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Kephallonia

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AutorBeitrag

waldi44


12.1.03 17:19:38
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Am Mittwoch den 15.01.03 kommt um 23:30 Uhr in der ARD ein Beitrag über Kephallonia. Damit ihr wisst worum es geht, hier ein Beitrag den ich dazu gefunden habe:
Der Schrank der Schande gibt seine Geheimnisse preis
Jahrzehntelang blieben fast 700 Ermittlungsakten über
deutsche Kriegsverbrechen von der italienischen Militärjustiz unbeachtet

Der Palazzo Cesi steht in der Nähe der Piazza Navona, dort, wo die Gassen Roms ganz eng und verwinkelt werden. Einst soll hier Galileo Galilei auf seinen Prozess vor der vatikanischen Inquisition gewartet haben. Jetzt sitzt eine sehr weltliche Macht in dem gelb getünchten Renaissance-Bau, die militärische Generalstaatsanwaltschaft. Die Behörde ist neuerdings in die Kritik geraten, und das liegt an einem Schrank, der jahrzehntelang in einem der Hinterzimmer des Palastes stand. Ein langweiliges Büromöbel war das, aus braunem Holz gezimmert, die Türen mit einem Vorhängeschloss versperrt. Die Frontseite des Schrankes hatte jemand zur Wand gedreht.

Deshalb ahnte niemand, welch brisante Unterlagen sich darin verbargen. Mittlerweile ist das Möbel im ganzen Land wegen der Nachlässigkeit der Behörden als „Schrank der Schande“ bekannt: Beinahe 700 Ermittlungsakten über Kriegsverbrechen, die Wehrmachtssoldaten und SS-Angehörige während der deutschen Besatzung in Italien zwischen 1943 und 1945 begingen, lagerten in der alten Registratur. Statt dass die Verbrechen strafrechtlich verfolgt wurden, waren die Mappen beinahe 40 Jahre lang unberührt geblieben.

Zumeist waren die Akten direkt nach Kriegsende von amerikanischen und englischen Untersuchungskommissionen angelegt worden. Als italienische Ermittler Mitte der fünfziger Jahre dann Amtshilfegesuche an die Deutschen zur Auffindung der Täter stellen wollten, bremsten die Politiker: So kurz nach dem Nato-Beitritt wollte man den Deutschen keine Schwierigkeiten machen. Der römische Außenminister Gaetano Martinoetwa warnte vor Ermittlungen im Fall des bis heute ungesühnten Wehrmachtsmassakers auf der griechischen Insel Kephallonia; sie würden nur „die Kritik am Verhalten deutscher Soldaten fördern“. Während des Kalten Krieges galten juristische Ermittlungen als politisch unerwünscht. Im Januar 1961 wurden die meisten Verfahren dann „provisorisch eingestellt“, obgleich es eine derartige Verfügung im italienischen Recht gar nicht gibt.

Erst Mitte der neunziger Jahre kamen die Mappen ans Licht – „durch einen reinen Zufall“, wie der römische Militärstaatsanwalt Antonino Intelisano berichtet. Intelisano, der für den Distrikt Rom zuständig ist und nicht der Generalbehörde angehört, ermittelte damals gegen den SS-Mann Erich Priebke, dem die Beteiligung an der Tötung von 335 Geiseln in den ardeatinischen Gräbern bei Rom zur Last gelegt wurde. Dabei fragte Intelisano auch bei der Generalstaatsanwaltschaft an. Daraufhin öffnete ein Justizbeamter den vergessenen Schrank und entdeckte haufenweise vergilbte Unterlagen. Klammheimlich sandte die Generaljustiz die Mappen in der Folge an die örtlichen Staatsanwaltschaften – die Öffentlichkeit erfuhr von dem Vorgang nichts.

Allein 129 Verfahren bekam der römische Staatsanwalt Intelisano auf den Tisch, 214 Verfahren gingen nach La Spezia, 108 Mappen landeten in Verona. Landauf, landab eröffneten Militärstaatsanwälte nun neue Ermittlungsverfahren über die uralten Vorgänge, den Italienern kamen plötzlich längst vergessene Gräueltaten ins Bewusstsein. Inzwischen hat es schon einige Verurteilungen gegeben, so im Fall einer Massenerschießung auf dem Mailänder Loreto-Platz im August 1944, für die der deutsche Kripobeamte Theo Saevecke in Abwesenheit zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde. Andere Prozesse, etwa wegen der Verbrechen im Durchgangslager Bozen, beginnen soeben oder stehen noch an. Die toskanische Gemeinde Sant’ Anna bei Lucca, wo die Waffen-SS im Sommer 1944 mehr als 500 Bewohner erschoss, bereitet eine Strafanzeige bei den deutschen Behörden vor. In Köm wurde Ende Oktober beschlossen, im Verteidigungsausschuss des Parlaments eine Kommission zur Untersuchung der vertuschten Verfahren zu installieren.

