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Soldaten der Waffen-SS

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AutorBeitrag

Westwall


31.10.03 10:15:27
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Soldaten der Waffen-SS waren Soldaten wie andere auch !
Es ist richtig dass aus ihren Reihen Kriegsverbrechen begangen wurde, Kriegsverbrechen wie sie von anderen Soldaten auch verübt wurden, deshalb Soldaten wie andere auch.
Es ist doch falsch eine Truppe die z.B. alleine im Jahr 1944 ca. 950 000 Männer unter Waffen hatte pauschal zu verurteilen.
Die Zahl der Gefallenen, sowie die Gefechtskalender mancher Divisionen sprechen doch für sich, die Feuerwehr der Ostfront denen viele Heereseinheiten ihr Leben zu verdanken hatten.
Das Los eines Soldaten der Waffen-SS war doch deshalb im Krieg wesendlich schwerer als das eines „normalen“ Soldaten, von der Gefangenschaft ganz zu schweigen.
Ich hatte in meiner Familie 2 ehemalige Angehörige der Waffen-SS, einer ist sehr früh gefallen und der andere kam als Krüppel mit 21 Jahren aus dem Krieg zurück.
Der Heimkehrer kannte bis 1945 keine Konzertrationslager oder ähnliches, sondern lernte sie erst nach Kriegsende selbst als Gefangener von innen kennen.
Der eine ging 1941 freiwillig und ist 1942 gefallen, der andere wurde 1944 zu dieser Truppe rekrutiert und wurde 1945 schwer verwundet.
Beide kannten nur Kasernen und militärischer Drill, beide waren ausschließlich in Osten an der HKL eingesetzt und beide Schicksale stehen für die Masse der Soldaten der Waffen-SS.
Es wurde in diesem Forum schon oft über Kriegsverbrechen der Waffen-SS gepostet und das auch zu recht.
Aber man sollte nicht eine Armee die in 6 Jahren Krieg ca. 1,5 Mio. Soldaten durchlaufen haben so pauschal verurteilen wie das hier an manchen Stellen geschehen ist.

Balsi


31.10.03 10:59:23
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ich sehe das ähnlich... in eminer Familie war auch ein Waffen-SS Angehöriger, zwar nciht bei der kämpfenden truppe aber uahc ih trifft die Pauschalisierung. Man hat heute den Eindruck als herrsche die Meinung vor.. die 1,5 Millionen Waffen-SS Soldaten wären genau diese Männer der Gesellschaft, die im normalen Leben Mörder, Verbrecher usw. geworden wären. Ich meine die Waffen-SS wegen dem SS im Namen zu verurteilen.. nun gut.. lässt sich nachvollziehen.. aber jeden einzelnen Soldaten quasi als Mörder abzustemplen ist falsch. Selbst Adenauer anerkannte die Leistungen der Waffen-SS, ist Adenauer nun vater unserer Demokratie oder nciht? Einerseits wird er für alles herangezogen was in den Kram passt und andererseits war er nicht auf der Höhe Zeit.. fragwürdig allemal.

Leutnant


31.10.03 11:59:22
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Dem kann ich nur zustimmen. Ich hatte das Vergnügen in Bamberg einen Herrn Kindler (LAH) kennen zu lernen. Er ist u.a. Träger der Nahkampfspange in Gold...einen noch demokratischeren Menschen habe ich noch nie gesehen. Er verdächtigte die meisten Sammler sogar als Neo-Nazis und wollte daraufhin fast wieder gehen, weil er mit solchen "Subjekten" nichts zu tun haben wollte. All dies aus dem Munde eines Mannes der ehem. Leibstandarte A.H. - daran kann man erkennen das auch er ein Soldat und kein Politiker war und ist.
PS: Auch wenn man natürlich nicht von einer Person auf die Masse schließen kann. (Pauschalisierungen führen zu nichts.)

