Dieses Archiv enthält einen Auszug des Forums für deutsche Geschichte vom 24.10.2005 bis zum 19.04.2010. Wenn Sie mitdiskutieren möchten, besuchen Sie unser Forum unter forum.balsi.de.

Sind die "Extremen" wirklich schuld an Hitlers Machtergreifung?

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AutorBeitrag

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22.2.2006 17:05:52
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Allgemein wird behauptet und gelehrt das die extreme Rechte (NSDAP) und extreme Linke (KPD) Hauptschuldige an die letztendliche Machtübernahme der Nazis waren und die Demokratie zerstörten!
War es aber wirklich so?
Wir schreiben das Jahr 1930, die SPD stellte den Kanzler Hermann Müllerund eine Koalition von SPD,DVP, Zentrum und BVP. Man zählte knapp 3. Mill Arbeitslose die man aus den Kassen nicht bezahlen konnte. Die Regierung handelte ein Kompromiß (3% Erhöhung der Arbeitslosenversicherung +Steueranteil) aus, der von allen Koalitionären außer der SPD Fraktion getragen wurde. Die verweigerte dem Kanzler die Zustimmung.
Der trat dann zurück!
In den folgenden Wochen und Monaten verweigerte die SPD die Regierungsverantwortung, so daß Hindenburg laufend Präsidialkabinette berufen mußte.
Der Weg für die Exteremisten war frei, sie bekamen Zulauf in Millionenhöhe an Wählern, die die demokrat. Parteien die Lösung der Probleme nicht mehr zutraute.
Von dieser Seite her betrachtet, hatte die SPD und ihre Funktionäre einen nicht geringen Anteil an den Niedergang der Weimarer Republik.
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Balsi


22.2.2006 21:50:28
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also ich denke .. zunächst mal war die NSDAp ja ganz eindeutig die Hauptschuldige daran.. das sie die Macht erhielt.. denn ohne sie wäre die NSDAP ja nicht zur Macht gekommen.. die NSDAP wollte ja immer die Macht haben und soweit ich mich erinnern konnte... entstand der Zuzug der Wähler zu den Radikalen ganz klar aufgrund der Unfähigkeit der Regierungen in der WR. Denn einfach so erhielten die ja keine Stimmen

Wilden


22.2.2006 21:56:02
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Zudem erwiesen sich die Deutsch-Nationalen als Steigbügelhalter. 

waldi44


22.2.2006 23:37:01
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Ich würde sagen. "die Umstände" waren es und dann kann man mal aufzählen welche? Arbeitslosigkeit, Politverdrossenheit, Uneinigkeit der demokratischen Parteien, Versailles......

Richtschuetze


23.2.2006 06:30:07
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Arbeitslosigkeit, Politverdrossenheit, Uneinigkeit der demokratischen Parteien, Versailles......

ich denke auch das waren die wichtigsten Gründen!hätte es vielleicht einen Waffenstillstand 1916/17 mit gerechtem Ende des Krieges für all(da auch alle Schuld waren)hätte es keine NSDAP gegeben!

Gruss

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23.2.2006 16:05:56
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Ist ja alles richtig, aber die vorherrschende Meinung wollte ich hier diskutieren!
Nach meinen Erkenntnissen trägt die SPD hier eine Mitschuld, wenn sie Regierungsfähigkeit gezeigt hätte, wäre es dann soweit gekommen?
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SIEGMAR


10.11.2006 17:01:58
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Die Schuld der spd dürfte noch größer sein. Denn die auch damals schon grassierende Parteibuchwirtschaft hat den Menschen nicht wirklich gefallen.



Und was die Steigbügel angeht.
Es gab 1933 eigentlich nur 3 Möglichkeiten.

Eine faschistische Regierung unter Mithilfe der Reichswehr und der wiederbelebten (wenn das möglich gewesen wäre ) Freikorps.
Eine Regierung mit der kpd und deren Genickschußideologie von der die vielen russischen Immigranten einiges hätten erzählen können.
Oder eben eine Regierung mit der NSDAP.