Juristisch ist nach so vielen Jahren vielerorts kaum mehr etwas zu machen. „Die meisten Fälle sind längst verjährt“, sagt Staatsanwalt Intelisano, viele Täter gestorben. Doch wollen viele italienische Überlebende mehr als 50 Jahre nach den Taten endlich wissen, warum sie geschahen.
www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/artikel84428.php
Ungesühntes Massaker der Wehrmacht
Ermittlungen im Fall Kephallonia
Dortmunder Staatsanwaltschaft liegen neue Erkenntnisse vor

Von Christiane Kohl
Rom – Die Dortmunder Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen einstige Wehrmachtssoldaten wieder aufgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, im September 1943 an Massenerschießungen auf der griechischen Insel Kephallonia teilgenommen zu haben, bei denen Tausende von Italienern starben. Die Ermittlungen richten sich gegen etwa ein Dutzend noch lebende ehemalige deutsche Offiziere. Anlass sind nach Mitteilung des Dortmunder Oberstaatsanwalts Ulrich Maaß neue Erkenntnisse über mögliche Tatverdächtige, die sich offenbar aus Unterlagen der Gauck-Behörde, Recherchen in Militärarchiven sowie aus Berichten der Süddeutschen Zeitung ergeben haben.
Das Blutbad auf Kephallonia hatten deutsche Gebirgsjäger unter dem Befehl des damals kommandierenden Generals des XXII. Gebirgskorps Hubert Lanz verübt, nachdem Italien am 8. September 1943 einen separaten Waffenstillstand mit den Alliierten abgeschlossen hatte. Etwa 5000 italienische Soldaten, die sich bereits ergeben hatten, wurden erschossen. In Italien gelten die Erschießungen als Beginn der „resistenza“, des italienischen Widerstandes gegen Nazis und Faschismus. Die Tat ist juristisch bislang nicht gesühnt, obgleich sie bereits Thema bei den Nürnberger Nachfolgeprozessen war, wo Lanz 1947 auf der Anklagebank saß. Seine Verurteilung zu 12 Jahren Haft erging jedoch wegen anderer Vergehen. In Italien wurde in den fünfziger Jahren ein Verfahren in Sachen Kephallonia geführt. Nachdem Deutschland der Nato beigetreten war, wurde das Verfahren aus politischer Rücksichtnahme begraben.
Bis heute gilt Kephallonia jedoch in den deutsch-italienischen Beziehungen als heikler Punkt. So wurden mehrere Verbalnoten zu dem Thema ausgetauscht; seit einiger Zeit sammeln italienische Bürger Unterschriften, um Berlin zu einer offiziellen Entschuldigung für das Massaker aufzufordern. Und auch Staatspräsident Carlo Ciampi hat erkennen lassen, dass er eine deutsche Geste für angebracht hält. Vor wenigen Monaten besuchte er Kephallonia, um die toten Soldaten zu ehren. Als Journalisten ihn damals fragten, was er von der Bundesregierung erwarte, verwies Ciampi darauf, dass er sich soeben bei den Griechen für die Vergehen der Italiener entschuldigt habe – mithin eine indirekte Aufforderung an die Deutschen, Gleiches gegenüber den Italienern zu tun.
Auf Initiative des Nazi-Jägers Simon Wiesenthal hatte die Staatsanwaltschaft Dortmund Mitte der sechziger Jahre ein Verfahren wegen Kephallonia eröffnet. Damals wurden 321 Zeugen vernommen, viele von ihnen bestätigten die Massentötungen. So hatten deutsche Soldaten ein Felsloch mit lauter Leichen gesehen; andere beobachteten, wie Italiener zur Erschießung weggeführt wurden. Verdächtigte Offiziere stritten jedoch jede Teilnahme ab, eine Schuld war ihnen offenbar nicht nachweisbar. Am 13. September 1968 wurde das Verfahren deshalb stillschweigend eingestellt.
Im Herbst 1969 fragte die italienische Botschaft nach dem Einstellungsbeschluss, „angesichts der besonderen Sensibilitäten“ in Italien erbat man eine Kopie. Die wurde ein Jahr später auch übersandt. Als jedoch zu Beginn der siebziger Jahre ein italienisches Fernsehteam einen Bericht über das Thema vorbereitete, lehnte das deutsche Auswärtige Amt eine Redegenehmigung für den zuständigen Staatsanwalt ab: Man werde den Italienern niemals begreiflich machen können, warum das Verfahren eingestellt worden sei. Deshalb könne jedes offizielle Wort „zu einer das deutsch-italienische Verhältnis belastenden Polemik“ führen. Die neu aufgenommenen Ermittlungen in Dortmund konzentrieren sich nun auf Soldaten, die damals unerreichbar in der DDR lebten. Zudem gibt es neue Augenzeugenberichte. Freilich ist das Gros der Beschuldigten mittlerweile tot.
http://sissco.iue.it/online/racine/rassegne-germania/germania-03-2/sdzsam240301.html
http://szarchiv.diz-muenchen.de/REGIS_A12046509;internal&action=hili.action&Parameter=Ermordete%20 Frauen%20verbrannte
Samstag, 24. März 2001
Ermordete Frauen, verbrannte Kinder
Erstmals schildern deutsche Soldaten das Wüten der Wehrmacht auf der griechischen Insel Kephallonia
Von Christiane Kohl
Dem „lieben Waldemar", wie er sich selbst in seinem Tagebuch nennt, war ganz mulmig zu Mute. Abends hatte der Gebirgsjäger noch mit seinem Leutnant vierstimmig Kärntner Lieder gesungen, morgens ging es dann gegen die Italiener los: „Gefangene werden keine gemacht: alles, was vor die Mündung kommt, wird umgelegt", notierte Waldemar Taudtmann am 20. September 1943 in sein persönliches Kriegs-Tagebuch. Tage später beobachtet er, wie 200 italienische Soldaten, die sich den Deutschen bereits ergeben hatten, niedergeschossen werden. Die deutschen Gebirgstrupps, so schreibt er am 24.September, plünderten und demolierten zivile Wohnungen in der Hafenstadt Argostoli und stahlen im italienischen Militärlazarett den Kranken Uhren und Füllfederhalter: „Es ist eine Schande, wie sich deutsche Soldaten benehmen", resümiert Taudtmann.
