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Russischer Revisionismus betref. 6 Armee

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AutorBeitrag

Auklaerer


17.4.04 20:59:03
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Die Wehrmacht war die beste Armee, im besonderen auf einem Gebiet: der Wertschätzung des Lebens des einfachen Soldaten."

Lautet das Urteil des russischen Zeitgeschichtlers Alexander Iwanow-Sucharewskij, Sohn eines Frontoffiziers und Helden der Sowjetunion. Die Wehrmacht sei eine "ehrbare Armee" gewesen, stellte Rudolf Augstein 1981 fest. Sein Urteil hat der Ostfront-Artillerist niemals revidiert. Kurz nach seinem Tode erscheint im Spiegel eine Titel-Story über die Schlacht von Stalingrad, verfaßt von Redaktionsmitglied Klaus Wiegrefe (51/2002). Aus Augsteins "ehrbarer Armee" ist eine Terroristenbande geworden. Die Menschen in Stalins Bauern- und Arbeiterparadies hätten den Vormarsch der Wehrmacht als "Hölle" erlebt, behauptet Wiegrefe, ein 68er. Beim Eindringen in Stalingrad sei es die Aufgabe der 6. Armee gewesen, die gesamte männliche Bevölkerung zu beseitigen, Frauen und Kinder zu deportieren. Der Spiegel-Redakteur beruft sich auf Heer & Reemtsma, wenn er von den "Verbrechen" der 6. Armee spricht. Die Stalingrader Juden hätten "einen Stern tragen müssen". Gefangene Rotarmisten seien "erschossen", im Kessel befindliche Zivilisten "massakriert" worden.

Stalingrad wurde im Herbst 1942 von der 6. Armee angegriffen und, bis auf einen Uferbezirk, von deutschen Truppen erobert. Bestand die Besatzungspolitik der 6. Armee tatsächlich nur aus "Verbrechen", wie Wiegrefe suggeriert? Zwei russische Historiker, renommierte Geschichtsprofessoren aus Wolgograd, unternahmen den Versuch einer wissenschaftlichen Beantwortung dieser Frage. Viktor Lomow ist dort Professor am Lehrstuhl für Theorie und Geschichte des Staates und des Rechts, der Zeithistoriker Alexander Epifanow war dort in der Glasnost-Ära Geschichtspädagoge für Untersuchungsrichter des damaligen sowjetischen Innenministeriums (MWD).

Anhand dokumentarischer Unterlagen aus ehemals geheimen NKWD-Archiven untersuchten die Professoren Epifanow und Lomow die Besatzungspolitik der Wehrmacht und das Verhalten der Zivilbevölkerung im Stalingrader Gebiet einschließlich Stalingrad, das von der 6. Armee im Sommer/Herbst 1942 erobert wurde. Ende August 1942 hatte die 6. Armee 16 Landbezirke des Stalingrader Gebietes und folgende Stadtviertel von Stalingrad besetzt: Traktorenwerk, Ermanwerk, Woroschilowsk, Roter Oktober, Rote Barrikade, Dserschinski.

In der Riesenregion zwischen Donez, Don und Wolga lebten damals 785 000 Menschen - Russen, Ukrainer, Kosaken. Die meisten waren nicht evakuiert worden. Was spielte sich in der Wehrmachts-Etappe ab? Repressalien ohne Ende? Brutale Unterdrückung? Geiselerschießungen? Brandschatzung? Zwangsverschickung? Militärischer Terror?

Keineswegs, meinen Epifanow und Lomow. Sie listen auf: Bürgermeister wurden in freier, direkter Wahl von den Dorfbewohnern bestimmt - ohne Einmischung der Wehrmacht. Komsolzen, das heißt Jungkommunisten aus der Arbeiterjugend, verbrannten öffentlich ihre Mitgliedsbücher und meldeten sich freiwillig zum Dienst in der Wehrmacht oder Hilfspolizei. Bauern und Kosaken nahmen die Auflösung der Kolchosen in die eigene Hand, indem sie den Boden unter sich aufteilten. Parteimitglieder arbeiteten mit den Deutschen zusammen und rückten in Selbstverwaltungsorgane auf. Junge Kosakenfrauen heirateten deutsche Offiziere. Gläubige der russisch-orthodoxen Kirche erhielten von der Wehrmacht ihre Gotteshäuser, Klöster, religiösen Schätze, sogar ihr Gemeindeeigentum zurück.

