Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 24.10.2005 bis zum 19.04.2010. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Art. 48 und die Präsidialkabinette in der Weimarer Republik

zurück zur Forenübersicht
AutorBeitrag

th3godofwar


1.12.2007 19:34:31
Direktverweis
Also ich habe ein riesiges Problem. Ich kann nichts was mit diesem Art. 48 verbunden ist verstehen.
Kann jemand mir erklären welche Kabinette Hindenburg aufgelöst hat und warum? Und etwas über Brüning, von Papen und Schleicher erzählen. Ich werde darüber geprüft aber verstehe gar nichts Sad.
Ich werde ihnen sehr dankbar sein, wenn sie mir helfen.

waldi44


2.12.2007 12:51:15
Direktverweis
Die Weimarer Verfassung
Verfassungsbestimmungen im Text

Art. 48

(1) Wenn ein Land die ihm nach der Reichsverfassung oder den Reichsgesetzen obliegenden Pflichten nicht erfüllt, kann der Reichspräsident es dazu mit Hilfe der bewaffneten Macht anhalten.

(2) Der Reichspräsident kann, wenn im Deutschen Reiche die öffentliche Sicherheit und Ordnung erheblich gestört oder gefährdet wird, die zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung nötigen Maßnahmen treffen, erforderlichenfalls mit Hilfe der bewaffneten Macht einschreiten. Zu diesem Zweck darf er vorübergehend die in den Artikeln 114, 115, 117, 118, 123, 124 und 153 festgesetzten Grundrechte ganz oder zum Teil außer Kraft setzen.

(3) Von allen gemäß Abs. 1 oder Abs. 2 dieses Artikels getroffenen Maßnahmen hat der Reichspräsident unverzüglich dem Reichstag Kenntnis zu geben. Die Maßnahmen sind auf Verlangen des Reichstags außer Kraft zu setzen.

(4) ...

(5) Das Nähere bestimmt ein Reichsgesetz.

Art. 25

Der Reichspräsident kann den Reichstag auflösen, jedoch nur einmal aus dem gleichen Anlaß. Die Neuwahl findet spätestens am sechzigsten Tage nch der Auflösung statt.

Art. 50

Alle Anordnungen und Verfügungen des Reichspräsidenten, auch solche auf dem Gebiete der Wehrmacht, bedürfen zu ihrer Gültigkeit der Gegenzeichnung durch den Reichskanzler oder den zu-ständigen Reichsminister. Durch die Ge-genzeichnung wird die Verantwortung übernommen.

Art. 53

Der Reichskanzler und auf seinen Vorschlag die Reichsminister werden vom Reichspräsidenten ernannt und entlassen.

Haffners Charakterisierung der Zeit als „wilder politischer Husarenritt“ ist, meine ich, recht treffend. Die Ereignisse überstürzen sich nämlich nur so in dieser Zeit. Bereits für die Brüning-Zeit meint Haffner, daß die Mittelspunktsfigur seit der Septemberwahl 1930 nicht mehr Brüning, sondern Hitler gewesen sei. Er schreibt: „Die Frage heiß nicht mehr: Wird Brüning bleiben?, sondern: Wird Hitler kommen?“ Für die Zeit Brünings erscheint das vielleicht etwas überspitzt formuliert, aber für die Zeit der Kabinette von Papen und von Schleicher drängt sich diese Frage wirklich auf, erst Recht aus der Retrospektive betrachtet.

http://www.phoenix-witra.de/detail.cfm?ID=531

http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/verfassung/kabinette/
http://www.lsg.musin.de/Geschichte/Geschichte/9-wr/weimarer_republik_projekt/schleichers_regierung.htm

zurück zur Forenübersicht