Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Hitler mit den Juden?!?

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AutorBeitrag

Gast


7.6.04 19:45:40
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Hi Leute!
Im Geschichtsunterricht wurde letztens eine sehr interessante frage gestellt:
Was wäre, wenn Hitler alle Juden anstatt zu töten oder Gefangen zu nehmen, an die front geschickt hätte?
Er hätte damit eine vielzahl von Soldaten mehr gehabt.
Hätte das den ausgang des 2. Weltkrieges vielleicht verändert?

Was meint ihr dazu?

Tausendmal Smiley mit Danke-Schild

Hoover


7.6.04 20:36:09
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Naja, eher sehr illusorisch. Es haben aber mal bei Phönix zwei US Historiker (eine Jude und ein Christ)eine andere Was-Wäre-Wenn-Situation gemalt:

Was wäre, wenn Hitler die Juden nicht verfolgt hätte, sondern sie normal behandelt hätte?

Die Antwort beider: Deutschland hätte den Krieg gewonnen!

Grund: Bei den Amis waren es die emigrierten
Juden, die den technischen Sprung ins Atom-Zeitalter gemacht haben. Die jüdischen Wissenschaftler wären in deutschland geblieben und vielleicht genauso vom Patriotismus eingenommen wie im 1. WK. Sie hätten für Deutschland gekämpft, das Kapital wäre in Deutschland geblieben, die Intelligenz auch. Und viele Forscher hätten auch für Hitler geforscht!

Sehr interessant, aber leider habe ichs nicht aufgenommen.

The Real Blaze


7.6.04 20:43:55
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Die jüdischen Wissenschaftler wären in deutschland geblieben und vielleicht genauso vom Patriotismus eingenommen wie im 1. WK.
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Diese spekulative Diskusion hatte ich auch mal im Freundeskreis geführt.Vorraussetzung wäre aber: Hitler wäre im 1.WK bei Ypern erschossen worden und ein anderer national eingestellter Deutscher hätte das Deutsche Reich aus der Versailler Krise geholt,aber ohne Krieg und ohne Judenfeindlichkeit!Einstein wäre da geblieben und auch die ganze andere Intelligenz.Da den Juden nichts passiert wäre und sie den Aufschwung an der eigenen Existenz mit erlebt hätten,hätte Deutschland die erste Atommacht auf dem Kontinent werden können.Ein gänzlich andere Geschichte...

The Real Blaze

Axel43


7.6.04 20:56:18
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Die kalte bzw schreckliche Wahrheit ist, dass Deutschland sich selber einen bedeutenden Teil nicht nur seiner Intelligenz sondern auch seiner Patrioten beraubt hat.
Doofer geht's nicht.

waldi44


8.6.04 00:04:07
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Das hätte aber nicht funktionieren können, nicht mit diesem Hitler ;)! Antisemitismus und Antikommunismus gehörten zu den Grundelementen des deutschen Faschismus. Ohne sie kein 3. Reich!
Bei einem anderen "Führer/Führung" aber wäre es durchaus denkbar gewesen. Ob's nun aber gleich ein deutscher Sieg geworden wäre:Schulter:

Popski


8.6.04 09:38:03
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Gepostet von Gast
...Was wäre, wenn Hitler alle Juden ... an die front geschickt hätte?Hätte das den ausgang des 2. Weltkrieges vielleicht verändert?


Bei der folglichen Steigerung der Kampfkraft und Intelligenz hätte das Deutsche Reich den Krieg gewonnen!

Smiley mit Erleuchtung

Grüße

Unknown


8.6.04 17:53:09
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eher nicht....Deutsche Juden gab es ja nicht sooo viele, und die aus dem Ausland wären wohl kaum eine Kampfstarke Truppe!

Tobias


8.6.04 18:37:58
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Die intelligenz mag für die kunst und kultur oder auch für den handel gut sein, nur für die front absolut ungeeinget. Das zeigt auch, daß die juden sehr wenig gegen ihre vernichtung getan haben. Da hätte es wohl spätestens beim 30.000sten juden bei den erschießungen im osten (ortsnamen habe ich vergessen) klick machen müssen.

Ich glaube mehr, daß die ganze transportlogistik dermaßen darunter gelitten hat, daß in den winterjahren die fronttruppen zu kurz kamen. Hat jemand den einen bericht oder ein buch, was an transportgütern in die konzentrationslager geflossen sind?

Auch glaube ich, daß ein ander führer, die frage der juden, vielleicht humaner behandelt hätte, aber sicherlich nicht so, daß sie gerne gekämpft hätten. Was die super-waffen, die die juden erfunden hätten, wirklich ausgemacht hätten kann ich überhaupt nicht einschätzen. Aber hitler hat selbst den vorhandenen technologie-waffen nie wirklich vertraut, daß es so oder so fraglich gewesen wäre, ob er ihren wert erkannt hätte. Auch glaube ich nicht, daß er sie über england abgeworfen hätte. Und für die großstädte im osten, wäre es wohl zu spät gewesen, weil sie wohl nie durchgekommen wären oder ?