Und ihre Motive? Aus den Untersuchungsunterlagen der sowjetischen Geheimpolizei beziehungsweise des Volkskommissariats für Inneres (NKWD) kristallisieren sich folgende Hauptbeweggründe heraus: Der militante Haß auf den bauern- und arbeiterfeindlichen Kurs Stalins, der Wille zur Selbstbefreiung - mit Hilfe der Wehrmacht - und die Überzeugung von der Unbesiegbarkeit der deutschen Armee. Laut Epifanow und Lomow erkannte die Bevölkerungsmehrheit im Kommunismus einen permanenten Vernichtungskrieg gegen die eigene nationale und soziale Identität.

Insgesamt sechs Monate lang befanden sich 6. Armee und andere Wehrmachtseinheiten auf Stalingrader Gebiet. In dieser relativ kurzen Zeit gelang es den Deutschen, ein dichtes Netz von einheimischen Seibstverwaltungsorganen aufzubauen, besonders in den am Don gelegenen Kosakenbezirken. Zu den ersten Maßnahmen der deutschen Eroberer zählten die Abhaltung von Dorfversammlungen, auf denen die Dorfältesten gewählt wurden, die Aufstellung einer russischen Hilfspolizei, die Öffnung von Kirchen, die Wiederbelebung des religiösen Lebens mit Gottesdiensten, Taufen, Eheschließungen, Schulunterricht - und arbeitsfreien Sonntagen. In einigen ländlichen Bezirken duldete die Wehrmacht die Liquidierung der kommunistischen Staatsgüter und die Gründung privater Bauernbetriebe.

Welche Schichten waren vom ersten Tag der Besetzung an entschlossen, mit den Deutschen freiwillig zusammenzuarbeiten? Epifanow und Lomow nennen folgende Gruppen: Die von der Sowjetmacht enteigneten, diskriminierten Klein- und Mittelbauern; ehemalige Weißgardisten und ihre Nachkommen; die Kosakenschaft, des versuchten Genozids durch die Bolschewiki im Bürgerkrieg im Kollektivgedächtnis; bekennende gläubige Christen, vor allem Frauen und Priester; von der Stalinschen Verfolgung Betroffene, Terroropfer der dreißiger Jahre wie ehemalige GULag-Häftlinge; antistalinistisch ausgerichtete, aber keineswegs antisozialistische Jugendliche aus der Arbeiterklasse, auf einen wahren russischen Sozialismus hoffend.

Die russischen Historiker verschweigen nicht Partisanenerschießungen, Razzien sowie Verhaftungen von Juden und andere Strafaktionen. Für Diebstahl und Brandstiftung wurden Geldstrafen verhängt, oder es erfolgte eine "zeitweilige Inhaftnahme". Trotz dieser Maßnahmen erfaßte die "Kollaborationsbereitschaft" auch die einstigen Träger des sowjetischen Regimes - Komsomolzen und Kommunisten, darunter altgediente Parteimitglieder. Epifanow stellt fest:

"Die deutschen Besatzer führten gegen die verbliebenen Kommunisten und Komsomolzen keine offenen Repressalien durch ... Das NKWD mußte feststellen, daß die meisten von ihnen den Deutschen aktiv halfen ..."

Lomow zitiert aus einem geheimen Sonderbericht der NKWD-Leitung des wiedereroberten Stalingrader Gebietes vom 15. April 1943: "Es ist beachtenswert, daß anstatt von Massenrepressalien die Deutschen gerade die Komsomolzen zu antisowjetischer Propaganda heranziehen." Hervorgehoben wird das "große Ausmaß" der Zusammenarbeit zwischen proletarischer Komsomoljugend und Wehrmacht. Ausdrücklich heißt es, deutschfreundliches Benehmen und prodeutsche Haltung, im Privaten wie im Politischen, seien typisch gewesen bei den "meisten" Jugendlichen in den besetzten Bezirken Stalingrads und des Stalingrader Gebietes. Wörtlich heißt es im Geheimdossier des NKWD:

