Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Soldaten die...so...andersherum waren.

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AutorBeitrag

ZensiertWeilZuBloed


31.7.04 16:26:13
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Hallo,

Ist eigentlich eine blöde Frage, aber mich würde mal interessieren ob es in der Wehrmacht Soldaten gab die anders waren? (Ihr wisst schon, solche wo im Berlinder Tiergarten immer an der Löwenbrücke stehen)

Gibt es dazu irgendwelche Berichte darüber das sich Wehrmachtssoldaten Sittenwiedrig gegenüber Kameraden verhalten haben? Klar, das Thema wurde wohl totgeschwiegen, bin aber sicher das sowas vorgekommen ist.
Und was hätte ein Soldat zu befürchten, sollte er bei solch einem Verhalten erwischt werden? Zuchthaus? Strafbatallion, Klapsmühle, Erschiessen?

Und NEIN, ich bin weder ein warmer Bruder noch habe ich vor zur Bundeswehr zu gehen.

waldi44


31.7.04 16:43:43
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Tja, ich denke mal, die landeten im KZ, so mit Rosa Winkel!
Wissen tue ich es aber auch nicht! Vielleicht wurde, wenn so etwas bekannt wurde, das ganze einfach vertuscht.
Hab aber über solche und ähnliche Vorkommnisse nichts gelesen oder gehört!

Westwall


31.7.04 17:01:42
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In der Chronik über die SS-Sturmbrigade Dirlewanger von Rolf Michaelis wird berichtet das Homosexuelle in den KZ´s sich freiwillig zu Bewährungseinheiten gemeldet haben.
Sie wurden auch anfangs mit Zigeunermischlingen rekrutiert ( unvorstellbar wer alles in der SS war ), bis sich Dirlewanger der sonst immer gerne alles an Menschen vereinnahmte von diesen Spießgesellen als nicht Verwendungsfähig mit Absprache des SS-Generals Berger trennen konnte.

Popski


2.8.04 21:14:52
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ZensiertWeilZuBloed schrieb:

Ist eigentlich eine blöde Frage, aber mich würde mal interessieren ob es in der Wehrmacht Soldaten gab die anders waren? ...

Selbstredend, alleine schon all diejenigen denen es gelang es zu verbergen.

Gibt es dazu irgendwelche Berichte darüber das sich Wehrmachtssoldaten ... das Thema wurde wohl totgeschwiegen, bin aber sicher das sowas vorgekommen ist. ... hätte ein Soldat zu befürchten, sollte er bei solch einem Verhalten erwischt werden? Zuchthaus? Strafbatallion, Klapsmühle, Erschiessen?

Siehe z.B. hier:

"Das Vorgehen der Wehrmacht gegen Homosexuelle im Nationalsozialismus
Vortrag von Dr. Günter Grau Das Grußwort spricht Justizsenator Dr. Roger Kusch

(BBS/B5/ 3. Juni 2004) Weitgehend unbekannt ist das Schicksal von Männern, die wegen homosexueller Delikte von Militärgerichten des NS-Regimes verurteilt wurden. Betroffen waren mehr als 7000 Männer. Reine Männer-Gesellschaften in Heer, Luftwaffe und Marine galten den Machthabern als besonders anfällig für das Phänomen Homosexualität, dem sie eine "seuchenartige" Ausbreitung unterstellten.

Mit "rücksichtsloser Strenge" - so die Devise - wurde gegen sie vorgegangen. Sonderrichtlinien fixierten harte Strafen. Sogenannte beratende Psychiater bei der Sanitätsinspektion des Heeres hatten zu befinden, ob es sich um "Hangtäter" oder "Scheinhomosexuelle" handelte: willkürlich festgelegte Kriterien, die die Urteile der Feldgerichte bei Verletzung der "militärischen Manneszucht" maßgeblich bestimmten.

Der Vortrag des Historikers Dr. Günter Grau gibt einen Einblick in das Vorgehen der Wehrmachtsführung auf einem bislang weitgehend im Dunkeln liegenden Gebiet. Aus der Perspektive von Opfern und Tätern wird belegt, welche Folgen die Vorgaben der militärischen Führung hatten, von der Verurteilung zu Zuchthaus, der Deportation in Feldstraflager bis zur Verhängung der Todesstrafe. Die Täter, Militärrichter und gutachtende Psychiater, konnten ihre Karriere nach Kriegsende fortsetzen.

Dr. Günter Grau hat an den Universitätsinstituten für Geschichte der Medizin in Leipzig und Berlin gearbeitet und 2003 das von der Volkswagen-Stiftung geförderte Projekt "Diktatur gegen Subkultur" am Institut für empirische und angewandte Soziologie der Universität Bremen abgeschlossen. Soeben ist von Günter Grau in überarbeiteter Neufassung im S Fischer Verlag, Frankfurt/Main erschienen: "Homosexualität in der NS-Zeit".


Eine Kooperationsveranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme


Dienstag, 8. Juni 2004 19.00 Uhr".

Weiterhin:

... Und NEIN, ich bin weder ein warmer Bruder noch habe ich vor zur Bundeswehr zu gehen.

Und wenn es so wäre? Na und?

... Sittenwiedrig gegenüber Kameraden verhalten haben? ...

???

Links zum Thema:

http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/weitere-einrichtungen/landeszentrale-fuer-politische-bildung/presse/pressemeldungen/homosexuelle-in-der-wehrmacht-030604.html

Oder hier:

http://www.ausdemleben.at/s11.html

Oder hier:

http://www.google.de/search?q=cache:wagS4jNCGEgJ:archiv14.pds-im-bundestag.de/dms/download/00003746.pdf+homosexualit%C3%A4t+wehrmacht&hl=de




Grüße

[ Editiert von Popski am: 02.08.2004 21:17 ]
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