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Zum Thema Raketen und Luftwaffe.

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AutorBeitrag

waldi44


27.3.03 21:52:34
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Die R4M war eine leitwerkstabilisierte Bordrakete der dt. Luftwaffe, auch unter dem Namen " Orkan" bekannt.
Sie war eine Entwicklung der "Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik" (DWM) in Lübeck
Sie war eine Luft- Luft- Rakete. R= Rakete, 4= 4 Kg Gewicht, M= Minenkopf. Sie hatte ein Kaliber von 55 mm und eine maximale Reichweite von 1.500 m.
Erste Truppenversuche fanden ab März 1945 statt und übertrafen alle Erwartungen. Eingesetzt wurde sie von dem neuen Düsenjäger Me 262.
Mit den bis Kriegsende abgefeuerten 2.500 Raketen sollen angeblich zwischen 400 und 500 alliierte Bomber abgeschossen worden sein!!

sniper 74


28.3.03 12:10:41
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2500 Raketen?
Das würde ja bedeuten, daß es innerhalb von 6 Wochen über 1000 Starts und Landungen von, in dieser Phase, höchst verletzbaren Fliegern, von bewachten Flugplätzen aus, gegeben haben sollte.
Klingt ein wenig utopisch!
Hatten die FW190 und Me163 nicht auch solche Teile im Test oder im Einsatz?

jeannen


28.3.03 12:14:23
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Eine Me262 konnte 24 R4M tragen, die alle gleichzeitig abgefeuert wurden. 2.500 Raketen sind also etwa 100 Flugzeuge. Das einzige Flugzeug, dass die R4M ebenfalls tragen sollte, war die Ba349 Natter, soweit ich weiß. Die Me163 konnte keine Zusatzlasten aufnehmen.
Die Me109 und FW190 wurden nicht damit bestückt, die haben dafür teilweise die WGr. 21 (umgebauter Nebel-Werfer) benutzt.
Ich hatte hier mal ein paar Daten u. a. zu Luft-Luft-Raketen wiedergegeben.

Balsi


28.3.03 12:42:31
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Axel43


28.3.03 16:45:45
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So besonders erfolgreich scheint die R4M allerdings im Einsatz nicht gewesen zu sein. Von dem, was ich gelesen habe, habe ich den Eindruck, daß die Piloten die eingebauten Bordkanonen vorgezogen haben.

jeannen


28.3.03 19:58:18
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Ich muss meine obigen Aussagen teilweise revidieren. Was auf Balsis Seite steht, stimmt soweit alles. Das einzige, was ich nicht nachvollziehen kann, ist, dass die Anzahl der Raketen durch einen veränderten Abschussrost verdoppelt werden konnte.
Es wurden also sowohl die Me262, als auch die Me163 mit R4M bestückt. Interessanterweise wurden sogar mit FW190 einige Erfolge erzielt. Im April 45 haben 24 mit R4M bestückte FW190 aus einem viermotorigen Verband 40 Maschinen abgeschossen, ohne eigene Verluste.
Die R4M wird als die erste "wirklich erfolgreiche Bordrakete" bezeichnet.
Was sie eventuell bei den Piloten etwas unbeliebt gemacht hat, ist die Tatsache, dass durch die 48 mitgeführten Raketen mit einem Einzelgewicht von 4 kg sowie den Abschussrost das Gewicht der damit ausgerüsteten Flugzeuge um 200 kg erhöht wurde, was die Maschinen ohne Zweifel schwerfälliger gemacht hat.
Quelle: Heinz J. Nowarra, "Die deutsche Luftrüstung", Teil 4, Seiten 85 ff.

Axel43


29.3.03 17:59:56
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Laut Johannes Steinhoff, zitiert in "Battle over Bavaria" (die US Marauders gegen JV 44), trafen die Raketen erst Anfang April -45 auf dem Flughorst(Riem) ein; es gab auch nur genug davon um "ein paar" Me 262 damit umzurüsten. Photos der Me 262 mit R4M scheinen ausgesprochen selten zu sein.

waldi44


29.3.03 22:47:23
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Überhaupt kamen all diese neuen und richtungsweisenden Waffen gerade nocht rechtzeitig auf den "Markt", um den "Kalten Krieg" nach 1945 anzuheizen ;)!
Dennoch bemerkenswert....

Quintus


30.3.03 08:59:42
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Gepostet von Axel43
Photos der Me 262 mit R4M scheinen ausgesprochen selten zu sein.