"Es wurde ein Sonderaufruf an die Jugendlichen gerichtet, freiwillig der deutschen Armee beizutreten. Als Ergebnis dieser Kampagne traten über 50 Jugendliche im Bezirk Kotelnikow in die deutsche Armee ein ... In der Stadt Stalingrad befanden sich für Wach- und Konvoidienste Einheiten mit 800 ukrainischen Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren ... Allein 30 Prozent der Komsomolzen, die auf dem besetzten Gebiet verblieben waren, arbeiteten in den Verwaltungsorganen, vorwiegend in den deutschen Kommandanturen, in Bezirks- und Dorfverwaltungen ... und mehr als 50 Prozent aller Komsomolzen haben demonstrativ ihre Mitgliedsbücher verbrannt."

War die Wehrmacht im allgemeinen, die 6. Armee im speziellen eine "Vernichtungsmaschinerie"? Nein, sagen die beiden russischen Historiker. In der Einleitung zu Kapitel 8 schreiben Epifanow und Lomow:

"Die von der sowjetischen Propaganda verbreiteten Darstellungen des Besatzungsregimes der deutschen Wehrmacht, die nach ihrem tatsächlichen Charakter nichts mit Greueltaten und Verbrechen zu tun hatte, war eines der verlogensten Themen der traditionellen sowjetischen Geschichtsschreibung über den Zweiten Weltkrieg. (...) Die Aufklärung hat nicht nur der historischen Wahrheit und der Objektivität zu dienen, sondern auch der moralischen Befreiung von den negativen Erscheinungen, die unter den Bedingungen des Stalinschen Totalitarismus hervortraten."

Bleibt festzuhalten: Im Fall Stalingrad und 6. Armee ist Der Spiegel der Geschichtsfälschung überführt. Enthalten sind die Aussagen von Epifanow und Lomow in dem Werk "Die Tragödie der deutschen Kriegsgefangenen in Stalingrad von 1942 bis 1956 nach russischen Dokumenten", herausgegeben 1996 vom Biblio-Verlag, Osnabrück. Augsteins Magazin hat das Buch boykottiert, weder erwähnt noch besprochen.

© 2002 / V.i.S.d.P. Wolfgang Strauss

Axel43


17.4.04 21:59:47
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Kinder, man muß schon ein recht blöder Bundesrepublikaner sein, um dem Spiegel als Geschichtsquelle einen Wert beizumessen.
Solange es vorwärts ging, war die WH im großen und ganzen um das Wohl der eroberten Gebiete besorgt. Als es rückwärts ging hat man alles in eine Wüste verwandelt. Und an die Wüste haben sich wohl die Russen ab 45 erinnert.

Gast


17.4.04 22:30:25
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Als es rückwärts ging hat man alles in eine Wüste verwandelt. Und an die Wüste haben sich wohl die Russen ab 45 erinnert.


Natürlich ,die Massaker in Ostpreußen sind mehr als gerechtfertigt! Dennoch eine Information am Rande:

...............

Moskau:
"Fackelmänner-Befehl" bestätigt
Russischer Sicherheitsdienst FSB veröffentlicht Stalins Order Nr 0428
Es gehört zu den Binsenweisheiten, daß wissenschaftliche Erkennntnisse fortwährend neue Wertungen und Sichtungen erfahren Auch geschichtliche Erkenntnisse zählen hierzu, selbst wenn der "Revisionismus", allerdings nur in Mitteleuropa, die denkbar größte Gegnerschaft der reaktionärsten Dogmatiker findet Als wir im Frühjahr 1997 OB 12/97 erstmals Stalins sogenannten "Fackelmänner-Befehl" veröffentlichten, konnten wir uns nur auf den Fund des im Washingtoner Nationalarchiv unter der Archiv Serie 429, Rolle 461, Generalstab des Heeres, Abtlg Fremde Heere Ost II H 3/70 Fr 6439568 aufbewahrten Dokuments stützen

Inzwischen aber entschloß sich der Russische Sicherhheitsdienst FSB offiziell dazu, den Befehl Stalins Nr 0428 vom 17 November 1941 zu veröffentlichen Der populär als "Fackelmänner-Befehl" bekanntgewordene Erlaß Stalins sah vor, daß sowjetische "Jagdkommandos" 40 bis 60 Kilometer tief in das von der Wehrmacht bereits besetzte Gebiet der damaligen Sowjetunion einzudringen hatten, um es "zu zerstören und in Brand zu setzen"

