Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Landser Heftchen!

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AutorBeitrag

Tobias


8.11.03 05:29:46
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Mich würde einmal interessieren wie seriös und glaubhaft diese Ausgaben sind. Schon allein bei den Covers zu den Erstauflagen machen sie auf mich einen Eindruck wie die zeitgleich grasierenden western-schundhefte.
Obwohl ich aber zugeben muß, trotzdem begeistender Landser-leser zu sein!
Was haltet ihr davon ?

Erich


8.11.03 11:08:53
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Das Grundgerüst ist immer echt. Der Rest ist unterschiedlich. Es kommt drauf an was für ein Heft es ist, normales oder Ritterkreuz usw. Ritterkreuz-Heft, da ist alles echt. Stehen aber lauter Halbwahrheiten drinnen, also nur die "guten" Sachen.
Normale Hefte - die beruhen auf Tatsachen, die Geschichten sind aber sehr verändert worden. Personen in der "zweiten Reihe" sind meistens erfunden.

lexikon der wehrmacht


13.12.03 15:47:28
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Die LAndser-Hefte beruhen ja immer auf Erzählungen von veteranen. Daher sind die Heftchen vielleicht unterhaltsam, einem wissenschaftlichen Vergleich halten sie aber nirgends stand. Man muß sich das ja auch mal vorstellen, jemand soll sich nach mehreren Jahrzehnten noch an eine Begebenheit erinnern.
Andreas Smiley mit dagegen-Schild

OGLongbeach


14.12.03 11:57:05
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Schließe mich da Andreas an. Außerdem hat man fast immmer die selben sich wiederholenden Autoren. Ich hatte da auch mal an die 150 Stück von, mitlerweile aber fast alle verkauft !
MfG OG Longbeach

Hoover


14.12.03 12:39:37
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Ich halte die Heftchen für historisch niciht verwertbar.
Beispiel:
Karl Kollatz (der "Reihen- und Massenschreiber") verfasste einmal ein Heft über die Endkämpfe zwischen Weser und Elbe´. War nichts, absolut nichts richtig. Er hatte wohl nur einige Fakten und dann eine nette Geschichte drumherum geschrieben.
Ich habe die Hefte als jugendlicher auch gelesen, habe uch noch welche herumliegen.
Aber als Quelle oder gar Beweis darf man die nicht nehmen.
Smiley mit dagegen-Schild
Grüße
Frank

Germania


9.1.04 12:40:17
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Hatte auch mal eine Sammlung von 500 Stück aber man merkt doch eine stetige Wiederholung, es wird das Cover getauscht aber Titel und Autor die selben, Inhalt auch, als Beleghafte Quelle oder Wissenschaftliche Grundlage sind sie nicht zu gebrauchen aber teilweise spannend geschrieben!denkender Smiley

Axel43


9.1.04 18:02:31
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Ich erinnere mich noch an diese Serie(-n) von meiner Jugendzeit her. Sie sind wohl nicht als Geschichte im akademischen Sinn gedacht sondern ehe als Geschichten, die vielleicht als Einführung in die Geschichte funktionieren und als solche Sinn haben. Zu meiner Zeit gab es zwei andere, sehr ähnliche Titel, nämlich Fliegergeschichten und eine Serie über die Marine. Die beiden waren, wenigstens damals, eher sachliche Geschichte. Das erste Bild einer Me 262 sah ich auf einem Umschlag der Fliegergeschichten, es war wohl 1955, und das war für mich eine Entdeckung, denn ich hatte sonst nur von der 262 gehört.
Selbstverständlich machen diese Serien keinen Anspruch darauf, irgendwie als Quellen oder Belege zu dienen.

Tobias


15.1.04 01:02:25
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Es steht doch außer frage daß es keiner wissenschaftlichen oder gar zeitgeschichtlichen wert hat. Schon der titel allein sagt dies aus.Der landser hat sich doch nicht mit den operativen taktiken auseinander gesetzt. Die geschichte schreibt doch keine geschichten über einen zugskommandanten, es sei denn er war ritterkreuzträger.
Deswegen wollte ich nur wissen ob man die geschichten als wahr betrachten darf. Natürlich sind diese sicher so in einem oder mehren fällen vorgekommen, nur ob das jetzt wirklich wahre fronterlebnisse oder doch nur wahrheitsgetreue erfundene geschichten einzelner autoren sind ist für mich das entscheidende.
Das argument "die können sich nach jahrzehnten doch nicht mehr erinnern" halte ich für unangebracht, da die meisten titel doch schon in den 50iger und 60igern rauskamen. Wenn ein andre heller hitlers sekrertärin 50 jahre später befragt nimmt das doch die öffentlichkeit auch für bare münze.
Hab nur 2 schlimme rechtschreibfehler ausgebessert.[ Editiert von Tobias am: 15.01.2004 12:20 ]

Quintus


15.1.04 08:03:30
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Also hier muss und will ich mal grundsätzlich widersprechen: Mag ja sein, dass einige Berichte in den Landser-Bänden vermeintlicher Augenzeugen von ehemaligen Wehrmachts- oder Waffen-SS-Angehörigen nicht so ganz den Tatsachen entsprechen, aber diese Landser-Hefte beinhalten weit mehr, als solche Tatsachenberichte, nämlich Dokumentationen über Waffen, Kriegsgerät oder Persönlichkeiten.
Und hier schreiben selbst in diesen simplen Landser-Heften renommierte Historiker, wie Beispielsweise Dr. Gerd F. Heuer oder Dr. Christian Hofer, um nur einige zu nennen...