Hier is'se denke ich: Die Me 262 A-2a, Bomber




Quelle: Lexikon der Wehrmacht / Me 262

@ Waldi:
Sag' lieber: solche neuen Fortschrittsweisenden Techniken kamen noch rechtzeitig auf den Markt, um dann den Deutschen im Zuge der Demontage von Industrieanlagen von den Alliierten geklaut zu werden!
Denn was wurde aus Firmen wie Messerschmidt, Dornier, Junkers oder Walter? Haben die später etwa wieder modernste Militärtechnik oder dergleichen entwickelt?...

The Real Blaze


30.3.03 12:23:11
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Genau das muß ich auch anmerken,wie richtungsweisend unserer zu letzt entwickelte Kriegstechnik war.Der B2 Tarnkappen Nurflügler wäre heute eigentlich ein deutsches Flugzeug aus der Firma Horten.Die wohl gigantischsten Transporter der Welt kämen heute nicht aus Russland sondern auch aus Deutschland/Messerschmidt(Weiterentwicklung der Me 323 "Gigant").
Schaut man in H.Nowarra"Die deutsche Luftrüstung", sieht man welche modernen Prototypen und Projekete am Entstehen waren.
mfg The Real Blaze

sniper 74


30.3.03 13:45:50
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Stimmt,
die kompletten, noch intakten Anlagen wurden von den "Siegermächten", speziell Sowjets aus "Kriegsbeute" mitgenommen. Sozusagen als "Wiedergutmachung"!
Aber warum zum Teufen mußten wir den Schrott NACH der Wende dann nun letzten Endes doch noch Abwracken ;) ?
Nowarra, der ja inzwischen zu DEM Nachschlagewerk geworden ist, hat ja unter anderem auch ?alle? Projekte der Flugzeugproduzierenden Firmen nahe gebracht. Und tatsächlich ist die komplette russische Luftflotte bis in die 70er stark durch diese geprägt worden.
Sogar die Amis haben sich die Entwürfe geschnappt, zB P1011(?) von Messerschmidt, ein Schwenkflügler, der Ansatzweise als Versuchsmodell in einer Halle stand, wurde gebaut und ist gar heftig abgeschmiert :D
Viele der Delta-Jäger sind meines Erachtens von Lippisch gebaut...
Aber die Aussage, daß die "deutschen" Firmen nach dem Krieg nix mehr gebracht haben, lag wohl zum Einen daran, daß die Konstukteure jetzt englisch sprechen UND vor allem an der fehlenden Notwendigkeit... Es war kein Geld und kein Bedarf an fetten Schlachtfliegern in Deutschland, zumal es auch verboten war.
Viele Firmen, die Flieger gebaut haben, sind wohl wieder in IHR Handwerk zurück.
Aber Walther baut heute noch Handfeuerwaffen...
Ich bin ... Smiley mit dagegen-Schild

sniper 74


30.3.03 14:01:38
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Ich schon wieder...
Zitat:
Am 18. März 1945 setzte die III. Gruppe des JG 7 erstmals R4M-Raketen ein. 37 mit je 24 dieser ungelenkten 55mm Raketen bewaffnete Me 262 stießen in die amerikanischen Bomberverbände vor und zerstörten ohne eigene Verluste 12 B-17
Quellennachweis: Aeroplane 46 - Hitlers Sturmvögel
Ich bin ... Smiley mit dagegen-Schild

Axel43


31.3.03 04:40:23
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Ah, ich sehe, die Herren haben mal wieder vergessen, wer den Krieg gewonnen bzw verloren hat... Deutsche Forscher und Techniker haben tatsächlich versucht, auch unabhängig von den Siegermächten ihre Flugzeuge weiter zu entwickeln, so Messerschmidt in Spanien und andere in Egypten und Argentinien. Die Erfolge waren allerdings eher bescheiden, wohl zumindest teilweise, weil die moderne Entwicklung ungeheure Summen kostet, die im Frieden nur von den Großmächten dafür bereitgestellt werden können.
Was nun die deutschen Projekte von 43 bis 45 anbetrifft so muß man sich dessen bewußt sein, daß sie meistens nur auf dem Papier existierten und in der tatsächlichen Entwicklung höchstwahrscheinlich enorme Probleme zu überwinden gehabt hätten. Auch die Me 262 war eigentlich noch ein bißchen frühreif, und der Volksjäger He 162 war gerade eben noch einsatzfähig.