Dabei sollten "die Jagdkommandos überwiegend aus Beutebeständen in Uniformen des deutschen Heereres und der Wassen-SS eingekleidet" werden, um die von Stalin anbefohlenen "Vernichtungsaktionen ausführen" zu können Dies, so die Ausführungen des Befehls, "schürt den Haß auf die faschistischen Besatzer und erleichtert die Anwerbung von Partisanen im Hinterland der Faschisten Es ist darauf zu achten, daß Überlebende zurückbleiben, die über die ,deutschen Greueltaten’ berichten können"

Der Befehl führt weiter aus, daß zu diesem Zweck in jedem Regiment "Jagdkommandos in Stärke von 20 bis 30 Mann mit der Aufgabe" zu bilden seien, "Sprengungen und Inbrandsetzungen der Siedlungspunkte durchzuführen Es müssen mutige Kämpfer für diese kühnen Aktionen der Vernichtung von Siedlungspunkten ausgewählt werden Besonders jene, die hinter den deutschen Linien in gegnerischen Uniformen Siedlungspunkte vernichteten, sind zu Ordensverleihungen vorzuschlagen"

Es wird damit offenkundig, daß Stalin mit diesem Befehl die Grundlage und Praxis der "Taktik der verbrannten Erde" schuf, die aus naheliegenden Gründen immer wieder der deutschen Seite unterstellt wurde Es ist auch naheliegend, daß dieses verbrecherische Freischärlertum außerhalb der 1907 verabschiedeten Haager Landkriegsordnung lag und deswegen auch von deutscher Seite mit Nachdruck berkämpft werden konnte Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" 6/2000 führt am Beispiel der auch in der DDR bei den "Jungen Pionieren" zwangsweise zu höheren Ehren gekommenen Partisanin Soja Kosmodemjanskaja aus, daß sie mit anderen Freischärlern das bei Moskau gelegene Dorf Petrischtschewo auf der Grundlage dieses Befehls in Brand steckte Die Partisanin wurde schließlich durch sowjetischen Verrat an die Wehrmacht ausgeliefert und gehängt und später von der Sowjet-Propaganda zu einer "Heldin des großen Vaterländischen Krieges" stilisiert

Dieser nunmehr von Moskau selbst bestätigte Befehl zwingt die mit dem deutsch-sowjetischen Krieg befaßte Historikerschaft dazu, umgehend den Verlauf von kriegsrechtswidrigen Kampfhandlungen immer auch unter dem Gesichtspunkt Stalinscher Eingriffe im Sinne des "Fackelmäner-Befehls" zu beleuchten

Selbstverständlich gehört auch hierzu, daß die aus Gründen unwahrer Behauptungen und falscher Bilder geplatzte Propaganda-Schau des Tabak-Millionärs Reemtsma diese Tatsachen zu berücksichtigen hat Wie verlautet, dauert die wissenschaftliche Überprüfung der Antiwehrmachtsausstellung ohenhin länger als die ursprünglich geplanten drei Monate Ein erstes Zeichen bemühter Redlichkeit? Peter Fischer

Poorboy


18.4.04 01:28:06
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Gast schreibt:

"Natürlich ,die Massaker in Ostpreußen sind mehr als gerechtfertigt!"


Das bedeutet, dass es gerechtfertigt ist, für einen feigen und brutalen Mord an einem russischen Zivilisten eine feigen und brutalen Mord an einem deutschen Zivilisten zu begehen!!!

Ich sehe das ein bisschen anders und ich hoffe die meisten Mitglieder dieses Forums auch!!!

Für Russen gilt: In ihrer Jahrhunderte alten Geschichte gilt immer nur dieses Recht: Der Starke misshandelt den Schwachen!!

Das war unter den Tataren so, unter dem Zaren, unter den Kommunisten und auch heute unter Putin. Ein "Rechtssystem", das diesen Namen verdient ist dem Russen in seiner kulturellen Entwicklung nie zu Teil geworden und ihm somit unbekannt und unverständlich!!

Wo immer russische Soldateska einmarschiert ist, waren Mord, Vergewaltigung, Plünderung ihr gutes "Recht". Ob in Tschetschien, Afghanistan, im Bürgerkrieg (man lese Budjonnys "Reiterarmee") oder in den kurzzeitig besetzten Teilen Ostpreußens während des ersten Weltkriegs!

