Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 12.10.2001 bis zum 22.12.2005. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Was geschah mit den "Hiwis" ?

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AutorBeitrag

ZensiertWeilZuBloed


22.9.04 15:00:25
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Hi,

Ab 1944 bestand Planmäßig eine Deutsche Infanterie Division aus 10.000 Deutschen Soldaten und etwa 2000 Hiwis (Hilfswilligen) aus Osteuropa. Zumindest an der Westfront.

Was geschah mit ihnen nach dem Krieg? Zurück nach Russland und ohne Umwege in ein Sibirisches Lager?

Und wie wurde so ein "Hiwi" behandelt wenn er bei den Kämpfen in Gefangenschaft geriet? hatte er die selben Rechte wie ein Deutscher Soldat?

waldi44


22.9.04 15:44:17
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Mit Sicherheit erging es den "Hiwis"(Hilfwillige) nicht besser als den offiziellen ausländischen Mitglieder der Wehrmacht oder Waffen SS- mindestens: Ab ins Lager!

Dracula


22.9.04 23:11:14
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Hallo,

Habe etwas zu diesem Thema in einem Landser Heft gefunden. Der Artikel heißt: Von Schweden in sowjetische Gefangenschaft.
Am Ende des Krieges sind deutsche Soldaten und viele Hiwis nach Schweden geflüchtet, weil es neutral war.
Leider hatte Schweden mit Russland einen Ausliefferungsvertrag.

Es ist eine lange Geschichte, aber Kern war folgendes:.

Juni 1945 lebten in schwedischen Internierungslager 35.000 Esten, Letten und Litauer, und za. 3.000 deutsche Soldaten.
Diese wurden, trotz vieler Widerstand der schwedischen Bevölkerung, an Russland ausgeliefert. Mit Schiffen nach Libau transportiert und dann ab Richtung Sibirien.

“Die letzten Soldaten die 1945 von Schweden an die UdSSR ausgeliefert wurden, kehrten 1955 nach Deutschland zurück. Kein Balte war darunter; Diese hatten die Sowjets schon in Libau liquidiert.”

Man kann daraus wohl schließen, daß es das Schicksal vieler Kollaborateure war die in Russische Hände fielen.

waldi44


22.9.04 23:35:09
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Ich meine, Schweden hatte kein "Auslieferungsabkommen" mit der Sowjetunion, aber leider auch kein Rüchgrat! Ich denke, man hätte die Internierten (ausser vielleicht besonders "begehrten") behalten und später nach Deutschland zurückschicken können, aber wer wollte das schon ausprobieren!

Dracula


23.9.04 00:20:44
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Ja, da hast Du recht. Hatte zu schnell gelesen, aber das andere mit der Liquidierung stimmt schon.

Es war eine ultimative Aufforderung der Russen an Schweden alle Deutschen und Balten auszuliefern die erst nach Waffenstillstand nach Schweden geflohen waren. Die schwedische Regierung nahm diese Note an, und sagte daß sie bereit wäre auch die Deutschen auszuliefern die bereits vor der Kapitulation nach Schweden geflüchtet waren.

Moskau ging darauf mit "Freuden" ein.

Da gab es viele Proteste: König Gustaf, der Erzbischof von Stockholm, das internationale Rote Kreuz, das schwedische Volk.
"Die eigene Regierung setzte sich über diese Volksbegehren einfach hinweg."

Wie Du schon erwähnt hattest, Regierung ohne Rückgrat. Ist wohl die beste Typierung. Richtung Russland schon, aber Richtung Volk?

bani


24.10.04 13:04:05
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Gepostet von Dracula
... Man kann daraus wohl schließen, daß es das Schicksal vieler Kollaborateure war die in Russische Hände fielen.



Nun, Kollaborateure trifft in diesem Fall ja nicht ganz zu.
Wurde von den Russen zwar so genannt - aber da sie die baltischen Staaten ja vorher selbst besetzt hatten, ist hier ja nicht ganz so zutreffend.
Hätten sie gegen Estland, Litauen und Lettland gekämpft - DANN wären es welche gewesen.
Aber so haben sie ja gegen die Besatzer ihrer Länder gekämpft.
Gut, zusammen mit wieder anderen Besatzern - aber das ist wieder eine andere Geschichte ...

Martin 222


28.10.04 13:29:17
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Hallo,

..Kollaborateure ist auch zutreffend,da viele Esten usw zum Dienst in der roten Armee gezwungen wurden.Meist liefen sie über oder versteckten sich nach kriegsbeginn mit Nazi- Deutschland.
Viele RK Träger wurden deshalb aufgrund ihrer Dienstzeit bei den friedliebenden Völkern der Sowjetunion,als Fahnenflüchtige hingerichtet.
Die anderen Hiwis wurden sicher ebenso abgefertigt.Die Geschichte der Wlassow Truppen kennt ja auch jeder..
Ich glaube Schweden hatte nur etwas Angst vor dem Russen,wer weiß wie er diplomatisch gedroht hat.Die Briten und Amerikaner waren ja da auch nicht besser,Hartmann und die ganzen Kosaken wurden ja von den Alliierten ausgeliefert.

Und Bani,stimmt,die Balten sahen die Wehtrmacht als extreme Besatzer,daher die Freude der Befreiung und der Zustrom zu den Einheiten der in den Wäldern versteckten Esten Letten Litauern..

[ Editiert von Martin 222 am: 28.10.2004 13:32 ]
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