Natürlich wäre ein faschistisches Regime ein Segen im Vergleich zu den anderen gewesen (vgl. Spanien vor und nach Franco). Aber auch dann wäre es zum Konflikt mit Rußland, den Tschechen und Polen gekommen.
Und ob die Faschisten ohne den Kaiser stark genug gewesen wären gegenüber den Millionen Parteisoldaten?


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steffen04


11.11.2006 13:51:23
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SIEGMAR schrieb:
 
Die Schuld der spd dürfte noch größer sein. Denn die auch damals schon grassierende Parteibuchwirtschaft hat den Menschen nicht wirklich gefallen.

"Die Menschen" haben die grassierende Parteibuchwirtschaft doch geliebt und fleissig Parteibuch-Parteien gewählt: SPD, KPD, NSDAP. Oder seh ich da was falsch??



Natürlich wäre ein faschistisches Regime ein Segen im Vergleich zu den anderen gewesen (vgl. Spanien vor und nach Franco). Aber auch dann wäre es zum Konflikt mit Rußland, den Tschechen und Polen gekommen.
Und ob die Faschisten ohne den Kaiser stark genug gewesen wären gegenüber den Millionen Parteisoldaten?

Erstens besassen meines Wissens die Faschisten in Italien, Spanien etc. auch ein Parteibuch
Zweitens gab es im Deutschland der 20er/30er keine Faschisten
Drittens gab es für die Reichswehr (Eine faschistische Regierung unter Mithilfe der Reichswehr) keinen Grund, eine solche nicht existierende Gruppe zu unterstützen
Viertens waren die "bewaffneten Auseinandersetzungen" mit Rußland, den Tschechen und Polen keine "Konflikte", sondern koloniale Eroberungsfeldzüge entsprechend der NS-Ideologie
Fünftens ist es mir jetzt vollkommen neu, daß sich Kaiser mit Faschisten abgeben sollten, wollten oder könnten. Das ist dann doch wirklich ein bischen unter Stand.
Sechstens erscheint es sonderbar, das Franco-Regime als einen Segen zu bezeichnen und (vgl. Spanien vor und nach Franco) zu behaupten, daß es Spanien jetzt schlechter geht. Die volkswirtschaftlichen Daten sind jedem zugänglich, die Öffnung und Liberalisierung des Landes sind zumindest jedem Spanienreisenden offensichtlich.

Siebtens scheinst du mir die Möglichkeit einer demokratischen Regierung allzu schnell verworfen zu haben.

Also was hat dich zu deinem obigem Beitrag getrieben???

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13.11.2006 08:44:01
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Ja Siegmar, siehst Du ! Mit Parteibuchwirtschaft ist die heute noch nachzuvollziehende Vetternwirtschaft zu bezeichnen. Die SPD war da ein Hauptprotagonist , aber auch die Deutschnationalen , Zentrum ertc.,pp. Die KPD saß nie in einer Regierung und die NSDAP wies nach, das sie Kompetenz über das Parteibuch legte, nämlich in Thüringen !
Das später nach Machtübernahme eine ausgemachte Parteibuchideologie an den Tag gelegt wurde ist die andere Sache. In der Weimarer Republik allerdings war die NSDAP eben eine "andere" Partei wie die Anderen und ist auch deshalb die stärkste Partei geworden.
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steffen04


13.11.2006 14:13:59
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Die NSDAP hat ganz offen damit geworben, nach der nationalen Revolution/Machtergreifung... was auch immer, ihre Getreuen in Lohn und Brot zu bringen. Ob in der Wehrmacht, in der Verwaltung oder auch in der befreundeten Industrie. Und das war auch der Hauptgrund für die damaligen HartzIVler, sich bei der SA die Fresse blutig schlagen zu lassen. Und für die sanfteren Gemüter, im März 33 massenweise der Partei beizutreten.

Das die NSDAP die etwas andere Partei war, will ich schwer hoffen.

waldi44


1.1.2007 13:49:35
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Ein etwas älterer Beitrag, aber deswegen werden die meisten ja auch nicht geschlossen !

