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Erkältungen im Rußlandwinter

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AutorBeitrag

Hoover


8.1.04 17:39:40
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Tach, Jungs!
Eine Frage hat sich mir aufgeschlichen, als ich mit meinem Großvater über seine Rußlanderlebnisse sprach.
Er erwähnte nebenbei (ich war gerade erkältet), dass er und seine Kameraden nie während des Winters 41/41 erkältet war.
Er meinte, sie haben immer jede Woche eine Spritze vom Sani bekommen, mit einer klaren, leicht grünlich schimmernden Flüssigkeit.
Ihnen soll gesagt worden sein, es sei ein Vitamin-Cocktail.
Wurde so etwas gespritzt, was war da drin. Da mein Opa trotz seiner 84 Jahre noch unglaublich viel vom Krieg weiß denke ich, es stimmt.

waldi44


8.1.04 17:49:51
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Weiss nichts davon, aber vielleicht eher, weil der Winter sooo kalt und trocken war? Allerdings gab es ja vorher den Herbst, die Schlammperiode...

Quintus


9.1.04 07:17:57
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Da es selbst an simpelsten Mullbinden fehlte (Zitat aus Willy Peter Resse "Mir selber seltsam fremd": "Es gab keinen Verbandsstoff. Die gleiche, von Eiter, faulem Fleisch und Krusten besetzte Binde wurde immer wieder gebraucht. Mit Salben musste gespart werden. Manchen hing das schwarze Fleisch in Fetzen von den Füßen. Es wurde weggeschnitten. Die Knochen lagen bloß, aber sie mussten, die Füße mit Lappen und Säcken umwickelt, weiter Posten stehn und kämpfen."), kann ich mir kaum vorstellen, dass es Vitaminspritzen gegeben haben soll - ganz abgesehen davon, das dies en Mass wohl undurchführbar gewesen wäre...
P.S. @ Hoover: Du solltest mal Dein Avatar in Ordnung bringen, denn der wird fast nie angezeigt (wahrscheinlich nur, wenn Du online bist = FEHLER!)...

Germania


9.1.04 12:37:24
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Da stimme ich Quintus zu, man hatte kaum Winterausrüstung und die einfachsten sachen fehlten aber Vitaminspritzen ? Ich meine ausgeschlossen ist es nicht aber nachvollziehbar auch nicht!

Axel43


9.1.04 18:05:56
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Könnte schon sein, örtlich sozusagen - vielleicht hatte jemand was "organisiert'. Ansonsten ist strenge Kälte ein ausgezeichnetes Mittel gegen Erkältungen !

Hoover


11.1.04 15:03:57
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Mit dem Avatar muss ich mal sehen, ist mir auch schon aufgefallen.
Aber mit dem Rußlandwinter muss ich wohl mal was sagen:
Mein Opa war im Winter 41/42 auf der Krim (mit der 22.ID). Da war es erstens nicht so kalt wie im Norden (vor Moskau usw) und es mangelte ihnen auch nicht so schlimm an Winterbekleidung. Warum weiß ich auch nicht, aber es war sehr kalt, und sie haben viele Pferde geschlachtet, um Fleisch zu beißen zu haben (und weil sie wenig Futter hatten), aber die Probleme wie im Norden hatten sie nicht. Auch war die San-Versorgung zwar nicht großartig, aber doch recht ausreichend für den Rußlandfeldzug. Als mein Opa im Sommer 1942 vor Sewastopol verwundet wurde (er war VB), war er 2 Tage später in Odessa und 3 Wochen später auf dem OP-Tisch in Desden (schwere Kopfverwundung). Alle schwer Verwundeten wurden ausgeflogen (oder jene, bei denen es nich lohnte?), die Lazarette waren gut ausgerüstet und die Ärzte sehr engagiert.
Also ich würde die Verhältnisse an der Ostfront nicht gleichstellen. Wie es an der mittleren oder der Nord-Front war weiß ich nur aus Büchern. Auf der Krim wurde es im November Winter und im April sonnten sie sich in Jalta.

Westwall


11.1.04 15:10:30
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Wenn nicht sogar noch schlimmer hatten aber bis spätestens Ende 1942 diese Probleme die Südfront voll und ganz eingeholt.

Hoover


11.1.04 17:20:57
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Ja, das ist wohl war.
Aber da kann ich nichts zu sagen, da mein Opa ab 1943 auf Sizilien und in Italien war.
Aber es wurde ja viel darüber gechrieben.