The Real Blaze


8.6.04 19:43:36
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Bei einem anderen "Führer/Führung" aber wäre es durchaus denkbar gewesen. Ob's nun aber gleich ein deutscher Sieg geworden wäre
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Warum den gleich an krieg denken,wenn Deutschland statt Hitler eine andere Regierung gehabt hätte?Also wenn die Sozialisten und Kommunisten Hitler verhindert hätten?Da wäre maximal eine friedliche Bereinigung von Versailler Problemen drin gewesen.Aber sicher kein Krieg!

The Real Blaze

Popski


8.6.04 19:45:12
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Gepostet von Tobias
Die intelligenz mag für die kunst und kultur oder auch für den handel gut sein, nur für die front absolut ungeeinget.

Na ... das erklärt für mich endlich warum Deutschland die letzten Kriege stets verlor. Weil die Meinung vorherrschte (vorherrscht?), (die) "Intelligenz" für dir "front absolut ungeeignet" (sic!) sei. Ganz im Gegensatz zu den Westalliierten, die es verstanden ihre "Intelligenz" (inkl. Juden) für und an der Front einzusetzen. Hitler selbst erkannte dies auch, nur handelte er laut Speer nicht folgerichtig (zum Glück!). So durften sich seine "Armeeoffiziere", insb. der Stab, seit 1943 anhören, sie wären "ohne Ehre, ohne Intelligenz, sie wären Lügner, dass er sich mit einer Band von Ganoven abgeben müsse". (Albert Speer in: Richard Overy, Interrogations. The Nazi Elite in Allied Hands, 1945, London, 2001, S. 251, meine Übers.)

Das zeigt auch, daß die juden sehr wenig gegen ihre vernichtung getan haben. Da hätte es wohl spätestens beim 30.000sten juden bei den erschießungen im osten (ortsnamen habe ich vergessen) klick machen müssen.

Bin recht amüsiert. Auf der einen Seite darf ich mir bis zum heutigen anhören: Ich habe von der Judenvernichtung nichts gewußt. Würde das dann logischerweise nicht auch für die Juden gelten? Zumindest bis zu dem Moment wo es zu spät war? Nur hatten die Juden die ja "konzentriert" und vernichtet wurden es folgerichtig unsäglich schwerer Kenntnis der Vernichtung an die "Außenwelt" zu vermitteln. Oder galt das nur für die Täter und angeblich "Unwissenden"? Wenn schön die Opfer wissen und sich wehren konnten, dann hätten die Täter und Ihr Umfeld wissen und/oder verhindern können. Ansonsten wäre Dein Schlußfolgerung insich unlogisch und nicht konsequent.

Grüße

Manstein


8.6.04 20:06:23
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Ich bin wider eingelogt nach dem ich mein Passwort wider gefunden habe.klatschender Smiley


Waldi44 schrieb
Antisemitismus und Antikommunismus gehörten zu den Grundelementen des deutschen Faschismus.

Diese Politik gehörte aber auch zu den grund Elementen der Amerikanischen Politik, in 1920 bis 1990 gab es in Amerika ausschüße gegen Kommunisten und wenn man Kommunist war, dann kam man ins Gefängnis durch sogennante aufklärungs Filme wurde die meinung noch Verstärkt in öffentlichkeit.

beispiel:

Bei dem Attentat auf J.F.Kennedy wurde Lee Harvey Oswald gleich als Kommunist in die öffentlichkeit dargestellt der Verbindungen zum KGB haben sollte dies wollte der Anwalt Jim Garrison beweißen warum ist die Frage ?!
Es gibt sehr viele berrichte in den Amerikanischen Arrchiven und sogar verhör Filme über befragungen und verhörre.
Die ausschüße wurden von CIA und anderen Staats Organen geleitet!
Und Arbeit zu bekommen war fast unmöglich!

Jeder der in dieser zeit in Amerika Kommunist war hatte es sehr schwer und durfte es nicht öffentlich zeigen.

[ Editiert von Manstein am: 08.06.2004 20:08 ]

Micha1971


8.6.04 20:07:48
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Ich denke auch, daß sich Hitler hat beeinflussen lassen. U.a. war er sehr auf Bormann (die heimliche Macht in Deutschland) fixiert. Was mich aber wundert, daß man einen Juden (Milch) die zweithöchste Befehlsgewalt über die Luftwaffe gab (nach Göring). Denn Milch war ja nun Jude. Oder hat er sich öffentlich davon distanziert ?? verwirrtbin*

The Real Blaze


8.6.04 22:34:22
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Es gab noch mehr Juden im Umkreis Hitlers.Wurde mal auf XXP erwähnt.