Man sollte in diesem Zusammenhang auch nicht vergessen, dass Hitler ja nicht durch Wahlen an die Macht gekommen ist. Im Gegenteil: er verlohr sogar Stimmen. Hitler "Machtergreifung" war nichts anderes als ein fataler Irrtum der bürgerlichen und dabei hatte Hitler ihnen deutlich gesagt, was er mit ihnen machen wollte, nämlich die dreissig Parteien aus dem Lande fegen oder so ähnlich!
Übrigens sind Faschismus und Nationalsozialismus zwei paar Stiefel, wie man an Italien und Spanien sieht aber in Deutschland kam zum "gewöhnlichen" Faschismus eben noch der Nationalsozialismus hinzu mit seiner Rassenidiologie, was erst Auschwitz ermöglichte....

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2.1.2007 16:31:21
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Mensch @waldi, das ist doch Kinderkacke  , natürlich war es eine Koalitionsregierung und es ist auch heute manchmal so, das die Stärkste Partei nicht die Regierung stellt, wenn sich andere Koalitionen bilden können!
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waldi44


3.1.2007 15:06:17
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Richtig, aber Hitler bauchte diese Regierungsmehrheit ja gar nicht um an die Macht zu kommen und an welche Koalition dachtest du denn bei dem Wahlergebnis von 1933? SPD, KPD und Zentrum oder SPD, Zentrum und den ganzen "Kleinkram" und wie soll man das mit der "Kinderkacke" verstehen ?

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3.1.2007 15:27:11
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mit "Kinderkacke" meine ich eigentlich , das sich heute alle schlauer dünken als sich damals Politiker und Volk entschieden haben ! Dabei wissen sie heute noch nicht einmal ansatzweise wie die nächsten Bundestagswahlen in drei Jahren ausgehen. Aber damals sollten alle wissen was kommen würde, hätten alle "Mein Kampf" lesen sollen, wenn ich das höre geht mir die Hutschnur hoch ! 96% aller heutigen Wähler können nicht ansatzweise 10% der Programme der etablierten Parteien wiedergeben und die restlichen 4% sollen nach infas nur Bruchstückhaft mit diesen vertraut sein.
Ich gehe von dem Wahlergebnis 1932 aus.
Um an der Macht teilzuhaben, mußte er Koalitionen eingehen.
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waldi44


3.1.2007 21:16:04
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Nunja, etwas deutlicher wäre mitunter sehr hilfreich und könnte manches Missverständnis vermeiden ! Ich hab neulich mal einen Asbachuraltartikel aus einer alten Zeitung ins Forum gestellt, wo jemand genau das meinte. Dass zB. die Deutschen 1933 schlauer sein sollten als alle anderen Politiker der damaligen Welt! Ähnliches, da geb ich dir Recht, wird heute immer noch verlangt und viele waren es angeblich auch, so wie viele Deutsche damals schon immer dagegen waren, einen Juden oder zumindest Kommunisten versteckt hatten und eben HEUTE stolz darauf waren.
NACH dem Krieg gab es auch in Deutschland so viele Gegner und Widerständler, dass man sich fragt, wie die Nazis überhaupt an die Macht kommen und diese dann so lange ausüben konnten!
Das konnten eben die wenigsten DAMALS wirklich erahnen(wer hat schon "Mein Kampf"- einer der ungelesensten Bestseller- gelesen und verstanden bzw. Ernst genommen?) was da auf sie, die Deutschen, zukam und die meisten der wenigen verliessen, früher oder später, das Land. Darum sagte ich ja auch, dass die Machtergreifung schlichtweg ein Irrtum des bürgerlich koservativen Lagers war. Ansonsten trugen natürlich auch die Linkspartien durch völlige Verkennung der Situation mit zu dem bei, was dann geschah. Politisch "Unschuldige" sehe ich nicht!

SIEGMAR


17.3.2007 12:45:55
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Ich erspare mir hier mal die Mühe den Faschismus zu erklären.