Taude


14.1.04 12:08:59
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Grias eich!
tja, leute, ich weiß ja nicht wer von euch allen bei der bundeswehr war, ich war jedenfalls beim österreichischen bundesheer. Eigentlich bin ich jedes jahr mal krank, grippe und so... ich bin nicht der grösste freund des winters und deswegen sieht man mich zu dieser jahreszeit auch selten außer haus. Komischerweise war der winter in dem ich beim heer war der einzige in dem ich nicht krank wurde. War bei den gebirgsjägern und bin deswegen die halbe zeit in den alpen umhergehirscht (umziehen bei minus 20 grad und mehr.... waschen mit eiswasser... nächtelanges wacheschieben hinter irgendwelchen schneewächten uswusf.). ich wurde einfach nicht krank. Wir bekamen auch keine vitaminpräperate oder ähnliches. so sehr ich mich auch angestrengt habe krank zu werden, um die eine oder andre übung sausen zu lassen, es ist mir nicht gelungen...
was ich damit sagen will: da liegt anscheinend irgend ein fluch auf allem was mit dem heer und krankwerden zu tun hat. das haut einfach nicht hin. auf der krankenstation lagen immer mehr verletzte als kranke.
also wo ist bitte das fehlende glied zwischen bundesheer und krankheit? ich weiß es nicht. aber vielleicht ist es gerade deshalb, weil es kein solches glied gibt so? oder was meint ihr...
Grüsse :Schulter:

waldi44


14.1.04 13:52:15
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Na, wir wollen hoffen, dass es KEIN "Fehlendes Glied" beim Bundesheer gab, wäre doch schade um das "gute Stück":totlach::totlach::totlach::totlach:!
Fakt: Frische Luft, viel Bewegung an selbiger, gesunde, weil fettarme Kost und wenn dann noch das Hochgebirge mit seinem rauen aber gesunden Klima dazu kommt(Kalt und Trocken).... Was haste denn bezahlt für den KuraufenthaltSmiley mit verdrehten Augen? War doch der reinste "Jungbrunnen":totlach::totlach::totlach:?

Ronny22


13.2.04 13:12:37
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Vielleicht hat der Virus auch seinen Stolz und macht vorm österreichischen Soldaten halt!? :harlekin: :totlach: :harlekin: :P

nee...war nur Spass
Aber ich denke die Bewegung und Winterausrüstung beim BUND sind da ganz gut.
Krank geworden bin ich trotzdem beim Bund...2mal sogar und nich grade leicht.
Aber da hat jemand ne Erkältung mit eingeschleppt und das ging dann ca. 4 Wochen durch unseren Zug bis so alle krank gewesen waren. :)

Hoover


13.2.04 16:56:09
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Man sollte zum Bund sagen, dass es erst ab 1976 Regenbekleidung und Winterunterwäsche gab. Es sind im Winter 74/75 mehrere Soldaten an Lungenentzündung erkrankt, was für großen Ärger gesorgt hat.

Poorboy


30.3.04 21:41:13
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Ich meine, Erkältung ist eine Virus-Erkrankung. Und diese Viren können bei strenger Kälte nicht überleben.

Poorboy

Hoover


30.3.04 21:51:08
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Ich habe die Freude gehabt, mit einem Kameraden meines Opa sprechen zu können. Dieser war Wachtmeister und ist jetzt stolze 89 Jahre alt!!
Soweit sich dieser erinnern konnte, gab es die von mir angesprochenen Spitzen wegen irgendeiner Epedemie oder Krankheit in Südrußland. Was es war wusste er aber nicht mehr.

Was kann es da für Krankheiten gegeben haben (im Herbst wird es wohl keine Malaria gewesen sein, oder?).

Blanker Hans


31.3.04 10:35:56
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Moin,

mir fällt gerade Flecktyphus als verbreitete Krankheit in Rußland ein... Damit hatte die Wehrmacht im Winter 41/42 vor Moskau ziemlich zu kämpfen.

Hoover


31.3.04 14:46:19
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Aber wurde gegen sowas geimpft??

Tobias


31.3.04 17:44:24
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Natürlich wurde gegen soetwas geimpft. Ich habe auch die genauen Daten bezüglich der anzahl der Erkrankungen in diesem winterjahr! ( (1941,42 aber nur von der leibstandarte!)Wenn du etwas geduld hast, such ich dir die zahlen, wenn ich wieder mehr zeit habe, raus!
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