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spezielle einheiten?

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AutorBeitrag

vincent


8.7.04 19:29:16
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hallo ich verfolge schon länger die gespräche hier und habe mich jezt mal gewagt mich anzumelden.
ich finde die gespräche sehr intressant.

da mich eine frage schon länger bewegt und sie mir keiner meiner verwandten beantworten kann denke ich das ihr mir vieleicht helfen könnt.

ich habe ein altes fotoalbum wo die brüder meiner oma mit wehrmachtsuniform zu sehen waren.

und da meine familie bis auf 3 personen sämtlich in kz umkam,(auch die brüder meiner oma)wollte ich einmal fragen ob es speziele einheiten für "arisch unreine soldaten gab"
oder ob sie mit den normalen landsern in dienst waren.

soviel ich weiss wurden sie 42 ausgemustert und direkt "deportiert".

:Schulter:

Balsi


8.7.04 19:41:10
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nein also ich denke derartige Einheiten gab es nicht... ich gehe mal davon aus, das die Wehrmachtsangehörigen Deiner Familie Juden waren... Es gibt einige Beispiele von jüdischen Soldaten.. diese wurden normal gemustert und manchmal überlebten diese auch den krieg.. doche s gibt leider auch viele Beispiele (wie auch das Deine).. das diese Soldaten ausgemustert wurden und deportiert wurden.

Ich glaube es gibt ein buch Titel "Hitlers jüdische Soldaten"

Buch 1

waldi44


8.7.04 20:43:00
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Rezession zum Buch:"Hitlers jüdische Soldaten"

Ein bemerkenswertes Buch., 5. Juli 2004
Rezensentin/Rezensent: volkmar-weiss@t-online.de (Mehr über mich) aus Leipzig

Als ich, der Rezensent, vor wenigen Jahren im Bundesarchiv ein Schriftstück aus dem Jahre 1943 in den Händen hielt, in dem gefragt wurde, was mit zwei SS-Angehörigen geschehen sollte, die jüdische Vorfahren hatten, hielt ich das für eine sehr außergewöhnliche Sache. Das Schreiben war Heinrich Himmler persönlich vorgelegt worden, der es mit dem handschriftlichen Vermerk versehen hatte: „Die Entscheidung erfolgt nach Kriegsende." - Das Interesse des Verfassers Rigg hatte einen ähnlichen Anlaß. Je mehr er sich aber damit befaßte, desto mehr Fälle kamen zutage. Schließlich waren es (und seine Statistik ist keinesfalls vollständig) mehrere tausend Soldaten, die nach den Nürnberger Gesetzen als Juden oder jüdische Mischlinge zu gelten hatten, die aber in der Wehrmacht oder in der Waffen-SS gedient haben. Zahlreiche Fälle werden mit Fotos, Dokumenten und Interviews detailliert belegt, so daß an der sachlichen Richtigkeit der Fakten kaum zu zweifeln ist. Mit immer größerem Staunen entdeckte der Rezensent Fotos von den Vorgesetzten des eigenen Vaters, nämlich Rommels Stabschef und späteren Kommandant der Panzerlehrdivision Baeyerlein, dann den Leiter der Potsdamer Offiziersschule und darüber hinaus Stauffenbergs Adjutanten und sogar den späteren Bundeskanzler Helmut Schmidt unter Hitlers "jüdischen Soldaten". Auf Antrag hin stellte Hitler persönlich in Tausenden Fällen Bescheinigungen der „Deutschblütigkeit" aus - auch für wichtige Leute in Wissenschaft und Wirtschaft - und erklärte die Antragsteller zu „Ehrenariern". Rigg erklärt die oft sehr großzügige Handhabung der Anträge mit einem psychologischen Problem, das Hitler hatte: Dieser war sich nämlich nicht völlig sicher, ob er nicht selbst Vierteljude war. Die Geschichte von einem jüdischen Großvater war bereits vor 1933 aufgekommen, dann aber unterdrückt worden. Rigg führt plausible Argumente an, die für den jüdischen Großvater sprechen. Darüber hinaus hatte Hitler im Ersten Weltkrieg selbst gute Erfahrungen mit jüdischen Vorgesetzten und Kameraden gemacht. So ist die Wirklichkeit viel bunter, als sich das mancher vorstellen kann.

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Nimmt man es allerdings ganz genau, so gab es durchaus Einheiten für "Nichtarier", nämlich alle sogenannten Freiwilligen Verbände der Waffen SS, zumindest die, in denen Soldaten der Ostvölker dienten oder dei ROA oder die Brigade Kaminski....


[ Editiert von Administrator waldi44 am 08.07.2004 20:47 ]

vincent


8.7.04 20:52:24
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nein wir sind nicht jüdischen glaubens wir sind sinti.

aber denke da wurde wohl gleich verfahren.

danke für die antworten.

muss ehrlich sagen hat mich entäuscht das sie bei normalen landsern waren.

weil dennen hätte es ja auffallen müssen wenn der kamerad verschwindet.

GnomeRanger


9.7.04 10:56:20
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Du kannst den einfachen Landsern keinen Vorwurf machen... die standen im Kampf und es die haben ständig Ersatz bekommen... Leute bekamen Heimaturlaub und wurden unterwegs von Alarmeinheiten eingesackt. Einheiten wurden aufgelöst und auf andere verteilt... bei Millionen Soldaten, fällt es nunmal nicht auf wenn ein paar verloren gehen... so war der Krieg... ist zwar schrecklich aber war damals normal!

GnomeRanger

vincent


9.7.04 15:14:15
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ja hast recht

wer weiss wie das von statten ging und was da passierte...

Leutnant


9.7.04 21:16:47
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Ganz so unauffällig war das Verschwinden von Juden u.a. Verfolgten nicht, wie es verschiedene Regimentsgeschichten zeigen (z.B. IR 5 oder IR 9)-in beiden Büchern finden sich Bemerkungen über Angehörige, die 41 aus der Wehrmacht "entfernt" wurden.
Das Buch "Hitlers jüdische Soldaten" ist übrigens sehr lesenswert...so als Buchtipp!!!
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