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Hätte Reichskanzler K.Schleicher Hitler verhindern können?

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The Real Blaze


29.1.2006 15:18:35
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29.1.1933 In Berlin lehnt der am Vortag von seinem Posten als Reichskanzler und Wehrminister zurückgetretene Kurt von Schleicher vor hohen Reichswehr-Offizieren einen Militärputsch ab.



In seiner Eigenschaft als Reichskanzler und Wehrminister hatte wohl Kurt von Schleicher es kurz vor "Zwölf" es in der Hand mit einem Militärputsch Hitler zu verhindern.  Hätte  die Reichswehr da mitgezogen, wenn er dem zugestimmt hätte?

Andi


29.1.2006 16:12:27
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Da befinden wir uns jetzt im Reich der Spekulationen. Feststeht, dass die Konservativen mit ihrer geplanten "Einrahmungspolitik" gescheitert sind. Ich denke, dass ein Militärputsch eine offene Auseinandersetzung zwischen den Lagern SA/NSDAP auf der einen Seite und der Reichswehr auf der anderen Seite nach sich gezogen hätte, was eventuell in einen Bürgerkrieg hätte enden können. Dies wäre VIELLEICHT ein Vorteil für die Kommunisten gewesen, die die Uneinigkeit hätte ausnutzen können und so eine Vorteil aus der Situation hätte ziehen können.

The Real Blaze


29.1.2006 19:38:41
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Fakt ist aber auch, daß wenn Schleicher ja gesagt hätte er Hitler verhindert hätte. Die Reichswehr war immer noch ein stärkerer Machtfaktor, als die zuletzt schwächelnde NSDAP. Aber was auch nicht vergessen darf. Kurt von Schleicher war mit Forderungen an Hindenburg herangetreten, die den Machterweiterungen des späteren Ermächtigungsgesetzes unter Hitler ähnelten. Schleicher war also auch ein machtpolitischer Mensch, wußte welche Fäden er ziehen mußte. Warum er aber dann, nachdem seine Forderungen von Hindenburg nicht erfüllt wurden, den Putsch nicht wagte, ist dann unverständlich.  Schließlich scheiterte er vorher an SPD und NSDAP ein Regierungsbündnis zu schaffen.  Eigentlich müßte man nur wissen, ob Schleicher in der Reichswehr den nötigen Rückhalt gehabt hätte, dann wäre die Frage wohl geklärt.

oklaf


31.1.2006 21:00:08
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The Real Blaze schrieb:
Fakt ist aber auch, daß wenn Schleicher ja gesagt hätte er Hitler verhindert hätte. Die Reichswehr war immer noch ein stärkerer Machtfaktor, als die zuletzt schwächelnde NSDAP. Aber was auch nicht vergessen darf. Kurt von Schleicher war mit Forderungen an Hindenburg herangetreten, die den Machterweiterungen des späteren Ermächtigungsgesetzes unter Hitler ähnelten. Schleicher war also auch ein machtpolitischer Mensch, wußte welche Fäden er ziehen mußte. Warum er aber dann, nachdem seine Forderungen von Hindenburg nicht erfüllt wurden, den Putsch nicht wagte, ist dann unverständlich.  Schließlich scheiterte er vorher an SPD und NSDAP ein Regierungsbündnis zu schaffen.  Eigentlich müßte man nur wissen, ob Schleicher in der Reichswehr den nötigen Rückhalt gehabt hätte, dann wäre die Frage wohl geklärt.

Ach...das ist also Fakt??? Ich empfehle Dir mal das Buch von Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen. Band I. Gibts bereits für schlappe 4 Euro bei der Bundeszentrale für politische Bildung! Da mal das Kapitel über die Weimarer Republik durchlesen dann lichten sich die Nebel zu dieser Zeit!

Gelimer


28.1.2007 12:18:47
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Zu Kurt von Schleicher vielleicht noch ein etwas neuerer Literaturhinweis:

Irene Strenge
Kurt von Schleicher
Politik im Reichswehrministerium am Ende der Weimarer Republik.
(=Zeitgeschichtliche Forschungen, 29)
Duncker & Humblot, Berlin 2006. 242 S.
ISBN 3-428-12112-0

SIEGMAR


16.3.2007 15:24:04
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Die Reichswehr wäre nie und nimmer stärker gewesen als die Kampfbünde der Parteien zusammen.

Denn natürlich wäre es vielleichtzuerst nur zur Konfrontation zwischen Reichswehr und SA gekommen. Nur was dann?
Ich glaube nicht, das die anderen Kampfverbände so einfach die Waffen niedergelegt hätten. Und einen Bürgerkrieg mit einem 100000 Mann Heer zu führen???



Da empfehle ich mal das Spiel Alarmstufe Rot.
Ohne Hitler wäre Stalin der Herr Europas gewesen.


Denn einem eher faschistischem Deutschland  unter der Herrschaft des noch eher Kaiserlichen Heeres mit der ständigen Option der Wiederkehr der Hohenzollern hätten die insulanten und auch andere Machtgruppen ebenfalls nicht gerade erfreut zugesehen.
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