waldi44


31.10.03 12:54:40
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Aha, neuer Mann und altes ThemaSmiley mit verdrehten Augen, ist aber normal, wer liesst sich alles durch, bevor er ein "neues" Thema eröffnet:D!
Die Waffen SS hat eben den Makel, dass die SS und alle ihre Untergliederungen beim Nürnberger Kriegsverbrecherprozess als kriminelle Organisation eingestuft wurde und somit erstmal alle SS Männer Kriminelle waren!
Bei den Männern der Waffen- SS kommt der blöde aber treffende Spruch zur Geltung: Mitgefangen mitgehangen- mache sagen auch; Mitgegangen mitgehangenSmiley mit verdrehten Augen!
Hinzu kommt die, von manchen bestrittene Tatsache, dass es zwischen der Allgemeinen SS und der Waffen SS einen regen Personalaustausch gabDie 16. SS Pz.Gr.Div.- , was aber nicht heisst, dass ALLE Waffen SS Männer in KZ's Wache schoben, aber eben doch ettliche und es ist durchaus denkbar, dass viele von der Existenz selbiger nichts wussten, so wie es auch genug Soldaten gab, die nie einen Schuss abgegeben haben!
Was den hohen Blutzoll(oft als Tapferkeitsbeweis angesehen) anbelangte, so ist der meist "Hausgemacht", denn Tapferkeit allein ersetzt nicht militärischen Können und Wissen auf der Führungsebene und da haperte es bei der Waffen SS zeitweise ganz gewaltig!
Ob ein SS- Mann ein Verbrecher war, sollte von Fall individuell entschieden werden. Die Zugehörigkeit zur SS macht noch lange keinen Verbrecher, zumal in den letzten Jahren des Krieges viele Männer und Jugendliche zur Waffen- SS einberufen oder versetzt wurden- ob sie wollten oder nicht und Volksdeutsche (bezeichnenderweise auch als "Beutedeutsche" bezeichneten), landeten fast immer bei der Waffen- SS.
Interessant finde ich die von mir schon mal gestellte Frage: Waren die ausländischen Freiwilligen der Waffen- SS eher Abenteurer, gescheiterte Existenzen, Wendehälse, die sich nach Kriegsende Vorteile versprachen, Söldner oder Patrioten, die Europa und ihr Land vor dem Bolschewismus retten wollten:Schulter:?

The Real Blaze


31.10.03 17:35:43
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Diese Frage hat man schon mal beantwortet hier, von einem G.Knopp Anhänger,der das alles bestätigen konnte.Es war Europas Abschaum,was da drinnen war.Sie kämpften nur aus niederen Beweggründen,zur allgemeinen Bereicherung,des Töten willens und um primitive persönliche Rachegelüste zu befriedigen....Das alles pauschal ubd verallgemeinert!
Soviel zur unseriösen Hetzpropaganda.Jeder Deutsche,der den Durchblick hat lehnt solch eine dumme Beschreibung ab!Da müßen nicht mal verwandtschaftliche Banden hervorgeholt werden!
mfg The Real Blaze

waldi44


31.10.03 22:04:18
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@Real
"Jeder Deutsche der den Durchblick hat?" Was verstehst DU unter Duchblick! Bisher hielt ich Dich für einen seriösen, wenn auch etwas "eigenwilligen" Gesprächspartner, aber heute und gestern kamen da einige Bemerkungen, die ich als etwas sehr extrem empfinde und zwar extrem daneben!
ICH habe eine Frage gestellt und eine Antwort erwartet, zum wiederholten male und auch diese ewige Verurteilung von diesem Knopp halte ich für sehr fragwürdig, da er bisher, soweit ich das beurteilen kann, in keinem seiner Beiträge gelogen hat.
Manchem passen seine Ansichten der Dinge eben nicht, aber sind sie deswegen falsch? Diese ganzen Diskussionen kommen mir eher vor wie ein Sturm im Wasserglass, der Berg kraiste und gebar eine Maus, viel Lärm um nichts!!

The Real Blaze


31.10.03 23:30:46
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Du hast eine Frage gestellt,die eben schon einmal beantwortet wurde.Ich hab nun mal schon das wiedergegeben,was ich hier über dieses Thema schon gelesen habe- für mich als Negativbeispiel!
Die Soldaten der Waffen SS waren eben genau solche Befehlsempfänger wie in anderen Armeen.Es gibt hier wie anderswo schwarze Schafe,aber auch Ritterlichkeit!Geht man nähmlich hier ins Detail würde das unkonntrolliert ausufern.Das geht schon los wenn man behauptet die einen wären ritterlicher als die anderen,worauf als Kontra die Auflistung von Kriegsverbrechen kommt.Sowas bringt also nichts---> für mich jedenfalls!

