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Novemberrevolution

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AutorBeitrag

katti_18


25.11.2006 15:09:46
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hallo ich bräuchte dringend eure Hilfe, bitte bitte 

also ich muss für unseren geschichtsnterricht herrausfinde "warum in der Novemberrevolution kein sozialistisches Deutschland entstand (5 Aspekte) ??"
Also bitte helft mir weil ich nirgends etwas gefunden habe.
Bitte bräuchte schnell und dringend Eure Hilfe.

Katti

Balsi


25.11.2006 15:19:41
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also zum ersten muss ich mal sagen, das die 1918 bestimmt kein "Sozialistisches" Deutschland haben wollten.. eher ein kommunistisches (KPD)
Ist zumindest wichtig zu schauen wer denn Träger der kommunistischen Idee war, auch wichtig ist es das viele kaisertreue Beamte nach wie vor in hohen Positionen sassen.

Schau auch mal bei mir hier rein: http://www.balsi.de/Weimar/Entstehung/Novemberrevolution.htm

waldi44


25.11.2006 18:20:12
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Die Frage ist wirklich irgendwie falsch gestellt, denn wie Balsi schon richtig bemerkte, ging es um ein kommunistischen Deutschland, denn im Grunde entstand ja ein sozialistischen Deutschland. Schliesslich hatten die Linksparteien die Regierungsgewalt inne, SPD vorran. Aber schon damals waren sich SPD und KPD bzw. Spartakusbund nicht grün, so dass die SPD Regierung sich mit den bürgerlichen Kräften in Deutschland verband und die kommunistischen Erhebungen in ganz Deutschland auch blutig niederschlug.
Die Linken waren also bis auf's Blut zerstritten, während die konservativen Kräfte (Bürgerliche und Monarchisten) sich zumindest im Kampf gegen die Kommunisten einig waren. Auch war der Rückhalt in der Bevölkerung nicht allzu gross, so dass es zu keiner erhofften landesweiten Erhebung kam, sondern jede für sich eher isoliert und zeitlich unabgestimmt erfolgte.

katti_18


25.11.2006 20:19:46
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danke euch beiden aber so wie ich die frage gestellt habe, wurde sie uns gestellt. Unser Lehrer hat dazu noch noch gesagt war nach der Revolution kein Sozialismus sich entwickelte. Vllt. könnt ihr mir so noch ein bissl helfen.

Danke Katti

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27.11.2006 09:10:49
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das ist die Interpretation des Sozialismuses !
Die Kommunisten (Spartakusbund/KPD) sahen den Sozialismus als Vorstufe zum kommenden Kommunismus.
Die SPD sah den Sozialismus als sozialer Umsetzung sozialdemokratischer Forderungen.
Der Unterschied? Die Kommunisten wollten Sozialismus mit der Regierungsform der Diktatur und die SPD, USPD wollten den Sozialismus mit Demokratie!
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waldi44_1/4


27.11.2006 16:22:35
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Und die Demokratie kam nicht zum Zuge, da sie von allen bekämpft wurde. Von den Bürgerlichen, den Nationalisten, später den Nationalsozialisten, den Monarchisten, den Kommunisten.

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27.11.2006 17:03:11
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Na ja, 14 Jahre waren doch schon mal was, somit ist die Demokratie zum Zuge gekommen.
Nehmen wir Frankreich als Beispiel, hatte die Revolution und die Republik das erste Mal knapp 1/4 dieser Zeit gehalten bis Napoleon mit einer Art Ermächtigungsgesetz die damalige Demokratie auflöste......
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steffen04


28.11.2006 17:24:09
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logo schrieb:
Na ja, 14 Jahre waren doch schon mal was, somit ist die Demokratie zum Zuge gekommen.
Nehmen wir Frankreich als Beispiel, hatte die Revolution und die Republik das erste Mal knapp 1/4 dieser Zeit gehalten bis Napoleon mit einer Art Ermächtigungsgesetz die damalige Demokratie auflöste......
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1789 bis 1799 sind bei mir 10 Jahre und damit genau 10/14 dieser Zeit. Wenn wir schon Frankreich als Beispiel nehmen.

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29.11.2006 14:23:29
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Vielleicht hätte die Betonung mehr auf Demokratie (über die wir ja sprachen) als auf Republik stehen sollen.
Für demokratiebewußte Franzosen fing die eigentliche Demokratie mit der neuen (und damit erste demokratische) Verfassung und deren Verkündigung am 2.8.1795 statt die von Napoleon am 09.11.1799 in Teiklen außer kraft gesetzt wurde.
Vor 1795 durfte das Volk zwar über mehrere Verfassungen und deren Änderungen abstimmen, aber dies unter Terrorgestzgebungen und damit bei weitem nicht als demokratisch zu bewerten . Die erste Republik ist am 22.09.1792 ausgerufen worden.
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Balsi


29.11.2006 14:37:32
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lasst uns doch mal zum eigentlichen Thema zurückkommen.. ist ja ansich ne interessante Frage...

die kommunistischen Kreise handelten ja nach Vorbild der Oktoberrevolution in Russland, das die einflussreichen dt. Kreise etwas dagegen hatten liegt ja auf der Hand.. dennoch gab es ja Räterepubliken, die aber ja danna uch scheiterten teilweise auch mit Einsatz der Reichswehr bzw. Freikorps