Quintus


31.3.03 05:57:50
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Gepostet von Axel43
Was nun die deutschen Projekte von 43 bis 45 anbetrifft so muß man sich dessen bewußt sein, daß sie meistens nur auf dem Papier existierten

Also die Me 262 war schon '43 Serienreif, deren Massenproduktion aber von Hitler immer wieder behindert.
Trotzdem kamen sie zum Kriegsende noch zum Einsatz, in extra aufgestellten Einheiten, zur Bekämpfung der alliierten Bomber. Und dabei zeigte sich auch (ausgereift oder nicht) die Überlegenheit dieses Düsenjägers gegenüber den amerikanischen Langstreckenjägern.
Wäre die Me 262 schon '43 massenhaft eingesetzt worden, wäre der Bombenkrieg über Deutschland mit Sicherheit anders verlaufen!
Siehe hierzu beispielsweise:
Alfred Price "Battle over the Reich" Jan Allan Ltd, 1973,
"Die deutsche Luftwaffe im 2. Weltkrieg" Autorenkollektiv, Gondrom Verlag 2001,
Cherster Wilmot "Der Kampf um Europa" Schweizer Volks-Buchgemeinde, Luzern 1953.


Ein anderes Beispiel ist das von Hellmuth Walter konstruierte revolutionäre U-Boot vom Typ XXIV. Herzstück des Bootes war eine Verbrennungsturbine, der der notwendige Sauerstoff in Form von achtzigprozentigem Wasserstoffsuperoxid beigegeben wurde. Damit brauchte es keinen Luftsauerstoff mehr und konnte in ständiger Unterwasserfahrt taktieren.
Dieses Boot kam noch zum Einsatz!
Bei ihrem Einmarsch in Blankenburg im Harz, wo sich ein Konstruktionsbüro der Kriegsmarine befand, fielen der amerikanischen Armee die Konstruktionsunterlagen des Walter-Bootes in die Hände, während die britischen Truppen in Cuxhaven auf zwei unzerstörte Exemplare dieses Bootes stießen, die ein Ingenieuroffizier zwar befehlsgemäß auf Grund gelegt hatte, die aber wieder gehoben werden konnten.*

*Quelle: "Geschichte der deutschen Kriegsmarine. Von den Anfängen bis 1945." © 1989 by Torsten Migge und Reiner Ebert, Lammler-Verlag München.

Und die V2 brachte die Amerikaner schließlich auf den Mond!
Also war da durchaus ausgereifte Technik vorhanden, von deren Erbeutung die Alliierten später enorm profitierten!
Das sind nur zwei, drei Beispiele, wie weit deutsche Entwicklungen und Techniken denen der Alliierten voraus waren.
Und was hat ein gewonnener oder verlorener Krieg mit Urheberrechten oder Patentrechten zu tun - zumal man sich kurze Zeit später als Verbündete wähnte! Aber das Thema hatten wir hier schon mal...
Ähm, das betrifft aber auch das deutsche Reich, denn beispielsweise der sogenannte "Schnorchel", Luftansaugrohr für die Dieselmotoren der U-Boote, haben die deutschen Ingenieure von den Holländern geklaut...

Sniper 74


31.3.03 09:47:29
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Stimmt,
geklaut wurde viel. Viele Dinge konnten nicht gebaut werden, weil es das Material nicht zuließ, oder weil es einfach als ZU GROSS eingestuft wurde.
Das Rückstoßprinzip der Düsenflieger ist ja auch keine deutsche Errungenschaft. Die "Autobahnen" hatte sich auch wer anders schon einfallen lassen. Und Raketen kommen ja bekanntlich von "Böller" aus China :D
Ich bin ...Smiley mit dagegen-Schild

jeannen


31.3.03 12:53:38
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Gepostet von Axel43
Laut Johannes Steinhoff, zitiert in "Battle over Bavaria" (die US Marauders gegen JV 44), trafen die Raketen erst Anfang April -45 auf dem Flughorst(Riem) ein; es gab auch nur genug davon um "ein paar" Me 262 damit umzurüsten. Photos der Me 262 mit R4M scheinen ausgesprochen selten zu sein.

Es wurden aber bis Kriegsende noch 10.000 Stück produziert.