Ich bin auch gern eigenwillig!Aber keinesfalls extrem, nur weil ich nach der Wahrheit suche!Ich kenne alle Verbrechen der Wehrmacht und SS,die wurden einen früher eingetrichtert!Aber schon zu dieser Zeit erfuhr man nichts,was der siegreiche Befreier alles für Verbrechen verübte!Wer hier nicht bereit ist alles zu sehen,wird nie objektiv sein.In einem werden eben sich aber trotz aller Objektivität immer die Geister scheiden: In der Interpredation! Und das soll auch so bleiben sonst würden nie neue Sichtweisen, neue Diskusionen entstehen lassen.
Falls du also damit meinst,das ich deshalb "extrem"bin weil ich nicht deiner oder der offiziellen Staats-Meinung bin, kann ich gut damit leben.
mfg The Real Blaze

waldi44


1.11.03 10:34:22
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Schreibe ich soooo undeutlich? Mir ging es nicht um die deutschen SS Leute, sondern um die Freiwilligen, die Franzosen, die Holländer, Norweger usw, die sich ja alle freiwillig zur Waffen SS meldeten.
Was trieb sie dazu, was erhofften sie sich von der Mitgliedschaft in der deutschen Waffen SS. Waren sie Verräter am eigenen Volk? Waren sie die Elite ihrer Völker oder nur deren Abschaum?
Mit extrem meinte ich, dass man den Eindruck gewinnen könnte, Du seist, zumindest hier im Board, der einzige Deutsche mit dem rechten Durchblick;), nur weil, zB. ich, in einigem nicht deiner Meinung sind, muss er uns /mir nicht zwangsläufig fehlen und an Knopp zB. scheiden sich eben die Geister und wer ihn mag muss deswegen noch lange kein dummer Deutscher sein bzw. derjenige, der ihn nicht mag, ein Neonazi!!

The Real Blaze


1.11.03 11:44:12
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-g- ich hab nie gesagt das du keinen Durchblick hast.
Und meine Meinung zu den freiwilligen Ausländern ist genau so.Sie unterlagen der jeweiligen Propaganda und hatten in Verbindung mit Abenteuerlust (da trug wohl auch die Kriegsberichterstattung dazu bei die das alles als Abenteuerurlaub verkaufte)sich eben freiwillig gemeldet.
mfg The Real Blaze

Erich


2.11.03 22:50:19
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Gepostet von waldi44
Die Waffen SS hat eben den Makel, dass die SS und alle ihre Untergliederungen beim Nürnberger Kriegsverbrecherprozess als kriminelle Organisation eingestuft wurde und somit erstmal alle SS Männer Kriminelle waren!

Ich glaube die SS-Reiterei war Ausnahme weil irgend so ein englischer Blaublütiger Ehrenmitglied war. Doppelmoral ! Kopf-an-die-Wand-hau-Smiley

Westwall


5.11.03 11:35:07
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Hallo, es ist richtig dass im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess die SS-Reiterstandarten als kriminelle Organisation zur restlichen SS ausgenommen wurden, der Grund ist mir leider dafür nicht bekannt und das mit dem englischen Blaublüter habe ich auch noch nie gehört.
Allerdings kann es einen Organisatorischen Grund der diesen Teil der Allgemeinen-SS weniger belastet haben sollte als der Rest der Truppe nicht gegeben haben.
Diese SS-Reiterverbände waren die Wiege der späteren SS-Kavallerie-Brigade von SS-Brigadeführer Herrmann Fegelein die äußerst zweifelhafte Einsätze in der Partisanenbekämpfung im Generalgouverment und unter der Befehlsgewalt mehrer Höheren SS- und Polizeiführer im rückwärtigen Heeresgebiet durchgeführt hatte.
Erst nach der Erweiterung und Aufstellung zur 8.SS-Kavallerie-Division „Florian Geyer“ 1942 in Debica kamen diese SS-Reiterverbände zur Waffen-SS und wurden eine Fronteinheit.

Gast


5.11.03 12:05:28
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es war kein englischer, sondern ein niederländischer
"Blaublüter" der Kronprinz

Indy


5.11.03 20:25:27
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Gepostet von Gast
es war kein englischer, sondern ein niederländischer
"Blaublüter" der Kronprinz


...der gerne Reichskommisar für die Niederlande geworden wäre?