Was der Soldat aus dem Gebirgsjäger-Bataillon54 beschreibt, geschah auf der griechischen Insel Kephallonia im September 1943: Dort sollten die deutschen Truppen wie andernorts auch ihre italienischen Kameraden entwaffnen, nachdem Italien am 8. September einen separaten Waffenstillstand mit den Alliierten geschlossen hatte. Statt den Italienern nur die Gewehre abzunehmen, richteten sie jedoch ein Blutbad an, vergleichbar nur noch mit dem russischen Soldatenmassaker in Katyn: Etwa 5000 Soldaten der italienischen Division Acqui wurden vermutlich erschossen, nachdem sie sich schon ergeben hatten.
Das Schweigen der Täter
Das Kriegsverbrechen, das angeblich auf Führer-Befehl geschah, wurde schon 1947 im Nürnberger NS-Tribunal erörtert. Doch waren bis heute nur von italienischen Überlebenden Details über das Massaker zu erfahren - deutsche Verantwortliche, angeführt vom damals kommandierenden General des XXII. Gebirgskorps, Hubert Lanz, haben jahrzehntelang geschwiegen.
Jetzt sind Tagebuch-Aufzeichnungen deutscher Soldaten aufgetaucht, die von unglaublichen Brutalitäten berichten. „Erschossen, erschlagen und von den Bergschuhen zertreten liegen die Männer der Geschützbedienung in ihrer Stellung", beschreibt etwa der Oberjäger Alfred Richter, was er sieht. Die Berichte werden am Sonntagabend in der ZDF-Sendung History (23.15 Uhr) ausgestrahlt; die Süddeutsche Zeitung druckt einen Tagebuch- Ausschnitt (siehe unten). Zusammen getragen hat die Aufzeichnungen der Militärhistoriker Roland Kaltenegger, dem sich einzelne Beteiligte offenbarten. So berichtete ihm ein ehemaliger Militärarzt, „dass ich dieses Unrecht mein Leben lang nicht bewältigen konnte."
Das Morden von Kephallonia war nicht die erste Bluttat der Gebirgsjägertruppen, die vermutlich als Kriegsverbrechen einzustufen ist. Und es sollte auch nicht die letzte sein. So berichtete im Oktober 1943 ein Divisionspfarrer dem Kommandeur von Gewissensnöten der Soldaten: „Eine schwere Belastung ihres Gewissens bedeutet für viele, auch Offiziere, das Töten-Müssen von Frauen und Kindern bei den Unternehmen gegen die Banden", schrieb der Pfarrer. Der Konflikt der Soldaten bestehe darin, „dass sie einerseits keine Befehlsverweigerung begehen, andrerseits aber sich auch keiner Übertretung des göttlichen Gebotes schuldig machen wollen." Als so genannte „Banden- Unternehmen" wurden Einsätze gegen Partisanen oder gegen Leute bezeichnet, die dafür gehalten wurden.
In der Truppe machte sich „eine zunehmende Verrohung der Soldaten" bemerkbar, berichtet der Kölner Historiker Carlo Gentile. Schon im August 1943 metzelten Gebirgsjäger in dem griechischen Dorf Kommeno 317Bewohner nieder, unter den Opfern sollen sich nach Augenzeugenberichten auch schwangere Frauen befunden haben, wie es in einer Ermittlungsakte der Münchner Staatsanwaltschaft aus dem Jahr 1969 heißt. „Viele Frauen seien vor der Ermordung vergewaltigt worden", rapportiert der Ermittlungsbericht, Kinder seien „in der Weise verbrannt, dass sie (die Soldaten) ihnen mit Benzin getränkte Watte in die Münder stopften." Das Verfahren wurde eingestellt. Schon 1965 hatten Dortmunder Ermittler ihre Aktendeckel zugeklappt. Zuvor vernahmen sie an die 300 Zeugen zu dem Massaker auf Kephallonia. Fast alle hatten sie „von Massenexekutionen nichts gesehen und gehört", wie auch der einstige Major Wilhelm Spindler zu Protokoll gab. Spindler, von Zivilberuf Apotheker, war der Bataillons-Kommandeur der beiden Tagebuchschreiber Taudtmann und Richter. Als solcher dürfte er später auch von den Tötungen in der albanischen Küstenstadt Saranda gleich hinter der griechischen Grenze erfahren haben. Dort füsilierte ein Gebirgsjäger-Kommando am 4. Oktober 1943 den italienischen General Ernesto Chiminello und rund 130 Offiziere. Hernach wurden die Leichen „mit an die Beine gebundenen Steinen ins Meer hinaus gefahren und versenkt", schreibt der Oberjäger Richter in seinem Tagebuch.
Um die Bluttaten sollte später möglichst kein Aufsehen entstehen. Dafür sorgten in der Nachkriegszeit Soldatenverbände, Justiz und Regierungsstellen mit vereinten Kräften, wie sich aus Akten ergibt, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen. So wurde die Einstellung des Dortmunder Verfahrens zunächst gar nicht veröffentlicht. Als Jahre später das Nachrichtenmagazin Der Spiegel recherchierte, warnte ein Bundeswehroffizier die Justiz. 1973 bat der
italienische Fernsehsender RAI den verantwortlichen Staatsanwalt um ein Interview. Dieser hielt das sogar „für zweckmäßig". Zwar werde er einräumen müssen, dass „kriegs- und völkerrechtswidrig getötet wurde", so der Staatsanwalt, zugleich könne er jedoch klarstellen, dass viele „italienische Darstellungen auf Vermutungen beruhen". Das Auswärtige Amt war gegen das Interview: Man werde den Italienern niemals begreiflich machen können, warum das Verfahren eingestellt worden sei, argumentierten die Diplomaten. Deshalb drohe jedes offizielle Wort „von böswilliger Seite zu einer das deutsch-italienische Verhältnis belastenden Polemik ausgeschlachtet zu werden." Das Interview wurde abgelehnt.
Auf der griechischen Insel Kephallonia erschossen Mitglieder der Wehrmacht im September 1943 tausende italienische Soldaten. Die Regierung in Rom hatte kurz zuvor einen Waffenstillstand mit den Alliierten geschlossen. Die Deutschen verlangten die Kapitulation ihrer ehemaligen italienischen Verbündeten auf Kephallonia. Als diese sich weigerten, wurden sie hingerichtet. Der Süddeutschen Zeitung und dem ZDF liegen Tagebuch-Aufzeichnungen deutscher Soldaten vor, die das Massaker miterlebt haben.