The Real Blaze


31.3.03 17:15:23
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Es würde mehrere Seiten füllen,wenn man die zuletzt hochgezüchtete deutsche Kriegstechnik beschreiben würde.Und davon geh ich mal nur bis zu den Prototypen und lass Reissbrettentwürfe beiseite.:tzzzz:
Wie schon oft beschrieben,gab es genug Schnittstellen in der Kriegsgeschichte die einen anderen Ausgang uns beschehrt hätte.Peenemünde wäre dann wohl unser Sternentor geworden und der erste Mann auf dem Mond ein Deutscher.Den auch fürs propagandistische Prestige wäre denen nichts zu teuer gewesen.(In Friedenszeiten sowieso)
mfg The Real Blaze
Laola-Smileys

Axel43


31.3.03 21:02:15
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Auch noch Anfang 1945 war die Me 262 mit sehr vielen technischen Problemen behaftet, insbesondere der Strahltriebwerke, aber auch des Fahrgestells und der Bordkanonen. Erstaunlich viele wurden tatsächlich im Luftkampf von propellergetriebenen Langstreckenjägern der Alliierten abgeschossen, d h also die Überlegenheit in der Geschwindigkeit war nur begrenzt auszunützen.Im Landeanflug war die Me 262 eine lahme Ente und brauchte einen Schutz von Flak und propellergetriebenen Jägern um eine Chance zu haben, heil herunterzukommen.
Mit anderen Worten: es fehlte hier noch einiges zu einem ausgereiften Jäger - was ja, den Umständen gemäß, verständlich ist. Alles andere, was noch von den deutschen Technikern geplant wurde, war ganz im Anfang. Meines Ermessens war die Arado 234 das beste der neuen deutschen Flugzeuge die tatsächlich zum Einsatz kamen.

The Real Blaze


31.3.03 21:17:43
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Das die "Sturmvogel" Kinderkrankheiten hatte bestreitet ja niemand.Ich stand in München vor dieser Maschine und war beeindruckt.Diese Kinderkrankheiten wären auch schneller behoben worden,wenn Hitler nicht reingepfuscht hätte.Eine frühere Serienfertigung behebt diese Mängel,weil jedes Modell systematisch verbessert wurde.Ich geb da Quintus Recht,daß diese Maschine die allierte Luftoffensive im Sommer43' schon spürbar neutralisiert hätte,denn schon mit herkömmlichen Jägern schaffte man es schon die Amis zu einer 6 Monatigen Pause zu zwingen.Diese Maschine hätte unzählige Zivilisten vor dem Tod gerettet.Richtig durchgeschlagen wäre sie dann 44' und im Masseneinsatz(man hätte wohl nach den Erfolgen nur noch die Me 262 bevorzugt hergestellt)den Bomberströmen Einhalt geboten.
mfg The Real Blaze

Svenson


31.3.03 22:19:55
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Allerdings muß man auch noch berücksichtigen das da noch das Personal gefehlt hatte. Wo will man inso kurzer Zeit so viele erfahrene Piloten heran holen? Das waren doch meist nur noch junge Flugschüler mit wenigen Einsätzen.
Außerdem wurde,meines Erachtens,die Luftwaffe viel zu wenig von Hitler gefördert. Wenn dann waren doch nur Bomber für ihn interessant und natürlich das Heer.
@sniper74
Smiley mit dagegen-Schild...gegen was bist du Smiley mit dagegen-Schild

Schuetzewuerger


1.4.03 20:32:19
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Na Svenson ich glaube A.Hitler hat nicht gerade sehr auf Bomber gesetzt,denn dann hätte er sich für die Entwicklung von richtigen Bombern eingesetzt.Die deut.Bomber waren doch im Vergleich zu den allierten kleine Hüpfer.Meines Erachtens setzte Deut.vielzusehr auf Jagdflieger.Die waren aber dafür die besten!!!!!denkender Smiley:totlach:

Quintus


2.4.03 05:06:24
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Übrigens: In den USA wird die Me 262 wieder zum Leben erweckt. In Seattle, vor den Toren des Flugzeugbau-Konzerns Boeing, werden mit entsprechenden Vertrag zwischen der Messerschmitt-Stiftung und dem Hersteller CFI fünf Me 262 gebaut.
Als Kunde für das 262-Revival sieht man gut betuchte Hobbypiloten und Geschäftsleute.
Gegen die P 80 von Lockheed wollte der Millionär und Pilot Howard Hughes in einer Show mit einer Me 262 antreten. Er durfte nicht - weil die Lockheed verloren hätte?
Größten Einfluss auf die Technologie der Siegermächte hatten die Junker-Jet-Triebwerke Jumo 004, die in der Me 262 eingebaut waren. Im Gegensatz zu den ersten deutschen und britischen Strahlentriebwerken mit einem Radialverdichter hatten sie einen so genannten Axialverdichter, bei dem die angesaugte Luft parallel zur Längsachse des Triebwerks komprimiert wird. Das bringt höhere Leistung und kleineren, Widerstand sparenden Durchmesser. Heute werden alle großen Triebwerke so gebaut!
Sicher ist: Ohne die Me 262 wäre der Siegeszug der Jets viel später gekommen.
"Man kann feststellen, dass das Auftreten der Me 262 sicher das Tempo der weltweiten Strahlflugzeugentwicklung forcierte." Professor Gero Madelung, Neffe von Messerschmitt und lange Chef der Firma Messerschmitt-Bölkow-Blohm.

Gepostet von Schuetzewuerger
Na Svenson ich glaube A.Hitler hat nicht gerade sehr auf Bomber gesetzt,denn dann hätte er sich für die Entwicklung von richtigen Bombern eingesetzt.

Hitler setzte durch und durch auf Blitzkrieg. Dass der gelingen würde, davon war er unbeirrbar überzeugt. Deshalb meinte er, auf Langstreckenbomber verzichten zu können - ein schwerwiegender Fehler, wie wir heute wissen.
Schon 1941 wurde diese Fehlplanung der Luftwaffe deutlich, in welcher der Luftwaffen-Chefplaner Generaloberst Ernst Udet sein persönliches Versagen sah - und deshalb konsequenterweise am 17. November 1941 Selbstmord beging.

The Real Blaze


2.4.03 05:24:32
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Kam schon was im Fernsehen darüber( Pro7 Galileo).Werden in Texas gebaut und schon eingeflogen.Sind Doppelsitzer um Sponsoren mitzunehmen.Angeblich auf der diesjährigen ILA in Deutschland zu bewundern.

mfg The Real Blaze

waldi44


2.4.03 20:46:11
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Ich habe das an anderer Stelle schon mal erwähnt, finde es aber dennoch nochmals passend ;)! Nicht wenige alliierte Flugzeuge, Bomber wie Jäger, verdankten ihr "Leben" der sagenhaften Geschwindigkeit der deutschen Düsenjäger :D!
War das Ziel in Reichweite, war es auch schon wieder weg :P!

sniper 74


6.4.03 16:46:07
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@Schuetzewuerger
Na Svenson ich glaube A.Hitler hat nicht gerade sehr auf Bomber gesetzt,denn dann hätte er sich für die Entwicklung von richtigen Bombern eingesetzt.
Ich habe irgenwo mal gelesen, daß Göring es nicht für nötig hielt 4mots im großen Stil zu bauen, weil die taktischen Bomber, Ju88 etc völlig ausreichen sollten.
Die Aussage von Quintus, des "alles entscheidenden Blitzkrieges" kann ich da bestätigen.
Aber gerade an dieser Stelle kann man mal wieder deutlich sehen, daß der Krieg von Anfang an verloren war. Viele Fehlentscheidungen, die meines Erachtens vorsätzlich herbei geführt wurden, haben ja alles schon in die Wege geleitet.
An dieser Stelle sei bemerkt, daß es verboten war, ausländischen Firmen Aufträge zur Entwicklung oder Montage von Kriegsgerät zu geben, woraufhin erst viele "echte deutsche" Firmen die Kapazität schaffen mußten um den Anforderungen gewachsen zu sein.
Worauf natürlich auch wieder schliessen läßt, daß der ganze Unfug nur der Industie nutzen konnte und die somit auch auf Krieg gedrängt hat. Adolf wurde ja bekanntlicher Weise "gesponsert"
Ich bin ... Smiley mit dagegen-Schild
(für den Neugierigen: Ich bin gegen alles was jemand sagt, ohne vorher nachgedacht zu haben, ich bin gegen jeden der sagt: Das haben wir schon immer so gemacht... Ich bin gegen ABC Waffen und aus Profitgier kriegstreibende "Supermächte" ... Ich mag keine Pilze und weich gekochte Eier und bin gegen Eierköpfe wie Dieter Bohlen mit seinen Möchtegernstars, ich bin gegen Soaps und schlechte Trickfilme im Vormittagsprogramm, bin gegen menschenverachtenede Musik, Schaulustige und mit-einem-Fuß-auf-der-Bremse-Fahrer und ein paar andere Dinge die mich kotzen. Ich toleriere ... weil ich nix ändern kann. Ich akzeptiere, weil es so ist und wir sind, wie wir sind. Daher ist mein Protest so einfach wie gut: Ich bin ...Smiley mit dagegen-Schild und sage Smiley mit Danke-Schild für Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Toleranz)

