Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Kavallerie ?

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AutorBeitrag

Lawigator


12.6.04 14:29:38
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also ich acker gerade die generäle und ritterkreuzträger durch.da ist mir aufgefallen das einige general der kavallerie waren.gab es bei der wehrmacht noch kavallerie ??
oder waren das nur so paradengeneräle so für hitlergeburtstag oder parteitag oder so.bei solchen aktionen konnte man sich doch mit sicherheit kein r.k. verdienen.
wenn die jeztz das ritterkreuz überreicht bekamen,gabs dann auch geld dazu? heute sind solche orden ja gleich mit richtig kohle verbunden.max liebermann medallie,karlspreis u.s.w.
gruss HANS

waldi44


12.6.04 14:40:15
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Erst mal ganz allgemein: Es gab Kavallerie! Wenn auch zahlenmässig gering tat sie von Beginn des Krieges, bis zum letzten Tag ihren Dienst. Hinzu kamen noch die Kosakenverbände!
Das waren alles Kampfverbände und nicht nur für Paraden!

Verlorene Siege


12.6.04 19:21:48
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Meist wurde die Kavallerie aber nur zur Sicherung eingesetzt,vorallem in Rußland.Anders war das mit den deutschfreundlichen Kosakenverbänden,die wurden auch im Angriff eingesetzt,soweit ich weiß.


Mfg

lawigator


12.6.04 19:37:03
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hi leute,
erst malSmiley mit Danke-Schild aber wisst ihr was ?die ritterkreuzleute haben kein geld oder so gekriegt.der adolf hat denen nach dem "endsieg" ein rittergut im osten versprochen.
gruss HANS

waldi44


12.6.04 20:07:39
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Übrigens gab das Kav.Rgt. 5 "Generalfeldmarschall von Mackensen", dessen Division sich am 11.05.1945 den Briten ergab, am 9.JUNI(!) 1945 im Murtal seine letzte Parade, ehe die Einheit aufgelöst und die Soldaten in Gefangenschaft gingen!

Axel43


12.6.04 20:49:04
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Hat jemand den Duden fuer unser neues Mitglied ?!

Lawigator


13.6.04 01:24:25
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hi waldi,
es ist ja ein wunder das die noch genug pferde hatten...
aber ernsthaft,bei den amis heissen bestimmte panzer oder hubschraubereinheiten aus tradition heute noch kavallerie.
da hätte ich jetzt gedacht das es bei der wehrmacht ähnlich gewesen wäre.
in der senne (bei bielefeld nrw)gab es eine kavallerietruppe
die schon 1939 auf panzer "umgeschult" wurde.
und da gabs ja nun wirklich noch genug zu essenseilspringender Smiley




duden brauch ich nicht kollege.oder ist das hier ein rechtschreibeforum?Kuck dir mal die texte von germania an.
da ist auch nicht alles neue rechtschreibung:D
gruss HANS

Quintus


13.6.04 07:42:38
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Zur Kavallerie:

Zu Beginn des 1.Weltkrieges (1914 - 1918) betrug der zahlenmäßige Anteil der Kavallerie an den Armeen der kriegführenden Mächte 8-10%. Sie war die einzige rasch bewegliche Waffengattung der Landstreitkräfte. Jedoch auf die sich verändernden Bedingungen des Gefechts war die Kavallerie nicht ausreichend vorbereitet und verlor im Stellungskrieg weiter an Bedeutung und hörte auf, eine der Hauptwaffengattungen zu sein. Im kaiserlich-deutschen Heer mußte der größte Teil der Kavallerie nach und nach seine Pferde abgeben und wurde als unberittene Kavallerie wie die Infanterie eingesetzt. Am Ende des ersten Weltkrieges gab es nur noch 22 berittene aktive Regimenter und etwa 260 Eskuadrons als Divisionskavallerie. 1916 war wie bei der Infanterie der Stahlhelm eingeführt worden, die traditionellen Waffenröcke waren der Feldbluse gewichen.

In der Zeit zwischen den Weltkriegen ging infolge der weiteren Motorisierung in den meisten Staaten der Anteil der Kavallerie weiter zurück. Aus dem Kader der Regimenter wurden vielfach motorisierte und gepanzerte Truppenteile gebildet. Dabei kam es zu verschiedenen Strukturen und Organisationsformen, wie zur Aufstellung von Truppenteilen aus gepanzerten, mot. und berittenen Einheiten und Radfahreinheiten. Bis 1939 war die Kavallerie in vielen Armeen verschwunden. Dagegen hatte die Reichswehr einen unverhältnismäßig hohen Anteil an Kavallerie. Ihre 18 Regimenter (über 16% der Heeresstärke) bildeten 3 Divisionen, hinzu kamen 7 Eskadrons als Aufklärungseinheiten für die Infanteriedivisionen. Neben der 2,30 m langen Stahlrohrlanze waren die Reiter mit Karabiner und Säbel bewaffnet.