Der russische Soldat wird seit Jahrhunderten von seiner Obrigkeit wie ein Tier behandelt. Und darum darf er sich in besetzten Gebieten auch wie ein Tier aufführen!!

Poorboy

[ Editiert von Poorboy am: 18.04.2004 1:30 ]

Gast


18.4.04 02:51:11
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Das war natürlich nicht Ernst gemeint. Nur bei einigen "deutschen " habe ich den Eindruck das sie selbst die Unbeschreiblichen Massenmorde in Ostpreußen Hitler zuschieben wollen und auch teilweise für gut befinden.

Quintus


18.4.04 06:26:08
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Gepostet von Auklaerer
Die Wehrmacht war die beste Armee, im besonderen auf einem Gebiet: der Wertschätzung des Lebens des einfachen Soldaten."

Hier möchte ich mal einen Landser zu Wort kommen lassen:

"Zu essen gab es kaum, und die schlechten Quartiere wurden nicht warm. Unser Dasein war eine Anklage gegen den Krieg. Aber kein Gott nahm sich unser an. Die zwei Stunden, die wir ab und zu Ruhe hatten, schliefen wir auf dem Ofen. Die Läuse vermehrten sich und Schmutz und Krankheiten nahmen zu. Keiner blieb von Pyodermien und Lymphbahnentzündungen verschont. Aber nur wer bereits Knochenfraß hatte, wurde ins Lazarett geschickt. Die eiternden Erfrierungen gärten und stanken in der Ofenhitze. Es gab keinen Verbandsstoff. Die gleiche, von Eiter, faulem Fleisch und Krusten besetzte Binde wurde immer wieder gebraucht. Mit Salben musste gespart werden. Manchen hing das schwarze Fleisch in Fetzen von den Füßen. Es wurde weggeschnitten. Die Knochen lagen bloß, aber sie mussten, die Füße mit Lappen und Säcken umwickelt, weiter Posten stehn und kämpfen.
Wir hatten keine Winterbekleidung und wurden niemals wirklich warm. Die dauernd kalten Füße schmerzten. Jedes Auftreten quälte, aber wir mussten laufen und die Glieder bewegen. Jede Erfrierung konnte als Selbstverstümmlung ausgelegt werden. Unsere erkälteten Eingeweide hielten die Nahrung nicht. Jeder hatte Durchfall, manche bekamen die Ruhr. Einer war so geschwächt, dass er auf dem Weg zum Arzt zusammenbrach und erfror.
Die älteren hatten Gelenkrheumatismus und schrien oft vor Schmerz. Aber keiner war zu entbehren."


Quelle: Willy Peter Resse "Mir selber seltsam fremd", Der Claassen Verlag (Ullstein Heyne List GmbH) ISBN 3-546-00345-4, Seite 83.
(Hier im Forum als Literaturtip vorgestellt)

Hoover


18.4.04 09:59:19
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Erst einmal wurde in einem anderen Thema hier im Forum schon ausgiebig über die russ. Verbechen in Ostpreußen diskutiert, und m.E. nach waren wir uns einig, dass Kriegsverbechen solche bleiben, egal ob von Amis, Russen oder Deutschen verübt. Also lassen wir das mal.

Aber das nette Posting vom Gast, dass russ. Kommandos in dt. Uniformen ins deutsch besetzte Hinterland gingen und dort alles anzündeten? Ja, klar, die verbrannte Erde haben nicht wir gemacht, sondern die Russen! Und dir Wehrmacht wollte es mit Waffengeewalt verhindern, oder was?
Na, da haben sich die ganzen Veteranen, mit denen ich sprach, ja schon von der "Siegerpropaganda" anstecken lassen, wenn sie mir schilderten, wie sich Dörfer verbrannten und die Bewohner in die Steppe schickten.

Jaja, manche haben das Allwissen.

waldi44


18.4.04 10:02:20
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"Natürlich ,die Massaker in Ostpreußen sind mehr als gerechtfertigt!"
"Das war natürlich nicht Ernst gemeint. Nur bei einigen "deutschen " habe ich den Eindruck das sie selbst die Unbeschreiblichen Massenmorde in Ostpreußen Hitler zuschieben wollen und auch teilweise für gut befinden."