jeannen


7.4.03 14:25:13
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Die Rechnung war ganz einfach. Man brauchte Mitte der 30er schnell eine große Luftwaffe. Und für die Kosten eines Viermots konnte man 2-3 mittlere Bomber bauen (z. B. He 111). So hat man sich natürlich dafür entschieden.

Axel43


7.4.03 21:11:14
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...auch die Amerikaner (und Engländer) standen in den 30iger Jahren noch so ziemlich am Anfang der Entwicklung großer 4mot Langstreckenbomber, die eine enorme Industriekapazität voraussetzen. Da konnte das Deutsche Reich einfach nicht mit. Die Aufrüstung lt den damaligen Plänen war sowieso dabei, die reichsdeutschen Finanzen kaputt zu machen (vgl die Demission Hjalmar Schachts). Also hat man auf einen Kurz- und Mittelstreckenkrieg gehofft. Die Wehrmachtsleitung war trotzdem der Ansicht, daß der Krieg mehrere Jahre zu früh gekommen ist.

Indy


12.4.03 23:29:20
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Ich hab hier auch noch irgendwo Berichte über 700 durch R4M zerstörte all. Flz.!

Gruß Phillip

Schuetzewuerger


14.4.03 20:20:57
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Na Krupp und co hätten ganz schön gekuckt wenn Adolf Aufträge ins Ausland vergeben hätte.Erst sponsern lassen und dann sowas.Ich denke es lag mehr daran das sich die Luftwaffe von den Erfolgen in Spanien beim Franco-Putsch hat täuschen lassen."Guernica wurde voll vernichtet,da braucht man doch nicht mehr."Das war die große Fehleinschätzung über zukünftige Bombenkriege und natürlich die Blitzkriegsstrategie.Kopf-an-die-Wand-hau-Smiley

Axel43


15.4.03 01:51:01
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Das Problem der deutschen Luftverteidigungsstrategie war, daß man sich nicht hat vorstellen können, daß die Alliierten Jäger als Bomberbegleiter bis ins Herz des Reiches schicken könnten. In dem Augenblick wie die P51 auftrat war es mit der Reichsluftverteidung im Prinzip aus.
Die deutschen Jäger mußten jetzt alliierte Jäger abfangen, statt die Bomber.

Indy


15.4.03 12:22:46
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Man (Göring u. Hitler) schätze die leistungen der eigenen Flugzeuge falsch ein...weiterhin standen zu dem Zeitpunkt, wo die US-4mot Flotten hätten vernichtend geschlagen werden können einfach nicht genügend Jäger zur Verfügung!
Wie sollen 1000 Jäger die übers ganze Reich verstreut sind Flotten von 500 oder 1000 B-17 abfangen?
Mit (rechtzeitigen) Einführung von Me262 und Co hätte die Situation wieder anders ausgesehen.
Vergleichweise dazu die Erfolge von Me262 Gruppen die bei lächerlichster zahlenmäßiger unterlegenheit Spektakuläre erfolge erziehlten(u.a. Einsatz von 6 Me´s des JG7 die 24 Bomber aus einem Verband von ca. 1500 Maschinen der USAAF rausschossen).

jeannen


15.4.03 18:27:14
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Gepostet von Schuetzewuerger
Na Krupp und co hätten ganz schön gekuckt wenn Adolf Aufträge ins Ausland vergeben hätte.Erst sponsern lassen und dann sowas.Ich denke es lag mehr daran das sich die Luftwaffe von den Erfolgen in Spanien beim Franco-Putsch hat täuschen lassen."Guernica wurde voll vernichtet,da braucht man doch nicht mehr."Das war die große Fehleinschätzung über zukünftige Bombenkriege und natürlich die Blitzkriegsstrategie.Kopf-an-die-Wand-hau-Smiley