Im Zuge der Aufrüstung wurden 1935 die 3 Divisionen aufgelöst; viele Kavallerietruppenteile bildeten den Stamm für die Aufstellung der Panzer-, mot. Infanterie und leichten Divisionen. Als einziger Verband blieb eine Brigade zu 2 Regimentern bestehen. Aus noch vorhandenen selbständigen Kavallerieregimentern wurden 1939 bei der Mobilmachung 52 Reiterschwadrone gebildet, die zu den Aufklärungsabteilungen der 52 Infanterie- und Gebirgsdivisionen traten. Ausgehend von Kriegserfahrungen und den geographischen Verhältnissen in Osteuropa (große Steppengebiete), wurden in der Wehrmacht seit 1943 mehrere Kavallerieverbände aufgestellt, die an der deutsch-sowjetischen Front zum Einsatz kamen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Kavallerie als Waffengattung in den meisten Armeen abgeschafft.


Links:

4. Kavallerie-Division
3. Kavallerie-Division
I. Kavallerie-Korps
Kavallerie-Regiment 105
Reiter-Regiment 13
1. Kavallerie-Division
1. Kosaken-Division

oder einfach (um nicht alle aufführen zu müssen):
Kavallerie auf Lexikon der Wehrmacht (alle)

weiter:
Die Geschichte der Kavallerie
Kavallerie. Definition, Bedeutung, Erklärung im Lexikon
Die Geschichte der Kosaken

Hier noch ein interessanter Link (bei der Gelegenheit):
Verwundetenversorgung in der Wehrmacht


Saludos!

Westwall


13.6.04 11:30:03
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Gepostet von Lawigator
hi waldi,
es ist ja ein wunder das die noch genug pferde hatten...
aber ernsthaft,bei den amis heissen bestimmte panzer oder hubschraubereinheiten aus tradition heute noch kavallerie.
da hätte ich jetzt gedacht das es bei der wehrmacht ähnlich gewesen wäre.





War es auch, die Panzerkompanien vom Panzer-Regiment 24 der 24.Panzer-Division ( vormals 1.Kavallerie-Division ) hatten aus traditionellen Gründen noch die Bezeichnung Schwadronen, genau wie noch bei vielen Panzer-Aufklär-Abteilungen von motorisierten Divisionen, die in Tradition zu den ehem. Dragoner standen auch war.
In diesen Einheiten wurde auch noch der Hauptmann als Rittmeister bezeichnet.

waldi44


13.6.04 11:55:10
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Gegen Ende des Krieges erlebte die Kavallerie eine Art Renaissance. Zumindest Hitler begann sich zunehmend für die Reiterei zu erwärmen. War sie doch flexibel einsetzbar, schneller als die Infanterie, nur bedingt auf Wege oder Strassen angewiesen und Heu oder Hafer liess sich wohl eher beschaffen als Benzin oder Diesel!
Zur Not hatte die Truppe gleich noch ihre "Marschverpflegung" unterm Hintern ;)!

FritzR


13.6.04 13:41:23
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Es ging zwar ursprünglich nur um Kavallerie, aber man sollte nicht vergessen, dass von den über 400 Divisionen der Wehrmacht nur gute 10 Prozent (Panzer- und Panzergrenadierdivisionen) "wirklich" motorisiert waren, die restlichen fast 90 Prozent waren mit Pferden ausgerüstet!

Deutschland setzte im 2. Weltkrieg ca. 2,75 Millionen Pferde ein. In den Infantrieregimentern kam auf 4,2 Soldaten ein Pferd. In den Artillerieregimentern der Infantriedivisionen war das Verhältnis fast 1:1!
Aufklärung, Panzerabwehr, Melder, Versorgung, Sanitätswesen war fast alles bespannt (bzw. beritten) in diesen Divisionen.

So gesehen waren die die Pferde (als "Motor" für Waffen) wesentlich häufiger anzutreffen als alle Systeme, über die wir hier so gern diskutieren.