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www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2000/48/14b.htm
Kalter Krieg
Für Telford Taylor war es eines der schlimmsten Verbrechen der Wehrmacht. Doch womit der amerikanische Ankläger bei den Nürnberger Prozessen wohl nicht rechnete: Das Massaker von Kephallonia, bei dem deutsche Soldaten im September 1943 zwischen 4 000 und 6 000 italienische Soldaten niedermetzelten, wurde bis heute nicht juristisch verhandelt. Denn »der kalte Krieg ließ uns keine Wahl«, wie der ehemalige Verteidigungsminister Paolo Emilio Taviano der Wochenzeitung Espresso erklärte. Weil man damals nicht den internen Widerstand in Westdeutschland gegen den Aufbau der Bundeswehr habe stärken wollen, sei das Kriegsverbrechen vertuscht worden. Nun sollen die Verschleppung der Ermittlungen sowie zahlreiche deutsche Kriegsverbrechen in Italien genauer untersucht werden. Auch bei deutschen Ermittlungsbehörden wollen Opferorganisationen Anzeige erstatten. Am Massaker auf der Insel Kephallonia sollen Soldaten beteiligt gewesen sein, die es später in der Bundeswehr zu Offiziersehren gebracht haben.
Von: "schmal andreas" <schmal.andreas@g...>
Datum: Fr 2, Mär 2001 8:15
Betreff: sueddeutsche - 2.3.2001 - Eine der ehrlosesten Aktionen der Kriegsgeschichte

„Eine der ehrlosesten Aktionen der Kriegsgeschichte“
Ein Massaker der deutschen Wehrmacht an tausenden italienischen Soldaten in
Griechenland wurde nie aufgearbeitet
Mit einem Besuch in Griechenland hat Italiens Staatspräsident Carlo Azeglio
Ciampi am Donnerstag ein deutsches Kriegsverbrechen an italienischen
Soldaten in Erinnerung gerufen. Auf der ionischen Insel Kephallonia legte
Ciampi im Beisein von italienischen Überlebenden einen Kranz nieder für
vermutlich etwa 5000 Soldaten der italienischen Division Acqui, die hier im
Herbst 1943 von deutschen Wehrmachtsangehörigen getötet worden waren.
Ciampi, der vom griechischen Präsidenten Kostis Stefanopoulos begleitet
wurde, appellierte an junge Leute in Italien, Griechenland und „den
europäischen Schwesterstaaten: Vergesst nicht!“ Die Soldaten der Division
Acqui hätten „eines der ehrenvollsten Kapitel der italienischen Geschichte“
geschrieben.
Sie hatten sich nach dem italienischen Waffenstillstand mit den Alliierten
im September 1943 geweigert, vor den Deutschen zu kapitulieren. Daraufhin
wurden Angehörige der Division von einer Gebirgsdivision der Wehrmacht
standrechtlich erschossen. Nach dem Kriegstagebuch der Wehrmacht wurden
dabei etwa 4000 Soldaten getötet, italienische Quellen sprechen von 9000
Opfern.
Der verantwortliche Befehlshaber, General Hubert Lanz, wurde in den
Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen angeklagt. Der amerikanische
Chefankläger Telford Taylor bezeichnete Kephallonia als „eine der
willkürlichsten und ehrlosesten Aktionen“ der Kriegsgeschichte. Verurteilt
wurde Lanz aber vor allem wegen anderer Taten. Später geriet das Massaker in
Vergessenheit. Versuche, weitere Tatbeteiligte anzuklagen, scheiterten: Als
in den fünfziger Jahren italienische Militärstaatsanwälte die Tat verfolgen
wollten, wurden sie von ihrem Außenminister zurückgepfiffen. Auch
Ermittlungen in den sechziger Jahren in Deutschland wurden schnell
eingestellt.
Erst in den letzten Monaten kam in Italien heraus, warum die einstigen
Tatbeteiligten so nachhaltig geschont worden waren: Im Kalten Krieg hatte
man den neuen Nato-Partner Deutschland nicht in Misskredit bringen wollen.
Kephallonia sei „eine barbarische Tat“, hatte der italienische Außenminister
Gaetano Martino 1956 an seinen Kollegen im Verteidigungsamt geschrieben.
Ermittlungen würden jedoch „die Kritik am Verhalten deutscher Soldaten
fördern“ und so die deutsche Wiederbewaffnung stören. Die Korrespondenz war
kürzlich ausgegraben worden, seither wird in der italienischen
Öffentlichkeit über Kephallonia und die deutsche Verantwortung dafür
diskutiert.
Italienische Intellektuelle wie der Turiner Philosophie-Professor Gian
Enrico Rusconi forderten, Deutschland solle sich in einer „symbolischen
Geste“ an die Tat erinnern, die bis heute „von der öffentlichen Meinung in
Deutschland praktisch ignoriert wird“. Darüber hinaus werden seit Monaten
Unterschriften für eine Volks-Petition gesammelt, in welcher Berlin
aufgefordert werden soll, eine offizielle Entschuldigung auszusprechen.
Hier