Ich Zitire nochmals den Kuwaiti von damals, als er die Rückzugsstrasse der Iraker nach der Bombardierung durch die Amerikaner sah(Hab ich schon mal gepostet):"Es war nicht nötig, aber verdient haben sie es allemahl"


Ich will damit nur zum Ausdruck bringen, dass jemand, der ein anderes Land überfällt, millionen Menschen umbringt(so oder so) riesige Flächen selbst verwüstet oder den zrückweichenden Gegner dazu zwingt, tausende Dörfer und Städet zerstört, sich nicht wundern muss, wenn diejenigen, die er so heimgesucht hat, sich rächen wollen- ob mit oder offiziellem Befehl/Genehmigung.
Für die Betroffenen eine menschliche Tragödie, aber derer gab es im letzten Krieg millionenfach, aber nur über die Leiden der Deutschen regen sich ganz bestimmte Kreise auf, nie über das von ihnen zugefügte Leid an anderen!!
DAS war entweder nicht war oder nicht so schlimm oder die Opfer waren aus den verschiedensten Gründen selber schuld und überhaupt, alles Lüge und Feindpropaganda!

Übrigens trugen die "Brandenburger" auch die Uniformen der Feinde und gingen in deren Hinterland auch nicht zimperlich mit ihnen um- aber das war ja wohl wieder was gaaanz anderes!

The Real Blaze


18.4.04 10:55:22
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Aber das nette Posting vom Gast, dass russ. Kommandos in dt. Uniformen ins deutsch besetzte Hinterland gingen und dort alles anzündeten? Ja, klar, die verbrannte Erde haben nicht wir gemacht, sondern die Russen! Und dir Wehrmacht wollte es mit Waffengeewalt verhindern, oder was?
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Moment, bevor eine Entrüstungswelle, aber auch alle Fakten der "Gast Beiträge" zersägt, muß eindeutig festgestellt werden, daß es diese Aktionen nur von einer Seite gab,so das feindliche Hinterland zu destabilisieren. Stalins Kommandos, um den Partisnenkrieg dort zu entfachen, wo keiner war, wurden per Fallschirm eingeflogen.Und meißtens wie auch die Brandenburger Einsätze in "Volltarnung",daß heißt in den Uniformen des Gegners.Die Brandenburger selbst trugen bei der Bandenbekämpfung im eigenen Hinterland aber keine "Volltarnung".
Unbestritten ist auch: die Bevölkerung des deutschen Hinterlandes, hat unter der Militärverwaltung weniger zu leiden, als danach unter der Kommissariatverwaltung, wo SS Kommandos auf Judenjagd gingen, oder einfach ethnisch "säuberten".
Einfach an den Fakten halten und das Diskutieren bleibt in aktzeptable Bahnen.

mfg The Real Blaze

waldi44


18.4.04 13:20:01
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Gepostet von Axel43
Kinder, man muß schon ein recht blöder Bundesrepublikaner sein, um dem Spiegel als Geschichtsquelle einen Wert beizumessen.
....


Sorry Axel, bei aller Freundschaft, aber da muss ich Dir widersprechen! Der "Spiegel" ist durchaus als Geschichtsquelle eine wertvolle Ergänzung aber wie bei ALLEN Quellen gibt es solche und solche Beiträge, auch im "Spiegel".
Das neue "Spiegel Spezial" zB. finde ich als Quelle zum Thema 1.WK ganz brauchbar, obwohl der Grundtenor die deutsche Kriegsschuld ist, die mittlerweile von vielen bezweifelt und widerlegt wurde(1.Wk.)!

Westwall


18.4.04 13:32:33
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Der Spiegel hatte schon immer politische Schlagseite und genau das macht ihn in Sachen unabhängige Quellen nicht brauchbar!
Ob das jetzt von Waldi genannte aktuelle Thema 1.WK, oder viele andere Geschichtsthemen in der Vergangenheit zeigen das immer wieder auf.

Hoover


18.4.04 13:47:24
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Haben aber alle Quellen nicht eine politische Schlagseite? Wen will man dann als Quelle nennen?