Ronny22


14.6.04 00:19:19
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Gepostet von Lawigator
Kuck dir mal die texte von germania an.
da ist auch nicht alles neue rechtschreibung:D



Germania hält halt gerne an den Dingen der Vergangenheit fest... Smiley mit verdrehten Augen :totlach:

Quintus


14.6.04 07:58:50
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@ FritzR:

Gibt es von Deiner Seite auch verifizierbare Quellen? ...

FritzR


14.6.04 08:13:40
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@Quintus: Die bespannten Truppen der Wehrmacht, Klaus Christian Richter, Motorbuchverlag

und alles was vielleicht an Emotionen den Pferden von damals gegenüber rübergekommen sein sollte: die Erzählungen meines Großvaters, er war bei der bespannten Artillerie.

Gast


14.6.04 14:45:06
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@Quintus:

Wenn ich mich recht erinnere, dann hatte die Wehrmacht 1940 sechs Panzer- und 10 motorisierte Divisionen, der "Rest" ging wie eh und je zu Fuß und bewegte das Material mit altbewährten "1-PS-Hafermotoren".

In "Die Wehrmacht, Mythos und Realität" von Rolf-Dieter Müller und Hans-Erich Volkmann gibt´s reichlich Infos zu diesem und anderen Aspekten der Wehrmacht. Das Buch müsste auch in Büchereien zu finden sein, da hab ich´s entdeckt.



MfG

Markus

Lawigator


14.6.04 15:25:56
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schönen dank liebe forumskollegen,besonders quintus.ihr macht mich noch zum kavallerie spezialistenSmiley mit Danke-Schild
noch 2-3 monate und ich kann beim jauch auftreten:D
allerdings starte ich besser erstmal keine treads mehr.
ich hab die ritterkreuzträger noch nicht mal zur hälfte durch,und muss noch die ganzen links von quintus abarbeiten.
gruss HANS

bakerman


14.6.04 16:45:05
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Sehr interessantes Thema!!!
Ich habe nach einigem Suchen knapp 25 Soldaten des HEERES gefunden, die sich das Ritterkreuz bei einer Kavallerie-Einheit erworben haben, dazu vier Verleihungen des Eichenlaubs (Boeselager,Holste, Plettenberg, Gollert-Hansen) und eine Schwerter-Verleihung (Boeselager).

Auch bei der Waffen-SS gab es Reiter-Einheiten, es wurde sogar zwei Kavallerie-Division aufgestellt: "Florian Geyer" und "Maria Theresia". Von der Division "Florian Geyer" erhielten über 20 Soldaten das Ritterkreuz, zwei das Eichenlaub und einer die Schwerter. Dieser Schwerterträger war der ehemals erfolgreiche Springreiter und "Chef der gesamten SS-Reiterei" Gruppenführer Hermann Fegelein.

waldi44


14.6.04 17:46:21
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Wir hatten auch schon einiges hier im Forum dazu:
Pferd 1
Pferd 2
Pferd 3

Tobias


14.6.04 20:28:23
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Die bezeichnung war ja in kavallerie bei den unteroffizieren ja noch wachtmeister oder täusch ich mich da? So heißen sie heute beim bundesheer ja auch noch. Dort wurde mir erklärt, daß es von der kavallerie zurückzuführen ist.
Nur hießen im deutschlan die uffz. bei der ari auch wachtmeister. Warum das ?

waldi44


14.6.04 20:36:57
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Weil sie auch beritten und bespannt waren! Oder?

Tobias


14.6.04 20:45:04
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@waldi Das würde es wohl erklären und wäre auch das naheliegendste. Aber du bist dir da auch nicht 100 % sicher ?!

Lawigator


15.6.04 17:22:49
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hallo leute,
ich war gestern mal mit dem harald,das ist der zweitjüngste von meiner kusine,beim therapeutischen reiten.er hat son bisschen koordinationsschwierigkeiten,und da hilft diese zusammenarbeit mit den pferden wohl.
ich hab mich dann mal mit seiner therapeutin unterhalten,weil ich mich ja neuerdings sehr für die kavallerie interessiere.ihr werded`s nicht glauben,was diese zossen für empfindliche viecher sind.müssen gestriegelt werden,weil sie sich sonst nach dem schwitzen erkälten,dürfen nur gut getrocknetes heu fressen,sonst kriegen sies am magen,man muss auf löcher im boden aufpassen weil die sich sofort die knochen brechen...u.s.w.
jetzt stell ich mir vor,auf dem vormarsch oder beim sturmangriff..."herr rittmeister,ich muss meinen nero eben abreiben sonst kriegt der wieder seinen husten" oder "wir müssen die angriffstaktik ändern weil für den direkten sturmangriff sind zu viele löcher im boden"
waren die kavalleriepferde früher robuster,oder gabs sofort ein neues wenn das alte fertig war.ich meine,son gaul kostet ja auch einiges...
gruss HANS