waldi44


20.9.03 14:48:35
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»Befriedung der Festung«
Die Massaker der Wehrmacht in Griechenland 1941 bis 1944 (Teil II). Von Martin Seckendorf
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Mit der militärischen Lage veränderte sich Ende 1942, Anfang 1943 auch die strategische Bedeutung Griechenlands für die deutsche Kriegführung. Bei Stalingrad erzwang die Rote Armee die Kriegswende, in Nordafrika besiegten die Westalliierten Rommels Afrikakorps, in Jugoslawien und Griechenland erlebte die Partisanenbewegung einen gewaltigen Aufschwung. Am 8. September 1943 schied Italien aus dem faschistischen Achsenbündnis aus.
Gefahr an Südostflanke
Die deutsche Führung ging davon aus, daß die Westalliierten im Frühjahr 1943 mit einer Landung in Griechenland eine zweite Front in Europa eröffnen werden. Galt Griechenland im strategischen Kalkül der deutschen Führung bisher als Absprung- und Nachschubbasis, sollte es jetzt in eine Festung verwandelt werden und die militärisch wie kriegswirtschaftlich immer wichtiger werdende Südostflanke des Nazi-Imperiums decken.
Wegen des Ausscheidens der Italiener als Besatzungsmacht dehnte die Wehrmacht die deutsche Herrschaft auch auf die italienische Zone in Griechenland aus. Die deutschen Truppen wurden von 75000 auf 250000 Mann verstärkt und erhielten eine neue Befehlsführung. Oberste Kommandobehörde für Griechenland wurde die neu aufgestellte Heeresgruppe E unter Generaloberst Löhr. Die Heeresgruppe konnte erstmals über alle bewaffneten Kräfte der Eroberer, einschließlich der Verbände der Bulgaren und der Waffen-SS sowie der Kollaborateure in Griechenland, verfügen.
Für die Okkupationsverwaltung wurde die Dienststelle Militärbefehlshaber Griechenland unter General Speidel geschaffen. Er erhielt in ganz Griechenland die vollziehende Gewalt. Damit entschied die Wehrmacht auch in der neuen Etappe der Besatzungspolitik alle für die Griechen und das Land wichtige Fragen. Dem Militärbefehlshaber war auch der ebenfalls neu berufene Höhere SS- und Polizeiführer (HSSPF) samt seiner Institution unterstellt. Dieser sollte im Auftrag des Militärbefehlshabers den polizeilichen und geheimpolizeilichen Bereich, einschließlich jenen der Kollaborationsverwaltung, leiten, ausbauen und gegen die Widerstandsbewegung, vornehmlich in den Städten, führen.
Hauptaufgabe des umgestalteten Besatzungsapparates war die rigorose Bekämpfung der Partisanenbewegung und die brutale Unterdrückung der sie unterstützenden Zivilbevölkerung. Zur Abwehr der erwarteten Invasion der Alliierten sei es notwendig, die inneren Verhältnisse der besetzten Südostgebiete »mit starker Hand zu ordnen«, heißt es in einer Denkschrift des Führungsstabes der Wehrmacht vom 10. Dezember 1942. Der Chef des OKW, Keitel, fügte hinzu, »der griechische Raum ist heute als ein Kriegsschauplatz erster Ordnung zu bezeichnen«. Die »Befriedung« der Festung Griechenland war nicht mehr nur ein okkupationspolitisches, gewissermaßen innenpolitisches Problem. Angesichts der erwarteten Invasion war sie Teil der Vorbereitungen auf den militärischen Großkampf. Deshalb sollte die Widerstandsbewegung noch vor der Landung alliierter Truppen endgültig vernichtet und die Bevölkerung durch terroristische Maßnahmen derart eingeschüchtert werden, daß sie im Invasionsfall nicht wage, sich gegen die Deutschen zu erheben. Die präventive Funktion des Massenterrors trat noch stärker hervor.
Hauptkraft des bewaffneten Befreiungskampfes und seit Herbst 1943 einziger militärischer Gegner der Deutschen in Griechenland war die ELAS. Die bürgerliche Organisation EDES spielte militärisch keine Rolle mehr; ihre Führer kollaborierten seit Ende 1943 mit den Deutschen. Bereits im April 1943 hatte der Militärbefehlshaber Südgriechenland die politische Struktur des Widerstandes mit »etwa 90 Prozent rein kommunistisch, 10 Prozent nationalistisch« angegeben. ELAS fügte den Okkupanten nach einem Bericht des Militärbefehlshabers Griechenland vom 19. Oktober 1943 »erhebliche Verluste an Menschen und Material« zu.
Mit brutalsten Mitteln