Spiegel-links
Anrdt- und Munin-Bücher- rechts
Piecalkievics - antikommunistisch
Agte-rechts
Ambrose-anti-nazi
usw
usw

Also, dann wird es schwer.

The Real Blaze


18.4.04 20:56:16
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Tja schlußendlich bleibts eben dabei, daß man sich jede Seite anschauen sollte. Die Meinungsbildung bleibt dann frei.

mfg The Real Blaze

Poorboy


18.4.04 22:39:32
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Zu den Quellen:

Eine Quelle bedeutet immer aus erster Hand! Jede bearbeitete Veröffentlichung beinhaltet schon eine Wertung.

Reeses Buch ist eine Quelle, weil er selber 1944 irgendwo in Russland verreckt ist (ich vermeide das heuchlerische Wort "gefallen").

Hier wird gern als Quelle das Werk von Gerd F. Heuser angegeben. Da finden wir dann über Generalobersten und Feldmarschälle so blödsinnige Sätze wie: "von seinen Soldaten als Vorbild angesehen", "von seinen Manschaften verehrt" etc.

Ich kenne keinen WK 2-Teilnehmer, der mir gegenüber behauptet hat, er habe einen General verehrt oder gar als Vorbild angesehen!!! Auch bei Reese findet sich nichts dergleichen!!

Bei Heuer findet sich über den Generalfeldmarschall Schörner aber nur in einem Nebensatz, dass er dem Freikorps Epp angehört hat!

Und dann geht es weiter mit der Aufzählung, warum Schörner so ein toller Typ gewesen ist.

Nun schaue man in anderen Quellen nach dem Freikorps Epp.

Sebastian Haffner zitiert den Brief eines Oberjägers Ziller aus dem Freikorps Epp, der an sein soeben verlassenes Lazarett schreibt und davon berichtet, wie die angebliche Rote Ruhr-Armee bekämpft wurde:

„Liebe Schwestern und Kranke!

Bin nun endlich bei meiner Kompanie. Gestern Vormittag kam ich zu meiner Kompanie, und nachmittags ein Uhr machten wir den ersten Sturm. Wenn ich euch alles schreiben würde, da würdet ihr sagen, das sind Lügen. Pardon gibt es überhaupt nicht. Selbst die Verwundeten erschießen wir noch. Die Begeisterung ist großartig, fast unglaublich. Unser Batallion hat zwei Tote. Die Roten 200 bis 300. Alles, was uns in die Hände kommt, wird mit dem Gewehrkolben zuerst abgefertigt und dann noch mit der Kugel. Ich dachte während des ganzen Gefechtes an Station A. Das kommt nämlich daher, dass wir auch zehn Rote-Kreuz-Schwestern sofort erschossen haben, von denen jede eine Pistole bei sich trug. Mit Freuden schossen wir auf diese Schandbilder, und wie sie geweint und gebeten haben, wir sollten ihnen das Leben lassen. Nichts! Wer mit einer Waffe angetroffen wird, der ist unser Gegner und muss dran glauben. Gegen die Franzosen waren wir im Felde viel humaner. Wie geht es sonst im Lazarett?“


Die Armee der "Spartakisten" war natürlich eine echte Volksarmee. Wären das alles Spatakisten gewesen, hätten sie und nicht die SPD oder später die NSDAP freie Wahlen gewonnen.

Und selbst Herr Ziller gibt hier an. In kommunistischen "Quellen" zum Kapp-Putsch finden wir nur 1.000 Tote der "Ruhr-Armee". Davon wird Zillers Kompanie kaum 200 bis 300 getötet haben können!

Interessant ist, dass Schörner dabei war, also in einer Truppe, die eigene Zivilisten, Verwundete und sogar Krankenschwestern umgebracht hat!

Heuer muss das gewusst haben, sonst hätte er nicht nur in einem Nebensatz auf das Freikorps Epp hingewiesen!

Nie ist also eine Quelle zuverlässig! Erst aus der Masse der Quellen aus allen Blickrichtungen haben wir eine Chance, die Wahrheit zu erkennen.


Poorboy


[ Editiert von Poorboy am: 18.04.2004 22:52 ]

Quintus


19.4.04 05:08:03
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Gepostet von Poorboy
Zu den Quellen:

Nie ist also eine Quelle zuverlässig! Erst aus der Masse der Quellen aus allen Blickrichtungen haben wir eine Chance, die Wahrheit zu erkennen.