Aber im Prinzip benötigt der Faschismus bestimmte Strukturen und da waren eben die katholische Kirche und der Adel (in Chile reichte auch der Geldadel) hilfreich. Eine der Tragödien Afrikas ist es ja, daß man dort eben diesen Zwischenschritt zwischen Chaos und Demokratie, der der Faschismus häufig war (Spanien und Chile sind da die besten Beispiele) eben nicht so einfach installieren kann. Dort münden solche Versuche eben nicht im Faschismus, sondern in übelsten Diktaturen.

Entschuldige mal. Mit vor und nach Franco meinte ich eigentlich genau daß, was Du auch herausgefunden hast. Nach Franco war Spanien ein stabiles aufstrebendes Land. Vor seiner Machtergreifung der kranke Senor zwischen den Meeren. Franco hat Spanien stabilisiert und nicht ohne Grund ist sein von ihm eingesetzter bzw. autorisierter Nachfolger noch heute spanisches Staatoberhaupt!


Ob es in Deutschland Faschisten gab ist umstritten.
Sie hatten in Österreich bis 1938 die Macht. Ebenso würde ich auch einige der Machthaber in der Zeit 1930 bis 1933 sowie einiger der 1944er zu den Faschisten zählen.
Wilhelm II , von mir hoch geehrt, wäre warscheinlich tatsächlich zu "demokratisch" gewesen, um eine faschistische Regierung zu stützen, oder sich von ihr stützen zu lassen.


Naürlich bezog sich das auf die Vetternwirtschaft der spd. Die ist ja auch heute einer der Gründe für den Ekel vor der Demokratie (wobei das alle Parteien im BT umfaßt), den heute viele Wahlberechtigte haben.

Ostpreuße


23.12.2009 13:00:39
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Um das Aufkommen des NS in Deutschland zu verstehen, muß man bereits bei den Umwälzungen nach dem I. WK ansetzen. Abschaffung der Monarchie, Novemberrevolution, Beginn der parlamentarischen Demokratie 1918/19. Der NS war eine Gegenbewegung zu dieser aufkommenden Demokratisierung. Diese Situation war in vielen europäischen Staaten ganz ähnlich.

Eine wesentliche Rolle spielte in D. die Gesellschaft zum Studium des Faschismus – GSF, die zum Ziel hatte, eine Allianz zwischen Wirtschaft bzw. konservativen Kreisen und NS zu bilden und die italienischen Verhältnisse auf D. zu übertragen. Sie war übrigens wesentlich erfolgreicher als die kurzlebige Harzburger Front. Gegründet wurde die GSF von dem ehemaligen GKSD-Stabsoffizier Waldemar Pabst, der schon im dt. Bürgerkrieg von 1918-23 eine führende Rolle bei der Bekämpfung der aufbegehrenden Volksmassen bzw. Demokratisierungsbestrebungen spielte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_zum_Studium_des_Faschismus

Gruß Falk

Nomen Nescio


23.12.2009 21:05:13
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Freilich soll man aber vor allem nicht die wirtschaftliche Krise vergessen. Die Bevölkerung litt größtenteils Armut. Und da war es auch leicht wieder nach den Juden zu weisen als Verursacher der Elend.

Hier liefen eine Menge kausale Faktoren zusammen.

SIEGMAR


12.1.2010 04:47:37
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steffen04 schrieb:
SIEGMAR schrieb:
 
Die Schuld der spd dürfte noch größer sein. Denn die auch damals schon grassierende Parteibuchwirtschaft hat den Menschen nicht wirklich gefallen.

"Die Menschen" haben die grassierende Parteibuchwirtschaft doch geliebt und fleissig Parteibuch-Parteien gewählt: SPD, KPD, NSDAP. Oder seh ich da was falsch??



Natürlich wäre ein faschistisches Regime ein Segen im Vergleich zu den anderen gewesen (vgl. Spanien vor und nach Franco). Aber auch dann wäre es zum Konflikt mit Rußland, den Tschechen und Polen gekommen.
Und ob die Faschisten ohne den Kaiser stark genug gewesen wären gegenüber den Millionen Parteisoldaten?

