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Frage RAD

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AutorBeitrag

Balsi


5.10.02 20:07:49
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Habe heute diese Anfrage bekommen:
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gibt es Informationsmaterial wie es im RAD "wirklich" zugegangen
ist.
Vor einiger Zeit habe ich mal bei einem Händler eine Riemenpeitsche
gesehen, die gekennzeichnet war mit "NARNACH Breslau 1938 RAD".
Was waren das für Zustände dort?
Wurden die Menschen dort ausgepeitscht?
Könnt Ihr mir darüber Informationen geben?
- Was war "NARNACH Breslau"?

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Ideen?
Dank Euch...

panzerjaeger


5.10.02 20:17:01
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Mhhh ich weiss nur das die gebudelt haben etc...Aber Peitschenhiebe????

Guenther


5.10.02 20:45:48
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Also ich kann mir das beim besten Willen auch nicht vorstellen. Habe hier ein paar Bilder und auch Briefe. Da gings wohl recht human zu. Der Rad hat ja alles mögliche gemacht, aber angetrieben wurde da bestimmt keiner.
Dies waren Deutsche, die vielfach danach zur Wehrmacht gingen. Was hätte der alte Frontsoldat gesagt, wenn sein Bruder beim RAD ausgepeitscht wird ??
Gruß Guenther
PS: Balsi ? Warum suchst du denn nach Peitschen ??
Bedürfnisse ??Smiley mit verdrehten Augen

Balsi


5.10.02 21:04:58
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hehe... neiiiin...;-)..
war ja nur ne Anfrage.. also ich glaube diese reitpeitsche hat eher was damit zu tun was diese RAD-Truppe gemacht hat.. irgendwas mit Pferden denke ich.. und das war nur ein geschenk diese peitsche.. prügeln gab es dort beim RAD mit Sicherheit nicht mit Vorsatz....denn dort wurden ja die zukünftigen Soldaten herangebildet ... und evt. Auspeitschen hätte sich ja dann Fortsetzen müssen.. auch anhand der Jahreszahl ist es eindeutig ein Geschenk...

panzerjaeger


5.10.02 22:03:36
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Jaja jetzt ists nur eine Anfrage....:P :D :D :D

Balsi


5.10.02 22:09:02
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was ihr nur wieder für perfide Phanatsien entwickelt.. tzz tzz tzz...:bandit:

waldi44


7.10.02 12:53:48
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Auf der Suche nach der RAD- Peitsche ;)!
Der Reichsarbeitsdienst - RAD -
Bereits 1931 hatte die Regierung Brüning zum Zweck der Arbeitsbeschaffung einen freiwilligen Arbeitsdienst für Jugendliche eingerichtet. Unter Hitler wurde diese Einrichtung zum Reichsarbeitsdienst (RAD) ausgebaut und 1935 durch eine halbjährige Arbeitsdienstpflicht für junge Männer und Frauen zwischen 18 und 25 Jahren ergänzt. Um Arbeitslose gegen geringes Entgelt zur Zwangsarbeit zu verpflichten, wurde die ‚Arbeitsschlacht‘ ausgerufen. Organisation und z. T. auch Einsatz des RAD waren militärisch bestimmt. Der Generalarbeitsführer Dr. Henrici residierte im Palais Rosenbach am Residenzplatz.“
Quelle: Ausstellungskatalog Würzburger im Dritten Reich, Seite 37
„Die Nationalsozialisten bauten seit 1933 den Arbeitsdienst systematisch aus und setzten ihn vor allem für Straßen-, Kanal- und Deichbauprojekte, zur Befestigung militärischer Anlagen und in der Landwirtschaft ein. Zugleich diente er ihnen zur ideologischen Beeinflussung (‚Erziehung zur Volksgemeinschaft‘) und – als Zwischenglied zwischen Hitlerjugend und Militärdienst – zur vormilitärischen Ausbildung. Seit 1935 verpflichtete ein Gesetz zur Teilnahme am sechs Monate dauernden Reichsarbeitsdienst (RAD), für Frauen (‚Arbeitsmaiden‘) galt es ab 1939. Seit 1938 schon mussten sie im Alter zwischen 14 und 25 Jahren ein land- oder hauswirtschaftliches Pflichtjahr absolvieren, auf das der Arbeitsdienst angerechnet werde konnte. Im 2. Weltkrieg (1941) kam ein halbjähriger ‚Kriegshilfsdienst‘ hinzu.“

Anordnung über die Erfassung und Musterung 1937 für den aktiven Wehrdienst und Reichsarbeitsdienst.
Vom 4. Februar 1937.