waldi44


15.6.04 19:51:31
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Das "Hauptpferd" der deutschen Kavallerie war der ostpreussische Warmbluttrakhener. Ein Pferd, das über 200 Jahre auf die Anforderungen des Militärdienstes gezüchtet wurde(1732 Trakhenen gegründet).
Die Ausbildung der Pferde dauerte bis zu zwei Jahre und sie kamen erst mit 6-7 Jahren zum aktiven Truppendienst, den sie dann bis zu 10 Jahre taten!
Weitere Pferde, vor allem zur Bespannung, kamen aus Holstein, Oldenburg und Ostfriesland, sowie leichte Reitpferde aus Hannover!
Bis zu 90% der Kavalleristen bestand aus Freiwilligen und da lag wohl, neben dem züchterischen Erfolg, der Hauptgrund, warum die Pferde nicht gleich "vor die Hunde" gingen!
Die Liebe zum Pferd war es. Erst das Pferd, dann nochmal das Pferd und wieder das Pferd....irgendwann kam dann der Reiter!

FritzR


16.6.04 09:06:41
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Die Liebe zum Pferd war es. Erst das Pferd, dann nochmal das Pferd und wieder das Pferd....irgendwann kam dann der Reiter!


In den reinen Kavallerieeinheiten mag ich das ja glauben. Aber sonst?

Stell Dir vor, da meldet sich so ein junger Bursche aus der Großstadt freiwillig zu den Aufklärungseinheiten. So mit Panzerspähwagen durch die Gegend brausen....

Und er landet bei der Aufklärungseinheit einer Infantriedivision und hat plötzlich ein Pferd (Erklärung Pferd für ihn bisher: große, gefährliche Tiere, die dem Menschen nach dem Leben trachten (schlagen, beißen usw.)) am Hacken. Also nichts mit stolz durch die Gegend brausen, dafür jede Menge mehr Arbeit (Pferd versorgen). Und wenn selbst die Fußlatscher bereits in der Ecke liegen und sich ausruhen, muß er sich noch ums Pferd kümmern!
Da würde ich meine Hand nicht für seine "Liebe" zum Pferd ins Feuer legen.

Mein Großvater hat mir genug von zuschandegerittenen und verkommenen Pferden während des Krieges erzählt.

was diese zossen für empfindliche viecher sind.müssen gestriegelt werden,weil sie sich sonst nach dem schwitzen erkälten,dürfen nur gut getrocknetes heu fressen,sonst kriegen sies am magen


Alles richtig. Aber hat man Euch nicht auch schon als Kind beigebracht, nasse Klamotten sofort zu wechseln, weil man sich sonst erkältet, regelmäßig in Ruhe zu essen - wegen dem Magen ;-) usw.? Dann frag doch mal einen Landser, wie er sich an diese Sachen im Einsatz halten konnte. "Herr Unteroffizier, können sie dem Feind nicht mal sagen, er soll einen Augenblick warten? Ich muß erst einmal meine nassen Hosen wechseln.":Schulter:

Richtschuetze


16.6.04 09:38:38
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@FritzR da hast du vollkommen recht,meine Freundin hat selber zwei Pferde,wie oft hat man keine Lust/Zeit sie richtig sauber zumachen nach einem Ritt(und auf sie wurde noch nicht mal geschossen!)


Gruss

waldi44


16.6.04 10:49:30
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Neben der Liebe zum Pferd, sagte ich doch, ist es auch ein Erfolg der Pferdezucht. Auf Trakhenen wurden gezielt Militärüferde gezüchtet. Zäh, ausdauernd, relativ unempfindlich, gehorsam und duldsam.
Ausserdem nahm man nicht jedes Pferd für jeden Dienst. Im Laufe des Krieges mag sich das alles verändert haben, aber soweit ich es aus den Büchern entnehmen konnte, versuchte man bis zum Schluss eine gewisse "Linie" beizubehalten.