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29.11.2006 16:17:41
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Da hatten nicht nur einflußreiche Kreise etwas dagegen, sondern auch der weitaus überwiegende Teil der Bevölkerung! Denn denen ging es gut zur Kaiserzeit, die Zeit war ja der Maßstab der Bevölkerung. Das so genannte ausgebeutete Proletariat war sehr differenziert zu sehen. Da war eine gut ausgebildete Arbeiterschaft die man heute zum Mittelstand rechnen würde, da waren gute Handwerker die Mangelware waren und natürlich waren da auch die Hilfsarbeiter, die manchmal nicht wußten was es morgen zu Essen gab.
Die letztere Gruppe waren die Ansprechpartner der Kommunisten und die war zu klein für eine Revolution, sie bekamen noch nicht einmal koordinierte Aktionen wie große Streiks oder flächendeckende Aufstände hin.
Es war im klassischen Sinne eben kein Feudalstaat der wegrevolutioniert werden sollte, sondern eigentlich ein Wohlfahrtsstaat, wer steht gegen diesen auf?
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waldi44


29.11.2006 22:40:33
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Schlussendlich muss man aber sagen, dass die Demokratie eigentlich nie eine echte Chance und alles lief auf den grossen Machtkampf anfang der 30er Jahre hinaus und da standen eben "millionen hinter Hitler". Hinter den Kommunisten eher nur Moskau, obwohl man sich nicht täuschen sollte, aber Hitlers "Millionen" wogen am Schluss mehr und er konnte einen noch nie dagewesenen Wahlkampf führen, der alles bisherige in den Schatten stellte.
Er benutzte die neuen Medien, die neuen Verkehrsmittel, die es ihm ermöglichten am Tag in mehreren Städten präsent zu sein und er versprach allen alles, ohne danach zu fragen wie das zu bewerkstelligen sein und er hatte auch Schuldige für die Kriegsniederlage, für die Weltwirtschaftskrise, den Schwarzen Freitag... Juden und Bolschewisten!

SIEGMAR


23.12.2006 12:33:16
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Wir wollen aber nicht vergessen, das sich die Partei eben

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter Partei nannte.
Und eben nicht nationalextremistische Monarchistenpartei.


Die große Tragödie nach 1914 in DEUTSCHLAND war eben, daß der sozialismus spätestens seit 1933 in weiten Teilen des Volkes tief verwurzelt war. Da kann man ihn eben verharmlosend als Wohlfahrtsstaat bezeichnen. Das ist sogar nicht ganz falsch. Denn schon Adolf Hitler hat eben vor allem einen solchen Wohlfahrtsstaat geschaffen. Und nach 1945 war es kaum möglich davon abzukommen.


Nur ist das Enstadium solche einer Entwicklung eben der Sozialismus (wenn man nicht gegensteuert). Und genau darauf steuern wir ja immer noch zu, oder sind bereits da.


waldi44


23.12.2006 17:44:09
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Das "Endstadium" den Sozialismus ist der Kommunismus. Der Sozialismus ist nur eine Vorstufe. Nicht zu verwechseln mit Sozialdemokratie. Das sind zwei paar Stiefel!

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24.12.2006 13:30:03
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Korrekt @waldi!
Muß Dich aber bei den "Millionen für Hitler" korrigieren. Dieser Mythos ist , unterstützt durch die John Heartfield Fotomontage, in den Köpfen der Menschen hineingekommen auch über die im Osten suggerierten Großminopoele die über den Krieg die Welt neu aufteilen wollten.
Richtig ist das die Harzburger Front mit bedeutenden Mitteln auch aus dem Großkapital unterstützt wurden, wobei aber nur ein kleiner Teil bei der NSDAP landete. Der springende Punkt aber war, und da hast Du recht @waldi, der effektive Einsatz dieser Mittel !
Im Übrigen heulte Goebbels im "Angriff" von 1932 das seine Wahlkampfgelder  um 1/3 weniger waren in Berlin als beim letzten Wahlkampf. Nachweislich ist den Kommunisten auch Geld zugeflossen (so dumm es sich anhört und natürlich nicht allzu viel) über die Quellen der Roten Hilfe , frei nach dem Prinzip teile und herrsche, um gar keine Partei die absulute Mehrheit erringen zu lassen.
Nur der eingefleischteste Kommunist von damals glaubte die Geschichten vom arbeitslosen Kommunisten der von den letzten fünfziger für Brot noch einen Groschen für den Wahlkampf der Kommunisten abzweigte.
Genau die gleiche Mär übrigens, wo man sagte Herr Hitler logiere im feinen Hotel Fürstenhof.
Das stimmte, was aber keiner erzählte war das nach einer Reichsttagsbestimmung sich die Kandidaten innerhalb des Bannkreis am Ende der Wahlen zu halten hatten. Herr Thälmann stieg im nicht minderen luxiorösen Hotel Unter den Linden ab .
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Jan-Hendrik


11.6.2008 11:11:22
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Unser Lehrer hat dazu noch noch gesagt war nach der Revolution kein Sozialismus sich entwickelte.

Weil auch Ebert eine eher bürgerliche Regierung auf den Weg brachte....und die Radikallinken zu zerspilittert, zu Moskauhörig....zu unfähig waren 

Jan-Hendrik

Niwre


11.6.2008 11:18:07
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Guck mal aufs Datum. Der Anfragesteller hat bald seinen Gesellenbrief.

Jan-Hendrik


11.6.2008 11:25:58
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Macht doch nix...Threads sind doch nicht nur für die Ersteller da 

Jan-Hendrik
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