Hoover


15.1.04 21:06:47
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Generell sind die Hefte nicht zu gebrauchen, es gint aber "Sternstunden"!!
Zum Beispiel "Schund" sind die Hefte von Kollatz, Paus und einigen anderen. Die nehmen ein geschichtliches Grundgerüst und bauen eine Geschichte drumherum. Ich bin zwei Heften genau nachgegangen und nichts hat gestimmt, außer den wirklichen Geschehnissen als Rahmen.
Sehr gut sind die Hefte von einem Peter Strum (ob der Name war ist, weiß ich nciht). Er eerzählt von den Geschichten auf der Krim, bei Sewastopol und Kertsch. Mein Opa kämpfte dort auch und war beeindruckt von den Heften (es gibt etwa 5 von dem Verfasser). Die Situation und die Kämpfe sollen sehr anschaulich dargstellt sein, sagte mein Opa.
Bei über 1700 Heften ist natürlich Schund dabei, aber auch gutes. Trotzdem würde ich die Serie als Ergänzung sehen, nicht als Primärquelle.
Ach so, ich habe meine Landser-Sammlung für ein Heidengeld bei Ebay verkauft! :D

waldi44


15.1.04 21:11:44
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Es gibt doch auch eine ganze Reihe von Heften, die keine Romane sind, sondern eher als Sachhefte(naja, Sachbücher wäre etwas übertriebenSmiley mit verdrehten Augen) angesehen werden können und DIE finde ich echt superklatschender Smiley!!

OGLongbeach


16.1.04 00:20:11
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Sicherlich gibt es ein paar Bände die man gebrauchen kann, so z.B. die Sonderhefte "Die Deutschen Divisionen" Teil 1-3, oder das Sonderheft über alle deutschen U-Boote (Quintus wird mich da bestätigen). Auch einige Großbände sind zu gebrauchen, jedenfalls die Dokumentationen und Waffen- und Ausrüstungsdetails im hinteren Heftteil.
Allerdings bleibt der Hauptteil, nämlich meißt die Geschichte eines einfachen Soldaten oder einer kleinen Einheit, immer gleich. Meiner Meinung nach handelt es sich bei den meisten Landsern um, teils verklärende, Abenteuergeschichten vor reellem Hintergrund !!!
Um zwei Beispiel zu nennen: Der Russe ist, zwar tapfer kämpfend, allerdings saudumm !! Der Ami nur ein Hasenfuß !
MfG OG Longbeach

Quintus


16.1.04 07:54:08
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Gepostet von OGLongbeach
Der Russe ist, zwar tapfer kämpfend, allerdings saudumm !! Der Ami nur ein Hasenfuß !

Und der Deutsche war der einzige, der fair und ritterlich kämpfte (allenfalls die Engländer noch) - jedenfalls so sehen es die ewig gestrigen noch immer...

Hoover


16.1.04 16:34:38
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Stimmt, die meisten Hefte sind sehr heroisch.
Muss man halt die guten rausfinden :D

Tobias


16.1.04 20:21:24
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Ich muß quintus recht geben, das dort sehr wohl wissenschaftliche und geschichtliche ereignisse enthalten sind. Nur als grundlage kann man sie nicht sehen. Weil sie ja nur eine kurze zusammenfassung des geschichtilch schon "entdeckten" wiedergeben. Deswegen meite ich daß es nicht als wissenschaftliche und geschichtliche grundlage gelten dürfen.

Der Abgelehnte


15.3.04 01:08:51
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Liebe Leute,

ich komme aus dem Verlagswesen zu dem auch der den "Landser" herausgebende Verlag gehört. Das sind samt und sonders frei erfundene Schund-Geschichten.

Nach dem, wie einige hier diskutieren, können wohl auch die Winnetou-Bücher von Karl May, eine Quelle für die Geschichte des amerikanischen Westens sein.

Schließlich gibt es Apachen und auch Arizona lässt sich auf der Landkarte finden.

Ich fasse es nicht!!!!

Der Abgelehnte

The Real Blaze


15.3.04 16:54:42
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So da sich hier die Geister spalten,sollte man mal genauer in die Hefte reinschauen,wo "Schund" droht.Landser Hefte sind an sich eine gute Unterhaltung.Mir hat man früher jahrelang eingeredet, wie böse die "Faschisten" waren.Da sind diese Hefte eine Art ausgleichende Gerechtigkeit.Da sich einiges wiederholt braucht man sich nur nach "Neuauflage" oder "Erstausgabe" orientieren!Ich kaufe nur noch Erstausgaben.Die Einleitungen,besonders bei neueren Erstausgaben,geben historisch korrekt die Rahmenbedingungen wieder,ja mit unter sind dort sogar neue Fakten zu finden. Der Rest ist und bleibt UNTERHALTUNG! Wer hier "schundfreie" Unterhaltung sucht,weil dieses oder jenes historisch nicht stimmt, wird niemals fündig werden!
Die Ansicht was Schund ist oder nicht,sollte auch jeder für sich selbst ausmachen.Mitunter reicht es im Kiosk die erste Seite anzulesen,welche Qualität man erwarten kann.Endloses Zahlengenerve oder Einheitenruntergepauke stört da meistens den Unterhaltungsfaden.Spannung kommt meistens bei gut beschriebenen Stoßtruppunternehmen auf,auch typisch deutscher Landserjargon gehört dazu.Richtig lustig wird es aber erst wenn in Dialekt geschrieben wird.---->soviel zur Landserunterhaltung,immer gut so ein Heft in einer Pause zu haben.;)

mfg The Real Blaze

Quintus


16.3.04 06:24:02
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Dabei mal 'ne simple Frage: Werden die Dinger immernoch (und sogar als Erstauflage) vertrieben? Und wo erhältlich - aber bitte nicht Kiosk, denn ich lebe überwiegend in Südamerika (mit tropischem Klima: 30 bis 40 Grad, das ganze Jahr über :D ) ?

Erich


16.3.04 14:26:37
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