Westwall


7.11.03 14:53:53
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Da es in dieser Zeit keinen niederländischen Kronprinzen gab, gehe ich mal davon aus dass ihr den deutschen Gemahlen (seit 1937) der niederländischen Kronprinzessin Juliana (Kgin der NL ab 1948) Bernhard Prinz zur Lippe-Biesterfeld gemeint habt ?
Jedoch laut Dienstaltersliste der SS gab es aber nur ein Karl-Christian Prinz zur Lippe geb.1889 und keinen Prinz Bernhard zur Lippe der Jahrgang 1911 war.
Könnte es sich hier um einen Verwandten gehandelt haben, oder gibt es doch andere Gründe zum Sonderstatus der SS-Reiterstandarten in Nürnberg ?

Tobias


8.11.03 05:12:39
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Ich denke mal daß hier 2 Gründe ausschlaggeben waren, für die teilweise verheeren hohe Ausfallsrate bei den ss-Divisionen.
1. Viele von ihnen waren selbst von der nationalsozialistischen Idee überzeugt und gingen deshalbt viel rücksichtsloser mit sich selbst voran. Auch ihre Kommandeure haben so gedacht. Lieber ein sinnloser Angriff als Rückzug oder Verteidigung. Außerdem war dem SS-Mann ein viel härteres Los in der Gefangenschaft beschienen. Deswegen: Sieg oder Tod!
2. Wurde zunächst nur die körperliche "Elite" aufgenommen, wurde in den letzten beiden Kriegsjahren einfach alles aufgenommen. Das da die Kampfkraft darunter litt war mit Sicherheit auch ein Grund für die hohen Verluste. Vorallem deswegen, weil die Russen ihre Eliteverbände gegen ss-Einheiten einsetzen.
Persönlich finde ich es nicht verwunderlich daß soviele europäische Freiwillige den Weg zu den ss-einheiten fanden. Ich glaube auch nicht daß die Propaganda soviel dazu beigetragen hat. Vielmehr einfach ihre eigenen ideologischen Beweggründe. Bei den ostvölkern lag es auf der hand: Viele nationalitäten (ukrainer, letten, litauer etc.) wollten sich nicht mehr unterdrücken lassen. Einfach ausgedrückt: Lieber deutsch als russisch!
Bei den Nord- und Südeuropäern, wird es wohl die Ideologie gewesen sein. Die Faszination am Nationalsozialismus!

waldi44


8.11.03 06:33:46
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@Tobias: In einem anderen Thread zu diesem Thema steht noch ein weiterer Grund für die hohen Ausfälle und zwar zu Beginn des Krieges!
Man, die Offiziere, hatten schlichtweg keine Ahnung von der Kriegführung! Das Übrige stimmt natürlich auch!

Gast


13.11.03 18:51:33
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ich bin auch der Meinung, das die Jungs der Waffen SS keine schlechteren Soldaten waren, als z.B. Amerikaner oder Engländer. Diese Hetzjagd ist schlichtweg eine Sauerei.
Leider ist es richtig das die Offiziere der W-SS anfangs keine Ahnung hatte und es hätten viele den Krieg überlebt, wenn sie durchdachter in den Einsatz geschickt worden wären. Das Interssante an der W-SS war jedoch, auch der Umstand, das man ohne besondere schulische Bildung eine hohe Karriere antreten oder anstreben konnte.

Kübelfan


13.11.03 18:54:20
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Sorry, war nicht angemeldet!
Gruss
Kübelfan

waldi44


3.3.04 18:59:58
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Ich zitiere mal aus einem Buch, in dem ich gerade wegen LeParadis nachschlage:

Die sind die Divisionen, die berechtigterweise behaupten können, bloss Soldaten wie alle anderen gewesen zu sein. Aber auch einige dieser angesehenen Divisionen mussten sich Anschuldigungen gefallen lassen, an Gräultaten beteiligt gewesen zu sein.

Vorran ging die Aufzählung von sieben Divisionen der Waffen SS und eine Erläuterung der Begriffe: Deutsche Namensdivisionen, Freiwilligen-Divisionen und Waffen-Divisionen.
Am schlechtesten wurden die Waffen-Divisionen eingestuft und hautsächlich für die begangenen Gräultaten, die dann der Waffen SS allgemein unterstellt wurden, verantwortlich gemacht.
Frage mich nur, wem diese Waffen-Divisionen unterstanden, so auch die 29. Waffen-Grenadierdivision?
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