Auf Grund des § 37 Abs. 2 des Wehrgesetzes vom 21. Mai 1935 (Reichsgesetzbl. I S. 609), des Erlasses des Führers und Reichskanzlers vom 22. Mai 1935 über die Übertragung des Verordnungsrechts nach dem Wehrgesetz (Reichsgesetzbl. I S. 615) und des § 26 des Reichsarbeitsdienstgesetzes vom 26. Juni 1935 (Reichsgesetzbl. I. S. 769) wird zur Ausführung des § 7 Abs. 1 a des Wehrgesetzes und § 3 Abs. 3 des Reichsarbeitsdienstgesetzes folgendes angeordnet:
I. Es werden, am 2. April 1937 beginnend, durch die polizeilichen Meldebehörden erfaßt und im Sommer 1937 gemustert:
die wehrpflichtigen Deutschen des Geburtsjahrgangs 1917, außerdem in Ostpreußen auch des Geburtsjahrgangs 1912.
II. (1) Die Dienstpflichtigen des Geburtsjahrgangs 1917 haben in der Zeit vom 1. Oktober 1937 bis zum 31. März 1938 oder vom 1. April 1937 bis zum 30. September 1938 Reichsarbeitsdienst zu leisten. Sie werden voraussichtlich vom 1. Oktober 1938 an zum aktiven Wehrdienst herangezogen.
(2) Die Dienstpflichtigen des Geburtsjahrgangs 1912 in Ostpreußen werden zum Reichsarbeitsdienst nicht mehr herangezogen. Sie haben vom 1. Oktober 1937 an aktiven Wehrdienst zu leisten.
III. Für die wehrpflichtigen Deutschen des Geburtsjahrgangs 1917, die im Ausland ihren Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt haben, gilt die Anordnung über die Erfassung der deutschen Staatsangehörigen im Ausland für den aktiven Wehrdienst und Reichsarbeitsdienst vom 12. Januar 1937 (Reichsgesetzbl. I S. 10).
Berlin, den 4. Februar 1937.
Der Reichskriegsminister
und Oberbefehlshaber der Wehrmacht
von Blomberg
Der Reichsminister des Innern
Frick
Quelle: Reichsgesetzblatt 1937 I, S. 186.
documentarchiv.de



Rad
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Vielleicht steht ja hier was drin!

RAD

Ich kann mir aber auch vorstellen, dass die Peitsche eventuell zu solchen Anlässen zum Einsatz kam!
Reichsarbeitsdienst ...!?
Von Ernst Diestel
Am 19. Februar 1940 erhielt ich meine Einberufung zum Arbeitsdienst.
Nach kurzer Ausbildung an Schaufel, Spaten und Hacke, wurden wir nach Polen, ca. 80 KM hinter Warschau verlegt. Unsere Aufgabe war, für die Luftwaffe Unterkünfte, also Baracken zu bauen und als zweite Aufgabe Munitionslager, der Tarnung wegen, in Wäldern anzulegen.
Eines Tages erhielten wir den Auftrag, 3 Güterwagen zu entladen. Die Türen wurden geöffnet und als wir dann auf Befehl unseres Oberfeldmeisters ( im Range eines Oberleutnants) in die Wagen stürmten, waren wir genau so schnell wieder draußen, denn der Inhalt bestand aus ungelöschtem Kalk, der von uns in Säcke umgefüllt werden sollte. Unsere Augen tränten und brannten wie Feuer, trotzdem wurden wir immer wieder von dem Vorgesetzten in die Wagen gejagt.
Plötzlich hatte dieser Sadist von Oberfeldmeister eine andere Idee. Wir wurden zu anderen Arbeiten eingesetzt und er ließ sich von unserem Fahrer in einem LKW nach Warschau fahren.
Nach ca. 2 Stunden kam der Wagen zurück mit lauter Männern, die er aus Warschau geholt hatte. Es waren meist ältere Männer schlecht gekleidet, man konnte erkennen, dass sie wahrscheinlich einfach so aus ihren Wohnungen herausgeholt worden waren.
Die wurden jetzt unter dem Gebrülle dieses Sadisten in die Wagen getrieben und mussten die Wagons entladen.
Als die Männer fertig waren und dort mit roten und verweinten Augen standen, das Zeug was sie am Leibe trugen völlig verdreckt und nun darauf warteten zurückgebracht zu werden, trat unser Fahrer vor und fragte, ob er sie zurück fahren sollte. Unser Vorgesetzter baute sich vor dem Fahrer auf und schrie den Fahrer an: „Wollen Sie unser Benzin vergeuden? Das Pack soll gefällig zu Fuß gehen.“
Wir, die wir am Bahndamm arbeiteten, konnten es kaum glauben. Er merkte, dass wir seine Anordnung nicht gut hießen. Jetzt brüllte er uns an: "Euch werde ich beibringen, wer hier der Herr im Haus ist."
Die polnischen Männer gingen nun nach Hause - 80 KM bis Warschau! Einer drehte sich um und ich sah in seine Augen......
Ich habe den Blick bis heute nicht vergessen.

RAD
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