Erstens besassen meines Wissens die Faschisten in Italien, Spanien etc. auch ein Parteibuch
Zweitens gab es im Deutschland der 20er/30er keine Faschisten
Drittens gab es für die Reichswehr (Eine faschistische Regierung unter Mithilfe der Reichswehr) keinen Grund, eine solche nicht existierende Gruppe zu unterstützen
Viertens waren die "bewaffneten Auseinandersetzungen" mit Rußland, den Tschechen und Polen keine "Konflikte", sondern koloniale Eroberungsfeldzüge entsprechend der NS-Ideologie
Fünftens ist es mir jetzt vollkommen neu, daß sich Kaiser mit Faschisten abgeben sollten, wollten oder könnten. Das ist dann doch wirklich ein bischen unter Stand.
Sechstens erscheint es sonderbar, das Franco-Regime als einen Segen zu bezeichnen und (vgl. Spanien vor und nach Franco) zu behaupten, daß es Spanien jetzt schlechter geht. Die volkswirtschaftlichen Daten sind jedem zugänglich, die Öffnung und Liberalisierung des Landes sind zumindest jedem Spanienreisenden offensichtlich.

Siebtens scheinst du mir die Möglichkeit einer demokratischen Regierung allzu schnell verworfen zu haben.

Also was hat dich zu deinem obigem Beitrag getrieben???



Falsch verstanden!
Ich meinte den Vergleich Spanien 1935 und Spanien 1975!
Vergleich das mal mit Staaten die gerade den kommunismus losgeworden sind.
  Und immerhin ist auch heute noch der von Franco selbst eingesetzte Nachfolger Staatsoberhaupt Spaniens. Kann also nicht alles schlecht gewesen sein unter dem Caudillo .

Und das meinte ich ja gerade.
Eine faschistische Regierung wäre ohne einen starken Adel nicht möglich gewesen.  De facto auch nicht ohne König (in Deutschland eben Kaiser). DAS WAR JA GERADE DAS PROBLEM!!!

.

SIEGMAR


12.1.2010 04:49:58
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logo schrieb:
mit "Kinderkacke" meine ich eigentlich , das sich heute alle schlauer dünken als sich damals Politiker und Volk entschieden haben ! Dabei wissen sie heute noch nicht einmal ansatzweise wie die nächsten Bundestagswahlen in drei Jahren ausgehen. Aber damals sollten alle wissen was kommen würde, hätten alle "Mein Kampf" lesen sollen, wenn ich das höre geht mir die Hutschnur hoch ! 96% aller heutigen Wähler können nicht ansatzweise 10% der Programme der etablierten Parteien wiedergeben und die restlichen 4% sollen nach infas nur Bruchstückhaft mit diesen vertraut sein.
Ich gehe von dem Wahlergebnis 1932 aus.
Um an der Macht teilzuhaben, mußte er Koalitionen eingehen.
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Ich war 14 Jahre lang Mitglied der Union und hab nicht ein Mal das Parteiprogramm gelesen...

SIEGMAR


12.1.2010 04:58:46
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Das konnten eben die wenigsten DAMALS wirklich erahnen(wer hat schon "Mein Kampf"- einer der ungelesensten Bestseller- gelesen und verstanden bzw. Ernst genommen?) was da auf sie, die Deutschen, zukam und die meisten der wenigen verliessen, früher oder später, das Land. Darum sagte ich ja auch, dass die Machtergreifung schlichtweg ein Irrtum des bürgerlich koservativen Lagers war. Ansonsten trugen natürlich auch die Linkspartien durch völlige Verkennung der Situation mit zu dem bei, was dann geschah. Politisch "Unschuldige" sehe ich nicht!
[/quote]


Ja ja, MEIN KAMPF!!!

Ich habe mal ein Buch in der Hand gehabt bei unserem damaligen linken Buchhändler, in dem MEIN KAMPF interpretiert wurde...
Da wurde erklärt wie irre Adolf war, weil er Z.b. allen Ernstes behauptete, die Erde würde in drei Haupteinflußzonen geteilt werden, nämlich Deutsch japanisch und us-amerikanisch...
Oh ja, welch eine irrsinnige Annahme.
Hab den Quatsch dann schnell weggelegt, bevor das ansteckend wirken konnte.