Kaum noch verschlüsselt befahlen alle Führungsebenen jetzt den Massenmord an Zivilisten beiderlei Geschlechts und jeden Alters. Hitlers »Weisung Nr. 47« vom 28. Dezember 1942 bestimmte als Hauptaufgabe des Oberbefehlshabers Südost die »endgültige Befriedung des Hinterlandes und Vernichtung der Aufständischen und Banden aller Art«. Hitler forderte, die Befehle zur Partisanenbekämpfung noch weiter zu verschärfen. Den deutschen Kräften dürften keinerlei Beschränkungen bei der Tötung von Menschen und der Vernichtung von Sachwerten auferlegt, jedem Soldaten müsse generell Straffreiheit zugesichert und jene Soldaten als »Verräter am deutschen Volk« gebrandmarkt werden, die nicht mit der geforderten Rücksichtslosigkeit vorgingen. Der Chef des Führungsstabes der Wehrmacht, Jodl, versicherte, nach diesem Befehl könnten die Soldaten auch mit Frauen und Kindern »machen, was sie wollen: Sie dürfen sie aufhängen, verkehrt aufhängen oder vierteilen«. Der am 16. Dezember 1942 erlassene Befehl richtete sich nicht nur gegen die Partisanen, sondern auch gegen »Mitläufer«, was den zu vernichtenden Personenkreis beträchtlich ausweitete. Der Chef des OKW befahl: Der Kampf muß »mit den allerbrutalsten Mitteln geführt« werden. »Die Truppe ist berechtigt und verpflichtet, in diesem Kampf ohne Einschränkung auch gegen Frauen und Kinder jedes Mittel anzuwenden, wenn es nur zum Erfolg führt.« Auf dieser Grundlage erließ am 14. Juli 1943 der Oberbefehlshaber Südost, Löhr, einen speziellen Befehl. Nach der inzwischen erfolgten alliierten Landung auf Sizilien (9./10. Juli 1943) ordnete er noch direkter den Massenterror gegen die Bevölkerung als Prävention und Vorbereitung auf eine alliierte Landung an. Partisanen und »Mitläufer« spielten im Befehl keine Rolle, die gesamte Bevölkerung sollte getroffen werden. Es heißt dort: »Bei feindlichen Landungsangriffen ist mit weitestgehender Beteiligung aufsässiger Bevölkerungsteile auf Seiten des Feindes zu rechnen ... Ich ermächtige und verpflichte alle Kommandeure, von sich aus, ohne vorherige Genehmigung der vorgesetzten Stelle, bei offensichtlich feindseliger Haltung der Bevölkerung schärfste Maßnahmen zu ergreifen.«
Auch bei anderen Grundsatzbefehlen des OKW nutzten die Militärbehörden im Südosten ihren Handlungsspielraum und verschärften die zentralen Direktiven. Wegen des Arbeitskräftemangels in Deutschland wies Hitler am 7. Juli 1943 an, Partisanen und »Mitläufer« nicht mehr generell und sofort zu töten, sondern die Arbeitsfähigen als militärische Zwangsarbeiter nach Deutschland zu deportieren. Die Behörden im Südosten machten in den Ausführungsbefehlen die Einschränkung, daß es dabei keine Abstriche am Konzept der massenhaften Tötung von Zivilisten zur Bekämpfung der Partisanenbewegung geben dürfe. »Sühnemaßnahmen« seien »wie bisher mit den härtesten Mitteln durchzuführen«. Der Grundsatz, »die gesamte männliche Bevölkerung« eines Dorfes bei Verdacht auf »Teilnahme oder Unterstützung der Banden zu erschießen oder zu erhängen«, müsse unbedingt beibehalten werden. Erst in zweiter Linie sei die Deportation zur Zwangsarbeit zu erwägen. Am 18. August 1943 bestätigte der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht diese Linie der Militärbehörden im Südosten. Er schrieb, bei besonderen Umständen könne angeordnet werden, »daß keine Gefangenen gemacht werden bzw. daß Gefangene und im Kampfraum ergriffene Bevölkerung erschossen werden dürfen«.
Mit der Kriegswende wurde auch das terroristische Methodeninventar erweitert. Neben Luftangriffen gegen »verdächtige« Ortschaften wurde die Beschießung der Dörfer mit weitreichender Artillerie befohlen. Bei Partisanenaktionen seien die »in der Nähe« liegenden Ortschaften durch zusammengefaßte Feuerschläge ohne Vorwarnung zu vernichten. Eine besonders brutale Neuerung war die Einführung fahrbarer Geisellager. Am 15. Juli 1943 wurde befohlen, bei jedem Transportzug einen verriegelten Güterwagen mit Geiseln mitzuführen. Bei einer Partisanenaktion, »ob sie gelingt oder nicht«, so der Chef des Generalstabs des OB Südost, seien die Geiseln durch Zündung vorsorglich angebrachter geballter Ladungen und durch das zusammengefaßte Feuer der Begleitkommandos »sofort« zu töten. Für Kreta wurde angeordnet, bei Kfz-Kolonnen »in größerer Zahl« junge Mädchen als Geiseln mitzuführen.
Die »Edelweiß-Division«
Die deutschen Behörden drängten die Italiener, in ihrer Zone mit den Griechen in gleicher Weise zu verfahren, was diese ablehnten. Die nach der Kriegswende in die italienische Zone einrückenden deutschen Divisionen erhielten die Anweisung, unter Umgehung der italienischen Behörden selbständig gegen die griechische Bevölkerung nach den deutschen Grundsatzbefehlen vorzugehen. Damit wurde vor der italienischen Kapitulation die bis dahin nur in den deutschen Zonen praktizierte Terrorpolitik auch auf die italienische Zone übertragen.