Dennoch stand das Pferd, da wo es eingesetzt wurde, IMMER im Vordergrund und es erhielt auch eine angemessene Pflege.
Pferdepflege war Pflicht/Dienst. Tierärzte und Pferdeerholungsheime gab es auch- also, man/Mann kümmerte sich schon und um ein vieviel anstrengender war es wohl, sein Pferd/Pferde zu versorgen, wenn man selber vielleicht 40 Kilometer neben dem Wagen einhergetrottet war, selber verdreckt und hungrig war und am Ziel erst noch ausspannen, abreiben, füttern/tränken musste, ehe man an sich selber denken konnte/durfte!

FritzR


16.6.04 11:30:35
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Waldi du hast ja recht, zumindest was die reinen Kavallerieeinheiten angeht.

Aber in den Infantriedivisionen (und selbst in der Luftwaffe wurden Pferde eingesetzt) funktionierte das nur bei strenger Kontrolle. War die nicht da, war auch die Versorgung/Pflege in vielen Fällen nicht mehr so wie gewünscht.

Wenn die Beziehung zum Pferd halt nur eine erzwungen war (man wurde einberufen und zu den Pferden gesteckt, an denen man sonst keinerlei Interesse hatte, außer vielleicht als Wurst), war es nun mal nicht anders.

Ich weiß z.B. von einem Meldereiter, dem man immer die schlechtesten Pferde gab, weil er sie alle kaputt ritt. Trotzdem blieb er Melder und bekam immer wieder ein neues Pferd! Und das war bestimmt kein Einzelfall.

Von den 2,7 Mill. Pferden der Whrmacht kamen übrigens ca. 855000 aus Deutschland. Der Rest war "Beutegut" und Ankäufe im Ausland.

Was du von der Ausbildung der Remonten schreibst, hat mir mein Großvater auch berichtet. Diese Pferde wurden wirklich langsam und mit Hingabe zum Truppendienst ausgebildet. Und von diesen Pferden haben deshalb auch noch etliche die Strapazen des Krieges überstanden und sind z.B. in unserer Gegend auch noch nach dem Krieg bei Bauern im Dienst gewesen.

Lawigator


16.6.04 15:14:02
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ich denke auch es liegt an der früheren robustheit der tiere.bei den heutigen hobbypferden wurde wohl viel über u. kaputtgezüchtet.nach dem,was die therapeutin mir erzählte,sind die meisten pferde völlige mimosen.
gruss HANS

FritzR


16.6.04 15:51:57
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@Lawigator: Mimosen ist gut getroffen!

Aber außer der Züchtung war es halt auch die Ausbildung, wie Waldi schon beschrieben hat:

Mit 3 Jahren wurden in der Regel die Pferde angekauft. Da waren sie also noch "roh", nicht geritten oder gefahren. Dann kamen sie als sog. Remonten in die Remonte-Ämter. Dort wurden sie ein Jahr lang in einen gleichmäßig guten Pflege- und Futterzustand gebracht. Mit 4 Jahren kamen sie in die Ausbildung. Im ersten Jahr wurden sie sehr schonend behandelt und durften nur von ausgesuchtem Personal eingeritten bzw. eingefahren werden. Im zweiten Jahr wurden sie dann an die Erfordernisse des Truppendienstes herangeführt.
Erst wenn ein Pferd 7 Jahre!! alt war, durfte es an den zu Friedenszeiten durchgeführten Marathonfahrten teilnehmen.

Heute werden die Sportpferde vielerorts bereits mit zweieinhalb, spätestens mit 3 Jahren eingeritten und das ganze dann möglichst in 4 bis 6 Wochen. Mit 7 Jahren sind manche Sportpferde dann schon "verbraucht".

Lawigator


16.6.04 19:50:44
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so sollte es wahrscheinlich auch sein.aber heute kann sich ja jeder,der die knete hat son zossen kaufen.
und dann stehen die armen viecher bis zu 20 stunden in der box,anstatt in der herde,was ja deren natur ist,auf der weide rumzurennen.
gruss HANS