Sicherlich hatte man sich auch täuschen lassen. Sowohl von den Erfolgen in Spanien (schwerwiegendster Fehler hier war sicher die Me110!) als auch von den Leistungen der eigenen Flugzeuge (die Bf109b war dort natürlich haushoch überlegen, wozu braucht man da eine viel bessere FW190?).
Aber Hauptpunkt für die Entscheidung gegen 4Mots waren die zahlenmäßigen Aspekte. 1000 2Mots machen sich einfach besser als 400 4Mots. Und mehr anfangen kann man mit ihnen auch, in Sachen Reichweite waren sie ja (zumindest gegen England) völlig ausreichend und zwei 2Mots können genauso viele Bomben transportieren wie ein 4Mot. Ich denke nicht, dass die Strategie der mittleren Bomber falsch war.
Vielmehr war die eingeschlagene Strategie des "Standardjägers" schlicht falsch. Aus ökonomischen Gesichtspunkten sicher sinnvoll, aber nicht bei einer Gurkenmaschine wie der Bf109e (Gurkenmaschine vor allem in Bezug auf Reichweite!). Die Schlappe gegen England ist hauptsächlich dem Umstand zu verdanken, dass die Bomber ab London ohne Geleit fliegen mussten (die von Norwegen kommenden hatten erst gar keins, maximal die Bf110 r(?), aber was nützt die schon gegen Spits und Hurricanes?).

Sniper_74


16.4.03 20:35:19
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Hmmm, muß hier viel aufholen...
@Indy - Haste den Bericht über die 700 zerstörten Einheiten gefunden?
500 und 1000 Bomber Angriffe erfolgten erst recht spät, so ab 42, als Köln (meine Heimatstadt) platt gemacht wurde. Aber da waren ja schon die Amis da. Die konnten in Ruhe aufbauen und aus dem vollen schöpfen. Die Briten hätte man leicht aufhalten können. Zumal eine Maschine ja etwa 400 Sachen geflogen ist und die Feinde spätestens am Kanal erkannt worden sind. Das heißt: Von HH bis M (wenns denn eine Einheit gewesen wäre) hätten Angriffe nach Mitteldeutschland abschlagen können.
Abgeschossen Flieger verlieren NICHT immer den Piloten, der in eine neue Maschine klettern kann, nicht aber die anderen, die klettern in die Grube...
@Schützewürger - Auch wenn sich Adolf hat sponsern lassen, heißt das doch lange nicht, daß man nicht auf vorhandene Kapazitäten zurück greifen sollte. Zur Not die Ausländer zum Volksfeind erklären und alles verstaatlichen. Hat schon öfters geklappt. Es gab doch bei weitem genug Bedarf an Ersatzteilen, Maschinen und Munition, der ja schon recht bald nicht mehr gedeckt werden konnte.
@Axel43 - Als die P51 ins Spiel kam, war es schon lange am Zenit vorbei :) - Aber mit der Fehleinschätzung kannste Recht haben, da ja innerhalb kürzester Zeit die technische Entwicklung so massiv voran getrieben wurde.
@jeannen - Was hast Du gegen die 110? Als Nachtjäger oder als Zerstörer waren die doch ganz okay. Nur halt keine Abfangjäger...
Grosse Bomber sind zwar ein besseres Ziel, aber sie tragen bis zu der 3-fachen Menge an Sprengmaterial, haben höhere Reichweite und sind im Pulk echt stark, wie die B-17 oder B-24 es ja bewiesen haben.
Auch ein Problem war ja ua. auch, daß am 1000e von verschiedenen Geräten im Einsatz hatte. Beutegeschütze, -panzer, -fahrzeuge, -Waffen, -Flugmaschinen etc. Alles brauchte Ersatz. Soviel Aufwand! Auf einen Kämpfer kamen 6!! die ihn finanzierten und ausstatteten.
Das das Teil keine Reichweite hatte, kann man ja ankreiden wen man will: entweder war die Entwicklung zu schnell oder man hatte im langfristigen Plan nicht vorgesehen, so weite Strecken zu fliegen. Operation Seelöwe (so hieß doch glaub ich die Invasion Englands) hätte auch so gut stattfinden können, aber warum tat sie das nicht? NUR wegen der Flieger? Wer glaubt denn sowas?
So, genug für heute...
Bb
Ich bin ja sowas von ... Smiley mit dagegen-Schild ... als nächsten ist Syrien dran! Was früher war ist heute wieder IN, remember?
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