Nomen Nescio


12.1.2010 13:15:17
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SIEGMAR schrieb:
Ja ja, MEIN KAMPF!!!
Hab das Buch mehrere Male gelesen und finde es noch immer nicht Quatsch, sondern ein Schreckensszenario.
Ansonsten ist es sehr schlecht geschrieben.



Wenn Du sowas im Inhaltsverzeichnis siehst, weißt Du eigentlich schon Bescheid.
Judentum: Gegensatz zum Arier; Werdegang des J.; Judenfrage; "Religion?"; der j. Staat; Staat im Staat; keine Nomaden; Gegenwehr gegen den Antisemitismus; Gefahr jüdischer Bastardierung; Wahrung der Blutreinheit des J.; Christus; Jüdischer Demokratie; (...) Welthetze gegen Deutschland; Zionismus; Vgl. Antisemitismus, Schutz- und Trutzbund.

alarich


25.1.2010 22:25:40
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Nun ja ,nun ja,
ein wenig recht haben viele von Euch,aber Ihr seid doch fast alle Theoretiker,waehrend ich in dieser Zeit leider aufwachsen musste.Mir erscheinen 3 Fakten,die zu Hitlers Aufstieg gefuehrt haben am Wichtigsten.Die Arbeitslosigkeit,verbunden mit einer Perspektivlosigkeit,die Resignation der Weimarer Regierung und das Vermoegen die NSDAP fuer die breite Masse derart attraktiv zu werden ,das sie auf viele wie ein Magnet wirkte.Joachim Fest schrieb in seinem Buch: " ......und wem das letzte Hemd genommen war,der konnte immer noch ein neues Braunhemd anziehen - und Erbseneintopf gab es auch.
das reichte fuer viele,viele die damals darbten schon aus.Dazu noch Hitlers Redefluss z.B. in einer seiner Reden:........
Wir sind nicht so wie sie, Sie verwechseln uns mit Ihresgleich selbst, die heute SPD,morgen USPD,danach KPD oder deutsche Volkspartei waehlen,nein wir sind fast entschlossen alles zu aendern und zum Besseren zu kehren
Ich habe mir ein Ziel gesetzt und daran glaube ich ganz felsenfest und werde es mit aller Beharrlichkeit durchsetzen,
naemlich die 23 Parteien aus Deutschland hinwegzufegen.
Das kam beim Volk an und brachte Waehlerstimmen
Gruss Alarich

Nomen Nescio


26.1.2010 14:26:38
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Zwar bin ich erst während WK II geboren, aber immerhin habe ich viel Zeitzeugen gesprochen. Viele dachten, falls ich mich nicht sehr irre, daß vor allem das Machtsvakuum, daß durch das wegfallen von den alten Strukturen (Ordnung muß sein und wird gehandhabt; wir tragen des Kaisers Rock) entstand, die Ursache ist. Man kann nicht ohne Rückwirkung eine Hierarchie ändern.

steffen04


27.1.2010 10:13:56
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Ähnlich wie Alarich hat meine Großtante betont, daß nach 33 eine unglaubliche Aufbruchstimmung geherrscht hat, ein anything goes, während die Menschen vorher das Gefühl hatten, daß sich aufgrund der festgefahrenen Machtverhältnisse in der Republik gar nichts mehr bewegte. Die Linke blockierte Vorschläge der Rechten, die christlichen Parteien die der sozialistischen, die monarchistischen die der republikanischen etc etc, so das kein Fahrradständer vor der Dorfschule mehr aufgestellt werden konnte ohne Strassenschlachten (gefühlt). (Ähnlichkeiten mit herrschenden Zuständen sind rein zufällig).

Waldi hat an anderer Stelle jüngst gepostet, daß die Nazis "nur" alte Pläne aus der Weimarer Republik umgesetzt hätten (Olympia, Autobahn, Jagdgesetze etc..). Er hat natürlich von der Sache her recht, aber die Umsetzung ist letztendlich genauso wichtig, genausos schwierig wie die Planung.

Großtantchen war übrigens bis zum Tod eine eingefleischte Sozialistin, ein paar Jahre halt eine Nationale.
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