog. 'MG-Wagen'.
Letzterer war 2,6m lang, 1,6 breit aber nur 0,6m(!!!) hoch.
Die Besatzung (2 Mann)war leigend untergebracht, das Fahrzeug wog nur 870kg, das heißt der Bodendruck würde sogar noch unter dem des KettenKrades liegen (<0,5kg/cm2)
Panzerminen wären damit theoretisch unwirksam gewesen.
Gehen wir wieder vom Gewichtsverhältniss aus hätten für einen Tiger B gut 70 MG-Wagen gebaut werden können.
Als leichts Inf.Untestützungsfahrzeug eigentlich ideal, da der 'Panzer' bei 60cm höhe hinter jedem Busch versteckt werden kann...ein Heckenschützenpanzer im Sinne des Wortes ;).
Dazu 2Kp. mit JPz., eine Kp. mit 8,8 Pak auf SFL 38 dazu
'Rotkäppchen' und PAW600 für die Pz.Jg. der Rgt., Pz.F. und Panzertod für die ebenen darunter...dann noch eine Sturm Art Btr. mit 10,5 StuH auf Pz.38(d).
Als Koprsres. ein Abt. mit Jagdpanthern...
müsste doch acu gegen chwere Panzerrudelangriffe bestehen können...aber alles nur Theorie,'wenn'...


Gruß Phillip

waldi44


24.1.03 00:13:39
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Ich sagte es schon einmalSmiley mit verdrehten Augen: Es war schon erstaunlich, was es da in der Rüstung für Gegensätze gab und je länger der Krieg dauerte, um so grösser wurden sie. Einerseits gigantische Monsterpanzer und andererseits Sparmodelle!!
Das Pferd war in der Wehrmacht noch immer der "Motor" Nr.1 und damit ging es wenigstens noch, wenn alles andere schon stand. Vowärts oder eben rückwärts, aber es "ging"!

ralph


24.1.03 13:25:26
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..und wenn gar nichts mehr ging wurde es eben gefressen :D
also, wenn ich mich entsinne, wurde doch von den generälen und so bereits mit dem ausbruch des krieges die mangelhafte ausrüstung und die schwachen panzer beklagt ! 1939 gab es ja lediglich Panzerkampfwagen I + II die waren eigentlich denen der allierten unterlegen.
auch die 2 bzw. 3,7 cm PAK war bereits 1941 den russischen panzern nicht mehr ebenbürtig, doch dies machten alles die landser bis zur großen wende 1942-43 durch ihren unermüdlichen einsatz und kampfeswillen wieder wett !

xmen


24.1.03 16:22:07
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Panzer gross oder klein, die Mischung machts da wohl aber was wohl noch wichtiger gewesen wäre ist eine viel stärkere Luftwaffe !

ralph


24.1.03 19:47:12
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ach, rüstung hin oder her, ich bin immer noch der festen überzeugung, daß man operation seelöwe wie geplant hätte durchführen müssen, hier liegt für mich immernoch der schlüssel zum erfolg !

waldi44


24.1.03 20:41:22
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Naja, mit dem "Seelöwen" ist das so eine Sache!
1. hatte man, Hitler, die Chance verpasst, die britische Armee zu vernichten (Dünkirchen).
2. Hatte Görings Luftwaffe es nicht geschafft die Lufthoheit zu erringen.
3. Beherrschte England, wenn auch stark behindert, immer noch die Meere.
Wie hätte das Landungskorps versorgt werden können, wenn am Himmel immer noch britische Jäger und im Kanal britische Zerstörer, Kreuzer und Schlachtschiffe Zielschiessen auf deutsche Versorgungsschiffe durchführen würden?

Indy


24.1.03 22:46:35
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Vorraussetzung für 'Seelöwe'
-Brit. Expeditionsk. b. Dünkirchen gefangennehmen
-Luftherrschaft über dem Kanal, wäre möglich gewesen-wenn die LW nicht ihre Strategie in Richtung Vergeltung verlagert hätte
-große Lufttransportflotte, am besten ein paar Dutzend Me321...
Und schon ist ein weiterer Sieg in Reichweite:D

Gruß Phillip

ralph


28.1.03 10:45:18
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ach die 30.000 mann vom expeditionskorps hätte mann schon gepackt und mit schnellen vorstößen auch nach und nach die flugplätze, 1941 gab es wahrlich noch genung flugzeuge auf deutscher seite um die invasion in england zu schützen.
hätte man churchill und die monarchen gefangen genommen, und london erobert hätte der rest des commonwealth möglicherweise kapituliert ! genauso wie man es sich später von moskau und stalingrad ebenfalls erhofft hatte.

waldi44


28.1.03 19:57:52
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Das britische Königshaus war darauf vorbereitet, im Falle einer Invasion nach Kanada zu gehen und Churchill wäre wohl auch kaum als Führer einer Partisaneneinheit in den schottischen Bergen geblieben :D!
Zurück zum eigentkichen Thema: Ich glaube, dass die deutsche Rüstung ganz allgemein erst unter Speer ihre volle Kraft zu entfalten begann, aber da war es schon zu spät. Ansonsten klaffte eben immer diese Diskrepanz zwischen dem Wollen, so man wollte, und dem können!
Der Hauptgrund aber lag ganz einfach darin, dass Hitler sich als Massstab aller Dinge nahm. Er war das 3.Reich und ausser ihm war niemand in der Lage, seine Ideen zu verwirklichen und er war immerhin schon 50!
Währe Hitler vielleicht zehn Jahre jünger gewesen, hätte die Wehrmacht und ihre Teilstreitkräfte unter Umständen zwei drei Jahre mehr Zeit zur Aufrüstung gehabt!

ralph


29.1.03 11:46:11
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naja, umso besser, wäre das köigshaus geflohen und churchill ebenfalls, was hätte dann die engländer noch dazu bewegt weiterzukämpfen ?!

waldi44


29.1.03 15:28:19
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Engländer sind stur, zäh und uneinsichtigSmiley mit verdrehten Augen! Das sieht man schon daran, dass sie das wohl kleinste Kontingent an Freiwilligen in der Waffen SS stellten :D!
Ach so, fast vergessen: Stolz sind sie auch, zumindest gewesen:P!

Indy


29.1.03 19:41:30
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Naja...immerhin 83 Mann.
Juden waren nur (nachgewiesen) 2 in der W-SS.

Gruß Phillip

waldi44


29.1.03 19:45:28
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Gepostet von Indy
Naja...immerhin 83 Mann.
Juden waren nur (nachgewiesen) 2 in der W-SS.

Gruß Phillip

Ach, doch so vieleSmiley mit verdrehten Augen
Naja, wer Jude war bestimmten eben die Nazis und wenn er für sie von Nutzen war...

Indy


29.1.03 19:48:39
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Ne...glaub eher das das 'dummer Zufall' war...die dienten bei der 'Charlemagne'.
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