The Real Blaze

waldi44


9.6.04 00:33:08
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Kennt doch jeder:"Wer Jude ist, bestimmen wir"! Wer hat's doch gleich gesagtSmiley mit verdrehten Augen?

Axel43


9.6.04 18:08:12
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Unser Freund Herrmann Meier, natuerlich. Siehe im Uebrigen das schon mal genannte "Hitler's Jewish Soldiers", von Rigg.

Popski


10.6.04 08:17:06
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Rigg geht davon aus, dass ca. 150.000 Juden (per Definition der Nazi's, also inkl. der sog. "Mischlinge") auf deutscher Seite gekämpft haben.

Deutsche Ausgabe:

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3506701150/qid=1086847924/sr=2-4/ref=sr_aps_prod_4_2/302-3433217-5477641

Englischsprachige Ausgabe:

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/0700611789/qid=1086848111/sr=1-1/ref=sr_1_8_1/302-3433217-5477641

Grüße

Gast


14.6.04 15:12:52
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Tobias schrieb:

Ich glaube mehr, daß die ganze transportlogistik dermaßen darunter gelitten hat, daß in den winterjahren die fronttruppen zu kurz kamen. Hat jemand den einen bericht oder ein buch, was an transportgütern in die konzentrationslager geflossen sind?


Dachte ich früher auch, ist aber falsch. Nach einer Studie eines amerikanischen Historikers, der anfangs auch dieser Auffassung war, ist das eindeutig nicht der Fall. Etwa die Hälfte der ermordeten Juden wurde an Ort und Stelle umgebracht, die anderen wurden über einen vergleichbar langen Zeitraum in die Vernichtungslager gebracht, sodaß die Zahl der Deportationszüge verglichen mit dem gesamten Eisenbahnverkehr nicht der Rede wert war. Bei der Deportation der Berliner Juden verließ ca. ein Zug pro Woche die Stadt. Das würde selbst bei dem heutigen, deutlich geringeren Schienenverkehr weder relativ noch absolut großartig in´s Gewicht fallen.


btw: Groß- und Kleinschreibung gilt im Internet als Zeichen des Respekts gegenüber anderen Usern.


MfG Markus

Hoover


14.6.04 18:37:51
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btw: Groß- und Kleinschreibung gilt im Internet als Zeichen des Respekts gegenüber anderen Usern.


@Gast-Markus: wenn du anfängst bei den usern immer auf die groß und kleinschreibung zu achten wirst du viel zu tun haben aber hier im forum geht es noch da gibt es andere viel schlimmere foren also genieße es und rege dich nicht darüber auf.

Laola-Smileysseilspringender Smiley

Tobias


14.6.04 20:23:14
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Ich erweise den respekt lieber in dem ich keinen beschimpfen muss. Man möge mir die jugend verzeihen.

Woher hat den der gast im übrigen diese quellen, die aussage find ich interessant. Welches buch beschreibt den die transportlogistik im allgemeinen in/von/aus deutschland und/oder für die kzs im speziellen?

Gast


14.6.04 22:18:31
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Welches buch beschreibt den die transportlogistik im allgemeinen in/von/aus deutschland und/oder für die kzs im speziellen?


"Die Eisenbahn im 2.Weltkieg" von Eugen Kreidler beschäftigt sich mit der Transportlogistik. Zu Deportationszügen macht Kreidler keine Angaben. Was Angesichts seiner Teilnahme am Krieg auch nicht überrrascht.

Sonderzüge nach Auschwitz von Raul Hilberg klingt auch interessant.

Über die Untersuchung des amerikanischen Historikers wurde vor Jahren kurz im Spiegel berichtet.

Per google habe ich das gefunden: KZ-Züge

Eine eher unerwartete Quelle ist eine Sonderheft über die Eisenbahn in Berlin des Gera Nova Verlags: "Eisenbahnhauptstadt Berlin". Darin wird ausführlich über die Deportation von ca. 50.000 Berliner Juden zw. Mitte Oktober 41 und Sommer 43 berichtet.

Bei 1000 Personen pro Zug und über einen Zeitraum von 21 Monaten macht das 2,4 Züge im Monat.

Für die 3 Millionen in den KZ´s ermordeten Juden wären demnach 3000 Züge erforderlich gewesen.

Anfang Juli 42 haben die Massenvergasungen in Auschwitz begonnen und dauerten bis Anfang November 44 an, macht 28 Monate.

Das macht ungefährt 108 Züge pro Monat im gesamten von Deutschland besetzten Europa. Zum Vergleich: Allein die Deutsche Bahn bringt es heute auf täglich 1.300 Fernzüge, dazu kommen noch 28.000 Nahverkehrszüge. Dabei sollte nicht vergessen werden, daß der Eisenbahnverkehr früher weitaus stärker war als heute.


Markus
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