Für die Verlegung der 1. Gebirgsdivision, wegen ihres taktischen Zeichens auch »Edelweiß-Division« genannt, in das von den Italienern besetzte Gebiet Joannina erging am 7. Juli 1943 folgender Befehl: »Alle Ortschaften, die den Banden als Zuflucht dienen können, sind zu zerstören, die männliche Bevölkerung ist, soweit sie nicht wegen Verdachts der Teilnahme am Kampf oder Unterstützung der Banden erschossen wird, restlos zu erfassen und als Gefangene abzuschieben. Bei Sabotagefällen ... sind strengste Sühnemaßnahmen gegen die Bevölkerung zu treffen.« Der Erste Generalstabsoffizier (Ia), Thilo, dessen Aufgabe u.a. die Vorbereitung der Einsatzbefehle war, baute nach 1945 die »Gebirgstruppe« der Bundeswehr auf, führte jahrelang als Kommandeur die 1. Gebirgsdivision der Bundeswehr - ebenso »Edelweiß-Division« genannt - und schied nach Erreichung der Altersgrenze in allen Ehren und mit gut dotierter Pension als Generalmajor aus den westdeutschen Streitkräften aus. Die 1943 nach Griechenland versetzte »Edelweiß-Division« kam aus Jugoslawien, wo der Verband nach Divisionsberichten mehr als 10000 »Banditen«, sprich Tito- Partisanen und »Mitläufer«, vernichtet hatte. Im Juli 1943 brannten Einheiten der Division bei mehreren »Säuberungsunternehmen« im italienisch besetzten Gebiet Griechenlands mehrere Dörfer nieder und erschossen über 100 Zivilisten. Am 16. August 1943 vernichteten die Gebirgsjäger die im italienisch besetzten Epiros liegende Ortschaft Kommeno und metzelten 317 Bewohner jeden Alters und beiderlei Geschlechts auf unbeschreiblich grausame Weise nieder. In einer Ermittlungsakte des Bayerischen Landeskriminalamtes vom 16. April 1969 heißt es, daß sich unter den Opfern »schwangere Frauen befunden haben. Viele Frauen seien vor der Ermordung vergewaltigt worden, Leiber von Frauen aufgeschnitten und die Kinder in der Weise verbrannt, daß sie ihnen mit Benzin getränkte Watte in die Münder stopften und die Watte dann anzündeten. Auch seien Personen die Augen ausgestochen worden.« (Das Verfahren wurde eingestellt, da es sich nach Meinung des Landgerichts München I um normale Kriegshandlungen gehandelt habe). Die Italiener wurden über die Aktion in ihrer Zone nicht einmal informiert.
Nach dem Ausscheiden Italiens aus dem faschistischen Bündnis richtete sich der deutsche Terror auch gegen die in Griechenland stationierten Soldaten des ehemaligen Bundesgenossen. Wegen »Verrats an der Achse« wurden ab 8. September auf Rhodos und auf Ägäischen Inseln mehrere hundert italienische Offiziere erschossen. Die italienische Besatzung der Ionischen Insel Kephalonia widersetzte sich der Aufforderung zur Kapitulation. Deutsche Truppen stürmten die Insel. Aufgrund eines Sonderbefehls sollten keine Gefangenen gemacht werden. Hauptsächlich Einheiten der »Edelweiß-Division« erschossen den italienischen Divisionskommandeur und 4000 (!) Soldaten - nachdem diese sich ergeben hatten.
Nachdem Hunderte Dörfer zerstört und viele tausend Griechen ermordet waren, fürchtete der Kollaborationsministerpräsident Rallis, seinen ohnehin geringen Kredit bei den Griechen vollständig zu verlieren. In einem Schreiben an den deutschen Militärbefehlshaber wies er darauf hin, daß unter dem Vorwand, Sühne- und Vergeltungsmaßnahmen für Partisanenaktionen durchzuführen, »die Vernichtung Griechenlands« im Gange sei. Allein im Oktober 1943 habe man im Epiros, dem Operationsgebiet der 1. Gebirgsdivision, über 1000 Griechen umgebracht. Seit dem Einmarsch der Wehrmacht in das relativ kleine Gebiet im Juli 1943 seien mehr als 100 Dörfer zerstört worden.
Fehleinschätzung
Ende 1943 stellten die deutschen Militärs fest, daß ihre Erwartung, mit den Truppenverstärkungen und exzessiver Terrorpolitik die Partisanenbewegung vernichten zu können, auf einer eklatanten Fehleinschätzung beruhte. EAM und ELAS hatten inzwischen ein großes politisches und militärisches Gewicht gewonnen. Im September 1943 stellte der Militärbefehlshaber fest, daß »Griechenland nur zu einem kleinen Teil wirklich in deutscher Hand« ist. Hinzu kam, daß in den deutschen Vorstellungen die alliierte Landung immer wahrscheinlicher wurde, weitere Truppenverstärkungen aber wegen der Gesamtkriegslage unmöglich waren. Hermann Neubacher, »Sonderbevollmächtigter des Auswärtigen Amtes für den Südosten«, kam zu dem Schluß, die Wehrmacht sei nicht in der Lage, die ihr gestellte doppelte Aufgabe zu lösen: Die Invasion zu verhindern und zuvor, gewissermaßen als Voraussetzung einer Invasionsabwehr, die Partisanen zu vernichten.
In einem erneuten Schwenk ihrer Okkupationspolitik versuchten die Deutschen nunmehr, das für sie immer ungünstigere Kräfteverhältnis mit politischen und propagandistischen Mitteln, insbesondere mit »zielgenauerem« Antikommunismus auszugleichen. Im Zentrum stand jetzt die Kollaboration. Vor allem im bewaffneten Bereich versuchten sie, die Kollaboration erheblich auszuweiten und einen Bürgerkrieg zu entfachen. In einem regelrechten Vernichtungskrieg sollten die Träger und Sympathisanten des Widerstands ausgerottet und dabei unter deutscher Leitung künftig immer mehr Griechen von Griechen umgebracht werden. Ab Herbst 1943 gingen Neubacher und die Militärs daran, dieses Konzept zügig umzusetzen. Dabei kam es 1944 zu einer nochmaligen Steigerung der Opfer unter der Zivilbevölkerung.
Edelweiss Division