Bingo!!! Smiley mit dafür-Schild

The Real Blaze


19.4.04 17:48:03
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Zitat: Da finden wir dann über Generalobersten und Feldmarschälle so blödsinnige Sätze wie: "von seinen Soldaten als Vorbild angesehen", "von seinen Manschaften verehrt" etc.

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Als Antimilitarist kann man eben solche Sätze auch nicht verstehen, selbst wenn man sich dafür angeblich interessiert.Generäle egal auf welcher Seite gab es viele.Darunter gab es auch jene,die vorbildlich sich im Angesicht des Krieges für ihre Soldaten einsetzten.Und genau die waren es auch die man deshalb verehrte.Diese Sichtweise bezieht sich auf jeden Krieg in der Geschichte der Menschheit.Es gab immer wieder dabei, die "vorbildlichen, verehrten Generäle".

mfg The Real Blaze

Richtschuetze


22.4.04 14:21:28
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Zur Verflegung der Wehrmacht kann ich nur aus erster Hand berichten,mein Vater und seine Brüder sowie mein Patenonkel haben immer erzählt, das Sie immer ausreichend versorgt worden sind!Es gab zwar nicht immer warme Mahlzeiten aber die Kaltverflegung war vorhanden!Dafür hätten die Verantwortlichen gesorgt!(ich nehme an sie meinte die Kompaniechefs!)
Was natürlich in einem Kessel(zb Stalingrad)abging ist was ganz anderes!
Auch wurde immer auf Körperpflege geachtet(Zähneputzen/Waschen/Rasieren etc.)
Sie waren(meine Onkels)alle bei unterschiedlichen Einheiten!
(Nachtjäger/Panzer/Flak)und in verschiedenen Ländern!

Gruss

Hitlerkaput


15.5.04 13:12:23
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Poorboy schreibt:

Für Russen gilt: In ihrer Jahrhunderte alten Geschichte gilt immer nur dieses Recht: Der Starke misshandelt den Schwachen!!

***Bloedsinnig

Das war unter den Tataren so, unter dem Zaren, unter den Kommunisten und auch heute unter Putin.

***Husaren, Tataren, Zaren, Balalajka, Matreschka, Babuschka... ein Kompott

Ein "Rechtssystem", das diesen Namen verdient ist dem Russen in seiner kulturellen Entwicklung nie zu Teil geworden und ihm somit unbekannt und unverständlich!!

***selbstverstaendlich unverständlich, Verstand muss man haben

Wo immer russische Soldateska einmarschiert ist, waren Mord, Vergewaltigung, Plünderung ihr gutes "Recht". Ob in Tschetschien, Afghanistan, im Bürgerkrieg (man lese Budjonnys "Reiterarmee") oder in den kurzzeitig besetzten Teilen Ostpreußens während des ersten Weltkriegs!

***...Iran usw. Soldateska einmarschiert ... ist`ne richtige Historiker-Sprache :)

Der russische Soldat wird seit Jahrhunderten von seiner Obrigkeit wie ein Tier behandelt. Und darum darf er sich in besetzten Gebieten auch wie ein Tier aufführen!!

***:tzzzz: Richtung - Krankenhaus

Niwre


15.5.04 13:19:31
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Wie schoen. Wir haben einen neuen "Gast" mit tiefgruendigen und durchdachten Argumenten.

The Real Blaze


15.5.04 13:27:21
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hehe Niwre,:D aber zumindest habe ich besher gesehen: Er weiß was dumm, brutal und klug und geschickt ist.Auch in der russischen Geschichte ist er bewandert.Respekt-Smiley

The Real Blaze

Hitlerkaput


15.5.04 14:24:05
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Wie schoen. Wir haben einen neuen "Gast" mit tiefgruendigen und durchdachten Argumenten

***um sowas zu argumentieren, braucht man mindestens einmal Russland zu besuchen, und die echten Russen zu sprechen, lieber naeher zu Rschew, Smolensk usw. - da, wo noch die alte Generation was zu erzaehlen weiss. Mein Wort, ist viel interessanter und nuetzlicher, als ueber tiefgruendigen und durchdachten Argumenten so rafiniert zu sprechen.
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