Lawigator


16.6.04 21:25:50
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hallo bakermann,
über den chef der ss-reiterei hab ich ja schlimme sachen gelesen.er soll ein übler karrierist gewesen sein,ist eva braun an die wäsche gegangen u. hat gleich zu beginn des krieges im osten mit seiner totenkopf-reiterstandarte umfangreiche säuberungsaktionen durchgeführt.
er wird sogar mehrfach als schlächter bezeichnet.
in unserer ritterkreuzträgerdatei hab ich aber nix darüber gefunden.da ist er ein richtiger held.nur kurz vorm ende wollte er sich verpissen,aber die haben ihn gekriegt u. standrechtlich erschossen.obwohl der adolf sein schwager war,hat er ihm nicht geholfen.
also mein schwager,der wolfgang,das ist auch son richtiger stinkstiefel.vor allem wenn er was getrunken hat.aber ich würde ihn nicht erschiessen lassen.ausserdem würde ich dann mächtigen ärger mit meiner schwester claudia kriegen.
aber vielleicht hat der adolf ja auch spitzgekriegt das der was mit eva hatte...
gruss HANS

bakerman


20.6.04 10:35:38
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Die Bezeichnung "General der Kavallerie" bedeutet erstmal nur, das diese Offiziere den Anfang ihrer Offiziers-Laufbahn bei dieser Waffengattung begonnen haben. Zwar blieben sie meist auch in der Reichswehr weiterhin bei der Kavallerie, ein Wechsel in der Waffengattung war aber dann durchaus drin. Viele Generäle, die im 2.WK bei der Panzertruppe dienten (also Generale der Panzertruppe) , entstammten ursprünglich der Kavallerie, z.B. Geyr von
Schweppenburg, Schaal, Crüwell, Veiel, Vaerst, Funck. In der Rangliste vom 1.5.44 werden aber auch noch 6 "Generale der Kavallerie" geführt.

steffen04


5.7.04 18:22:40
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Die Wehrmacht zog 1939 mit der 1. Kavalleriebrigade, später 1. Kavalleriedivision in den Krieg. Daneben gab es Divisionskavallerieabteilungen bei allen Großformationen. Die Kavallerie spielte in den Blitzkriegen als schnelle, geländegängige Truppe durchaus eine Rolle. Die Kavallerie kämpfte in der Regel abgesessen, das Pferd war also eher Jeep als Panzer. Die Kavallerie-Brigade umfasste auch Radfahrabteilungen, die interessanterweise im Westen auf gutem Verkehrswegenetz schneller und erfolgreicher waren als die Reiter, im unwegsamen Osten war es dann umgekehrt.

Am 23.9.39 kam es eher zufällig zur letzten Kavallerie-Schlacht der Weltgeschichte, als das polnische 25. Ulanen-Regiment auf deutsche Reiter stösst, Ulanen-Lanzen gg. preussiche Säbel.

1941/42 wurde die 1. Kavalleriedivision in die 24. Panzerdivision umgerüstet, die Heereskavallerie war damit aufgelöst. Allerdings begann zeitgleich die Waffen-SS unter Fegelein mit der Aufstellung berittener Verbände.

1943 wurden dann unter Major v. Boeselager wieder eine Heereskavallerie errichtet, daneben bestanden Waffen-SS- und Kosakeneinheiten. Nicht zu vergessen Kavallerieeinheiten von Verbündeten, darunter auch die leichte Kavallerie schlechthin, die ungarischen Husaren.

Insgesamt gab es 7 + 1 deutsche(die umgewandelte 1. Kav-Div) Kavallerie-Divisionen im II. Weltkrieg, Im I. waren es 11.

Die 43 wiedergründete Kavallerie war Feuerwehr bei den Rückzugsgefechten im Osten und wichtiges Instrument bei der Partisanenbekämpfung. Allzu viel Zeit zum Pferdeputzen dürften die Reiter nicht gehabt haben. Pferde sind übrigens nicht ganz so empfindlich, wie Hanni-und-Nanni-Konsumenten glauben. Hufe sauber und Fell trocken halten reicht als Pflege eigentlich aus.

Übrigens setzte die Sowjetunion in großem Maßstab Kavallerieeinheiten mit offensiver Doktrin ein. Zum Teil für Angriffe in Divisionsstärke (!!) im deutschen Hinterland, etwa 1943 auf die galizische Ölfelder in den Karpaten, ca. 2500km durch von Deutschen besetztes Gebiet.

Hauptsächlich aber als Unterstützung der Panzerkorps. Ein russ. Panzerkorps wurde von zwei Kavalleriebrigaden unterstützt, die den erzielten Durchbruch säuberten und hielten.

Literatur:
Kavallerie der Wehrmacht, Klaus Christian Richter
(viele Details über Ausrüstung und Ausbildung, insbesondere auch Vorkriegszeit)
Pferd und Reiter im II. Weltkrieg, Janusz Piekalkiewics
(wie immer bei JP interessantes Bild-Material und ne Menge Zahlen, über alle Reiter des II. WK, z.b. auch Japan, US, Polen, Finnland etc.)
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