Gast


26.9.03 16:57:24
Direktverweis
Hallo Waldi,
ich finde es einfach zum kotzen, dass immer nur über die deutschen Kriegsverbrechen berichtet wird. Warum eigentlich ??? Was ist mit dem Massenmörder "Bomber Harris" der bekommt noch ein Denkmal gesetzt. Das ist für mich unglaublich ! Aber auch die Amis und Russen haben im großen Stil Kriegsverbrechen verübt. Da redet keiner drüber. Oder wie siehst Du die Sache.
Gruß

waldi44


26.9.03 18:05:25
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Ich finde es zum Kotzen, wenn ein Gast ins Forum kommt und zum 100.000 mal dasselbe fragt bzw sagt,was in unzähligen anderen Threads bereits bis zum Erbrechen durchgekaut wurde!
Nimm es bitte nicht persönlich, aber wenn man sich etwas mit den bereits vorhandenen Threads beschäftigt hätte, hätte man seine Antwort schnell gefunden und vor allem die Threads, die sich auch mit den Kriegsverbrechen der "Anderen" beschäftigen.
Da Du gerade diesen Thread rausgesucht hast, wirst Du wohl eher auf der Suche gewesen sein- wonach?
Kephallonia ist übrigens ein in der deutschen Öffentlichkeit kaum bekanntes Ereigniss und ich finde gerade dieses Ereignis als besonders schändlich und erschütternd- wie es damals war und später gehandhabt wurde, nämlich garnicht- verschwiegen, vertuscht, auch von italienischer Seite, weil man "Ruhe" haben wollte!
Von deutscher Seite vorallem, weil es nicht von "SS- Einheiten" verübt wurde, sondern von der ach so sauberen Wehrmacht.... und, weil man sich vielleicht ja auch schämte!
Übrigens: Weil die "Anderen" Kriegsverbrechen begangen haben, werden die eigenen Verbrechen nicht ungeschehen gemacht!!

Gast


26.9.03 18:27:19
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Hallo,
also ich kenne dieses Forum erst seid gestern, und versuche mich hier durch zu lesen. Wenn dieser Thread schon 100 000 x durchgekaut wurde, dann frage ich mich warum machst Du !!! einen neuen Thread auf mit dem gleichen Thema auf ??? Also an die eigene Nase packen !!
Dann der Satz : Von deutscher Seite vorallem, weil es nicht von "SS- Einheiten" verübt wurde, sondern von der ach so sauberen Wehrmacht.... und, weil man sich vielleicht ja auch schämte!
Du ziehst hier den deutschen Soldat in den Schmutz – Warum ? Für mich waren es Helden.
Dann der Satz : Übrigens: Weil die "Anderen" Kriegsverbrechen begangen haben, werden die eigenen Verbrechen nicht ungeschehen gemacht!!
Hier gebe ich dir vollkommen Recht. Aber warum traut sich niemand ( von den deutschen ) die anderen einmal anzuprangern. Richtig der deutsche ist ein Nazi und hat ruhig zu sein. Das machen auch die meisten – armes Volk !!
Um eins klar zu stellen ich habe nichts mit diesen Schwachköpfen von Neonazis zu tun, die gehören eingesperrt und nicht mehr rausgelassen. Aber ich werde auch nicht geduckt durch die Welt laufen.

waldi44


26.9.03 18:42:47
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Ich habe diesen Thread nur ergänzt. Eröffnet habe ich ihn, wegen der relativen Unbekanntheit dieses Vorganges und weil gerade im Fernsehen eine Doku darüber lief!
Wer sagt denn, dass sich niemand mit den Verbrechen der "anderen" beschäftigt? Kennst Du den Andt- Buchdienst? Sicher! Wenn nicht, dann jetzt. Da gibt es solche Titel wie:
"Verschwiegene Schuld", "Patrioten oder Verbrecher", "Tage des Hasses- Bromberger Blutsonntag" und und und...
Selbst Heß und Degrell haben ihre Werke auf den Markt gebracht und die Geschehnisse von damals aus ihrer Sicht geschildert und einen Irving kennst Du sicher auch!
Also soll doch niemand behaupten, in der Bundesrepublick könne man sich nicht frei informieren!!
Auch in diesem Forum herrscht weitestgehend Rede- und Meinungsfreiheit, die erst dort endet, wo Rechte dritter tangiert, offensicht Lügen verbreitet werden oder zu missionieren versucht wird bzw gegen einschlägige Artikel des Grundgesetzen verstossen wird!
Auch zum Thema:"Für mich waren sie Helden" gibt es ettliche Beiträge! Nicht nur Neonazis beschäftigen sich mit dem 3. Reich und dem 2. Weltkrieg oder sind eben dieser oder jener Meinung. Jeden diesbezüglich Andersdenkenden in die Neonaziecke zu stellen wäre viel zu kurz gegriffen und das Ziel verfehlen"
[ Editiert von Administrator waldi44 am 26.09.2003 18:45 ]

Gast


26.9.03 19:03:56
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Es ist richtig das es Bücher darüber gibt, aber es wird nicht öffentlich ( TV oder Zeitung ) darüber gesprochen das ist es was mich stört. Leider ist es aber heute so dass wenn Du dich mit dieser Zeit beschäftigst schnell in eine Richtung geschoben wirst. Jedem militaria Sammler wird das Leben hier in Deutschland schwer gemacht. Ich darf zwar fast alles besitzen Orden Blankwaffen usw. aber es im Prinzip nicht meinem Nachbar zeigen. Auch was viele nicht wissen, darf ich das Buch „Mein Kampf“ besitzen und sogar weiterverkaufen.
Es war hier nicht meine Absicht irgendeinem auf den Schlips zu treten, wie gesagt ich kenne das Forum erst seid gestern und hatte die weiteren Threads über das Thema nicht gesehen. Werde mich in Zukunft bessern !!
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